Studium abgebrochen, keine Ausbildung - Hoffnungslos

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Michelle94
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Studium abgebrochen, keine Ausbildung - Hoffnungslos

Beitrag von Michelle94 » 11.11.2014, 13:13

Hey,

ich habe dieses Jahr mein Abi auf einem Beruflichen Gymnasium mit dem Schwerpunkt Chemietechnik gemacht. Wollte danach Wirtschaftschemie studieren, aber die Unis, die das anbieten, waren mir zu weit weg. Hab mich dann bei allen Unis / Hochschulen in der Nähe für Chemie und ähnliche Fächer beworben und eine Zusage für Chemieingenieurwesen bekommen. Hab mich da eingeschrieben, aber keine Wohnung / kein Zimmer in einer WG gefunden. Hab mir gedacht: Am Anfang kann ich pendeln, (Täglich 2 1/2 Stunden hin und 2 1/2 Stunden zurück) bis ich was passendes gefunden habe. Aber schon in der ersten Woche hat die Deutsche Bahn gestreikt und ich habe die Sicherheitseinweisung verpasst, die Voraussetzung für das chemische Praktikum ist. An dem darf ich dieses Jahr nicht teilnehmen, das wird erst wieder nächstes WS angeboten. Da ich das erste Praktikum nicht machen darf, kann ich im SS auch das zweite nicht machen usw.. Ich hab noch nicht richtig angefangen zu studieren und häng schon hinterher.

Dann hatte ich einen Autounfall, hab das nagelneue Auto meiner Mama zu Schrott gefahren: Totalschaden! Meine Mama ist auf das Auto angewiesen, also musste ich ein neues bezahlen und das Geld, was ich bzw. meine Eltern für mein Studium gespart haben, ist jetzt weg. Kann mir also kein Zimmer leisten. Meine Eltern können mich finanziell auch nicht unterstützen und selbst mit Bafög und Nebenjob komm ich nicht über die Runden, weil ich das neue Auto noch nicht komplett abbezahlt hab und noch Schulden hab. Mit dem Fahrtweg ist das auf Dauer aber zu stressig, das halt ich auf keinen Fall 3 ½ Jahre (bzw. länger, weil ich ja schon hinterherhäng) durch.

Hab mich dann für nächstes Jahr für eine Ausbildung als Chemielaborantin und als Alternative als Chemikantin beworben und hatte auch schon Eignungstests und Vorstellungsgespräche, aber wurde überall abgelehnt. Hab mich bei den Firmen erkundigt, warum ich abgelehnt wurde: Entweder wegen meinen Noten (Im Chemie LK hatte ich immer 13 Punkte oder mehr, aber in Physik und Mathe hab ich gerade so meine 5 Punkte geschafft, wenn überhaupt. Wobei ich den Stoff aus der Oberstufe für 'ne chemische Ausbildung eh nicht brauch. Ich hab schon im Labor gearbeitet und da kommt man mit den Grundrechenarten, Prozentrechnung, Dreisatz und chemischem Verständnis sehr gut hin. Auch das physikalische Verständnis um Apparaturen aufzubauen oder technische Geräte zu bedienen hab ich) Oder ich wurde abgelehnt, weil ich so schüchtern bin. Ich beobachte und analysiere neue Situationen lieber erst, bevor ich mich einbringe. Meiner Meinung nach ist das gerade in der Chemie und bei der Arbeit im Labor von Vorteil, aber bei Gruppenbewerbungsgesprächen bzw. Assesment Center ist es einfach tödlich.

Heute kam dann die letzte Absage, hab jetzt keine Bewerbungen mehr offen. Leider wohne ich sehr ländlich, wodurch nur wenige Firmen in Frage kommen. Mittlerweile bin ich hoffnungslos. Ich hab doch kein Abi gemacht, um jetzt keine Ausbildung zu finden. Ich weiß wirklich nicht was ich noch machen soll. War zwar auch bei der Berufsberatung, aber da wurde mir nur gesagt, dass meine Bewerbungsunterlagen in Ordnung sind und ich mich einfach weiter weg bewerben soll. Das ist aber keine Option für mich, da ich nicht umziehen kann/will.

Hat jemand 'ne Idee was ich sonst noch machen könnte? Alternativen für nächstes Jahr? Für Praktika hab ich mich schon beworben.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 11.11.2014, 18:00

Kannst du denn andere Dinge belegen in deinem Studium, so dass du nicht unbedingt gleich ein ganzes Jahr hinterherhängst? Ist doch heute alles modularisiert. Hast du dich schon mal an die Fachschaft gewendet wegen Härtefallregelungen bzgl. des Sicherheitstrainings? Für den Bahnstreik kannst du ja nichts.
Schulden sind nichts schönes und man sollte sich bemühen, sie schnellstmöglich zu reduzieren, aber in deinem Falle würde ich mir gemeinsam mit den Eltern ein Modell überlegen, wie alles unter einen Hut zu bekommen ist, die Weiterführung des Studiums und das Auto. Deine Eltern haben doch nicht Geld für dein Studium angespart um am Ende dieses Geld im neuen Auto deiner Mutter stecken zu wissen. (BTW sind Schulden gerade billig, weil der Leitzins auf einem historisch niedrigen Niveau - oder wie heißt das Zeug in den blauen Dosen? - ist!)
Vernünftig studieren kannst du im Übrigen nicht, wenn du pendelst. Also Wohnung oder Zimmer in WG oder Wohnheim suchen!

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