Schwanger ins Vorstellungsgespräch

Fragen zum Vorstellungsgespräch: Welche Kleidung ist am besten? Welche Vorbereitung ist nötig? Welche Fangfragen werden gestellt? Wie bekomme ich meine Aufregung in Griff?
Antworten
biochemikerin
Beiträge: 6
Registriert: 06.10.2019, 13:48

Schwanger ins Vorstellungsgespräch

Beitrag von biochemikerin » 08.12.2019, 22:03

Guten Abend zusammen,
ich möchte mich von meiner jetzigen Stelle weg bewerben und bewerbe mich daher immer wieder auf Stellen, die ich mir vorstellen kann- habe dieses Jahr vielleicht so 15 Bewerbungen geschrieben, also nicht soooo viel. Die letzte im Oktober, 2 Tage später stellte ich fest, dass ich wieder schwanger bin. Nun habe ich von eben dieser Stelle am Freitag einen Anruf bekommen- mein Lebenslauf wäre so toll, sie würden mich gern kennenlernen. Ich habe erstmal nicht gesagt, dass ich ein Kind erwarte, habe aber nun ein schlechtes Gewissen und Angst, dass sie sich am Dienstag verarscht von mir fühlen.

Die Frau am Telefon fragte zunächst, ob ich überhaupt Vollzeit arbeiten könne, weil ich derzeit eine Teilzeitstelle inne habe. Ja, kein Problem. Dann erklärte sie mir, dass sich nämlich ganz viele Frauen (Mütter) beworben hätten und um Teilzeit gebeten hätten, das will die Firma nicht, weil es sich um eine Führungsposition handelt. Hab nochmal versichert, dass ich Vollzeit arbeiten kann und möchte.
Dann fragte sie ganz vorsichtig, ob sie das Alter meines Kindes erfahren dürfe. Das fand ich ehrlich gesagt etwas befremdlich (ein Mann würde NIEMALS diese Frage bekommen, auch wenn bekannt ist, dass er Vater ist!!!), weil sie aber so nett war und mir wegen meiner Bewerbung so viel Honig ums Maul geschmiert hat, hab ich wahrheitsgemäß geantwortet (2 Jahre), worauf sie dann nochmal mit der Vollzeit anfing. Ich fühlte mich etwas in die Ecke gedrängt und hab erklärt, dass mein Kind auch einen Vater hat und dieser Teilzeit geht, damit ich die Stelle antreten kann, weil ich unbedingt dort anfangen will.

Die Personalerin vom Telefon wird beim Gespräch am nachmittag nicht dabei sein- ist offenbar eine in Teilzeit arbeitende Mutter. ;-)
Ich bin jetzt in der 12. Woche, die kritische Zeit ist so gut wie rum, mit Blazer kann ich den Bauch sehr gut kaschieren bzw. sieht es einfach noch nach Speckbauch aus. Ich weiß, dass ich nichts sagen muss, aber das kommt mir auch nicht richtig vor. Wie gesagt ich hab ein bisschen Schiss, dass sie sich verarscht vorkommen, weil sie ja auch Zeit in den Bewerbungsprozess investieren. Der Punkt ist einfach, dass ich 3 Monate Kündigungsfrist habe und dann erst zum April oder Mai anfangen könnte, im Mai würde auch der gesetzliche Mutterschutz los gehen. Keine Ahnung, was ich mir dabei gedacht habe. :roll: :roll: :shock:
Andererseits interessiert mich die Stelle wirklich und ich bin an sich der Meinung, dass sich meine Qualifikationen nicht ändern, nur weil ich schwanger bin. Wobei ich natürlich weiß, dass ich als Arbeitnehmerin, die sofort in den Mutterschutz geht weniger attraktiv bin.
Grobe Planung der Elternzeit gibt es schon- wird dann davon abhängig gemacht, ob sich die Firma darauf einlässt oder nicht.

Habt ihr Erfahrungen zum Thema? Irgendwelche Personaler am Start, die das total blöd finden? Mütter und Väter, die Erfahrungen dazu haben? Kennt ihr jemanden, der schwanger einen neuen Job angetreten hat? Oder ist man als Schwangere von vornherein raus?

Antworten