Versuch eines kreativen Bewerubungsanschreiben

Wenn ihr Berufsanfänger oder Berufspraktiker seid, dann könnt ihr eure Bewerbungsbeispiele in dieser Rubrik zur Diskussion stellen und die Musterbewerbungen anderer Bewerber bewerten. Auch für Bewerbungen um eine Neben- oder Teilzeitbeschäftigung.
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PieWie
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Versuch eines kreativen Bewerubungsanschreiben

Beitrag von PieWie » 24.07.2017, 20:23

Hallo zusammen,

ich bin aktuell dabei, wie wohl jeder in diesem Forum, sich Gedanken über seine Bewerbungsunterlagen zu machen.

Dabei bin ich auf die "kreative" Bewerbung gestoßen und fand den Ansatz interessant. Allerdings tue ich mich mit der Formulierung etwas schwer und bin zudem noch nicht restlos davon überzeugt, dass das auch wirklich das ist was ein Personaler lesen möchte.

Ich habe eine Standardversion erstellt und würde mich freuen eure Meinungen dazu zu hören. Vorab Danke für alle Antwort und Anregungen

Grüße

PieWie

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Anschreiben

Sehr geehrte Frau XYZ,

„ich möchte für ihr Unternehmen arbeiten“ – sicherlich stand dies auch bereits in den zahllosen anderen Bewerbungen die sie heute erhalten und gelesen haben, aber wenn sie einen Mitarbeiter suchen der…… brauchen sie nicht weiter zu suchen. Dann bin ich genau der richtige Mitarbeiter für Sie.

Lassen Sie mich Ihnen drei Gründe nennen, warum Sie ausgerechnet mich einstellen sollen?

1. Mein Know-how – durch Ausbildung, ein berufsbegleitendes Studium und mittlerweile 13 Jahren Berufserfahrung verfüge ich über ein breites theoretisches als auch praktisches Erfahrungsspektrum in verschiedenen kaufmännischen Bereichen. In dieser Zeit habe ich vor allem sehr viel über strukturiertes und analytisches Arbeiten gelernt. Eine Erfahrung, die ich auch in einem neuen Umfeld sinnvoll einbringen kann.

2. Meine persönliche Einstellung und Arbeitsweise – ob neue Herausforderung oder Tagesgeschäft. Ich brenne für meine Aufgabe und bin jederzeit daran interessiert ein positives Endergebnis zu erreichen. Eben diese Fähigkeit half mir, während meiner Zeit als Gruppenleiter bei der ABC GmbH, auch in unübersichtlichen und schwierigen Situationen, meine Aufgaben zuverlässig und erfolgreich zu erledigen.

3. Meine Denkweise – bereits seit meiner Ausbildung analysiere und verändere ich Prozesse in meinem Arbeitsalltag um Aufgaben einfacher und schneller bewerkstelligen zu können. Dieses Interesse ist mit den Jahren immer weiter gewachsen, genau wie mein Verständnis für komplexe Sachverhalte und das Lösen von Problemstellungen. Durch diese Änderungen war es mir möglich meinen Kollegen viel Zeit beim erledigen ihrer Aufgaben zu sparen.

Engagement und Verantwortungsbewusstsein zählen ebenso zu meinen Stärken, wie die Fähigkeit im Team als auch eigenverantwortlich zu arbeiten. Auch der sichere Umgang mit den gängigen MS-Office-Programmen, SAP und sehr gute Englischkenntnisse sind für mich selbstverständlich.

Aufgrund meiner Qualifikation und Kenntnisse liegen meine Gehaltsvorstellungen bei 46.500 Euro im Jahr. Meine Kündigungsfrist beträgt aktuell 3 Monate zum Ende des Monats. Wobei diese aber, in Absprache mit meinem jetzigen Arbeitgeber, eventuell aber noch angepasst werden kann.

Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich auf Ihre Einladung zu einem persönlichen Gespräch, in dem ich mich Ihnen nochmals näher vorstellen und Sie von meiner Person überzeugen kann.

Mit freundlichen Grüßen

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TheGuide
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Re: Versuch eines kreativen Bewerubungsanschreiben

Beitrag von TheGuide » 24.07.2017, 22:12

PieWie hat geschrieben:„ich möchte für ihr Unternehmen arbeiten“ – sicherlich stand dies auch bereits in den zahllosen anderen BewerbungenKOMMA die sie heute erhalten und gelesen haben, aber wenn sie einen Mitarbeiter suchen der…… brauchen sie nicht weiter zu suchen. Dann bin ich genau der richtige Mitarbeiter für Sie.
Du kannst gerne sagen, dass du der geeignetste Mitarbeiter für den Posten bist (sofern du das gut begründen kannst), aber mach doch bitte niemals deine Mitbewerber schlecht. Dass man Anreden groß schreibt, davon hast du zwar offenbar schon gehört, machst es aber in der Mehrheit der Fälle falsch.
Wiederholungen versuche zu vermeiden.
Lassen Sie mich Ihnen drei Gründe nennen, warum Sie ausgerechnet mich einstellen sollen?
Selbst wenn das nicht als Frage formuliert wäre (stelle niemals Fragen die man mit "nein!" beantworten kann!), wäre der Satz überflüssig.
1. Mein Know-how – durch Ausbildung, ein berufsbegleitendes Studium und mittlerweile 13 Jahren Berufserfahrung verfüge ich über ein breites theoretisches als auch praktisches Erfahrungsspektrum in verschiedenen kaufmännischen Bereichen.
Niemals ein ...als auch... ohne ein vorheriges sowohl..., das geht nicht!
Was verbirgt sich hinter verschiedenen?

In dieser Zeit habe ich vor allem sehr viel über strukturiertes und analytisches Arbeiten gelernt.
Was heißt sehr viel?

Engagement und Verantwortungsbewusstsein zählen ebenso zu meinen Stärken, wie die Fähigkeit im Team als auch eigenverantwortlich zu arbeiten. Auch der sichere Umgang mit den gängigen MS-Office-Programmen, SAP und sehr gute Englischkenntnisse sind für mich selbstverständlich.
S.o.
Meine Kündigungsfrist beträgt aktuell 3 DREIMonate zum Ende des Monats.

katerfreitag
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Beitrag von katerfreitag » 25.07.2017, 16:17

Ich schließe mich The Guides Kritik an - am Ziel vorbei geschossen, würde ich sagen. Mir ist das Ganze auch zu wenig konkret (ja, habe ich gelesen, dass das ein Standard-Anschreiben sein soll: trotzdem). Außerdem hast Du Deine Redewendungen und Kasus nicht sicher im Griff, das stört beim Lesen.

Mir würde weniger 'Hoppla-auf-den-Putz-gehauen' und mehr Authentizität besser gefallen. Einfach echt Pie-Wie. Schreib doch mal so.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 25.07.2017, 19:25

Und vor allem: Standardanschreiben erkennt jeder fähige Personaler, die werden sofort in die Tonne gekloppt!

PieWie
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Beitrag von PieWie » 27.07.2017, 15:15

@Theaguide: danke für deine Anregungen. Da werde ich mich nachher mal dran geben und das ganze etwas umschreiben.

Das Standardanschreiben war erstmal auch nur für hier gedacht. Ich denke ich muss in den wirklichen Bewerbungen vor allem auch einen Teil haben der dich mit der Firma an sich beschäftigt.

@katerfreitag: aber was klingt in einer Bewerbung authentisch? Genau ist das Problem. Es gibt tausende Varianten. Und jeder scheint es anders auszulegen. Teilweise lese liest man Sachen die eher nach einem einem schlechten Drehbuch klingen, aber auf 'Hilfeseiten' als TOP bezeichnet werden.

katerfreitag
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Beitrag von katerfreitag » 28.07.2017, 16:54

Nix Hilfeseiten. Nix Varianten. Schreib doch mal uns hier, mit Deinen eigenen Worten, warum Du und diese Stelle ein besseres Dreamteam seid als Mickey und Minnie, als Julia Roberts und Richard Gere, als Nick und Nora, als Portwein und Stilton, als Erdbeeren und Sahne, als Vanilleeis und heiße Schokosauce...

PieWie
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Beitrag von PieWie » 29.07.2017, 08:19

Tja, genau das ist das Problem :D So etwas liegt mir einfach nicht. :(

katerfreitag
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Beitrag von katerfreitag » 29.07.2017, 13:03

Nur so, für's Forum. Weil ich furchtbar neugierig bin. Bitte!

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Beitrag von PieWie » 29.07.2017, 18:53

Wie gesagt..... ein solches Schreiben liegt mir einfach nicht. :( Und das würde wohl auch zu Gelächter führen :D

Für mich klingt es häufig einfach zu sehr nach "Selbstbeweihräucherung". Klar.. es geht darum sich selbst ins Schaufenster zu stellen. Aber genau das fällt mir schwer.

Zudem komme ich nicht davon ab, dass das Anschreiben für mich eher "zweitrangig" ist. Ich habe selber schon Auswahlen für mein Team treffen müssen und mich dabei eher nur auf den Lebenslauf konzentriert. Mir war wichtiger was die Person gemacht hat (und natürlich auch der angestrebte Verdienst). Sich selbst bewerben konnten die Anwärter dann im Vorstellungsgespräch.

Am liebsten wäre genau das das was ich in ein solches Anschreiben packen würde. :?

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 29.07.2017, 22:10

Mach doch mal statt drumherum zu reden. Wenn wir lachen, hörst du es eh nicht.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 29.07.2017, 23:39

PieWie hat geschrieben:Ich habe selber schon Auswahlen für mein Team treffen müssen und mich dabei eher nur auf den Lebenslauf konzentriert. Mir war wichtiger was die Person gemacht hat
Da kommen wir der Sache doch schon näher, PieWie... und können uns gleich fragen, warum genau das, was Du selbst als Kernelement erachtest, in Deinem Anschreiben komplett fehlt. So, wie ich das lese, ist dieses Anschreiben doch ziemlich exakt das Gegenteil von dem, was Du für gut und richtig hältst... und was Du als Entscheider selber gerne lesen würdest, oder?

Wäre es kein Gedanke, dass Anschreiben gewissermassen als Fortsetzung des Lebenslaufs mit anderen Mitteln zu betrachten? Als wunderbare Möglichkeit, aus "Stichpunkten" eine stellenspezifisch runde Story zu machen? Von dem "was die Person gemacht hat" auszugehen, und das mit den konkreten Anforderungen der jeweiligen Ausschreibung in Einklang zu bringen bzw. auf diese zuzuspitzen?

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