Viele Absagen nach Studium

Wie geht es weiter nach Absagen? Was kann daraus gelernt werden? Lass andere an deinen Erfahrungen teilhaben. Berichte über gute und schlechte Erfahrungen bei der Stellensuche.
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Phillin
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Viele Absagen nach Studium

Beitrag von Phillin » 21.04.2017, 11:51

Hallo zusammen,

ich bewerbe mich nun seit mittlerweile fünf Monaten, habe gerade mein Studium beendet und möchte endlich richtig in den Job einsteigen. Habe vorher schon eine Ausbildung gemacht und durch diverse Werkstudententätigkeiten auch relevante Erfahrungen gesammelt.

Ich bekomme sehr viele Einladungen zu Gesprächen und letztendlich hagelt es doch immer Absagen.

Bei den Jobs, die meiner Qualifikation theoretisch entsprechen, gibt es aus meiner Sicht zwei Problematiken: Entweder weise ich zu wenig Berufserfahrung auf oder ich bin zu unflexibel (wegen Kinderbetreuungszeiten).

Jobs, die häufig in Teilzeit angeboten werden, liegen oft weit unter meiner Qualifikation, d.h. es wird eine Ausbildung vorausgesetzt. Ich bewerbe mich zwar und versuche auch glaubhaft zu versichern, dass der Job zu mir passt, aber letztendlich hagelt es auch da Absagen, häufig mit der Begründung ich wäre schnell unterfordert.

Ja, was denn nun? Ich habe das Gefühl für mich gibt es keinen Mittelweg. Ein Job, der zwar ausreichend anspruchsvoll ist, aber sich trotzdem mit einem Kind und mit wenig/keiner Berufserfahrung ausführen lässt.

Bin langsam echt frustriert und weiß nicht, was ich machen soll. Hat jemand Tipps? Wie kann ich glaubhaft versichern, dass mir solche geringer qualifizierten Jobs ausreichen? Oder was kann ich tun, um andere zu überzeugen, dass gute Leistung nicht von der Arbeitszeit abhängt?

Viele Grüße,

Phillin

Romanum
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Beitrag von Romanum » 24.04.2017, 10:21

Phillin hat geschrieben:Wie kann ich glaubhaft versichern, dass mir solche geringer qualifizierten Jobs ausreichen? Oder was kann ich tun, um andere zu überzeugen, dass gute Leistung nicht von der Arbeitszeit abhängt?

Wenn du dich auf solche Nebenschauplätze versteifst, dann hast du schon verloren. Die Fragen klingen eher nach Verzweiflung und damit kann man nicht überzeugend sein. Du willst "glaubhaft etwas versichern" klingt für mich eher danach, als wenn du unsicher wärst und glaubst, irgendwelche angebliche Makel verdecken zu müssen.

Wenn du sehr viele Einladungen zu Vorstellungsgesprächen bekommst, dann können die Absagen nicht an deiner Qualifikation liegen.

Vielleicht solltest du noch mal die Vorstellungsgespräch an sich nacharbeiten, sofern du dich daran erinnern kannst. Also bspw. was hat dir gut gefallen, was weniger, auf welche Fragen konntest du präzise und sicher antworten, welche Fragen haben dich verunsichert, wie bist du mit den unterschiedlichen Gesprächstypen klargekommen, wie waren die Reaktionen auf Antworten zu heiklen Fragen usw.

Phillin
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Beitrag von Phillin » 25.04.2017, 08:33

Natürlich bin ich verzweifelt, ist wohl normal, wenn man sich schon seit einigen Monaten bewirbt, auch sehr positive Rückmeldungen bekommt, aber trotzdem keine Zusagen erhält. Ich bin mir aber ziemlich sicher das entsprechend verstecken zu können. Mit Ausnahme der eher gering qualifizierten Jobs, das ist klar. Natürlich bewerbe ich mich auf solche Stellen nur aus Verzweiflung, weil ich eben erstmal arbeiten will. Aber was soll ich denn machen, hab ich eine Wahl?

Ich reflektiere jedes einzelne Gespräch, schreibe mir die Fragen auf, überlege welche Antworten ich auch im Nachhinein noch überzeugend finde und wo Verbesserungspotenzial ist, um dies beim nächsten Gespräch umzusetzen. Ich bekomme auch durchaus sehr positive Rückmeldungen zu meiner Person und meiner Qualifikation. Ich merke aber immer wieder, dass das Gespräch beim Thema Arbeitszeit ins Stocken gerät. Mehrmals habe ich die konkrete Rückmeldung bekommen, dass ich den Job aufgrund der unflexiblen Arbeitszeiten nicht erhalte. Und auch bei Gesprächen, bei denen ich keine konkrete Rückmeldung erhalte, merke ich ganz deutlich, wie sehr das Thema zum Problem wird. Nicht ich versteife mich auf dieses Thema, sondern die potenziellen Arbeitgeber. Ich bin mir sicher, dass ich schon längst einen Job hätte, wenn ich flexibler wäre. Aber das ist nunmal ein Umstand, den ich nicht ändern kann. Ansprechen muss ich es im Gespräch, das ist klar. Ich versuche aber den Fokus nicht darauf zu legen.

katerfreitag
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Beitrag von katerfreitag » 25.04.2017, 08:50

Wie ist denn die Kinderbetreuung bei Dir geregelt?

Phillin
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Beitrag von Phillin » 25.04.2017, 11:49

katerfreitag hat geschrieben:Wie ist denn die Kinderbetreuung bei Dir geregelt?
Meine Tochter wird von 7.30 bis 15.30 Uhr betreut. Ich könnte an drei Tagen von ca. 7.00 bis 14.30/15.00 Uhr (je nach Anfahrtsweg) arbeiten und an zwei Tagen von ca. 8.30 bis 17.30 Uhr, wobei ich hinsichtlich der Tage immer eine entsprechende Flexibilität signalisiere.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 29.04.2017, 12:22

Berufseinstieg in Teilzeit bei einem anspruchsvollen Job... das ist wirklich eine äusserst unglückliche Kombination. Normalerweise ist es ja eher so, dass ausserplanmässige Mehrarbeit gewissermasssen als Kompensationsmöglichkeit für fehlende Berufsserfahrung betrachtet wird... manchmal auch so, dass besondere Erfahrung eine geringere Verfügbarkeit kompensieren kann. Aber beides zugleich OHNE die jeweilige Kompensationsmöglichkeit ist schwierig... zumindest dann, wenn man auf eine Stellenauschreibung reagiert, hinter der ein konkret zu erbringenes Arbeitspensum steht.

Andererseits ist es ja oft so, dass bereits anwesende Mitarbeiter (gerade auch in anspruchsvollen Jobs) oft derart viel zu tun haben, dass sie eigentlich eine dritte Hand brauchen würen. Die würde auch dann schon sehr viel helfen, wenn man sie nur in regelmässigen Halbtags-Portionen hätte. Ich könnte mir vorstellen, dass Du Dich initiativ als genau solch eine "dritte Hand" für einen Berufskollegen vorstellst, der gerade in Arbeit versinkt...

Das wäre gewissermassen der Mittelweg zwischen den Jobs, um die Du Dich derzeit *eigentlich* bewirbst und denen, Die Du aus Verzweiflung ggf. anzunehmen bereit wärst... für den Moment zwar nur zuarbeitend - aber immerhin schon einmal mitten im Thema...

Thommyyy
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Beitrag von Thommyyy » 01.05.2017, 01:53

da bist du nicht allein

ich habe 6 Monate vor abschluss angefangen mich zu bewerben

180 Bewerbungen verfasst und 7 stunden am tag mit gezielten Bewerbung verbracht

die Konkurrenz ist in jedem Bereich sehr groß !

kenne persönlich sogar viele BWLer ingenieure und Juristen die arbeitslos sind obwohl hervorragende noten

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