Wie Eigenkündigung im Vorstellungsgespräch begründen?

Fragen zum Vorstellungsgespräch: Welche Kleidung ist am besten? Welche Vorbereitung ist nötig? Welche Fangfragen werden gestellt? Wie bekomme ich meine Aufregung in Griff?
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tyr777
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Wie Eigenkündigung im Vorstellungsgespräch begründen?

Beitrag von tyr777 » 20.10.2008, 23:27

Hallo,
kurz zu mir: bin 26 Jahre alt und habe eine Berufsausbildung als Mechatroniker gemacht, seit ca. 2,5 Jahren arbeite ich festangestellt bei einer Firma (nicht die, in der ich die Ausbildung genmacht habe).

Nun zu meinem Problem:
ich habe jetzt mein Arbeitsverhältnis in der Firma gekündigt und bin auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz. Sicher werden in den Vorstellungsgespächen (hoffe mal, das ich zu einigen eingeladen werde) Fragen wegen der Kündigung auftauchen. Meine Gründe dafür waren:

-absolut unregelmäßige Arbeitszeiten, ich musste für diesen Job öfter ins Ausland (Inbetriebnahme und Service), was ja zuerst mal auch kein Problem für mich darstellte (war ja auch bekannt, als ich die Stelle angenommen hab). Allerdings lief dies in letzter Zeit immer so ab, das ich sehr kurzfristig (manchmal 1 Tag vorher) erst erfahren habe, das ich irgendwohin muß und auch die Dauer dieser Aufenthalte ist kaum vorhersehbar, habe schon etliche Male länger bleiben müssen als geplant.
Ich bin außer diesen Inbetriebnahmen auch im Büro, dort bin ich Mädchen für alles (war vorher auch nicht so vereinbart). So kommt es auch im Büro oft vor, dass ich länger arbeiten muss oder irgendwelche Kurierfahrten machen muss, wo ich erst spätabends wieder heimkomme. Dabei geht man immer selbtverständlich davon aus, dass ich zu jeder erdenklichen Zeit zur Verfügung stehe.
Kurzum, ich habe kein wirkliches Privatleben mehr und kann nichts mehr planen. Ich wurde diesese Jahr jedes Mal im Urlaub (Überstunden abfeiern) angerufen (oft auch von Kunden, die Probleme in der Anlage hatten) und mußte mehrmals während meines Urlaubs ins Büro, um Dienstreisen vorzubereiten (weil diese direkt an meine ersten Arbeitstag stattfanden)etc.

-damit einher geht, dass ich kaum noch Freizeit habe: Es war eigentlich anfangs vereinbart, dass ich Überstunden abfeiern kann und somit als Ausgleich für die häufigen Dienstreisen als Ausgleich viel Freizeit habe. In letzter Zeit habe ich Überstunden angehäuft ohne Ende und ist keine Besserung in Sicht, wenn man sich dann mal freinimmt, kommen noch blöde Sprüche von wegen zu viel Urlaub etc.

-mein Chef ist ein Verwandter von mir, das hat schon zu erheblichen Problemen und Streitereien in der Familie geführt, weil er sich über mich bei anderen Familienmitgliedern beschwert hat und allgemein firmeninterne Dinge erzählt, die eigentlich aussenstehende Personen überhaupt nichts angehn

-leider sah ich auch keine Weiterentwicklungsmöglichkeit in dieser Firma. Ich bin so eine Art Handlanger für jede erdenkliche Arbeit, für betriebsinterne Weiterbildung wird nichts getan (hab das Gefühl, dass es gar nicht gewünscht ist, weil sie mich als "Mädchen für alles" brauchen).


Das sind die tatsächlichen Gründe, warum ich gekündigt habe. Nur habe ich nun Bedenken, diese so in einem Vorstellungsgespräch darzulegen, da man das natürlich alles negativ auf mich umlegen könnte (unflexibel, nicht belastbar, Probleme mit Teamarbeit, etc). Vermutlich sollte man sich bei einem potentiellen neuen Arbeitgeber sowieso nicht zu negativ über den ehemaligen Arbeitgeber äußern, ich möchte auch nicht den Eindruck erwecken, dass ich ein "Jammerlappen" oder "Störenfried"bin.

Ich möchte euch um eure Meinung bitten, wie ich diese Kündigungsgründe angemessen darstellen könnte, oder soll ich vielleicht nicht alle oder andere Gründe nennen?


Danke für eure Mühe!
Gruß

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ice_and_fire
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Beitrag von ice_and_fire » 21.10.2008, 09:18

dein Argument sollten zwei Punkte sein

1) keine Entwicklungsmöglichkeiten (dann solltest du dich aber auch beim
neuen AG entwickeln)
2) Mädchen für alles (zu deutsch: unterfordert/überqualifiziert)

wenn du diese Gründe schon ausschmückst reicht mir als Chef das. Ich muss nicht 10 Gründe hören.

Mit den anderen Argumenten habe ich teilweise auch ziemlich Probleme.
Ehrlich gesagt fallen mir hier sogar viele Argumente ein.
Wenn du dir Gründe "ausdenkst" kannst du halt das Problem haben, dass deine Argumentation nicht schlüssig ist bzw. rüberkommt

p.s. das zählt alles umso mehr, wenn du die Karriereleiter erklimmst
p.p.s. wenn du dich umorientierst sind evtl. Argumente wie unvorhersehbare Arbeitszeiten (theoretisch) möglich

tyr777
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Beitrag von tyr777 » 21.10.2008, 22:55

Danke für Deine Antwort.

Das mit der Weiterbildung wollte ich auch als Hauptargument anführen.

Wegen dem Argument "Mädchen für alles" habe ich Bedenken, dass man denken könnte, ich hätte die letzten 2,5 Jahre weniger anspruchsvolle Arbeit ausgeführt und sei deshalb "eingerostet"; oder man den Eindruck bekommt, dass ich unflexibel bin.

Die anderen Gründe werde ich denke ich besser gar nicht erwähnen, hört sich wohl für aussenstehende zu sehr nach Gejammer an.


Gruß

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ice_and_fire
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Beitrag von ice_and_fire » 21.10.2008, 23:21

tyr777 hat geschrieben: Wegen dem Argument "Mädchen für alles" habe ich Bedenken, dass man denken könnte, ich hätte die letzten 2,5 Jahre weniger anspruchsvolle Arbeit ausgeführt und sei deshalb "eingerostet"; oder man den Eindruck bekommt, dass ich unflexibel bin.
wie fast alles ist das von deiner Argumentation abhängig
Nicht dass du eingeröstet bist und wenig anspruchsvolle Arbeit gemacht hast, sondern einfach, dass du dich unterfordert fühlst, da du noch viel mehr kannst und genau dies dem neuen AG anbietest

Bad_Things
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Wie erkläre ich im Vorstellungsgespräch Eigen-Kündigung ?

Beitrag von Bad_Things » 05.03.2009, 11:21

Hallo zusammen,

ich bin über die Internet-Suche auf dieses Forum gestoßen und habe ein Problem, für das ich gerne ein paar Tipps hätte. Meine Frau ist seit mehr als zehn Jahren in einer Firma als Sachbearbeiterin tätig. Vor wenigen Monaten bekam sie einen neuen Büroleiter vor die Nase gesetzt, mit dem sie nicht klarkommt. Er schikaniert, triezt und stichelt sie wo immer er nur kann und er ist ein absoluter Blender. Verkauft fremde Ideen als seine eigenen beim Firmeninhaber und kaschiert geschickt die Tatsache, dass er selber nicht wirklich viel kann. Aufgrund diverser Weggänge ist meine Frau dort die einzige, die die komplette Arbeitskette kann. Der Büroleiter hat Prokura.

Vor 14 Tagen gab es nach einem Streit eine mündlich ausgesprochene Abmahnung, was ich für Quatsch hielt. Er sagte zu ihr sie solle den Mund halten und sie hat sich diesen Ton ihr gegenüber verbeten.

Bevor ich überhaupt groß reagieren konnte, hatte meine Frau ihre Kündigung geschrieben, ausgedruckt, an den Firmeninhaber gefaxt und dem Büroleiter vorgelegt, der sie natürlich auch angenommen hat. Vom Firmeninhaber selbst gab es keinerlei Reaktion. Aufgrund der sehr kurzen Kündigungsfrist ist sie schon zum 01.04. raus. Mein großes Problem ist nun, wie geht sie in einem Vorstellungsgespräch mit dieser Situation um ? Ein schlechtreden der alten Firma ist absolut tabu, wenn sie sagt, dass sie mit der Person nicht klarkam, kann man ihr unterstellen, sei sei ein schwieriger Mensch und dann schießt sie sich damit raus.

Welche Lösungen würdet Ihr vorschlagen, offensiv mit der Situation umzugehen, d.h. was wäre Eurer Meinung nach die beste Möglichkeit, offen dazu zu stehen, selbst gekündigt zu haben, ohne sich selbst sofort ins Aus zu ballern ?

Besten Dank für Eure Hilfe im Voraus.

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Knightley
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Beitrag von Knightley » 05.03.2009, 14:15

Ein schlechtreden der alten Firma ist absolut tabu, wenn sie sagt, dass sie mit der Person nicht klarkam, kann man ihr unterstellen, sei sei ein schwieriger Mensch und dann schießt sie sich damit raus.
Sehe ich nicht so. Wenn sie dort zehn Jahre lang angestellt war, dann muss man im Laufe der Zeit mit sehr unterschiedlichen Menschen zusammenarbeiten.

Was würde denn im Arbeitszeugnis stehen? Als Kündigungsart kann man im Vorstellungsgespräch nichts anderes angeben, als im Arbeitszeugnis steht, weil es sonst widersprüchlich wäre.

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ice_and_fire
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Beitrag von ice_and_fire » 05.03.2009, 19:04

Ich denke nicht, dass der Kündigungsgrund im Zeugnis steht. Da steht vielleicht "auf eigenen Wunsch" aber nicht "weil Sie sich mit unserem Büroleiter gefetzt hat". :-D

@op
Deine Frau hat einen Fehler gemacht, der für mich unverständlich und -sorry- nach 10 Jahren harter Arbeit schon beinahe unverzeilich ist. Wie man in einer Kurzschlussreaktion so etwas machen kann verstehe ich nicht.
Damit hat sie sich genau dieses Problem auch selbst geschaffen. Wenn Sie nichts macht und sich einfach bewirbt, muss sie überhaupt nichts begründen ... die Vorliebe zum beworbenen Job vielleicht (Positiv), aber nicht der Grund der Kündigung ohne Alternativen (Negativ).

Noch, kann man schummeln und im Anschreiben ebenfalls nichts angeben, da man noch in einem Arbeitsverhältnis arbeitet.
Grundsätzlich bleibt sonst wohl nur der Weg nach vorne.

Bad_Things
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Beitrag von Bad_Things » 06.03.2009, 07:10

@Knightley,

wir haben das Arbeitszeugnis noch nicht, aber da wird mit Sicherheit drinstehen ... auf eigenen Wunsch.

@ice_and_fire

Egal was passiert ist, im Zeugnis wird definitiv nur drinstehen verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch, weil sie gekündigt hat.

Ich weiss, dass meine Frau sehr impulsiv gehandelt hat, aber ich stehe jetzt hinter ihr und versuche zusammen mit ihr die Kuh vom Eis zu bekommen. Anschuldigungen und Vorwürfe bringen nichts, denn das Kind liegt nun mal im Brunnen. Doch sie muss begründen, das ist ja genau das Problem. Sie hat heute nachmittag wieder ein Gespräch und das ist ja unser Problem. Heute ist der 06.03, d.h. die 4 Wochen zum MOnatsende sind jetzt weg. SIe hat mehrere Optionen :

1) Sie schwindelt und sagt, dass sie zum 15.04.09 oder später anfangen könnte, aber wenn die das Arbeitszeugnis dann haben wollen und da drin steht, ...auf eigenen Wunsch zum 31.03. ist das sicher nicht so wirklich toll.
2) Sie sagt, dass sie zum 01.04.09 anfangen kann. Da aber ja kein Personaler blöd ist, wird er sich erstmal innerlich fragen, wie sie das heute am 06.03.09 noch realisieren will und spätestens da müssen die Karten auf den Tisch. Und wenn sie schon auf den Tisch müssen, dann suchen wir eben die mildeste und harmloseste Form.

Wenn Sie z.B. nächsten Mittwoch ein Gespräch hätte und sie sagt, dass sie am 01.04. schon anfangen könnte, wird die Frage ohnehin sofort kommen.

Vielen Dank für Eure Hilfe auf jeden Fall.

Naxomax
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Eigenkündigung im Vorstellungsgespräch

Beitrag von Naxomax » 07.08.2015, 13:45

Hallo zusammen,

das Thema wurde bereits in einem Thread beschrieben, bei mir ist es allerdings noch etwas unterschiedlich, daher greife ich das nochmal auf.

Ich habe selbst gekündigt, bin aber aufgrund der Kündigungsfrist noch einige Zeit angestellt bei meinem Arbeitgeber. Ich hatte nun ein Vorstellungsgespräch und habe das Thema selbst nicht angesprochen und es wurde auch nicht explizit danach gefragt.

Meine Frage wäre nun ob ich das in einem evtl. zweiten Gespräch selbst thematisieren soll, begründen könnte ich es relativ gut.

Wird denn vom neuen Arbeitgeber das letzte Zeugnis nachgefordert, falls dieses zum Zeitpunkt der Bewerbung noch nicht vorhanden ist?

Würde es evtl. helfen wenn man den letzten Chef als Referenz angibt bzw. anbietet dass der neue Arbeitgeber diesen kontaktieren kann, da ich im Grunde gut gearbeitet hatte und mir nichts zu schulden habe kommen lasse.

Vielen Dank und viele Grüße

Romanum
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Beitrag von Romanum » 07.08.2015, 15:05

Hallo,

deine Beschreibung ist bisher ganz allgemein gehalten, so dass man schlecht einen passgenauen Tipp geben kann.

Was war denn deine konkrete Motivation für die Kündigung und für die neue Stellensuche?

Holger
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Beitrag von Holger » 07.08.2015, 19:18

Hi,

wie Romanum schon schrieb, ist es bisher ganz allgemein gehalten.
Wird denn vom neuen Arbeitgeber das letzte Zeugnis nachgefordert, falls dieses zum Zeitpunkt der Bewerbung noch nicht vorhanden ist?
ich würde es gar nicht soweit kommen lassen, das der neue AG bei dir anfragen muss wegen dem Zeugnis. Selbst agieren..also schreiben, dass man nachreicht, sobald erhalten.
Würde es evtl. helfen wenn man den letzten Chef als Referenz angibt
Wenn du die Frage so stellst, ist zu vermuten, dass ihr euch zumindest nicht im schlechten trennt? Das Einverständnis deines noch-Chef als Referenz hast du bereits oder holst du dir noch?
Ich vermute zumindest, es ist üblich die Referenzperson zu informieren :)
da ich im Grunde gut gearbeitet hatte und mir nichts zu schulden habe kommen lasse.
ist das die Meinung von dir und auch dem Noch-Chef?

CosimaZ
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Beitrag von CosimaZ » 11.10.2015, 19:52

Es ist absolut üblich, bei der Stellensuche sich ohne Zeugnis des aktuellen AG zu bewerben. Letzendlich hat man auf ein solches Zeugnis auch erst Anspruch, wenn man nicht mehr im Unternehmen tätig ist. Vorher kann auch kein potentielle neuer AG dieses Zeugnis verlangen.
Je nach dem hat man evt. ein Zwischenzeugnis, welches man vorlegen kann.

Hast du einen neuen Vertrag unterschrieben, so wollen die wenigsten AG noch das Zeugnis des letzen AG sehen.

Etwas anderes ist es, wenn man sich aus der Arbeitslosigkeit heraus bewirbt, da ja dann das Zeugnis des letzten AG vorliegt.

Obscura
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Kündigung im Vorstellungsgespräch begründen - schwierig

Beitrag von Obscura » 05.09.2016, 11:28

Ich habe vor kurzem meine Arbeit verloren. Die Arbeit an sich hat mir wirklich Freude gemacht, das Verhältnis zu den KollegInnen in der Abteilung war leider von Anfang an etwas angespannt. War vor 2 Jahren in einem Raucherbüro gelandet (5 starke Raucher inkl. Chef und ich). Jedenfalls hab ich sehr darunter gelitten, es wurde kaum Rücksicht genommen. Habe versucht es zu kommunizieren und wurde nicht ganz ernst genommen. Irgendwann hat es mir dann gereicht und ich habe es anonym gemeldet und es wurde das Rauchen im Büro untersagt (bis auf Chef im Nebenzimmer hat bei offener Tür neben mir weitergequalmt). Die KollegInnen sind dann immer raus gegangen oder zu Chef rein und ich bin im Büro mit der ganzen Arbeit übriggeblieben. Jedenfalls haben sie es dann anscheinend raus bekommen, dass ich es gemeldet habe. Es war das Verhältnis dann noch angespannter, nach einger Zeit wurde es dann aber wieder besser und ich dachte es wäre alles wieder in Ordnung. Es wurde dann eine neue junge Kollegin eingestellt, die mir als weitere Assistentin vorgestellt wurde. Habe mich gefreut, weil sie ganz nett war und auch nicht geraucht hat. Ich durfte sie dann einschulen und ihr alles zeigen. Am Monatsende hat mich Chef dann in sein Büro geholt und mich (ohne wirkliche Begründung) gekündigt. Stand dann unter Schock. Musste von einer Minute auf die andere meine Arbeitsplatz räumen und gehen, war mitten in der Arbeit und musste alles zusammenpacken. Kam mir vor wie ein Schwerverbrecher. Wollte vor lauter Enttäuschung dann nur mehr weg und konnte mich einfach nicht mehr richtig verabschieden. Habe Chef am gleichen Tag noch ein Mail geschrieben und mich für die Arbeit bedankt und auch meine Enttäuschung ausgesprochen. Es kam nichts mehr zurück.
War denen einfach völlig egal. So ist das Leben nun mal.

Aber womit soll ich meine Kündigung nun begründen? Das Unternehmen ist an und für sich recht erfolgreich. Muss ich überhaupt sagen, dass ich gekündigt wurde oder kann ich auch sagen, dass es einvernehmlich war und ich gekündigt habe. Aber die Firmen könnten dann ja nachfragen bei meiner letzten Arbeitsstelle.
Will auch nichts negatives sagen über Kollegen, sowas soll man ja unterlassen.

Cybarb
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Beitrag von Cybarb » 05.09.2016, 15:31

Hallo,

ich weiß ja nicht, wie es in Österreich ist, aber in Deutschland wäre so etwas aus rechtlicher Sicht unvorstellbar, außer in Extremsituationen, die eine solche fristlose Kündigung rechtfertigen (Diebstahl, Betrug, schwere Beleidigung, etc.).

Daher solltest du m.E. nicht fragen: Muss ich meine Kündigung nennen bzw. begründen? Sondern: Sollte ich rechtlich gegen meine Kündigung vorgehen?

Was ich auch nicht verstehe, ist, dass du dich bei deinem Chef für die Arbeit bedankst.

Und, auch nicht vergessen: Du hast Anspruch auf ein Zeugnis, in dem ein Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses genannt sein sollte.

Da sind für mich einfach noch zu viele offene Fragen, mal abgesehen davon, dass ich nicht weiß, wie das alles in Österreich gehandhabt wird. Aber in Deutschland würde ich nach deiner Schilderung raten: Ab zum Anwalt!

Gruß
Cyb

BlackDiamond
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Beitrag von BlackDiamond » 05.09.2016, 16:07

Obscura, leider kenne ich die Gepflogenheiten und auch die rechtlichen Hintergründe in Österreich nur teilweise, also nicht gut genug, um dir da wirklich fundiert was raten zu können. Ich glaube auch nicht, dass dir jetzt sonderlich damit gedient ist, wenn wir Deutschen dir hier jetzt alle erklären, wie das denn in Deutschland wäre, in Österreich ist das nun mal anders mit dem "Kündigungsschutz". Leider neigen wir Deutschen dazu, zu denken, woanders müsste es mindestens genauso sein wie bei uns.

Vielleicht meldet sich ja jemand aus Österreich, der dir hier qualifiziert raten kann, ansonsten: könntest du vielleicht mit dem Arbeitsamt oder einer anderen offizielleren Stelle sprechen, dass die dich in Bezug auf eine optimale Bewerbung, das Arbeitszeugnis etc. beraten können?

Es ist übrigens mMn auch nicht richtig, dass du Anspruch auf ein Arbeitszeugnis hast, in dem angegeben wird, warum das Arbeitsverhältnis endete. Wenn mich nicht alles täuscht, gibt's nur in D und CH einen Anspruch auf ein qualifiziertes Zeugnis, in A gibt's mMn nur einen Anspruch auf ein Zeugnis, in dem Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses aufgeführt sind, der Rest ist freiwillig und kann mitnichten eingeklagt werden.

Für die Zukunft kann ich dir nur empfehlen, Konflikte möglichst direkt, also von Angesicht zu Angesicht, zu lösen. Anonym und hintenrum geht der Schuss oft nach hinten los, wie dein Beispiel ja auch zeigt. Auch wenn man wie du absolut im Recht und dazu noch in einer schwierigen Situation ist, funktioniert eine nachhaltige Konfliktlösung nur durch eine transparente Kommunikation. Aber das ist jetzt natürlich zu spät.

Ich hoffe, du kannst das beste daraus machen. Meine Oma sagte dazu immer "wer weiß, wofür es gut ist!"
Alles Gute für dich.

Obscura
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Registriert: 17.10.2012, 06:41

Beitrag von Obscura » 05.09.2016, 16:14

Hier war nie von einer fristlosen Kündigung die Rede. Ich wurde vom Dienst freigestellt. Die Kündigungsfrist wurde eingehalten, davon habe ich 2 Wochen Urlaub in Anspruch genommen und "durfte"/"musste" nicht mehr zur Arbeit kommen. Warum sollte ich hier was einklagen. Will in dem Unternehmen auch nicht mehr arbeiten, bin einfach nur enttäuscht und suche nun einen andere Arbeitsstelle wo ich mich wohler fühlen kann.
Und natürlich soll in meinem Dienstzeugnis auch kein Kündigungsgrund drinnen stehen!! Bin am überlegen mir mein Dienstzeugnis selbst zu schreiben und nur vom Chef unterschreiben zu lassen. Wird ab und zu gemacht, somit erspart man dem Unternehmen auch das Dienstzeugnis zu formulieren.
Aber wichtiger ist mir, was ich nun bei Vorstellungsgesprächen für einen Grund angeben soll (Befristetes Dienstverhältnis passt nicht, fällt also weg), Umstrukturierungen ist auch nicht glaubhaft.
Bitte um Ratschläge!

Cybarb
Beiträge: 39
Registriert: 29.02.2016, 10:54

Beitrag von Cybarb » 05.09.2016, 16:31

Obscura hat geschrieben:Hier war nie von einer fristlosen Kündigung die Rede.
Ich hatte diesen Satz als Beschreibung einer fristlosen Kündigung gedeutet, nicht als Freistellung mit gleichzeitiger oder anschließender fristgemäßer Kündigung:
Obscura hat geschrieben:Am Monatsende hat mich Chef dann in sein Büro geholt und mich (ohne wirkliche Begründung) gekündigt.
Obscura hat geschrieben:Bin am überlegen mir mein Dienstzeugnis selbst zu schreiben und nur vom Chef unterschreiben zu lassen. Wird ab und zu gemacht, somit erspart man dem Unternehmen auch das Dienstzeugnis zu formulieren.
Wenn du das hinkriegst und das Unternehmen einverstanden ist, kannst du es natürlich machen.
Obscura hat geschrieben:Aber wichtiger ist mir, was ich nun bei Vorstellungsgesprächen für einen Grund angeben soll (Befristetes Dienstverhältnis passt nicht, fällt also weg), Umstrukturierungen ist auch nicht glaubhaft.
Dann würde ich an deiner Stelle vom Zielunternehmen her argumentieren. Also nicht: Warum die Kündigung? Sondern: Warum will ich in das Zielunternehmen?

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