Schwierigen Lebenslauf in Bewerbung darstellen

Welche anderen Bewerbungsstrategien kennt ihr noch? Fragen dazu bitte hier reinschreiben.
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shimmy
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Schwierigen Lebenslauf in Bewerbung darstellen

Beitrag von shimmy » 08.04.2017, 00:43

Hallo,

ich habe vor mich (wieder) für Ausbildungen und Praktikas zu bewerben. Leider hab ich innerhalb der letzten 1,5 Jahre eine Lücke von ca. einem Jahr "Arbeitslosigkeit" im Lebenslauf, aufgrund einer psychischen Erkrankung. (war 3 Monate Tagesklinik und halbes Jahr in einer Reha)
Nun frage ich mich, wie ich das im Anschreiben und im Lebenslauf am günstigsten darstellen kann.

Am wohlsten würde ich mich fühlen, wenn ich es vage im Anschreiben erwähnen würde. (1 Jahr Erkrankung, nun gesund/ voller Tatendrang oder so ..)
Gar nicht zu erwähnen denke ich ist falsch, die Lücke im Lebenslauf würde, ggf. schon beim Lesen des Anschreibens, auf jeden Fall auffallen.
Jetzt wurde mir von einer anderen Seite gesagt, dass ich ruhig alles genau (mit Einrichtungsnamen und Diagnose) im Anschreiben erwähnen soll. Damit würd ich mich aber nicht so wohl fühlen, außerdem denke ich wär das schon ein wenig "unpassend"/ zu viel Information oder?

Ich freu mich über Ratschläge, hoffe es sind keine Fragen offen geblieben.
Nehme auch gerne schon Formulierungsansätze entgegen :)

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 08.04.2017, 13:36

Die Diagnose geht nun wirklich niemanden etwas an. Es gibt einen Grund zB. für ärztliche Schweigepflicht. Chronische und psychische Erkrankungen sind für Arbeitgeber immer einer Problem (bei einem Praktikum vielleicht nicht, aber wenn du bei dem AG weiter arbeiten möchtest, dann eben doch). Selbst bei Bund und Ländern - die ja sozial relativ nette Arbeitgeber sind - ist eine Psychose z.B. ein Verbeamtungshindernis. Insofern war der Rat, den man dir gegeben hat, gerade weil du psychisch erkrankt warst, alles andere als gut und hilfreich. Da es im VG nicht erlaubt ist, nach der Krankheit zu fragen (es sei denn du kannst deswegen die Arbeit de facto nicht ausüben) dürftest du im VG lügen, etwa dass du einen Unfall hattest und deshalb in die ReHa musstest.
Ins Anschreiben kommt nur positive Argumentation, warum man dich einstellen sollte. Du musst halt einen guten Grund haben, warum du deinen bisherigen Beruf wechseln möchtest. In deiner Situation wäre es natürlich ideal, wenn du von einem handwerklichen oder pflegerischen Beruf, also einem mit viel Körpereinsatz in einen Beruf wechseln würdest, wo der Körpereinsatz stark reduziert ist, damit wäre bei einer Angabe von Erkrankung und Reha im LL plauisbel, dass du den Job wechselst, man würde dann einfach unterstellen, dass du vermutlich einen Unfall hattest und den alten Beruf nicht mehr ausüben kannst. In die umgekehrte Richtung würde das mehr Fragen aufwerfen. Obwohl es auch da natürlich Gründe gibt, warum man aus dem Büroberuf in einen aktiveren wechselt, etwa ein Bandscheibenvorfall.

katerfreitag
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Beitrag von katerfreitag » 08.04.2017, 19:11

Ich bin mit The Guide hier einer Meinung. Das Risiko, jemanden einzustellen, der einen Rückfall haben könnte (und damit Geld kostet, anstatt welches einzubringen), wird den meisten AG zu groß sein. Und psychische Erkrankungen sind, obwohl mengenmäßig erheblich, mit einem Tabu behaftet. Meines Erachtens ist Deine Aussicht auf Erfolg wesentlich größer, wenn Du Diskretion walten lässt.

shimmy
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Beitrag von shimmy » 10.04.2017, 22:50

Dankeschön für euren Rat!

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