Softskills in Bewerbungsschreiben formulieren?

Informationen und Fragen zum Bewerbungsablauf, zu einzelnen Elementen der Bewerbungsmappe und zu individuellen Formulierungen. Wie soll eine Bewerbungsmappe aufgebaut sein? Welche Fakten gehören in ein Anschreiben? Welche Formulierungen sollten unbedingt vermieden werden?
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luuna
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Softskills in Bewerbungsschreiben formulieren?

Beitrag von luuna » 03.12.2009, 14:33

Hallo!
Ich bin Berufeinsteigerin und hab gerade mein Diplom in Landschaftsplanung gemacht. Ich rödel jetzt schon seit fast zwei Wochen (es ist mir schon peinlich, aber ich kriegs nicht gebacken) an dem Anschreiben rum. Das größte Problem sind meine Eigenschaften (Softskills). Im Moment steht folgendes in der Bewerbung:
"Mit mir haben Sie eine motivierte, aufgeschlossene Mitarbeiterin gefunden, die sich gerne in neue Aufgabengebiete einarbeitet und großen Wert auf gute Teamarbeit legt. Auch die Arbeit am Computer geht mir leicht von der Hand und es bereitet mir Spaß, neue Software kennen zu lernen."
Ich habe wen anders die Bewerbung lesen lassen und er meinte, der Absatz wäre zu forsch, ich würde damit vorraussetzen, dass sie mich einstellen (da gebe ich ihm völlig Recht) und auch ungeschickt formuliert. Vielleicht habt ihr ja ein paar Vorschläge, wie man das sinnvoll formulieren kann. Zur Teamfähigkeit könnte man noch schreiben, dass die Uni-Projekte, die ich gemacht habe auch in Gruppenarbeit waren und ich daher Teamfähig bin... aber auch hier fällt mir keine gute Formulierung ein *seufz*
Danke im Voraus!
Luuna

Ps: der Rest der Bewerbung ist jetzt soweit ok, daher stelle ich nur den Auszug on.

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drusilla
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Beitrag von drusilla » 03.12.2009, 19:33

der trick besteht darin, dass man alle seine softskills mit beispielen belegt. was könnte belegen, dass du aufgeschlossen bist? wo warst du motiviert? wo hast du im team gearbeitet? wenn man es ganz ausserordentlich gut macht, muss man die wörter "teamfähig", "motivation" etc. gar nicht mehr benutzen, sondern es wird aus dem geschrieben, deinem bisherigen leben, deutlich.

formulieren helfen ist da schwierig, da wir dein leben ja nicht kennen. ausserdem klingt es dann wahrscheinlich nicht mehr nach dir und zerstört die authentizität deiner bewerbung. gearbeitet hast du bisher in deinem leben nie? das würde extrem helfen, auch wenns nur post zustellen oder rasen mähen wäre.

luuna
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Beitrag von luuna » 03.12.2009, 19:56

drusilla hat geschrieben:der trick besteht darin, dass man alle seine softskills mit beispielen belegt. was könnte belegen, dass du aufgeschlossen bist? wo warst du motiviert? wo hast du im team gearbeitet? wenn man es ganz ausserordentlich gut macht, muss man die wörter "teamfähig", "motivation" etc. gar nicht mehr benutzen, sondern es wird aus dem geschrieben, deinem bisherigen leben, deutlich.
naja, an den Belegen haperts ja etwas... womit könnte man denn überhaupt Augeschlossenheit belegen? Mir fällt auf anhieb nicht mal irgendwas ein (unabhängig jetzt von mir selbst). Motiviert bezieht sich nicht auf etwas das war, sondern darauf, dass ich jetzt motiviert bin zu arbeiten! Teamarbeit wie gesagt in den Uniprojekten. Aber selbst wenn ich "Belege" hab, kann ich es einfach nicht in gute kurze Sätze packen, alles hört sich doof an oder nach nem halben Satz fehlen die passenden Worte um ihn abzuschließen.
drusilla hat geschrieben: formulieren helfen ist da schwierig, da wir dein leben ja nicht kennen. ausserdem klingt es dann wahrscheinlich nicht mehr nach dir und zerstört die authentizität deiner bewerbung. gearbeitet hast du bisher in deinem leben nie? das würde extrem helfen, auch wenns nur post zustellen oder rasen mähen wäre.
Ich hatte keine Ferienjobs, falls du das meinst. Zum Studium gehörten aber 2 Praxissemester. Aber da ist es schwierig was gutes raus zu ziehen, schließlich soll ein Anschreiben ja immer individuell auf den Betrieb abgestimmt werden.

Mir geht es hier nicht darum, dass mir einer den Perfekten (Ab)Satz liefert. Ich suche mehr nach vorschlägen, wie an sowas überhaupt formulieren kann, ohne zu schreiben "Ich kann, Ich will, Ich habe, Ich bin...". Ich brauche einfach einen Haufen Denkanstöße. Wenn ich jetzt nicht schon so lange über der Sache brüten würde, ohne dass was sinnvolles raus kommt, hätte ich hier gar nicht nachgefragt... Bin echt etwas verzweifelt. :(

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drusilla
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Beitrag von drusilla » 03.12.2009, 20:19

praxissemester klingen doch super. hast du die in deiner bewerbung erwähnt und gewürdigt?

aufgeschlossenheit fände ich angebracht z.b. bei kundenkontakt, kann sich aber auch aus hobbies ergeben, z.b. reisen in ferne länder oder freiwilligentätigkeiten, bei denen man menschen helfen muss. einfach tätigkeiten, bei denen man nicht auf den mund gefallen sein darf. z.b. so
Durch meine Tätigkeit als Nachhilfelehrerin für Schüler und Saxophonlehrerin, sowie den Inhalten des Studiums, bin ich sehr aufgeschlossen und kompetent im Umgang mit Menschen.
motiviert ist jeder, und wenn nicht, dann behauptet ers zumindest. dein gewünschter beruf gibt doch bestimmt viel genauer auf den beruf zugeschnittene softskills her.

teamfähigkeit wird oft durch mannschaftssport belegt. so wie dieser herr hier
Zudem sehe ich mich auch als äußerst Teamfähig an, da ich privat einen Mannschaftssport betreibe und für mich der Erfolg der Gruppe im Vordergrund steht
sieh dich doch einfach per suchfunktion im forum um, da findest du jede menge formulierungen

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Beitrag von luuna » 08.12.2009, 13:16

Nach langem Hinundher habe ich jetzt eine etwas abgewandelte Version genommen. Wollte erst versuchen meine Fähigkeiten zu belegen, nachdem mein Korrekturleser (der ja selbst in einer Personalabteilung arbeitet und Bewerbungen bekommt) meinte, dass sich das nicht nach Beleg, sondern Rechtfertigung anhört, habe ich es dann doch gelassen.

Mein Satz ist jetzt so:

"Mit mir können Sie eine motivierte, aufgeschlossene Mitarbeiterin gewinnen, die sich gerne in neue Aufgabengebiete einarbeitet und großen Wert auf gute Teamarbeit legt..."

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drusilla
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Beitrag von drusilla » 08.12.2009, 13:18

wer sich nicht helfen lassen will...

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Beitrag von luuna » 08.12.2009, 13:36

das hat nichts mit helfen lassen wollen zu tun.... aber zum einen haben mir ja passende Belege gefehlt (dein Bsp. mit Fußball z.B. ist ja schön und gut, aber ich bin in keinem Verein/Gruppe...) und zum anderen musste die Bewerbung endlich raus (ich kann ja nicht so lange warten, bis sie schon wen anders eingestellt haben - ich hab jetzt schon ein schlechtes Gewissen, weil ich immer so lang über den Anschreiben brüte).

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ice_and_fire
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Beitrag von ice_and_fire » 08.12.2009, 19:20

Hi Luuna,

ich finde es schön, dass du eine wertvolle Erfahrung selbst gemacht hast. Man sollte selbst "goldene Regeln" nie anwenden, ohne sie nicht zu hinterfragen, auf die Situation anzupassen und sie evtl. sogar zu relativieren.

Das man Soft-Skills belegen soll ist so eine Grundregeln. Jetzt kommt aber das ABER

Bevor wir zu diesem Schritt kommen, würde ich erst einmal gucken, welche Soft-Skills der Schreiber belegen will. Denn du hast ja selbst gemerkt, dass die Formulierung keinesfalls einfach ist und sie wird unproportional schwerer je mehr Skills du angibst, weil es sich irgendwann einfach lächerlich anhört.

Also lieber wirklich nur 1-2 raussuchen und diese dann derart auf die Stelle ausrichten, dass ich beim Leser auch einen Aha-Effekt erreichen kann. Diese Argumente müssen dann aber auch punkten und dafür brauche ich tatsächlich das Beispiel um mich glaubhaft darzustellen und dem Ganzen Gewicht zu geben

Dann geht es noch um die Formulierung selbst. Ich gebe deinem Personalerfreund recht, dass dieser Satz
Durch meine Tätigkeit als Nachhilfelehrerin für Schüler und Saxophonlehrerin, sowie den Inhalten des Studiums, bin ich sehr aufgeschlossen und kompetent im Umgang mit Menschen.
nicht gut klingt. Aber meine Beurteilung wäre nicht "Rechtfertigung" sondern "aufgesetzt". Das liest sich wie dem Leser vor die Birne geknallt. "Check gefälligst, dass ich das kann, ich hab´s ja schon dort und dort bewiesen".
Mir persönlich gefällt immer die Vorgehensweise besser, bei dem mir "aus Versehen" ;-) herausrutscht, dass ich eine wichtige Sache gut kann. Manchmal ist dieser Effekt so banal herbeizuführen, dass es reicht den Satz umzustellen. Manchmal formuliter man ihm um
Als Nachhilfelehrerin ...
Auch gilt "manchmal ist weniger mehr". Ich könnte auch sagen, nur der gibt mehrere Gründe für ein Soft-Skill, der möchte, dass sich der Leser den passenden heraussucht.
Warum nicht z.B. die Saxophonlehrerin im Satz einfach weglassen?

Einfach mal ein bisschen ausprobieren. Ich denke du findest einen Weg ;-)

senta725
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Softskills

Beitrag von senta725 » 18.07.2013, 13:54

Ein freundliches Hallo an alle User :D ,

das folgende Thema "Softskills" finde ich besonders wichtig. Jeder sollte wissen um was es geht. Also hab ich hier mal einen Text zusammengestellt.

Was sind sogenannte Soft Skills (Schlüsselqualifikationen)?

Damit sind Eigenschaften und Kompetenzen gemeint, die über die fachliche Qualifikation hinausgehen. (Persönliche Merkmale – alles andere als Fachwissen)

Schlüsselqualifikationen wären also zum Beispiel:
 Zuverlässigkeit
 Flexibilität
 Teamfähigkeit
 Motivation
 Mobilität
 Schichtbereitschaft
 Ausstrahlung
 Menschen führen, leiten
 Ehrlichkeit
 u. v. m.
Grundsätzlich geht es darum, WIE etwas gesagt und WIE etwas getan wird!
Auch dafür Beispiele:
 Aktives Zuhören
 Gesprächspartner ausreden lassen
 Augenkontakt
 Positive Körpersprache
 Mimik, Gestik

Wir unterscheiden in 4 Kompetenzen:

Selbstkompetenz – Methodenkompetenz – Sozialkompetenz – Handlungskompetenz.

Selbstkompetenzen – darunter fallen sogenannte ICH-Kompetenzen, wie Schlagfertigkeit, Lernbereitschaft, Belastbarkeit, Flexibilität, Charaktereigenschaften.

Methodenkompetenz – darunter fallen Analysefähigkeit, Kreativität, Spontanität, Eigeninitiative, Lernbereitschaft, das Denken in Zusammenhängen.

Sozialkompetenz – Diese Art von Kompetenz wird in drei weitere Bereiche aufgeteilt:
In Bezug auf mich selbst Urvertrauen (glauben, dass auch alles gut verlaufen wird)Selbstvertrauen
In Bezug auf Andere  Respekt, Toleranz, Achtung
In Bezug auf Zusammenarbeit  Teamarbeit, Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Motivation, Lernbereitschaft
Handlungskompetenz – Hier handelt es sich um die Schnittkompetenz der drei Kompetenzbereiche (Selbstkompetenz, Sozialkompetenz und Methodenkompetenz)

Der Weg ins Berufsleben erfordert eine sehr genaue Erkundung der eigenen Persönlichkeitsmerkmale (Soft Skills).

Je nach Jobprofil fallen folgende Merkmale ganz unterschiedlich ins Gewicht:
Beispiele:
• Menschenkenntnis
• Einfühlungsvermögen
• Kommunikations- und Kritikfähigkeit
In Bezug auf Ihre Bewerbungen müssen Sie immer daran denken, dass Sie das Produkt „ICH“ vermarkten wollen. (MICH und MEINE Arbeitskraft – WAS KANN ICH und WAS BIN ICH BEREIT ZU GEBEN?)

Es zählen also:
 Persönliche Eigenschaften,
 praktische Intelligenz, (stilles Wissen; z. B. Lebenstüchtigkeit, Glück, persönlicher Erfolg)
 ihre Ausbildung
 ihre Erfahrung
 ihr Willen!

Nachdem wir nun all die wichtigen Eigenschaften und Kompetenzen durchgegangen sind, möchte ich Sie bitten einmal zu überlegen, wo genau Ihre Stärken und Schwächen liegen.
{Plakat – Soft Skills}

Wie kann ich nun meine Soft Skills verbessern?

1.) Positives Denken, meine Werte und Glaubensansätze verändern.
2.) Motivation & Kommunikation
3.) Verhalten anpassen, ändern, auf die jeweilige Situation abstimmen.

LG
Senta

GSane
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Softskills richtig in den Textfluss einbauen

Beitrag von GSane » 15.10.2014, 10:27

Hallo alle zusammen,

ich befinde mich gerade in meiner Bewerbungsphase und habe mich unter anderem in diesem Forum zu dem Thema Anschreiben informiert. Speziell zum Thema Softskills ist mir ein Punkt allerdings noch nicht ganz klar:

Darf man Softskills in dem Abschnitt, in welchem über das Studium und die Praxiserfahrung gesprochen wird, sofort mit verarbeiten?

Da Softskills mit konkreten Beispielen belegt werden sollen, macht dies durchaus Sinn. Wenn man beispielsweise über ein Praktikum berichtet und ausgeübte Tätigkeiten beschreibt, kann man direkt oder im Folgesatz sofort auf ein oder zwei Softskills eingehen. Allerdings sehe ich sehr oft, dass die Softskills in einem eigenen Abschnitt angesprochen werden.

Wenn beide Varianten möglich sind, wie sieht es dann mit einer Kombination aus?

Vielen Dank und viele Grüße
GSane

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 15.10.2014, 11:33

Natürlich kannst du die Soft Skills direkt verarbeiten. Du kannst beispielsweise Teamfähigkeit mit erfolgreicher Projektarbeit o.ä. belegen, bei der du auch die Kompetenzen A und B erworben hast. Die Gefahr liegt immer darin, wenn die Dinge nach der Reihenfolge, mit der sie durch den Kopf strömen aufgezeichnet werden und dadurch jegliche Textstruktur verloren geht.

GSane
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Beitrag von GSane » 15.10.2014, 12:46

Das mit der Textstruktur stimmt natürlich. Wie würdest du es denn bewerten, wenn ein Praktikum zu dem der Bewerber sich schon im Hard Skills Abschnitt geäußert hat, noch einmal im Soft Skills Abschnitt genannt wird - inklusive Unternehmensnamen. Wäre es in dem Fall besser, in dem Soft Skills Paragraph einfach von "Während einem Praktikum" zu sprechen?

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 15.10.2014, 13:59

Wenn dann während eines Praktikums. Aber generell kann man das nicht sagen. Du sprichst doch selbst vom Textfluss. Das Anschreiben muss flüssig und logisch zu lesen sein. Erlaube dir ein paar Versuche bis zum fertigen Anschreiben, probier aus, welche Varianten sich eignen, die Soft Skills unterzubringen.

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Quereinsteiger - Softskills nachweisen

Beitrag von Hero of Companies 2 » 11.11.2016, 16:33

Liebes Forum,
ja, das gab es sicher schonmal. Die Themen, die ich gefunden habe, passen aber nicht so wirklich auf meine Problematik, daher kurz zum Hintergrund:
Ich suche derzeit nach einem neuen Job, Gott sei Dank von einer unbefristeten Stelle aus (auf der ich aber, kurz gesagt, keine Perspektive sehe). Ich bin eigentlich Historiker, die aktuelle Stelle würde ich als Sachbearbeiter im IT-näheren Bereich klassifizieren. Für die neue Stelle soll es, wenn irgendwie möglich, noch weiter in den Bereich IT hineingehen. Um das überhaupt noch zu schaffen, schaue ich hauptsächlich nach Jobs mit möglichst wenig speziellem IT-Fachwissen, in denen ich ggf. durch mein geisteswissenschaftliches Umfeld sogar etwas Pluspunkte sammeln kann.

Und da beginnen die Probleme: viele Stellen z.B. für IT-Berater nennen sehr viele, wenn nicht ausschließlich Softskills. Das sind aber meistens solche Allgemeinplätze, dass ich mich schwer damit tue, sowas nachzuweisen ohne dass es komisch klingt. Beispiel: "Teamgeist und viel Freude am Umgang mit Menschen". Ja wie weist man denn sowas nach??? Im Team hat ja wohl so gut wie jeder schonmal gearbeitet und dass ich mit allen in unserem nun wirklich nicht gerade homogenen und leicht zu handelnden Team gut zurecht komme, taugt als Argument auch nicht.
Andere Softskills sind so nebulös, dass es zwar durchaus sein könnte, dass ich nach meiner Meinung den Skill habe, aber vielleicht versteht der AG auch was komplett anderes darunter. Was ist denn z.B. "Spaß am vernetzten Denken in komplexen Systemen". Wenn man so will, hat das ein Historiker auch, der seine Doktorarbeit erfolgreich fertiggestellt hat. Nur trägt man dann gleich den Fachidiotenstempel...

Wie geht ihr denn mit den Softskill Nachweisen um bzw. könnt ihr konkrete Beispiele nennen, wie ihr (erfolgreich) bestimmte Softskills nachgewiesen habt? Bin etwas ratlos...

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 11.11.2016, 17:50

Du musst lebensnahe Beispiele bringen.

katerfreitag
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Beitrag von katerfreitag » 11.11.2016, 20:03

Als Ehrenamtler im Bereich Flüchtlinge könntest Du zum Beispiel interkulturelle Kompetenz anführen. Deine Fähigkeit, Dich in eine Gruppe zu integrieren, wäre durch einen Platz im Chor belegt. Wärest Du Fußballtrainer in der Kreisliga, dann könnte man eine gewisse Frustrationstoleranz und Führungspersönlichkeit erwarten. ;)

Romanum
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Beitrag von Romanum » 14.11.2016, 10:32

Und da beginnen die Probleme: viele Stellen z.B. für IT-Berater nennen sehr viele, wenn nicht ausschließlich Softskills. Das sind aber meistens solche Allgemeinplätze, dass ich mich schwer damit tue, sowas nachzuweisen ohne dass es komisch klingt.

Dann lasse sie einfach weg. Oftmals machen sich die Stellenanzeigen-Ersteller nicht viele Gedanken, weil einfach die übliche Anforderungs-Schablone genutzt wird. Mit Allgemeinplätzen zu allgemeinen Stärken erzielt ein Bewerber sicherlich keinen entscheidungsrelevanten Vorsprung.

Am besten man lässt die zehn meistgenannten Softskills beiseite und überlegt sich EINE Stärke, auf die es wirklich ankommt und die beim Job als IT-Berater auch wirklich zwischen guter und schlechter Arbeit scheidet. Sinnvoll ist es bei der Formulierung, die Stärke in Zusammenhang mit einer wichtigen fachlichen Anforderung zu nennen.

Hero of Companies 2
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Beitrag von Hero of Companies 2 » 15.11.2016, 11:13

Danke für die Hinweise. Mit den Beispielen aus dem Alltag ist es halt so eine Sache: ich hab mich früher zwar mal in einer Jugendgruppe engagiert, bin aber akutell nicht ehrenamtlich tätig oder mache sonst irgendwas in meiner Freizeit, was für Personaler in Bezug auf Softskills interessant wäre. Edit: Ausnahme programmieren - aber das ist a) nicht unbedingt ein Softskill und b) bin ich aufgrund des Amateurlevels meiner entspr. Fähigkeiten da seeeeehr vorsichtig.
Dann lasse sie einfach weg. Oftmals machen sich die Stellenanzeigen-Ersteller nicht viele Gedanken, weil einfach die übliche Anforderungs-Schablone genutzt wird. Mit Allgemeinplätzen zu allgemeinen Stärken erzielt ein Bewerber sicherlich keinen entscheidungsrelevanten Vorsprung.
Interessant. Das war auch mein Gedankengang, aber dann werden die Bewerbungen extrem kurz. Als Quereinsteiger liegt es in der Natur der Sache, dass man nicht unbedingt mit Hardskills protzen kann; wenn man sich auf einen wichtigen Softskill konzentriert muss man hal sehr aufpassen, dass man den nicht über die Kotzgrenze hinaus ausnudelt.
Insgesamt würde ich aber in diese Richtung gehen. Lieber nur eine 3/4 Seite, die dafür gut formuliert und prägnant ist, als zwei Seiten Geschwafel über irgendwelche Sachen, die nur mäßig mit der Stelle zu tun haben.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 20.11.2016, 12:28

Grundsätzlich scheinst Du mir mit Romanums Anregungen und Deinen eigenen letzten Überlegungen in einer guten Richtung unterwegs zu sein. Vorab nur noch eine kurze Frage aus rein persönlicher Neugier: Wie erklärst Du Dir, dass man für Stellen in der IT-Beratung keinerlei explizites IT-Wissen verlangt? Kann es vielleicht sein, dass die Ersteller (z. B. wegen des Veröffentlichungsortes) schlicht und einfach davon ausgehen, dass sich ausschliesslich Informatiker melden... und dass UNTER DENEN dann die Detailentscheidung nach "soften" Kriterien erfolgen soll? Anders gefragt: Wer genau soll denn da zu was beraten werden? KANN das durch Quereinsteiger überhaupt einen Sinn ergeben, wenn auf Basis solch einer Beratung u. U. gewaltige Investitionen bestmöglich platziert werden sollen? Wer würde den Betreffenden (der ja auch nicht weniger als nichts weiss) dann daran hindern, es einfach selbst zu machen? Das aber wirklich nur ganz am Rande und auch nur für mich... ;-)
Was ist denn z.B. "Spaß am vernetzten Denken in komplexen Systemen". Wenn man so will, hat das ein Historiker auch, der seine Doktorarbeit erfolgreich fertiggestellt hat.
Das finde ich gerade richtig spannend. Ich weiss ja nicht, wie es gerade mit Deiner Zeit aussieht... aber wäre es nicht ein Gedanke, ausgewählte Themen Deiner Doktorarbeit mit Flussdiagrammen, Mindmaps oder ähnlichen Darstellungen aufzubereiten, in der auch IT-Systeme oder -Organisationen veranschaulicht werden? Als einfach greifbares Medium, um Aussenstehenden die strukturellen Parallelen der entsprechenden Denkweisen nahe zu bringen? Das wäre garantiert ein Hingucker, den sonst keiner im Gepäck hat... und m. E. eine geradezu traumhafte Basis für ein eventuell folgendes Vorstellungsgespräch... ;-)

Romanum
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Beitrag von Romanum » 22.11.2016, 21:26

Als Quereinsteiger liegt es in der Natur der Sache, dass man nicht unbedingt mit Hardskills protzen kann; wenn man sich auf einen wichtigen Softskill konzentriert muss man hal sehr aufpassen, dass man den nicht über die Kotzgrenze hinaus ausnudelt.

Aufgrund deines Eingangspostings bin ich davon ausgegangen, dass deine weitere berufliche Orientierung eher eine kontinuierliche Weiterentwicklung deines jetzigen Jobs sein soll. Dementsprechend musst du die Stellen aussuchen, so dass zwischen deinem Können und den Anforderungen ein nicht zu breiter und tiefer Graben liegt, in dem deine Ambitionen dann enden. Darüber hinaus sind die Hardskills deinerseits ja auch nicht in Stein gemeißelt. :)

bademeisterin
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Soft Skills in einem Beispiel nennen - Bewerbung schreiben

Beitrag von bademeisterin » 24.11.2017, 16:14

Hallo zusammen,

ich möchte mich nach der Elternzeit wieder bewerben und habe auch schon eine interessante Stelle gefunden.

Allerdings lese ich jetzt immer öfters, dass man Soft Skills nicht einfach auflisten soll, sondern in einem Beispiel nennen.

Es wird in der Stellenanzeige u. a. Teamfähigkeit gefordert. Leider fällt mir keine richtige Formulierung an einem Beispiel ein :-(

Wie könnte eine tolle Formulierung aussehen?

Aktuell bin ich im Elternbeirat der Kindertagesstätte aktiv und habe mit meinen Elternbeiratskollegen diverse Kita Veranstaltungen (u. a. Martinsumzug, Erstellung von Plakaten, Fyern) organisiert bzw. mich um die Weihnachtsgeschenke für die Erzieher gekümmert.

Ist das etwas, was man einbringen könnte unter den Soft Skills Teamarbeit, Engagement... und wenn ja, wie?

Mein Absatz sieht momentan so aus:
Mit mir erhalten Sie eine engagierte und flexible Mitarbeiterin, die sich durch hohe kommunikative sowie soziale Kompetenzen auszeichnet. Textbaustein Teamarbeit?
Ein freundliches Auftreten sowie eine zuverlässige und selbständige Arbeitsweise runden mein Profil ab.

Viele Grüße,
Carolin

olpo
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Softskills - Formulierungshilfe

Beitrag von olpo » 30.05.2018, 13:55

Hallo,

ich bräuchte mal etwas Formulierungshilfe für mein Softskills.

Ich möchte sagen, daß ich
a) Eigeninitiative zeige und mich mit dem Thema und dem Unternehmen identifiziere
b) ein teamfähiger hilfsbereiter Kollege bin.

Dazu habe ich die folgenden kleinen Geschichten:

1.) Als kleines Bootleg-Projekt habe ich das SW-Programm, bei dessen Entwicklung ich mitgewirkt habe, auf eine neue tolle Plattform portiert.
Bootleg heißt, daß der Chef mich nicht darum gebeten hat das zu machen, sondern die Initiative dazu von mir ausging.

2.) Es wurde eine neue Betriebssystem eingeführt, und ich habe gefragt, ob ich ein Projekt damit machen kann, weil mich das halt interessiert hat. Ich wurde dann auch auf eine Schulung für das neue Betriebssystem mitgenommen und ich habe das gleiche SW-Programm wie oben auch auf das neue Betriebssystem portiert.

3.) Da waren Praktikanten in der Abteilung, und obwohl ich nicht für die zuständig war, habe ich denen geholfen bei ihren Projektaufbau, und später stand meine Tür immer offen für kleine Ratschläge.


Wenn mir jemand helfe könnte, das kurz und knackig und ohne große Selbstbeweihräucherung zu formulieren, wäre das super nett.

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TheGuide
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Re: Softskills - Formulierungshilfe

Beitrag von TheGuide » 30.05.2018, 15:48

olpo hat geschrieben:1.) Als kleines Bootleg-Projekt habe ich das SW-Programm, bei dessen Entwicklung ich mitgewirkt habe, auf eine neue tolle Plattform portiert.
Bootleg heißt, daß der Chef mich nicht darum gebeten hat das zu machen, sondern die Initiative dazu von mir ausging.
Eigeninitiativ portierte ich als kleines Bootleg-Projekt...
olpo hat geschrieben: Wenn mir jemand helfe könnte, das kurz und knackig und ohne große Selbstbeweihräucherung zu formulieren, wäre das super nett.
Wenn es eine Situation gibt, in der du dich nicht nur selbstbeweihräuchern darfst sondern das nachgerade sollst, dann ist es der Bewerbungsprozess.

Mark Donalds
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Nicht belegbare Soft Skills im Anschreiben bringen

Beitrag von Mark Donalds » 08.09.2018, 14:00

Hallo,
Unternehmen fordern heute Soft Skills, manchmal sogar explizit in einer Stellenausschreibung. Klar, wenn man eine geforderte Fähigkeit ganz wunderbar nachweisen und belegen kann, dann macht man das im Anschreiben.
Was aber, wenn man das nicht ohne Weiteres belegen kann? Ist eine Aussage wie "Ich bin teamfähig" ohne Beleg nicht eine reine Behauptung und damit für einen Personaler wertlos?
Viele Grüße

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Beitrag von TheGuide » 09.09.2018, 01:42

Was ist ein Beleg? Ein Beleg ist nicht unbedingt ein Zeugnis. Ein Beleg ist auch eine plausible Situationsbeschreibung.
Also:
Ich bin teamfähig ist - das hast du ganz richtig festgestellt - eine Behauptung. Wenn du aber nun schreibst "In der Canadian Lumberjacking and Logging Association Germany, in der Verlässlicheit überlebenswichtig für alle Teammitglieder ist, stimme ich mich stets erfolgreich mit Worten, Gesten und Mimik mit den übrigen Holzfällern meiner Logging Crew ab", dann wird das auch als Beleg gewertet. Einfach, weil's plausibel ist.

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