Ausbildungsplatz als Industriekauffrau oder KfB Fahrtkosten?

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Industriekauffrau oder Kauffrau für Bürokommunikation?

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LadyPuunk
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Ausbildungsplatz als Industriekauffrau oder KfB Fahrtkosten?

Beitrag von LadyPuunk » 19.04.2012, 18:51

Hallo!

Ich hab gerade eine Entscheidung zu treffen, die mir sehr sehr schwer fällt!


Ich habe ein Stelle zur Ausbildung als Industriekauffrau gefunden (endlich!) Das wäre eigentlich mein Traumberuf. Jedoch ist der Arbeitsplatz ca 55 km von meinem Zuhause entfernt, die monatlichen Fahrtkosten betragen ca 180 Euro. Ich habe schon beim Arbeits/Landratsamt nachgefragt ob ich irgendwelche Föderungen erhalten kann: NULL. Es gäbe eventuell noch die Möglichkeit auf Berufsausbildungbeihilfe, aber da ich noch nicht volljährig bin und auch ungern allein leben möchte wird es mit einer Wohnung schwierig werden. Die Brutto-Ausbildungsvergütung: 503 Euro im Monat. Nach meinen Rechnungen bleiben mir also noch gut 200 Euro übrig fürs Leben. Die Firma wäre ein Photovoltaikhersteller, jeder sagt mir, dass die Branche in Deutschland nicht mehr gut läuft.

Allerdings habe ich auch noch ein Angebot zur Kauffrau für Bürokommunikation in meiner Stadt, bei einem Onlineshop (gehört zu einer japanischen kette). Ich denke, dass ich dort auch um die 450 - 500 Euro brutto verdienen würde. Allerdings habe ich auch gelesen, dass das Gehalt später niedriger sein wird.

Grundsätzlich sind sich die beiden Berufe ja sehr ähnlich. Jedoch denke ich, dass ich als Industriekauffrau mehr Möglichkeiten habe und auch von der Tätigkeit ein weiteres Spektrum habe.

Wie würdet ihr euch entscheidne?
Habt ihr noch Ideen, wo ich nach finanzieller Hilfe fragen kann?

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Knightley
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Beitrag von Knightley » 20.04.2012, 00:02

Mit Industriekauffrau kannst du später wahrscheinlich mehr anfangen, wenn der Ausbildungsbetrieb nicht gerade ein Photovoltaikhersteller wäre. In der Branche ist wirklich Krise angesagt. Was stellen die denn her: Solarmodule oder eher Bauteile? Hast du im Vorstellungsgespräch entsprechende Fragen zur Geschäftssituation gestellt. Du solltest Informationen über das Unternehmen und ggf. den Mutterkonzern sammeln, eventuell sind schon Sparmaßnahmen oder andere Maßnahmen geplant. :?

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 20.04.2012, 06:36

Hallo LadyPuunk,

wenn man einen Traumberuf hat, dann sollte man ihn auch erlernen. Denn nur in diesem Beruf kann man wirklich zufrieden werden.
Entscheidet man sich gegen diesen Beruf und wählt eine Alternative, wird man, sobald es in dem Alternativberuf einmal nicht rund läuft, und das passiert in jedem Beruf, der verpassten Chance hinterhertrauern.

Wenn Du im Übrigen die Ausbildung in der Photovoltaikbranche absolvierst, bedeutet das ja nicht, dass Du zeitlebens nur noch in dieser Branche arbeiten kannst. Mit dem Ende der Ausbildung kannst Du nicht nur den Betrieb, sondern auch die Branche wechseln.

Träume sind jedenfalls da, um auch gelebt zu werden.

Viele Grüße aus Duisburg

LadyPuunk
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Beitrag von LadyPuunk » 20.04.2012, 07:01

Nun ja in erster Linie stellen sie das Glas her.
Nein ich habe nicht, danach gefragt. Ich selbst habe das auch erst später erfahren, dass es in dieser Branche schlecht läuft. Besonders mein Vater hat Angst, dass die Firma in den nächsten 3 Jahren pleite geht.


Das größte Problem sind halt diese verdammten Fahrtkosten. Da bleibt von der Ausbildungsvergütung so gut wie nichts mehr (200 Euro -> brauch ich aber so zum Leben) Mein Ziel wäre es halt auch gewesen, jeden Monat etwas zu sparen um später auch eine eigene Wohnung haben zu können. (Also mit eigenen Möbeln etc) und zurück legen kann ich garnichts. Soweit ich es ausgerechnet habe bliebe mir ein Stundenlohn von 1,33 Euro! Super , oder?
Ich habe so eine Wut auf diesen Staat! Zum Einem rät das Arbeitsamt sich in einem größeren Umfeld zu bewerben, aber Fahrtgeld wird trotzdem nicht bezahlt. Und es gibt von den ganzen Harz4Empfänger sicher auch welche, die zuhause sitzen und faul sind und einfach keinen Bock haben zu Arbeiten. Selbst denen bleibt mehr Geld als mir!

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 20.04.2012, 14:48

Hallo LadyPuunk,

zunächst einmal brauch sich dein Vater keine ngst zu machen. Sollte der worst case eintreten, gibt es bei jeder Kammer einen Ausbildungsberater, der genau weiss, in welchem Unternehmen in welchem Ausbildungsjahr ein Ausbildungsplatz frei ist. Im Idealfall kann es dann sein, dass Du nahtlos den Ausbildungsbetrieb wechselst und die Ausbildung ohne Zeiteinbusse fortsetzt.
Im schlimmsten Fall kann es sein, dass es keinen betrieb im gleichen Ausbildungsjahr gibt, wohl aber in einem darunter. dann würdest du ebenfalls den Betrieb wechseln und würdest unter Anerkennung der Vorzeiten halt ein Jahr später die Ausbildung abschließen.

Hast Du einmal beim Unternehmen, dass Dich als auszubildende haben möchte, nachgefragt, in wie weit es dort Unterstützungsmöglichkeiten gibt? Ob vielleicht neben Dir noch andere Auszubildende oder Mitarbeiter aus Deiner Stadt/Ort kommen? Über Fahrgemeinschaften könntest Du die Fahrtkosten erheblich reduzieren.

Und was nun Hartz IV betrifft: kann man mit 337,00 € wirklich soviel mehr anstellen? Zumal man davon auch noch die laufenden Kosten wie Telefon, Strom und Versicherungen davon zahlen muss.
Dann wird man noch verpflichtet, jeden Monat Bewerbungen zu schreiben. Verstößt man gegen Auflagen, bewirbt sich nicht, weil man keinen Bock hat, droht sofort ein Sperre, die auf Null reduziert werden kann. Also so beneidenswert ist der Hartz-IV-Empfang nun wirklich nicht.
Und wenn dann von Menschen mit Null-Bock berichtet wird, sind das oft diejenigen, die mangels Perspektivlosigkeit keine Motivation mehr haben, sich aufgegeben haben, nach der xten Absage.

Um, aber noch einmal auf Dich zurückzukommen. Erkundige dich einmal bei dem Ausbildungsbetrieb.

Die Alternative kann ja auch darin bestehen, sich bei einem anderen Unternehmen für die entsprechende Traumausbildung zu bewerben. es besteht immer die Möglichkeit, noch bei einem Unternehmen unterzukommen, etwa weil ein Auszubildender kurzfristig abgesagt hat und der Platz wieder frei wurde.
Ein Kunde von uns ist erst heute von einem Betrieb angerufen worden, der ihm vor einem Monat abgesagt hatte, ob er noch an dem ausbildungsplatz interessiert wäre. Dumm für den Betrieb, der Kuinde hatte erst gestern woanders den Vertrag unterschrieben.

Viele Grüße aus Duisburg

LadyPuunk
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Beitrag von LadyPuunk » 20.04.2012, 16:04

n meiner Stadt gab es gerade einmal 12 frei Stellen für den Beruf Industriekauffrau.
Mich ärgert es so sehr, ich will arbeiten und was gescheites lernen und hab im Endeffekt nichts davon! Ein Harzer der echt keinen Bock hat bekommt 374 und ich nur noch 200 . Haha, hallo ist das fair? Jeder der in nem Supermarkt arbeitet für 400 bekommt nicht viel mehr....

Die meisten in dem Betrieb kommen aus der Stadt.

PBms
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Beitrag von PBms » 22.04.2012, 23:02

Das ganze Leben ist nicht fair, merk dir das. Es ist auch völlig egal was der Harzer von nebenan bekommt oder der Bundespräsident a.D.
Wichtig ist das was du bekommen willst.
Dein Ziel ist es ja offenbar einen Beruf zu erlernen und aus deinem Leben etwas zu machen. Das ist schonmal sehr gut.

Tendenziel würde ich dir eher zu dem "sichereren" Job beim Onlineshop raten. Wenn das ganze durch ist kannst du ja immernoch Industriekauffrau werden oder dir durch Zusatzqualifikationen einen ähnlichen Stand erwerben mit denen sich Industriekaufleute auch weiterbilden würden/könnten.

Stell dir mal nämlich vor: die Solarbranche kippt wirklich noch in diesem oder im nächsten Jahr aus den Schuhen, bei den Azubis wird dann zuerst gespart. Die IHK ist zwar da und versucht zu "helfen" wenn es aber nichts gibt, können die auch nicht zaubern.

Du wohnst ja sicherlich auch noch zu Hause, da ist es legitim das dich deine Eltern noch unterstützen bzw. dir keine weiteren Kosten an den Hals jagen.
Selbst wenn du dich für Industriekauffrau entscheidest und "nur" 200€ über hast, dann hast du ja wohl immernoch mehr Geld in der Hand als jetzt oder? Dann bleiben es auch nicht immer die 200€ mit jedem Jahr verdienst du mehr Geld und wenn du 18 bist bekommst du ja dann dein BAB das die Mietkosten übernimmt wenn du zu deinen Ausbildungsbetrieb ziehst (dafür aber bitte nochmal genauer informieren, beim BAB gibt es viele Bedingungen)
Und es ist allemal sinnvoller irgendwas zu machen als Harzer zu werden und sein Leben lang nicht mehr als 400€ zu bekommen und dort jeden Monat antraben zu dürfen.
Wenn du ausgelernt bist und angestellt bist bekommst du allemal mehr Geld und dein Leben kommt dir sinnvoll vor.
Es ist oft so das man am Anfang etwas "investieren" muss um später etwas davon zu haben.
Du sähst ja auch nicht Gemüse im Garten und knabberst an den Trieben herum sondern du geduldest dich und erntest dann einen richtigen Salat.

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 23.04.2012, 16:58

Hallo PBms,

nachdem ich nun ein gutes halbes Jahrhundert auf dieser Erde lebe und dabei sowohl die Gipfel erstürmt, wie auch die tiefsten Täler durchschritten habe, in denen kein tageslicht schien, kann ich Dir nur sagen, das "Leben" hat damit gar nichts zu tun, was einem passiert.

Jeder Mensch ist für sich alleine verantwortlich und muss bereit sein, auch die Konsequenzen für sein Verhalten zu übernehmen und zu tragen.

Wenn also etwas im eigenen Leben nicht so rund läuft, dann sind es nicht äußere Umstände, die dazu geführt haben, sondern das eigene Verhalten.

Für die Täler, die ich durchwandert habe, war einzig un alleine ich verantwortlich, nicht das Leben und nicht die Gesellschaft.

Wer das erkennt und beherzigt, wird immer wieder feststellen dürfen, wie schön das Leben doch ist.

Viele Grüße aus Duisburg

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