Trotz Studium mit Mitte 20 noch eine Ausbildung anfangen?

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heureka2016
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Trotz Studium mit Mitte 20 noch eine Ausbildung anfangen?

Beitrag von heureka2016 » 23.11.2016, 11:49

Hallo liebe Forengemeinde,

ich hatte mich heute hier im Forum registriert und eine Frage zum Thema Quereinstieg gestellt, aber ich möchte hier in diesem Unterforum noch einmal eine andere Frage stellen, die mich schon seit ein paar Monaten beschäftigt.

Nach meinem Zivildienst hatte ich mir zwei Studienfächer der Geisteswissenschaften ausgesucht, die ich auch mit dem Bachelor (übrigens sehr guter Note!) beendet hatte. Für mich kam nicht ansatzweise der Gedanke in den Kopf, trotz sehr guten Abiturs „nur“ eine Ausbildung anzufangen, obwohl es jetzt im Nachhinein vielleicht der bessere Weg gewesen wäre.

Mittlerweile sind seit Ende meines Studiums ca. drei Jahre vergangen und ich habe bis heute kein wirklich geregeltes Arbeitsverhältnis. Ich finde immer nur Honorartätigkeiten oder ganz kleine Anstellungen, z.B. mit 15 Wochenstunden.

Ich sehne mich so sehr nach einer vollen Stelle und beneide auch den Teil meiner ehemaligen Mitschüler etwas, die sich trotz Abitur gegen ein Studium, aber für eine Ausbildung entschieden haben und weitaus bessere Jobchancen haben.

Da ich auch örtlich etwas „gebunden“ bin, wäre ich jetzt nicht deutschlandweit flexibel. Meine Freundin, mit der ich seit 9 Jahren zusammen bin, müsste auf einmal eine Fernbeziehung akzeptieren und hinzu kommt, dass sämtliche Verwandtschaft von mir in der Nähe lebt und ich sehr an meiner Heimat hänge.

Nun bin ich Mitte 20 und bekomme langsam ein paar Existenzängste. Ich würde mich auch mit einer Anstellung in Form eines Quereinstiegs zufriedenstellen und auch etwas geringeres Gehalt in Kauf nehmen, aber es kann doch nicht sein, dass ich mit einem 1er Abitur und einem 1er Studium auf dem Arbeitsmarkt gänzlich unbrauchbar bin…

Habe sogar einmal darüber nachgedacht, vielleicht trotz meines Alters und einer bereits vorhandenen „Ausbildung“ (=mein Studium) noch eine ganz andere Ausbildung anzufangen. Oder meint ihr, dass ich mit Mitte 20 dafür zu „alt“ bin?

Liebe Grüße
heureka2016

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 23.11.2016, 14:04

Warum hast du denn deinen Master nicht gemacht?

Mit Mitte 20 bist du für eine Ausbildung noch nicht zu alt. Aber überleg dir gut was du machen willst, was dich an dem jeweiligen Beruf motiviert. Und behaupte blooooß nicht, die habest den Beruf schon immer ausüben wollen, denn das ist lächerlich, wenn man früher etwas anderes gemacht hat (ich sag's nur, weil man das unheimlich oft in den Anschreiben liest).

heureka2016
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Beitrag von heureka2016 » 23.11.2016, 14:42

Wenn ich ehrlich bin, habe ich den Master aus verschiedenen Gründen nicht gemacht:

1.) Ich hatte den Gedanken, dass mich mit einem Bachelor eher jemand einstellt, weil ich durch einen höheren akademischen Abschluss (=Master) auch Anspruch auf höheres Gehalt hätte und mich im Nachhinein nicht ärgere, dass ich wenig Geld für viel Qualifikation bekomme.

2.) Ich kenne einige Leute, die auch mit dem Bachelor untergekommen sind.

3.) Ich hatte bereits gegen Ende des Bachelorstudiums so viele Tätigkeiten (leider alle auf Honorarbasis, aber trotzdem fühlte ich mich damals irgendwie im "Berufsleben" angekommen), dass ich für ein Masterstudium sämtliche Tätigkeiten abgebrochen haben müsste.

ERGÄNZUNG: Master hin oder her, wenn ich die Stellenausschreibungen so durchforste, hilft mir ein Master in dem Falle auch nicht weiter. Der Stellenmarkt ist wirklich sehr eingeschränkt, da hilft mir auch der Master nichts...

Liebe Grüße
heureka2016

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Beitrag von TheGuide » 23.11.2016, 14:48

Stell doch mal ein oder zwei deiner bisherigen Anschreiben ein, damit man ermessen kann, ob es daran liegt.

BlackDiamond
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Beitrag von BlackDiamond » 23.11.2016, 20:26

heureka2016 hat geschrieben:Wenn ich ehrlich bin, habe ich den Master aus verschiedenen Gründen nicht gemacht:

1.) Ich hatte den Gedanken, dass mich mit einem Bachelor eher jemand einstellt, weil ich durch einen höheren akademischen Abschluss (=Master) auch Anspruch auf höheres Gehalt hätte und mich im Nachhinein nicht ärgere, dass ich wenig Geld für viel Qualifikation bekomme
.

Das ist mir schon in deinem anderen Post aufgefallen. Es ist ja nicht zweingend, dass dein Bachelor oder auch Master überhaupt einen Wert hat, wenn du als Quereinsteiger tätig wirst. Mal überspitzt: wenn du mit einem Master in Kunstgeschichte einen Job als Hausmeister ausübst, weil du immer schon Hausmeister werden wolltest, wirst du wie ein Hausmeister bezahlt und nicht mehr. Deine Qualifikation muss auch in deinem Quereinsteiger-Beruf einen Wert haben, hat sie das? Ich weiß ja nicht, was du studiert hast, deshalb kann ich nur fragen.
2.) Ich kenne einige Leute, die auch mit dem Bachelor untergekommen sind.
Was ist bei denen anders als bei dir.?
3.) Ich hatte bereits gegen Ende des Bachelorstudiums so viele Tätigkeiten (leider alle auf Honorarbasis, aber trotzdem fühlte ich mich damals irgendwie im "Berufsleben" angekommen), dass ich für ein Masterstudium sämtliche Tätigkeiten abgebrochen haben müsste.t

ERGÄNZUNG: Master hin oder her, wenn ich die Stellenausschreibungen so durchforste, hilft mir ein Master in dem Falle auch nicht weiter. Der Stellenmarkt ist wirklich sehr eingeschränkt, da hilft mir auch der Master nichts...

Liebe Grüße
heureka2016
Spricht denn was dagegen, deinen Lebensunterhalt auf Honorarbasis zu verdienen oder möchtest du einfach lieber angestellt sein?

heureka2016
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Beitrag von heureka2016 » 23.11.2016, 21:42

Danke erstmal für die vielen Stellungnahmen!
Zitat:
2.) Ich kenne einige Leute, die auch mit dem Bachelor untergekommen sind.

Was ist bei denen anders als bei dir.?
Ich denke, es liegt viel daran, dass die anderen Leute örtlich flexibler sind als ich. Wie ich vielleicht schon erwähnt habe, bin ich aufgrund meiner Partnerin und meiner gesamten Familie etwas ortsgebunden und 100km Umkreis um meinen Wohnort wären meine Grenze.
Spricht denn was dagegen, deinen Lebensunterhalt auf Honorarbasis zu verdienen oder möchtest du einfach lieber angestellt sein?
Ehrlich gesagt fühle ich mich schon sicherer in einem Angestelltenverhältnis. Rein auf Honorarbasis zu arbeiten würde beispielsweise kompletter Verdienstausfall im Krankheitsfall bedeuten, und es fehlen eben die geregelten Arbeitszeiten, was mir auch sehr wichtig ist.

Ein Kompromiss wäre vielleicht auch eine Lösung, vielleicht eine halbe Stelle als Anstellung und die restlichen 50% auf Honorarbasis...

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