Warum haben Sie gekündigt? Antwort im Vorstellungsgespräch

Fragen zum Vorstellungsgespräch: Welche Kleidung ist am besten? Welche Vorbereitung ist nötig? Welche Fangfragen werden gestellt? Wie bekomme ich meine Aufregung in Griff?
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bmwbabe
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Warum haben Sie gekündigt? Antwort im Vorstellungsgespräch

Beitrag von bmwbabe » 24.08.2007, 22:56

Hi,

hab eine Frage: Darf ein Arbeitgeber bei einem Vorstellungsgespräch fragen, warum man bei seinem alten Arbeitgeber gekündigt hat?

Sachverhalt ist so: Ich hab meine Lehre bei einem großem Industriebetrieb begonnen, diese dort aber abgebrochen, weil man dauernd ausbildungsfremde Tätigkeiten machen musste, zudem wurde ich von der Ausbilderin gemobbt. Daher hab ich dann gekündigt und hab meine Ausbildung in einem anderen Ausbildungsbetrieb weiter gemacht, sogar mit großem Erfolg. Hab mit 1,4 meine Prüfung abgeschlossen.

Leider konnte mich aber man Ausbildungsbetrieb aus betrieblichen Gründen nicht übernehmen. Wenn ich jetzt zu einem Vorstellungsgespräch gehe, darf man mich dann fragen, warum ich im 1. Ausbildungsbetrieb gekündigt hab und gegangen bin?

Ich würde einfach drauf antworten wollen, weil ich "keine Entwicklungschancen mehr sah"

Was aber, wenn die mich weiter ausquetschen? Kann ja auch wie so eine Art Fangfrage von denen sein, ob man den alten Arbeitgeber anschwärzt oder so?

Ich hätte halt dann darauf geantwortert: "Dass es mehr Ausbildungsfremde Tätigkeiten wie Lernmöglichkeiten gab"

Und wenn sie dann immer noch keine Ruhe geben (den Fall hatte ich letztens), dann kann ich ja sagen, dass ich meinen alten Arbeitgeber nicht anschwärzen möchte, daher möchte ich nicht so ins Detail gehen. Der Kündigungsgrund war einfach, dass es zuviel ausbildungsfremde Tätigkeiten über einen zu langen Zeitraum gab (von dem Mobbing erzähle ich nichts, stell ich mich ja ins falsche Licht), ich hab meine Konsequenzen daraus gezogen und wie sich auch zeigt, haben die mir auch Erfolg gebracht, sonst hätte ich vermutlich nicht mit solch einem großem Erfolg meine Ausbildung nun beendet?!

Was haltet ihr davon oder was würdet ihr im Vorstellungsgespräch sagen?

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Eauvive
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Beitrag von Eauvive » 24.08.2007, 23:55

Gegenfrage: Angenommen ein potentieller neuer AG dürfte dich das nicht fragen - was würde dir das bringen?

Würdest du dich dann im Gespräch hinstellen und sagen: "Das dürfen Sie mich gar nicht fragen!"?

Ähnlich sieht es mit deiner scheinbar aktuellen Antwort aus. Dass du nicht die volle Wahrheit erzählst, ist in diesem Moment offensichtlich. Ergo: Scheinbar hast du etwas zu verschweigen. Ergo: Wer garantiert denn, dass tatsächlich DU gekündigt hast und nicht andersherum? Wer garantiert denn, dass du mit "ausbildungsfremde Tätigkeiten" nicht meinst: "Ich sollte mal ein Regal aufräumen - das stand nicht im Ausbildungsplan!"


Also entweder gehst du mit solchen Fragen ehrlich um, oder aber du überlegst dir vorher eine plausible, vollständige Antwort.

bmwbabe
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Beitrag von bmwbabe » 25.08.2007, 01:31

Gegenfrage: Angenommen ein potentieller neuer AG dürfte dich das nicht fragen - was würde dir das bringen?

Würdest du dich dann im Gespräch hinstellen und sagen: "Das dürfen Sie mich gar nicht fragen!"?
Deswegen frag ich ja ;) Mein damaliger Berufsschullehrer meinte nämlich, solche Fragen sind nicht zulässig und da ich kein wandelndes "Gesetz" bin, kann ich sowas auch nicht wissen.
Ähnlich sieht es mit deiner scheinbar aktuellen Antwort aus. Dass du nicht die volle Wahrheit erzählst, ist in diesem Moment offensichtlich.


Warum sollte das offensichtlich sein, dass ich nicht die volle Wahrheit erzähle? Erkenn ich leider nicht. Dann wäre alles, was ich im Vorstellungsgespräch vortrag, erstunken und erlogen oder wie?
Ergo: Scheinbar hast du etwas zu verschweigen. Ergo: Wer garantiert denn, dass tatsächlich DU gekündigt hast und nicht andersherum?


Weils allein schon im Arbeitszeugnis drin steht :roll:
Wer garantiert denn, dass du mit "ausbildungsfremde Tätigkeiten" nicht meinst: "Ich sollte mal ein Regal aufräumen - das stand nicht im Ausbildungsplan!"
Niemand, aber normalerweise kann der AG darauf vertrauen, dass sein evtl. neuer AN ihn nicht anlügt. Anscheinend bei dir nicht gang und gebe?!

Also entweder gehst du mit solchen Fragen ehrlich um, oder aber du überlegst dir vorher eine plausible, vollständige Antwort.
Ja warum frag ich eigentlich? Übrigens wäre das eine offene und ehrliche Antwort. Mein Kündigungsgrund bestand zu 2/3 darin, dass meine Ausbildung aus nichts anderen bestand, wie monatelang "Bewirtungsdienst" auszuüben und das als Industriekauffrau... Naja, ich seh das anders, was man in einer Ausbildung machen muss/sollte.

Also soll ich deiner Meinung nach sofort im Vorstellungsgespräch drauf los lästern, dass man in der Firma ja sowieso nichts lernt, außer wie man Sesselpupser mit Kaffee, Kuchen, Frühstück und Mittagessen versorgt?! Sorry, von sowas halte ich nichts. Ein bisschen Diskretion darf man ja wohl heut zu Tage noch verlangen!

Mariele
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Beitrag von Mariele » 26.08.2007, 15:59

soviel ich weiß, ist die frage erlaubt... wir hatten bei uns an der fh mal so eine art vg-training. da hatte auch jemand gefragt, was man in diesem fall antworten soll... wäre die frage nicht erlaubt, dann hätte die kursleiterin das wohl auch gesagt *g*. ihre antwort war im übrigen "die wahrheit sagen".

natürlich ist das keine frage um deren beantwortung ich mich reißen würde :wink: .

aber versuche es einfach positiv zu sehen... liest der potentielle arbeitgeber dein arbeitszeugnis, dann kann er sich seine eigene wirre kündigungstheorie zurechtspinnen, bei der er vermutlich bleiben würde, wenn er nicht nachfragen würde.

so bekommt man wenigstens nochmal die möglichkeit sich zu rechtfertigen... natürlich ohne den ex-arbeitgeber anzuschwärzen.

vermutlich würde ich die sache mit dem mobbing weglassen, aber bei den arbeitsschwerpunkten die wahrheit sagen. aber da auch wieder darauf achten, dass es dir um die lehrinhalte ging, nicht dass irgendwie der eindruck erweckt wird, dass du dir für andere arbeiten "zu fein" warst.

... ich hoffe du verstehst bei diesen vielen "wenns und würde" noch was ich meine :wink: .

DennisS
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Beitrag von DennisS » 27.08.2007, 14:26

Ich finde du hast dir schon die richtigen Gedanken zum Thema gemacht. Ich würde auch vorschlagen, dass du zunächst mal fachliche/ausbildungstechnische Gründe nennst, und wenn stärker nachgebohrt wird sagst du dass du aus Diskretion deinem alten Arbeitgeber gegenüber nicht ins Detail gehen möchtest. Das mit dem Mobbing und "ins falsche Licht stellen" hast du ganz richtig erkannt, besser nicht erwähnen.

Bez. dem rechtlichen: ich weiß zwar auch nicht ob die Frage "erlaubt" ist, aber im Zweifel hilft dir das ja nix. Wenn du sagst "diese Frage dürfen sie mir nicht stellen!" denkt sich dein Gegenüber seinen Teil.. falls da alles glatt lief würdest du ja antworten.

derWolf
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Beitrag von derWolf » 27.08.2007, 16:57

Hallo bmwbabe (welch ein schöner Name),

... ich unterstelle dass es sich hierbei...
bmwbabe hat geschrieben:Hi, hab eine Frage: Darf ein Arbeitgeber bei einem Vorstellungsgespräch fragen, warum man bei seinem alten Arbeitgeber gekündigt hat?
...um eine durchaus zulässige Frage handelt weswegen m.E. der §123 BGB greift.

Diese Aussage wiederum...
DennisS hat geschrieben:Bez. dem rechtlichen: ich weiß zwar auch nicht ob die Frage "erlaubt" ist, aber im Zweifel hilft dir das ja nix. Wenn du sagst "diese Frage dürfen sie mir nicht stellen!" denkt sich dein Gegenüber seinen Teil.. falls da alles glatt lief würdest du ja antworten.
...kann ich nicht nachvollziehen weil in einem solchen Fall (zur Absicherung vgl. BAG in: DB 1994, S. 939 greift wodurch ausdrücklich) die falsche Antwort auf eine unzulässige Frage rechtlich sanktionsfrei gestellt wird.



Wolf

...der Vollständigkeit halber sei gesagt dass auch dieser Beitrag keine Rechtsberatung darstellt!

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Eauvive
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Beitrag von Eauvive » 27.08.2007, 17:37

Mein damaliger Berufsschullehrer meinte nämlich, solche Fragen sind nicht zulässig
Def. "solche"?

Zulässig sind grundsätzlich erst einmal alle Fragen, die sich auf deine Fähigkeit beziehen, den Job überhaupt auszuüben. So darf in bestimmten Berufen sogar die böse Schwangerschaftsfrage gestellt werden, weil eine bestehende Schwangerschaft die Ausübung der Tätigkeit nicht zulassen würde.

DennisS
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Beitrag von DennisS » 27.08.2007, 21:07

derWolf hat geschrieben:Diese Aussage wiederum...
DennisS hat geschrieben:Bez. dem rechtlichen: ich weiß zwar auch nicht ob die Frage "erlaubt" ist, aber im Zweifel hilft dir das ja nix. Wenn du sagst "diese Frage dürfen sie mir nicht stellen!" denkt sich dein Gegenüber seinen Teil.. falls da alles glatt lief würdest du ja antworten.
...kann ich nicht nachvollziehen weil in einem solchen Fall (zur Absicherung vgl. BAG in: DB 1994, S. 939 greift wodurch ausdrücklich) die falsche Antwort auf eine unzulässige Frage rechtlich sanktionsfrei gestellt wird.
Gut, ja, die Notlüge. Dazu muß man dann wohl tatsächlich raten. Ich hatte mich ja nur auf den Fall bezogen dass man offensiv sagt "Diese Frage dürfen sie mir nicht stellen" - den halte ich für problematisch.

xar
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Die Frage: Warum haben Sie Ihrem alten Arbeitgeber gekündigt

Beitrag von xar » 25.03.2012, 12:20

Hallo zusammen,

da es in meinem jetzigem Arbeitsverhältins immer wieder zu Auseinanderstetzungen mit einem Kollegen und sich auf absehbare Zeit auch nicht ändern wird möchte ich den Arbeitgeber wechseln.
Da die Frage "warum wollen sie sich von ihrem Arbeitgeber trennen ,der mehr Bezahlt und auch bessere Arbeitszeiten hat" kommen wird .
Möcht ich euch fragen, ob es richtig ist zu sagen , daß man wegen eines Kollegen kündigt oder kann man das auch anders( besser) umschreiben?

Danke Euch

Gruß

Xar

Masterx
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Beitrag von Masterx » 25.03.2012, 13:48

Hiho,

diese Frage wird im Vorstellungsgespräch oft gestellt um zu ermitteln, wie es mit der Solidarität des Bewerbers zum Unternehmen steht. Daher sollte man tunlichst vermeiden, sich negativ über den Arbeitgeber oder Kollegen auszusprechen.

Vielleicht hilft dir dieser Link bei deiner Frage:

focus.de/finanzen/karriere/bewerbung/vorstellungsgespraech/schwierigefragen/komplex_aid_25412.html

LG

xar
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Beitrag von xar » 25.03.2012, 13:59

Danke Masterx,

na ja , bin hald erst seit einem halben Jahr in der Firma und der Personaler wird dann vermutlich auch fragen warum ich schon wieder wechseln will.
Was kann ich denn da sagen?

Gruß
Alex

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bart
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Beitrag von bart » 25.03.2012, 14:33

U. U. lässt sich so argumentieren, dass die jetzige Stelle ohnehin nur für den Übergang gedacht war und der künftige Job genau dem entspricht was Du schon immer gesucht hast.

Das sollte sich natürlich mit der ausgeschriebenen Position und Deinen Qualifikationen so einigermaßen decken. Gehalt u. Arbeitszeit sind zwar viel aber nicht immer alles.

MfG bart

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Knightley
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Beitrag von Knightley » 25.03.2012, 22:44

Sind diese Auseinandersetzungen auf der persönlichen Ebene, also Richtung Mobbing angesiedelt?

astra777
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Warum gekündigt: wie soll ich es erklären?

Beitrag von astra777 » 23.06.2019, 09:39

Ich brauche Eure Unterstützung und werde für jeden Tipp dankbar sein.

Wir haben uns mit meinem AG geeinigt, uns in der Probezeit zu trennen.

Der Grund war ein mieses Betriebsklima (oder schlechte Chemie?). Es hat auf dieser Ebene einfach nicht gepasst, obwohl ich mich wirklich Mühe gegeben habe.

Das war nicht mein erster Job und ich weiß, dass jede Stelle Vor- und Nachteile hat und dass man kein Paradies erwarten kann, aber bei diesem Betrieb war die Kommunikation (top-down und zwischen Kollegen) einfach so extrem schlecht, dass ich krank geworden wäre, wenn ich länger geblieben wäre. Gespräche haben nichts gebracht, es ging einfach um die Teamkultur und die kann man nicht so einfach verändern.

Meine Leistung war ok, ich habe für die Firma sogar in der kurzen Zeit einen kleinen Branchenpreis gewonnen.

Wie soll ich bei meinen Vorstellungsgesprächen klären, warum ich mich von dem Unternehmen getrennt habe? Ich bewerbe mich im selben Bereich, weil mir die Arbeit an sich einfach extrem viel Spaß macht.

Zerschmetterling
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Re: Warum gekündigt: wie soll ich es erklären?

Beitrag von Zerschmetterling » 24.06.2019, 17:13

Hallo,

wie lange warst Du genau in dieser Firma? Ich würde je nach Ausgangssituation (wie gut ist die Branche vernetzt, warst Du vorher lange arbeitslos) dazu tendieren, die Stelle gar nicht zu erwähnen, es können ja maximal ein paar Monate gewesen sein. Allerdings ist ja die Probezeit genau dazu da, rauszufinden, ob es von beiden Seiten passt. Ich würde es so begründen, dass die Position nicht meinen Erwartungen entsprochen hat.

VG Zerschmetterling

Romanum
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Re: Warum gekündigt: wie soll ich es erklären?

Beitrag von Romanum » 27.06.2019, 10:47

astra777 hat geschrieben:
23.06.2019, 09:39
Das war nicht mein erster Job und ich weiß, dass jede Stelle Vor- und Nachteile hat und dass man kein Paradies erwarten kann, aber bei diesem Betrieb war die Kommunikation (top-down und zwischen Kollegen) einfach so extrem schlecht, dass ich krank geworden wäre, wenn ich länger geblieben wäre. Gespräche haben nichts gebracht, es ging einfach um die Teamkultur und die kann man nicht so einfach verändern.

1. Wie Zerschmetterling schon geschrieben hat, ist die Probezeit ja dazu da, sich kennenzulernen.

2. Willst du ja sicherlich nicht wieder in so einer Firma mit so einem Betriebsklima landen wollen.

Also musst du als Konsequenz 3. in einem Vorstellungsgespräch herausfinden, wie das Betriebsklima bei der potentiellen Firma ist. Das ist schwierig, aber mit größtmöglicher Offenheit erhöhst du die Wahrscheinlichkeit, in der "richtigen" Firma zu landen.

=> Du sagst, was für dich bei einem guten Betriebsklima wichtig ist (ein halbes Dutzend Punkte). Dann sagst du, dass dies beim vorherigen AG nicht gegeben war und stellst entsprechende Fragen an die Gesprächspartner, um herauszufinden, wie es dort mit dem Betriebsklima bestellt ist und/oder ob du einen Firmenrundgang machen könntest und/oder Vorgesetzten sprechen könntest (falls im Vorstellungsgespräch nicht anwesend).

Also nicht so sehr in die Haltung verfallen, etwas Vergangenes erklären zu müssen, sondern selbst Statements zum Betriebsklima setzen und herausfinden, wie die Einstellungen des potentiellen AG sind.


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