Nur Bewerber aus dem Umkreis von XX Kilometern

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Antigone
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Nur Bewerber aus dem Umkreis von XX Kilometern

Beitrag von Antigone » 09.12.2009, 06:40

Guten Morgen zusammen!

Nachdem ich die Entscheidung gefasst habe, mein Studium abzubrechen und stattdessen eine Ausbildung anzufangen, wälze ich momentan die Stellenangebote.

Bei einer überwiegenden Mehrheit der Ausschreibungen finde ich dabei dann so tolle Sätze wie "Nur Bewerber aus dem Umkreis von 20 Kilometern" oder ähnliches. Ich frage mich jetzt, was ich von so etwas halten soll, denn ich wohne beispielsweise auf dem Land und für den Beruf, den ich gerne lernen würde, gibt es hier in der näheren Umgebung einfach keine Ausbildungsplätze. Von daher ist so eine Begranzung ja schon auf irgendeine Weise diskriminierend... ;)

Naja, ich werde mich auf diese Angebote einfach trotzdem bewerben. Meine Frage ist nun, ob ich im Anschreiben erwähnen sollte, warum ich mich auch "von weiter her" (wenn man eine Entfernung von 40 km so bezeichnen mag) bewerbe, oder besser darauf gar nicht eingehe.

Ich freue mich auf eure Meinungen.

Viele Grüße
Antigone

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Knightley
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Beitrag von Knightley » 09.12.2009, 17:26

Von daher ist so eine Begranzung ja schon auf irgendeine Weise diskriminierend...
Das finde ich schon.

Man muss jetzt überlegen, welchen Sinn diese Eingrenzung für das Unternehmen ergibt. Dann könnte man darauf im Anschreiben reagieren.

Eine Möglichkeit ist sicherlich, dass davon ausgegangen wird, dass man bei einem längeren Anfahrtsweg nicht ausgeruht/ ausgeschlafen zum Arbeitsplatz/ zur Berufsschule kommt. Dementsprechend könnte man eine Formulierung suchen, die diesem Eindruck entgegenwirkt.

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Bennie
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Beitrag von Bennie » 09.12.2009, 21:44

Ich hatte von meiner Berufsberaterin vor einiger Zeit auch einen Vermittllungsvorschlag für einen Ausbildungsplatz zugeschickt bekommen, in dem es hieß, dass nur Bewerber aus der Gemeinde S. berücksichtigt werden können. Daraufhin habe ich dann nachgefragt, weil ich aus der Nachbargemeinde komme und es hieß: Es geht dem Arbeitgeber nur darum,dass der künftige Mitarbeiter seinen Ausbildungsplatz auch erreichen kann,gemeint ist eine "räumliche Nähe".

Ausbildungsplatzbewerber sind ja im Allgemeinen Fahranfänger, wenn du nun schon eine routinierte Fahrerin bist, wird die Firma das eventuell auch nicht so eng sehen.
Deshalb würde ich an deiner Stelle extra betonen, dass du eine routinierte Fahrerin bist, ein eigenes Auto hast und die Entfernung für dich kein Hindernis darstellt.

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s0Nne
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Vielleicht, weil...

Beitrag von s0Nne » 17.12.2009, 18:50

Es kann auch sein, dass sie die Entfernung bzgl. der "Homeworker" begrenzen möchten.

Ich kenne es aus unserem Unternehmen, dass sich Leute bewerben die zu Hause arbeiten möchten (u. a. Konstrukteure).

Mit einer Kilometer- / Entfernungsbegrenzung schließt man diese Möglichkeit für potenzielle Bewerber direkt aus.


Lieben Gruß
s0Nne :)

pluto7
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nur bewerber im umkreis von..

Beitrag von pluto7 » 03.01.2010, 10:49

Hallo Ihr Lieben,

erstmal allen ein frohes neues Jahr mit gaaanz viel Glück und tollen Jobangeboten.

Bei einigen Stellenanzeigen lese ich oft den Zusatz "nur bewerber im umkreis von... km"

So grundsätzlich kann ich das verstehen, habe damit auch gar kein Problem.

Nur, ich bin örtlich ungebunden, d.h. ich bin eh bereit umzuziehen.

Bisher bin ich auf diesen Zusatz nie eingegangen weil es für mich völlig logisch ist, dass ich diesen Zusatz gelesen habe und eben bereit bin umzuziehen.

Nun ist mir aber schon bei einigen Telefonaten aufgefallen, das die ganz skeptisch gefragt haben "wie sie kommen doch aus...?"

Meine Frage nun wie und wo setze ich meinen Zusatz "ich bin örtlich ungebunden und bereit umzuziehen" hin? Auch eine etwas glücklichere Forumulierung ist sicher angebracht?

Lieben Gruß von Pluto

chriggl
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Beitrag von chriggl » 03.01.2010, 11:55

schliesst eine bewerbung auf ein angebot nen umzug nicht so oder so mit ein ? versteh diesen zusatz in stellenangeboten ehrlich gesagt auch nicht. jedoch denke ich das die das auf bus / zug verbindungen und pünktlichem arbeitsbeginn zurückführen nicht unebdingt auf jemanden, der von weiter her zuziehen würde für den job ..

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Mialotta
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Beitrag von Mialotta » 03.01.2010, 18:08

Hallo,

ich habe gerade erst die Erläuterung eines Personalleiters dazu gehört.

Die Stelle auf die ich mich beworben habe, liegt ca. 30 km von meinem Wohnort entfernt. Eigentlich war ich damit schon raus aus dem Rennen. So die Aussage des Personalleiters. Aufgrund meiner guten Bewerbung und der zweiten Person, die für die Auswahl zum Vorstellungsgespräch zuständig war, bin ich aber doch eingeladen worden. Beim dem Gespräch haben wir uns ausführlich über diesen Zusatz unterhalten und die Argumentation des Personalleiters leuchtet mir schon ein.

Erfahrungen hätten wohl gezeigt, dass viele Arbeitnehmer "erstmal" jeden Job annehmen. Auch wenn dieser mit einer weiten Anfahrt verbunden ist. Wobei "weite Anfahrt" auch immer relativ ist. Der Arbeitnehmer schaut sich aber doch weiter nach einem Job in seinem näheren Umfeld um und verlässt das Unternehmen kurz- oder mittelfristig wieder. Das ist für das Unternehmen natürlich nicht schön, denn in der Regel wird eine lange Zusammenarbeit angestrebt oder zumindest erwünscht. Darum lädt der Personaler von meinem letzten Gespräch auch keine Bewerber ein, die weiter als 30 km entfernt wohnen.

Dieser Zusatz hat wohl nichts mit Bewerbern zu tun, die in einer ganz anderen Stadt wohnen und umziehen würden, sondern ist eher an Bewerber gerichtet, die jeden Tag einen langen Anfahrtsweg hätten.

Liebe Grüße
Steffi

Macbeth
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Beitrag von Macbeth » 01.02.2010, 14:40

30km Umkreis = Frechheit.
Wenn man bedenkt, dass das Arbeitsamt eine Entfernung von 100km bzw. 2,5 Std Fahrtzeit für hin und zurück als zumutbar hält.

@Pluto7:
der Zusatz "bin örtlich ungebunden..." kann man machen.
Es ginge vielleicht auch "Ich bin unbegrenzt mobil..."
Damit drückt man eigentlich alles aus.


mfg
Macbeth

SandraZ
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Beitrag von SandraZ » 03.02.2010, 17:28

Mialotta hat geschrieben:Hallo,

ich habe gerade erst die Erläuterung eines Personalleiters dazu gehört.

Die Stelle auf die ich mich beworben habe, liegt ca. 30 km von meinem Wohnort entfernt. Eigentlich war ich damit schon raus aus dem Rennen. So die Aussage des Personalleiters. Aufgrund meiner guten Bewerbung und der zweiten Person, die für die Auswahl zum Vorstellungsgespräch zuständig war, bin ich aber doch eingeladen worden. Beim dem Gespräch haben wir uns ausführlich über diesen Zusatz unterhalten und die Argumentation des Personalleiters leuchtet mir schon ein.

Erfahrungen hätten wohl gezeigt, dass viele Arbeitnehmer "erstmal" jeden Job annehmen. Auch wenn dieser mit einer weiten Anfahrt verbunden ist. Wobei "weite Anfahrt" auch immer relativ ist. Der Arbeitnehmer schaut sich aber doch weiter nach einem Job in seinem näheren Umfeld um und verlässt das Unternehmen kurz- oder mittelfristig wieder. Das ist für das Unternehmen natürlich nicht schön, denn in der Regel wird eine lange Zusammenarbeit angestrebt oder zumindest erwünscht. Darum lädt der Personaler von meinem letzten Gespräch auch keine Bewerber ein, die weiter als 30 km entfernt wohnen.

Dieser Zusatz hat wohl nichts mit Bewerbern zu tun, die in einer ganz anderen Stadt wohnen und umziehen würden, sondern ist eher an Bewerber gerichtet, die jeden Tag einen langen Anfahrtsweg hätten.

Liebe Grüße
Steffi

Als mein Mann sich eine neue Stelle suchte, riefen auch häufiger mal unter fadenscheinigen Gründen die Personaler hier an und fragten mich dann ob ich denn bereit wäre umzuziehen. Es ging dabei allerdings um weitere Entfernungen, teilweise auch anderes Bundesland.
Sie hatten leider auch schon all zu oft negative Erfahungen mit neuen Ma gemacht, deren Ehepartner dann doch nicht umziehen wollten und dann im Prinzip ein ähnliches Problem hatten, wie das was dir der Personaler in deinem Gespräch erklärte.

**mizi**
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Beitrag von **mizi** » 04.02.2010, 08:53

Irgendwie kann ich es nachvollziehen, aber es gibt eben auch Situationen, da liegen die Dinge anders.
Wir leben nun mal sehr ländlich und da kann man sich die Jobs nicht so wirklich aussuchen, daher ist es völlig normal, dass sich Menschenmengen jeden Morgen mit dem Zug auf nach Berlin machen (sind ca. 40 Minuten Fahrtzeit).
Meine Mutter bewirbt sich auch in Berlin und einmal rief ein völlig verwirrter Arbeitsvermittler aus Berlin an und fragte mich, ob meine Mutter echt jeden Tag nach Berlin arbeiten fahren möchte.

In dieser Zeit traten solche Nachfragen häufiger auf und ich habe sehr charmant geantwortet, dass man von uns nach Berlin nicht mehr eine Woche mit der Postkutsche unterwegs ist.

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