Und wieder einmal: Bewerbung auf abgesagte Stelle

Informationen und Fragen zum Bewerbungsablauf, zu einzelnen Elementen der Bewerbungsmappe und zu individuellen Formulierungen. Wie soll eine Bewerbungsmappe aufgebaut sein? Welche Fakten gehören in ein Anschreiben? Welche Formulierungen sollten unbedingt vermieden werden?
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PaulWerner
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Und wieder einmal: Bewerbung auf abgesagte Stelle

Beitrag von PaulWerner » 22.11.2018, 09:49

Hallo Zusammen,

ich bin neu hier.
Es ist mir bekannt, dass meine Frage in ähnlicher Form bereits hier im Forum diskutiert wurde. Bei mir ist jedoch einiges anders, deshalb starte ich die Geschichte auch einmal neu.

Zu meinem beruflichen Werdegang.
  • * Ursprünglich habe ich Verwaltungsfachangestellter gelernt.
    * Später die Angestelltenprüfung II abgelegt.
    * Dem Ganzen den Verwaltungsfachwirt aufgesetzt.
Also ein wirklich guter Werdegang im öffentlichen Dienst.

Nach 15 Jahren im Bundesdienst habe ich zum Land gewechselt (Stelle weggefallen). Dank des Bundeskanzlers, der in den deutschen Sozialgesetzen geholzt hat - Gerhard Schröder - was es möglich bei ein und demselben öffentlichen Arbeitgeber unendlich befristet zu werden. 2016 wurde diese ** Regelung zum Teil abgeändert, das Ergebnis: keine weiteren Verträge. (nicht nur für mich: Stichwort "Befristungswahn")
Seitdem bin ich Zuhause arbeitssuchend.

Hier in der Gegend sind 2017 mehrere Stellen neu zu besetzen gewesen. Sehr oft wurden diese Stellen mit NICHT-Fachkräften besetzt. Einige dieser Stellen sind aktuell erneut ausgeschrieben.

Wegen meiner Zeugnisse (und um angeben zu können "wir schreiben doch aus, bei uns geht es offen und ehrlich zu") wurde ich oft zu Vorstellungsgesprächen eingeladen.

Bis nächste Woche läuft ein Bewerbungsverfahren auf eine Stelle, für die ich alle Voraussetzungen mitbringe; zum Teil sogar übererfülle. Bei der Besetzungsrunde 2017 durfte ich mich auch persönlich vor dem Stadtrat vorstellen. Eingestellt wurde damals eine Frau, ohne Fachausbildung, dafür aber mit entferntem Verwandtschaftsverhältnis zu einem Würdenträger der Stadt. Sie hat es bei weitem nicht geschafft die erforderlichen Leistungen zu bringen.

Man (also ich) hat auch einen gewissen Bekanntenkreis. Auch in den Behörden. Mehrmals habe ich zugesteckt bekommen: "Du warst bei den Bewerbern auf Platz 1. Aber die/der andere hatte Beziehungen. Ist zwar nicht vom Fach, aber ..."

In meiner Arbeitslosigkeit bin ich nicht dagesessen und habe Däumchen gedreht. Auf eigene Kosten habe ich mich zum geprüften Bilanzbuchhalter (IHK) weitergebildet. (wegen meines beruflichen Hintergrundes falle ich aus der Förderung durch die Bundesagentur - eine schördersche Strafe für Bildung, Leistung und Aufstieg)

Soviel zur Vorgeschichte!

Auf einige der erneut ausgeschriebenen Stellen würde ich mich sehr gerne bewerben. In den Tätigkeiten bin ich topfit. Es handelt sich auch um Stellen, bei denen ich in den "Flow" kommen werde.

Jetzt zu meiner Frage:
Wenn ich mich dort erneut bewerbe, verweise ich auf meine alten Bewerbungen und die Vorstellungsgespräche? Dass ich den neu erworbenen Bilanzbuchhalter angebe ist klar.

Vielen Dank für Eure Ratschläge.

Euer
Paul-Werner

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 22.11.2018, 13:40

Wir ist es mal passiert, dass ich ein Schreiben bekam mit "danke für ihre erneute Bewerbung", da ist es also aufgefallen, dass ich mich erneut beworben hatte, obwohl ich diesbezgl. in der Bewerbung nichts erwähnt hatte. Manchen fällt das also auf. Die Frage, ob es geschickt ist, eine vorherige Bewerbung auf eine gleiche Stelle zu erwähnen, ist unbeantwortbar, weil es Leute gibt, die den Biss bewundern und andere, die genervt sind, dass du doch wieder bewirbst, wo du doch schon abgelehnt wurdest.

BlackDiamond
Bewerbungshelfer
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Beitrag von BlackDiamond » 23.11.2018, 14:15

Nein, ich würde es nicht erwähnen. Und zumindest im Bewerbungsgespräch, vielleicht sogar auch im sonstigen Leben, würde ich mir mal überlegen, ob deine deutlich spürbare Neigung, andere und die Umstände für deine Situation verantwortlich zu machen, so hilfreich für dich ist. Nicht nur bei Personalern kommt das nicht so gut an.

PaulWerner
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Beitrag von PaulWerner » 29.11.2018, 15:02

So, da bin ich wieder.
Die Bewerbung ist raus MIT Hinweis auf die damalige Bewerbung.

@BlackDiamond:
Selbstverständlich gebe ich DIE Aussagen bei Vorstellungsgesprächen nicht an. Das war nur zur Hintergrundinformation hier. Und es ist keine Neigung sondern beruht auf Tatsachen. Politiker und Wissenschaftler haben eine ganz eigene Ethik.

Übrigens: der verantwortliche Uni-Präsident wurde dieses Jahr in Folge erneut zum sozial schlechtesten Universitätspräsidenten gekürt.

Ich komme nebenbei gesagt gerade von einem Vorstellungsgespräch: Ich bin ein überqualifizierter Fünfzigjähriger.

Danke für Eure Hilfe
Paul-Werner

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