Referentin Media/Public Relations Bewerbungsschreiben gut?

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Niva
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Referentin Media/Public Relations Bewerbungsschreiben gut?

Beitrag von Niva » 26.10.2016, 13:42

Hallo Zusammen,

ich freue mich über Kritik und Tipps wie ich mein Anschreiben noch optimieren kann. Als PR-Tante müsste das einem eigentlich leicht von der Hand gehen, aber sich selbst vermarkten ist schwieriger als gedacht :D

Noch eine kurze Anmerkung: Beim Teil in Klammern bin ich mir nicht sicher, ob ich sie drin lassen möchte oder nicht. Das “fast” im ersten Satz habe ich eingefügt, da ich erst im Februar ‘17 die 3 Jahre vollmache...bin damit aber nicht so zufrieden. Aber bisher hat mein Hirn noch keine Alternative ausgespuckt
Das ist die Stellenanzeige:
Ihre Aufgaben:
- Konzeption, Betreuung und Umsetzung von PR-Projekten
- Kontaktpflege zu den PR-Agenturen in Deutschland und Österreich
- Verfassen, Aufbereiten und Redigieren von Texten für interne und externe Zielgruppen
- Betreuung von Pressekontakten und Beantwortung von Medienanfragen
- Abstimmung der Media-Planung mit der Marketingleitung und der Media-Agentur
- Betreuung und Ausbau der Social Media-Aktivitäten
- Budgetkontrolle der Media- und PR-Planung
Ihr Profil:
- Abgeschlossenes fachspezifisches Studium oder eine vergleichbare Ausbildung
- mehrjährige Berufserfahrungen in einer PR-Agentur bzw. in der Öffentlichkeitsarbeit eines Industrieunternehmens oder im Bereich Journalismus
- sehr gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift
Sehr geehrte Frau XXX,

nach (fast) drei Jahren als PR-Managerin im Künstlermanagement möchte ich meinen beruflichen Horizont erweitern und strebe den Seitenwechsel von Agentur zum Unternehmen an. Ich sehe es als spannende Herausforderungen meine Erfahrungen aus der Agenturbranche (und in der PR-Arbeit) in einem neuen Umfeld unter Beweis zu stellen. Deshalb bewerbe ich mich bei Ihnen als Referentin für Public/Media Relations.

Als PR-Managerin bin ich verantwortlich für die Konzeption und Umsetzung von PR-Kampagnen, um die Präsenz der Künstler in der Öffentlichkeit zu steigern. Dazu gehört das Festlegen konkreter Ziele und Maßnahmen sowie die Budget- und Erfolgskontrolle. Zurzeit beschäftige ich mich mit einem Projekt im Veranstaltungsmanagement und bin zuständig für die Pressearbeit, den Druck der Werbemittel und die Abstimmung mit externen Agenturen.

Das Schreiben und Redigieren von Texten gehört seit Beginn meiner beruflichen Laufbahn zum Alltagsgeschäft. Als Pressesprecherin und PR-Volontärin verfasste ich Pressemitteilungen, Artikel und Ankündigungen und veröffentlichte diese in Print- und Onlinemedien. Der Aufbau und die Pflege von Medienkontakten gehörten dabei ebenso zu meinen Aufgaben, wie das Erstellen von Presseverteilern.

Auch mit der Pflege von Webseiten und dem damit verbundenen Social Media Marketing bin ich vertraut. Bei Unternehmen XY, als auch bei Unternehmen ZZ, kümmerte ich mich um die Aktualität und den Content der Facebookseite. Im Volontariat war ich zudem verantwortlich für den Aufbau des Social-Media-Auftritts eines Kunden. Hierzu erstellte ich die Inhalte und koordinierte die Veröffentlichung der Artikel auf der Homepage und in den sozialen Netzwerken.

Meine bisherige Arbeit im redaktionellen Bereich konfrontiere mich immer mit einer enormen Themenvielfalt. Demzufolge verstehe ich es mich schnell in neue Themen einzuarbeiten und auch komplexe Sachverhalte verständlich und zielgruppengerecht zu formulieren.

Aufgrund meiner Kündigungsfrist stehe ich ihnen gerne ab dem XX.XX.XXXX zur Verfügung. Meine Gehaltsvorstellung liegt bei einem Bruttojahresgehalt im Bereich von XXX.

Ich freue mich auf eine positive Rückmeldung und die Gelegenheit, mich Ihnen persönlich vorzustellen.

Mit freundlichen Grüßen


Schon einmal ein großes Dankeschön im Voraus!

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TheGuide
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Re: Referentin Media/Public Relations Bewerbungsschreiben gu

Beitrag von TheGuide » 26.10.2016, 14:58

Niva hat geschrieben:Ich sehe es ...
Zu subjektiv.
Deshalb bewerbe ich mich bei Ihnen als Referentin für Public/Media Relations.
Überflüssig, streichen.
Als PR-Managerin bin ich verantwortlich für die Konzeption und Umsetzung von PR-Kampagnen, um die Präsenz der Künstler in der Öffentlichkeit zu steigern. Dazu gehört das Festlegen konkreter Ziele und Maßnahmen sowie die Budget- und Erfolgskontrolle.

Statt substantivierten Verbes besser das eigentliche Substantiv: die Festlegung
Statt bin ich verantwortlich (sein, haben, werden haben eine solch große Rolle als Hilfsverben, dass sie als Vollverben totaaaal langweilig sind) übernehme ich die Verantwortung.

Zurzeit beschäftige ich mich mit einem Projekt im Veranstaltungsmanagement und bin zuständig für die Pressearbeit, den Druck der Werbemittel und die Abstimmung mit externen Agenturen.
Der Aufbau und die Pflege von Medienkontakten gehörten dabei ebenso zu meinen Aufgaben, wie das Erstellen von Presseverteilern.
Auch mit _der Pflege von Webseiten und dem damit verbundenen Social Media Marketing bin ich vertraut.
Wiederholung von Pflege.
Bei Unternehmen XY, als auch bei Unternehmen ZZ, kümmerte ich mich um die Aktualität und den Content der Facebookseite.

Die Kommata sind falsch, außerdem sehr lebenslauflastig und kein eigentliches Einstellungsargument.
Im Volontariat war ich zudem verantwortlich für den Aufbau des Social-Media-Auftritts eines Kunden. Hierzu erstellte ich die Inhalte und koordinierte die Veröffentlichung der Artikel auf der Homepage und in den sozialen Netzwerken.
Wieder verantwortlich sein, siehe oben.

Niva
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Re: Referentin Media/Public Relations Bewerbungsschreiben gu

Beitrag von Niva » 27.10.2016, 14:54

Hallo,

lieben Dank für deine Anmerkungen.
TheGuide hat geschrieben:
Niva hat geschrieben:Ich sehe es ...
Zu subjektiv.
Wäre hier dann ein "Mich reizt die Herausforderung..." die bessere Wahl?
TheGuide hat geschrieben:Statt substantivierten Verbes besser das eigentliche Substantiv: die Festlegung
Statt bin ich verantwortlich (sein, haben, werden haben eine solch große Rolle als Hilfsverben, dass sie als Vollverben totaaaal langweilig sind) übernehme ich die Verantwortung.
Danke für den Tipp, das war mir tatsächlich nicht bewusst. Beachte ich in Zukunft.

Wiederholungen und Grammatik habe ich verbessert und den lebenslauflastigen Satz werde ich auch noch mal überarbeiten. Wenn man das Anschreiben selbst oft liest, stechen einem diese Dinge gar nicht mehr ins Auge.

BlackDiamond
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Beitrag von BlackDiamond » 27.10.2016, 20:15

Ich vermisse noch eine Aussage zum Thema Englisch.

Außerdem: kennst du die relevanten Journalisten für den Job? Dann würde ich das betonen.

Das mit den 3 Jahren würde ich nicht machen, das kommt nicht gut, zweieinhalb trifft es besser. Sonst wirkst du irgendwie aufschneiderisch.

Und hier stimmt was nicht, lies nochmal:
Niva hat geschrieben:
Meine bisherige Arbeit im redaktionellen Bereich konfrontiere mich immer mit einer enormen Themenvielfalt. Demzufolge verstehe ich es mich schnell in neue Themen einzuarbeiten und auch komplexe Sachverhalte verständlich und zielgruppengerecht zu formulieren.
Wer konfrontiert da wen? Aber egal, rein logisch stimmt der Folgesatz nicht. Selbst wenn du damit zu tun hast, heißt das nicht, dass du dich deshalb schnell in neue Themen einarbeitest. Also den Teil würde ich überarbeiten.

Aber sonst finde ich deine Bewerbung gut, eindeutig.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 29.10.2016, 20:58

Dem letzten Satz meiner Vorrednerin stimme ich mit leichten Abstrichen zu: Die Bewerbung liegt tatsächlich klar über dem Durchschnitt, was die Souveränität der Formulierung und die Dichte von fachlich relevanten Informationen angeht. Aber für die "PR-Tante" (Dein Wording) gilt in dieser Richtung wohl doch ein etwas höherer Anspruch:

Was (wie gesagt, für die Position einer Unternehmenskommunikatorin) m. E. wirklich schmerzhaft fehlt, ist jegliche erkennbare Auseinandersetzung mit Zielen, Stil und Inhalten des Zielunternehmens. Man könnte denken, dass Du den ganzen Text unmittelbar auf das Inserat hin verfasst hättest... ohne auch nur einmal darüber nachzudenken, wer oder was dahinter steckt... sowohl hinter dem Unternehmen als Ganzen als auch hinter dem, was Du dann dort dafür tun würdest...

Damit verwandt ist auch das Thema "Wechselmotivation". In einer Szenerie, die so sehr mit der Person verbunden ist wie PR finde ich das nicht so trivial. Wenn Du von einer Künstleragentur zu einer anderen Künstleragentur wechseln wolltest, wäre die Frage nicht ganz so drängend. Aber von den Künstlern zur Industrie... ist m. E. ein Schritt, den man halt gerade eben nicht mal eben so tut, um "seine Erfahrungen in einem neuen Umfeld unter Beweis zu stellen". Mich als Leser würde eine derart explizite Nicht-Aussage irritieren...

Niva
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Beitrag von Niva » 04.11.2016, 14:15

Ein etwas verspätetes Danke auch an BlackDiamond und FRAGEN.

Englischkenntnisse kann ich durch Zeugnis und Zertifikate belegen, deshalb fand ich die Information zu lebenslauflastig für das Anschreiben.

@BlackDiamond: Deinen Einwand verstehe ich, es klingt nicht ganz logisch. Die Konfrontation mit etwas zieht kein schnelles Verständnis nach sich.. das werd ich überarbeiten.

@FRAGEN: Du triffst meine Bedenken auf den Punkt. Ich habe mir am Anfang die Frage gestellt, warum willst Du in diesem Unternehmen arbeiten und wie begründest Du die Wechselmotivation. Und konnte mir die Frage selbst nicht beantworten. Im Grund rührt meine Motivation daher, dass ich bisher nur "Horror"-Agenturen erwischt habe, die alle negativen Klischees der Agenturbranche erfüllen. Und ich die Entscheidung getroffen hab: gerne PR, aber Nase voll von Agentur.

Ich werd mich mit euren Anmerkungen am Wochenende noch mal hinsetzen und das Anschreiben optimieren.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 06.11.2016, 12:20

Niva hat geschrieben:Ich werd mich mit euren Anmerkungen am Wochenende noch mal hinsetzen und das Anschreiben optimieren.
Tu das, Niva. Hierzu vielleicht zwei kleine Anstösse:
Niva hat geschrieben:Und ich die Entscheidung getroffen hab: gerne PR, aber Nase voll von Agentur.
Hast Du schon einmal versucht, dieses "Nase voll von Agentur" als Positiv-Motivation der Industrie zu formulieren? Platt gefragt: Was hat die, was die Agenturen nicht haben?
Niva hat geschrieben:Ich habe mir am Anfang die Frage gestellt, warum willst Du in diesem Unternehmen arbeiten und wie begründest Du die Wechselmotivation.
Das wäre natürlich die Königsfrage. Darauf eine rundum "echte" Antwort wäre der Hit. Aber wenn Du das in diesem speziellen Fall auch beim allerbesten Willen überhaupt nicht hinbekommst, wäre es gegenüber der bisherigen Fassung immer doch ein deutlicher Fortschritt, wenn dem Text überhaupt Hinweise auf das Zielunternehmen zu entnehmen wären. Wenn der Leser schon nicht erfährt, warum Du zu ihm willst... wäre das Wissen, dass Du immerhin schon einmal eine Vorstellung von ihm hast, bereits die nächste Stufe... ;-)

Also schauen, dass man zumindest firmenspezifische Aspekte (z. B. bezüglich der Produkte, Ziele, Kunden und sonstigen Beteiligten) einfliessen lässt, um bereits ein gewisses "Hineindenken" zum Ausdruck zu bringen.

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