Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Fahrweg

Wenn ihr Berufsanfänger oder Berufspraktiker seid, dann könnt ihr eure Bewerbungsbeispiele in dieser Rubrik zur Diskussion stellen und die Musterbewerbungen anderer Bewerber bewerten. Auch für Bewerbungen um eine Neben- oder Teilzeitbeschäftigung.
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mrcL
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Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Fahrweg

Beitrag von mrcL » 17.09.2016, 18:33

Hallo liebes Forum,

ich habe, wie in meiner Vorstellung angekündigt, ein Anschreiben verfasst und bitte daher um Verbesserungsvorschläge.


Zu meiner Person
- 28 Jahre alt
- mittlere Reife
- allgemeine Fachhochschulreife, Fachrichtung Bautechnik
- Ausbildung als Vermessungstechniker
- abgebrochenes Studium in Geoinformatik und Vermessung
- schwindendes Interesse in diesem Bereich
- Finanzierung des Studiums und jetziges Leben durch Online-Poker


Forderungen des Arbeitgebers
- mittlerer Bildungsabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung
- PC-Kenntnisse sowie analytisches Denken und Handeln
- Bereitschaft zum Schichtdienst (Nacht-, Wochenend-, Feiertagsarbeit) und Flexibilität
- Teamfähigkeit, Verantwortungsbereitschaft und Durchsetzungsvermögen
- sehr gute deutsche Sprachkenntnisse in Wort und Schrift
- mit Angabe Ihrer Gehaltsvorstellungen und Ihrer gewünschten Standorte


Anschreiben
Bewerbung um einen Quereinstieg als Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Fahrweg
Ausschreibungsnummern: XXXXXX / XXXXXX


Sehr geehrte Damen und Herren,

im Rahmen meines Studiums sammelte ich bereits Erfahrung als Leiter von unterschiedlichen Praxisprojekten. Um die festgelegten Meilensteine terminlich einzuhalten, überwachte ich den Projektfortschritt und fügte die Ergebnisse koordiniert zusammen.

Durch meine ruhige und besonnene Art hatte ich mehrmals die Rolle des Klassensprechers inne und vertrat zusätzlich die Interessen der Lehrlinge als Vorsitzender in der Jugend- und Auszubildendenvertretung während meiner Zeit bei dem Amt für Bodenmanagement.

In meiner Freizeit spiele ich Online-Poker. Durch dieses Geschicklichkeitsspiel hat sich mein analytisches Denken und Handeln unter Zeitdruck weiter verbessert, um auch in stressigen Situationen eine optimale Entscheidung zu treffen.

Ich sehe mich daher in der Lage als Fahrdienstleiter unterschiedliche Stellwerkstypen zu bedienen und den Zugverkehr auch bei Störungen sicher zu leiten.

Meine Gehaltsvorstellungen sowie den gewünschten Standort formuliere ich gerne, sobald ich mir ein genaues Bild von der ausgeschriebenen Stelle und den damit verbundenen Anforderungen machen konnte.

Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören.

Mit freundlichen Grüßen


Fragen
1. "Sehr geehrte Damen und Herren" geht in diesem Fall in Ordnung, da die Bewerbung einige Menschen sichten werden, oder?
2. Kann der Poker-Bezug eventuell negativ wirken?
3. Bin ich mit meiner Beschreibung zu oberflächlich?
4. Bei der Gehaltsangabe bin ich mir sehr unsicher. Ich habe eine ausweichende Variante gewählt. Somit habe ich es registriert, möchte aber erst noch weitere Informationen haben. Ich verstehe aber schon die Problematik: Die Tätigkeiten sind nach Funktionsgruppen festgelegt und somit auch die Entgeltgruppen. Es richtet sich aber nach der Größe des Stellwerks, was bekanntlich bei Antritt der Ausbildung noch gar nicht bekannt ist. Wie soll ich damit umgehen?
5. Der Standort ist mir persönlich egal, da ich sowieso umziehen müsste. Kann ich es so lassen oder soll ich es streichen? Durch die Ausschreibungsnummern sind die Gebiete festgelegt.


Vielen Dank im Voraus für Antworten!

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TheGuide
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Re: Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Fahrweg

Beitrag von TheGuide » 17.09.2016, 20:05

mrcL hat geschrieben: im Rahmen meines Studiums sammelte ich bereits Erfahrung als Leiter von unterschiedlichen Praxisprojekten.
Ich sehe hier keinen Bezug zur Stelle.
während meiner Zeit bei_dem Amt für Bodenmanagement.
In meiner Freizeit spiele ich Online-Poker. Durch dieses Geschicklichkeitsspiel hat sich mein analytisches Denken und Handeln unter Zeitdruck weiter verbessert, um auch in stressigen Situationen eine optimale Entscheidung zu treffen.
Megasuboptimal. Du bringst hier gleich zwei potentielle Suchtfaktoren zusammen: Spielsucht und Onlinesucht. Du magst weder das eine noch das andere sein und auch nicht in Gefahr schweben. Aber ein Personaler wird dir nicht die Gelegenheit geben, das zu beweisen. Der wird jemanden einstellen, der ihm die Sicherheit gibt, dass er seine Arbeitszeit mit dem Gedanken an die Arbeit verbringt.
Ich sehe mich daher in der Lage als Fahrdienstleiter unterschiedliche Stellwerkstypen zu bedienen und den Zugverkehr auch bei Störungen sicher zu leiten.
Das geht schon ins naive. Weil du Online-Poker spielst bist du doch nicht in der Lage als Fahrdienstleiter ein Auge auf alle Zugstrecken zu haben. Es geht hier um Menschenleben und Güter.
Meine Gehaltsvorstellungen sowie den gewünschten Standort formuliere ich gerne, sobald ich mir ein genaues Bild von der ausgeschriebenen Stelle und den damit verbundenen Anforderungen machen konnte.
Wenn du es nicht vorher geschafft hast, auf den Ablehnstapel zu kommen, dann mit diesem Satz ganz bestimmt. Deine Aufgabe ist es, dich vor dem Absenden der Bewerbung schlau zu machen, nicht erst danach.
1. "Sehr geehrte Damen und Herren" geht in diesem Fall in Ordnung, da die Bewerbung einige Menschen sichten werden, oder?
Schau in die Stellenanzeige.
2. Kann der Poker-Bezug eventuell negativ wirken?
Definitiv ja!

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 18.09.2016, 09:56

Auf mich wirkt diese Bewerbung ebenfalls ganz auffallend undurchdacht... teils aus den von TheGuide schon genannten Grünen, teils aber auch wegen anderen/zusätzlichen.

Das beginnt zunächst einmal mit der Tatsache, dass die Berufswahl an keiner Stelle auch nur andeutungsweise begründet wir... und auch der Lebenslauf hier keine Hilfestellung gibt. Eher im Gegenteil: Man sollte doch annahmen, dass du mit Fachhochschulreife, einer bereits abgeschlossenen höherwertigen Ausbildung und laufendem Studium nicht ausgerechnet auf so einen 5-monatigen Notanker für Quereinsteiger im Schichtdienst angewiesen sein solltest...?!? Das heisst nicht, dass an dieser ehrenwerten Tätigkeit irgendetwas Falsches wäre... aber speziell DEINEN Wechselwunsch erklärt es halt nicht...
mrcL hat geschrieben:im Rahmen meines Studiums sammelte ich bereits Erfahrung als Leiter von unterschiedlichen Praxisprojekten. Um die festgelegten Meilensteine terminlich einzuhalten, überwachte ich den Projektfortschritt und fügte die Ergebnisse koordiniert zusammen.
Dieser Satz klingt beinahe wie erfunden, um das Ausmass der Überqualifiktion noch einmal absolut unmissverständlich zu betonen. Gesucht wird da jemand mit Mittlerer Reife. Du steigst schon ein mit dem Studium... und legst dann noch mit Leitungserfahrung, Projektüberwachung un Ergebniskoodination nach. Ist Dir klar, dass Du da die Position des Vorgesetzten des Vorgesetzten des Vorgesetzten solch eines 5-Monats-Eisenbahners beschreibst?
mrcL hat geschrieben:Durch meine ruhige und besonnene Art hatte ich mehrmals die Rolle des Klassensprechers inne und vertrat zusätzlich die Interessen der Lehrlinge


Ich weiss nicht, ob die dort jemanden suchen, der ausgerechnet die LEHRLINGSinteressen vertritt. Das klingt doch nach so einer Art Gewerkschafter im Kleinen. Auch das ist an sich natürlich nichts Negatives... aber aus Sicht der Arbeitgeber auch weit von einem Pluspunkt entfernt...
mrcL hat geschrieben:Durch dieses Geschicklichkeitsspiel
Geschicklichkeitsspiel? Klingt nach Kartentricks... ;-)
mrcL hat geschrieben:Ich sehe mich daher in der Lage als Fahrdienstleiter unterschiedliche Stellwerkstypen zu bedienen und den Zugverkehr auch bei Störungen sicher zu leiten.
Die Gedankenverbinung zwischen Poker und Stellwerk ist wirklich hanebüchen. Ansonsten schliesse ich mich TheGuides Anmerkungen zum Thema an. Was man in solch einem Job sucht, ist wirklich as absolute Gegenteil zu einem Zocker... was im Umkehrschluss ggf. auch ein weiteres Argument wäre, ie Berufswahl noch einmal zu überdenken:

Ganz vorurteilsfrei gesetzt den Fall, dass dieses Spiel tatsächlich zu dir passt... dann wäre es vielleicht wirklich eine Überlegung, nach Berufen zu suchen, die typischere Merkmale des Spiels enthalten. Für den Mann am Stellwerk, der tagein, tagaus bis ins detail extrem strengen Vorschriften folgt, gilt das ganz sicher nicht...

mrcL
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Beitrag von mrcL » 19.09.2016, 18:48

Ich habe mein Anschreiben komplett überarbeitet und stärker einen Bezug auf meine Tätigkeiten als Vermessungstechniker genommen.

Anschreiben 2
Bewerbung um einen Quereinstieg als Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Fahrweg
Ausschreibungsnummern: XXXXXX / XXXXXX

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Rahmen meiner Ausbildung bediente ich hochpräzise Messinstrumente unterschiedlicher Hersteller, um millimetergenaue Lage- und Höhenvermessungen durchzuführen. Die in den Verwaltungsvorschriften festgelegte Genauigkeit habe ich dank meiner konzentrierten Arbeitsweise stets eingehalten. Den Überblick behielt ich durch von mir angefertigte Risse, um die Vermessung effizient durchzuführen. Im Innendienst wurden die Daten von mir koordiniert zusammengefügt und mittels vermessungstechnischer Berechnungen in das Kataster eingepflegt.

Durch meine ruhige und besonnene Art hatte ich mehrmals die Rolle des Klassensprechers inne. Bei Auseinandersetzungen habe ich die Problematik sachlich analysiert und mit den beteiligten Personen eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung erarbeitet. Beim [Betrieb] habe ich zusätzlich die Begrüßung der neuen Auszubildenden übernommen und sie mit ihrem neuen Arbeitsumfeld vertraut gemacht.

Als Eisenbahner im Betriebsdienst der [Betrieb] möchte ich somit große Verantwortung für Menschen, Güter und Betriebstechnik übernehmen. Zusätzlich bieten Sie durch eigene gute Leistungen und Weiterqualifizierungen, wie zum Beispiel zum Fachwirt für den Bahnbetrieb, erstrebenswerte Aufstiegsmöglichkeiten an.

Meine Gehaltsvorstellung liegt bei X € brutto im Jahr.

Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören.

Mit freundlichen Grüßen


Fragen
1. Habe ich mit diesem Anschreiben den Bogen besser schlagen können?
2. Können fachfremde Personen mit dem Begriff "Riss" etwas anfangen?
3. Wie wirkt es auf euch, wenn ich den Wunsch-Standort weglasse? Durch meine angegebenen Ausschreibungsnummern sind nur die Gebiete festgelegt.


Vielen Dank für Antworten!

katerfreitag
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Beitrag von katerfreitag » 20.09.2016, 09:04

1. Ja, es ist ein besseres Anschreiben, aber top ist es noch nicht.

Mir fehlt einfach noch ein überzeugender Grund, warum Du jetzt diesen Berufsweg einschlagen willst, vom Geld verdienen mal abgesehen. Die Erwähnung der guten Leistungen des Betriebs und der Weiterbildungsmöglichkeiten überzeugt mich jedenfalls nicht davon, dass diese Firma unbedingt Dich einstellen sollte - das sind schließlich nur Sachen, von denen Du profitierst, nicht der Betrieb. Was hat der AG davon, wenn er Dich einstellt?

An Deiner Stelle würde ich auch die Bezeichnung Deiner Berufsausbildung einfügen.

Die Passiv-Konstruktionen würde ich in aktive Sätze mit Dir als 'Täter' umformulieren.

2. 'Risse' stelle ich mir als so 'ne Art Skizzen vor. Ist das richtig?

3. Den Wunschstandort solltest Du auch mit angeben, am besten schon im Betreff (auch der E-Mail), damit die Personaler das richtig einsortieren können - sei doch so rücksichtsvoll...

BlackDiamond
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Beitrag von BlackDiamond » 20.09.2016, 15:55

mrcL hat geschrieben: im Rahmen meiner Ausbildung bediente ich hochpräzise Messinstrumente unterschiedlicher Hersteller, um millimetergenaue Lage- und Höhenvermessungen durchzuführen. Die in den Verwaltungsvorschriften festgelegte Genauigkeit habe ich dank meiner konzentrierten Arbeitsweise stets eingehalten. Den Überblick behielt ich durch von mir angefertigte Risse, um die Vermessung effizient durchzuführen. Im Innendienst wurden die Daten von mir koordiniert zusammengefügt und mittels vermessungstechnischer Berechnungen in das Kataster eingepflegt.
mal eine Frage: bist du sicher, dass der Leser dieser speziellen Bewerbung mit dem etwas anfangen kann, was du hier schreibst? Also klingelt bei dem was und er denkt "super, genau der, den wir hier brauchen" - oder wirds eher so sein, dass er sich denkt "na super, aber solche Dinge brauchen wir hier nicht und ich habe keinen Schimmer, was er mit Risse meint"?

Ich meine damit nicht den Personaler, aber beispielsweise den Fachvorgesetzten.

Romanum
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Beitrag von Romanum » 20.09.2016, 20:18

4. Bei der Gehaltsangabe bin ich mir sehr unsicher. Ich habe eine ausweichende Variante gewählt. Somit habe ich es registriert, möchte aber erst noch weitere Informationen haben. Ich verstehe aber schon die Problematik: Die Tätigkeiten sind nach Funktionsgruppen festgelegt und somit auch die Entgeltgruppen. Es richtet sich aber nach der Größe des Stellwerks, was bekanntlich bei Antritt der Ausbildung noch gar nicht bekannt ist. Wie soll ich damit umgehen?

Ich kann deine Überlegungen gut nachvollziehen. Aber bei der Deutschen Bahn gibt es ja eh Tarifverträge, an denen sich zu orientieren ist. Und selbst wenn man höherwertige Tätigkeiten ausübt, als in der normalen Entgeltgruppe, dann wird diese vergütet. Ein paar Zahlen findest du hier: https://www.evg-online.org/Arbeitswelt/ ... chuere.pdf

5. Der Standort ist mir persönlich egal, da ich sowieso umziehen müsste. Kann ich es so lassen oder soll ich es streichen? Durch die Ausschreibungsnummern sind die Gebiete festgelegt.

Es gibt schon Unterschiede für einzelne Standorte und Regionen, die man näher betrachten sollten: allgemeine Standortsicherheit, Mentalität, Wirtschaftskraft, Freizeitmöglichkeiten, Nähe zu Verwandten und Freunden usw. Es geht ja nicht nur um den Umzug...

Deine Bewerbung ist zwar schon sehr individuell. Aber gucke dir auch noch andere Eisenbahner-Bewerbungen an, um eventuell von den dortigen Hinweisen zu lernen:

http://www.bewerbung-forum.de/forum/aus ... 54325.html

http://www.bewerbung-forum.de/forum/aus ... 49178.html

http://www.bewerbung-forum.de/forum/fah ... 61465.html

http://www.bewerbung-forum.de/forum/eis ... 59965.html

http://www.bewerbung-forum.de/forum/bew ... -t879.html





mrcL
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Beitrag von mrcL » 21.09.2016, 18:59

Anmerkungen
Vielen Dank für die Anmerkungen und Anregungen! Ich habe meine Version überarbeitet, allerdings kommt sie mir nun etwas lang vor.

Antwort an katerfreitag
Ein Riss kann man schon als Skizze bezeichnen, eher als technische Zeichnung. Vielleicht wäre die Bezeichnung besser?

Antwort an BlackDiamond
Als Quereinsteiger denke ich mir, dass eine kurze Beschreibung meiner ehemaligen Tätigkeiten mit etwas Bezug positiv ist. Oder siehst du keinen Bezug?

Anschreiben 2.1
Bewerbung um einen Quereinstieg als Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Fahrweg in [Ort]
Ausschreibungsnummer: XXXXXX

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Rahmen meiner Ausbildung zum Vermessungstechniker bediente ich hochpräzise Messinstrumente unterschiedlicher Hersteller, um millimetergenaue Lage- und Höhenvermessungen durchzuführen. Die in den Verwaltungsvorschriften festgelegte Genauigkeit habe ich dank meiner konzentrierten Arbeitsweise stets eingehalten. Den Überblick behielt ich durch von mir angefertigte Risse, um die Vermessung effizient durchzuführen. Im Innendienst fügte ich die Daten koordiniert zusammen und pflegte sie mittels vermessungstechnischer Berechnungen in das Kataster ein.

Durch meine ruhige und besonnene Art hatte ich mehrmals die Rolle des Klassensprechers inne. Bei Auseinandersetzungen analysierte ich die Problematik und erarbeitete mit den beteiligten Personen eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung. Beim [Betrieb A] übernahm ich zusätzlich die Begrüßung der neuen Auszubildenden und machte sie mit ihrem neuen Arbeitsumfeld vertraut.

Am Beruf Fahrdienstleiter fasziniert mich das vorausschauende Koordinieren der einzelnen Züge, damit Passagiere und Güter termingerecht ihr Ziel erreichen. Zudem finde ich die Stellwerks-Technologien mit ihren unterschiedlichen Bauformen sehr interessant, da somit jedes Stellwerk seinen eigenen Charme versprüht.

Mit meinem Verantwortungsbewusstsein, Koordinationsvermögen und meiner Ruhe auch in komplexen Situationen den Überblick zu behalten, möchte ich als Eisenbahner im Betriebsdienst der [Betrieb B] somit große Verantwortung für Menschen, Güter und Betriebstechnik übernehmen, damit die Kunden pünktlicher und zufriedener am Zielort eintreffen. Zusätzlich stehen durch eigene gute Leistungen und Weiterqualifizierungen, wie zum Beispiel zum Fachwirt für den Bahnbetrieb, erstrebenswerte Aufstiegsmöglichkeiten zu Verfügung.

Meine Gehaltsvorstellung liegt bei [Betrag] € brutto im Jahr.

Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören.

Mit freundlichen Grüßen

Fragen
1. Wie ist euer Eindruck zur überarbeiteten Version? Wo sind noch Baustellen?
2. Soll ich den Begriff Riss durch technische Zeichnung ersetzen?
3. Macht der erste Absatz mit meiner letzten Tätigkeit in euren Augen Sinn? Sieht man einen kleinen Bezug?
4. Ist mein Anschreiben zu lang geworden?

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 21.09.2016, 19:27

An Anfang der Bewerbung will ich eigentlich als erstes wissen, warum du a) die Stelle antreten möchtest und welches Argument du mir b) für deine Einstellung unter die Nase reibst. a) vermisse ich völlig, bei b) bin ich mir sehr unsicher, ob das auf die Stelle überhaupt passt.

Romanum
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Beitrag von Romanum » 26.09.2016, 10:09

Also, was ein Riss im Bereich der Vermessungstechnik ist, wird den wenigsten Lesern außerhalb des Fachgebietes geläufig sein. Wenn du nun die Branche wechseln willst, dann "deutsche" diesen Fachbegriff "ein".

Die zweiten Absatz "Durch meine ruhige und besonnene Art hatte..." solltest du höchstens als dritten oder vierten Absatz schreiben. Dann hast du die Motivation/Faszination weiter oben im Anschreiben, und ist dann ein Kompromiss zur Anregung von TheGuide.

"ruhig" ist leider zu negativ konnotiert. Entweder weglassen oder durch Synonym ersetzen. Besonnen trifft es aber schon recht gut.

katerfreitag
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Beitrag von katerfreitag » 05.10.2016, 11:41

Magst Du mal eine neue Variante einstellen, mrcL?

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Beitrag von mrcL » 14.10.2016, 14:52

Ich entschuldige mich für die verspätete Antwort und stelle eine neue Version des Anschreibens ein, da mir die alte nicht mehr gefallen hat. Der Betreff hat sich aufgrund eines Ortswechsels passend zur Stellenausschreibung geändert. Dies ändert nichts an der Tatsache, dass es weiterhin eine innerbetriebliche Ausbildung ist. Ich bin auf eure Kritik gespannt und vielen Dank im Voraus!


Anschreiben 3
Bewerbung um eine Qualifizierung zum Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Fahrweg in [Ort]
Ausschreibungsnummer: XXXXXX


Sehr geehrte Damen und Herren,

nach meiner Recherche zu den Stellwerkstechnologien mit ihren unterschiedlichen Bauformen arbeitete ich mich in eine Demoversion des komplexen Simulationsprogramms ESTWsim ein, das Bedienung und Bildanzeigen elektronischer Stellwerke nachahmt. Dabei faszinieren mich das termingerechte Koordinieren der Züge und das Improvisieren bei Abweichungen vom Regelbetrieb.

An einem fiktiven Testbahnhof trainierte ich mit den beiliegenden Übungsunterlagen mein Verständnis zur Steuerung der Weichen und Signale. Mit diesem Wissen wachte ich über das fiktive Stellwerk Fehmarn, welches sich mit neunzehn Bahnhöfen und einer Abzweigstelle von Bad Schwartau nach Burg-West erstreckt. Zur Gewährleistung der Pünktlichkeit stellte ich planmäßig Zugstraßen ein und koordinierte mit Hilfe des Bildfahrplans Zugkreuzungen. Auf eingleisigen Strecken führte ich halbautomatische Zugmeldungen mit den benachbarten Zugmeldestellen durch, um die Sicherheit der Menschen in der jeweiligen Bahn zu garantieren.

Durch meine besonnene Art hatte ich mehrmals die Rolle des Klassensprechers inne. Bei Auseinandersetzungen analysierte ich die Problematik und erarbeitete mit den beteiligten Personen eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung.

Als Koordinator Ihrer wachsenden Zug-Flotte möchte ich sowohl über die Weichen als auch die Signale wachen und für einen sicheren und pünktlichen Verkehr sorgen. Mein Anliegen ist die Zufriedenheit der Kunden zu gewährleisten – bei Tag und bei Nacht.

Meine Gehaltsvorstellung liegt bei [Betrag] € brutto im Jahr.

Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören.

Mit freundlichen Grüßen


Anmerkung
Hoffentlich vermittel ich nicht den Eindruck, dass ich die Simulation schon beherrsche. Die Einarbeitung hatte eine Weile gedauert und der Regelbetrieb ist nach kurzer Zeit auch recht einfach sicherzustellen. Nur mit Abweichungen habe ich noch nicht zu tun gehabt und das würde es auch schwieriger machen.

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Beitrag von TheGuide » 14.10.2016, 21:45

mrcL hat geschrieben:Durch meine besonnene Art hatte ich mehrmals die Rolle des Klassensprechers inne.
Aufgrund meiner besonnenen Art....
Warum ist das für den Arbeitgeber von Bedeutung?

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Beitrag von mrcL » 17.10.2016, 13:38

TheGuide hat geschrieben:
mrcL hat geschrieben:Durch meine besonnene Art hatte ich mehrmals die Rolle des Klassensprechers inne.
Aufgrund meiner besonnenen Art....
Warum ist das für den Arbeitgeber von Bedeutung?
Dieser Satz dient einerseits als Einleitung des Folgesatzes und andererseits beschreibt er eine Person, die aufgrund ihrer gelassenen und objektiven Art Klassensprecher war.

Die Funktion als Klassensprecher liegt allerdings schon einige Jahre zurück. Kommt diese Funktion nicht so gut an?

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Beitrag von TheGuide » 17.10.2016, 23:31

mrcL hat geschrieben: Die Funktion als Klassensprecher liegt allerdings schon einige Jahre zurück. Kommt diese Funktion nicht so gut an?
Das war nicht die Zielrichtung meiner Frage. Aber deine Rückfrage ist nicht schlecht. Es gibt durchaus Arbeitgeber, die keine politisch oder gewerkschaftlichen Arbeitnehmer wollen. Aber wollen wir uns deswegen verbiegen?

Meine Frage zielt eher in die Richtung einer Aufforderung: Überlass dem Arbeitgeber nicht deine Arbeit, denn er wird sie nicht machen. Deine Arbeit ist es, ihm zu erklären, warum Stationen deines Lebenslaufs ein Argument für deine Einstellung sind.
Es reicht also nicht zu sagen "Ich war Klassensprecher" sondern du musst auch darlegen, warum das ein Vorteil für die Firma ist.

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