Probezeit in Gefahr?

Auch im Berufsleben steht man immer wieder vor Herausforderungen und Problemen. Die könnt ihr hier diskutieren.
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PlanB
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Probezeit in Gefahr?

Beitrag von PlanB » 02.09.2017, 22:34

Hi,

ich muss mal was loswerden, weil es mich insbesondere heute sehr bedrückt. Ich bin bisher sehr zufrieden mit meinen Job. Das Einzige, was mir Sorgen bereitet ist folgendes:

Ich werde an den verschiedensten Stellen eingesetzt und zwar einerseits nach sehr kurzer Zeit, ohne dass man die Abläufe kennt und wirklich eingearbeitet wurde und ohne irgendwelche Informationen über Besonderheiten, über die man zwingend Bescheid wissen sollte. Keiner hat Zeit und ist auch in der Nähe. Ständig anrufen kommt auch nicht gut. Meist wurstel ich mich irgendwie durch, aber es gibt Dinge, die so nicht funktionieren.

Gerade heute war so ein Tag. Da wurde ich an einer völlig anderen Stelle eingesetzt. Diese Stelle hat aber Besonderheiten, die sich dauernd ändern und die man wissen sollte. Mir wurde einfach mal was hingelegt und nichts dazu gesagt. Was das ist, was ich damit machen sollte, nicht, obwohl ich gefragt habe.

Nach mehrmaligem Fragen verschiedenster Kollegen, wie das und jenes gehandhabt wird, wurde mir keine Antwort erteilt, weil die es teilweise selbst nicht wussten und teilweise wurde ich abgewimmelt und zuletzt bekam ich eine kurze schnelle -aber unvollständige- Antwort und habe das dann so gehandhabt, was sich am Ende als halbrichtig, also -falsch- herausstellte. Dadurch sind einige Fehler passiert, die eigentlich vermeidbar gewesen wären.

Das Problem ist, keiner teilt mir was mit und es gibt auch nichts, worin man das erfahren könnte, da das ja fremde Bereiche sind und man eben ab und an mal dort eingesetzt wird. Ich habe also keinerlei Quellen sowas eigenständig herauszufinden.

Die Folge ist, man fühlt sich enorm schlecht, schuldig, inkompetent und ärgert sich über sich selbst und muss das am Ende alles selbst ausbaden. Ich habe es auch offen ausgesprochen, warum mir sowas denn nicht mitgeteilt wird trotz mehrmaligem Fragen, weil ich entsetzt war darüber. Ob das gut ankam, bezweifel ich auch.

Ich fühle mich wegen diesen Fehlern heute dermaßen schlecht, dass ich mir Sorgen mache die Probezeit deswegen nicht zu überstehen.

Ist diese Art und Weise in Ordnung so?

freakzzz
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Beitrag von freakzzz » 09.09.2017, 15:55

Hi, Du hast doch sicherlich eine/n Vorgesetzte/n, forder ein Gespräch ein, dokumentiere das, was Du als Themen hast, worüber Du Dir Sorgen machst, was Du Dir vorstellt, wie es besser laufen könnte und wo Du noch dran arbeiten kannst. Schlag vor, das es einen regelmäßigen Termin gibt, wo Du Dich über die Arbeit auf Stand haltet, frag nach, was Du machen sollst konkret. Forder dies auf jeden Fall auch schriftlich (per E-Mail) ein.

Ich würde mich immer absichern, das ich selbst alles getan habe, damit es eben NICHT zu einer Kündigung aufgrund meiner eigenen Schuld kommen kann.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 10.09.2017, 11:04

Für mich klingt das in diesem Fall so, dass ich mich fragen würde, was denn überhaupt mit einem Durchhalten der Probezeit zu gewinnen wäre. Das wäre streng genommen ja noch lange nicht das Ziel, sondern quasi nur der Abschluss des Anfangs. Mal angenommen, Du könntest Dich da irgendwie durchhangeln: Wie könnte es im Anschluss weiter gehen?

Ich kenne die Firma ja nicht aus eigener Anschauung... aber das, was Du hier schreibst, klingt so, als lägen da sämtliche Kinder (weit über Deine eigene Situation hinaus) so dermassen tief im Brunnen, dass keins davon jemals wieder das Tageslicht erblicken wird. Offenbar gibt es in diesem Unternehmen schwerste Strukturprobleme, die auch ganz oben beginnen - und sich von dort aus Dominostein für Dominostein bis ganz unten hin fortsetzen. Anscheinend gibt es da NIEMANDEM mit einem gewissen Blick für's Ganze, sondern nur ein einziges grosses "Rette sich, wer kann!" von Einzelpersonen.

Es mag Menschen geben, die einer solchen Situation einen gewissen sportlichen Reiz abgewinnen können und sich in einem möglichst smarten und glatten Durchmogeln vielleicht sogar gefallen. Einige Deiner Kollegen gehören vermutlich zu diesem Menschenschlag, der sich mit Sinnfragen niemals aufhalten würde.

M. E. gibt es für Dich da wirklich nur den schnellstmöglichen Abschied. Wenn man die Lage vom Ende aus betrachtet, wird die kürzeste Verweildauer in solche einer Gesamtlage unter'm Strich am besten zu erklären sein. Von der nervlichen (und langfristig vermutlich auch gesundheitlichen) Seite mal ganz abgesehen...

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