erste Ausbildung mit 26 nach 6j Nichtstun

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hgicht
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erste Ausbildung mit 26 nach 6j Nichtstun

Beitrag von hgicht » 19.04.2012, 18:53

Hallo, ich habe vor mein Leben zu ändern und werde mich nun als Landschaftsgärtner bewerben. Doch dazu brauche ich dringend professionelle Hilfe, da ich allein nicht mehr den Durchblick wahren kann. Deshalb bin ich froh, dieses Forum gefunden zu haben.

Soweit, so gut.. an meiner Person und dem Wunsch, eine solche Ausbildung zu beginnen, gibt es leider einige Punkte, die einem potentiellen Arbeitgeber sicherlich ein Dorn im Auge sind. Zum einen bin ich bereits 26 Jahre alt und dies wäre meine erste Ausbildung. Als Schulabschluss besitze ich lediglich die FOR mit schlechter Mathenote (5). Die Fachhochschulreife mit verbundener Ausbildung zum ITA musste ich abbrechen.

Ich will ehrlich sein und meine Situation nicht schönreden: Aufgrund privater Komplikationen und einiger Orientierungslosigkeit habe ich leider eine relativ große Lücke in meinem Lebenslauf vorzuweisen, welche ansich unentschuldbar ist. Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass meine schulische Qualifikation in Verbindung mit einer Lücke im Lebenslauf, des Ausmaßes von mehreren Jahren (6 an der Zahl), ein berufstechnisches Todesurteil in dieser Gesellschaft sein kann und die meisten Personalchefs Bewerbungen mit solchen Mankos präventiv übersehen, manche es gar als Beleidigung oder Scherz auffassen.

Ich bin nun an einem Punkt angelangt, an dem dringend etwas geschehen muss. Mir wird immer schmerzlicher bewusst, wie sehr meine Situation mein Leben angreift, was sich nicht zuletzt im sozialen Umfeld und persönlichen Wohlbefinden niederschlägt. Ich bin entschlossen, mein Leben um 180° zu ändern, mich zu entfalten, endlich einem Beruf nachzugehen und endlich Teil der arbeitenden Gesellschaft zu werden. Ich will auf eigenen Beinen stehen und unabhängig sein, ich will nicht weiter am Bodensatz der Gesellschaft vegetieren und mich hinter Ausreden verstecken. Ich will leben und nicht mit 30 den Löffel abgeben, weil ich die Kurve nicht bekam!

Meiner Vorgeschichte zum Trotze kann ich dennoch behaupten, dass ich nicht arbeitsscheu bin und gern neue Dinge erlerne. Ich habe bereits privat viele Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt und habe den Garten meiner Mutter einschließlich Pflasterarbeiten, Bepflanzungen, Brunnen und Gartenlaube nahezu komplett allein angelegt. Von Außenstehenden ernte ich dafür oft viel Lob und Begeisterung. Ich habe Erfahrungen mit sämtlichen Gepflogenheiten, die die Natur einem bietet. Bin botanisch bewandert und handwerklich begabt. Verstehe die Pflanzenzucht, kann aber ebenso die Flex schwingen.

Ich bin entschlossen und habe mittlerweile ein langristiges berufliches Ziel vor Augen (Ausbildung GaLa -> FH Studium Landschaftsarchitekt -> beruflich als Landschaftsarchitekt tätig sein, alternativ irgendwann GaLa Meister werden)

Ich weiß, dass man mich gern präventiv in Schubladen steckt und als arbeitsfaulen Honk abstempelt. Aber dies bin ich nicht, ich habe Potential und ich will dies auf jeden Fall unter Beweis stellen und meinen zukünftigen Arbeitgeber beeindrucken.

Wie kann ich dieses Ziel mit meinem unvollständigen Lebenslauf erreichen?
Soll ich offen und ehrlich über meine persönliche Tiefphase reden, oder soll ich die 6 Jahre schönreden, gar mit Notlügen rechtfertigen?
Kann ich meine privaten Referenzen in der Bewerbung nutzen? Sprich: wäre es von Vorteil, Bilder meiner geschaffenen "Werke" der Bewerbung als Referenzen beizufügen?
Darüber hinaus betreibe ich eine gut besuchte Webseite zum Thema, welche oft viel Lob erntet. Dort stelle ich meine Referenzen vor und gebe Einblicke in meine Passion. Kann diese Seite mir bei der Bewerbung eventuell von Vorteil sein?

Bis auf die privaten Referenzen habe ich nichts weiteres vorzuweisen. Keine Praktika etc.

Das wäre es erstmal an Fragen für den Anfang. Wäre froh, konstruktive Tipps zu erhalten. Danke und mfg!

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 19.04.2012, 22:15

Hallo hgicht,

dass Personalverantwortlichen Menschen wie Dir keine Chance geben, kann ich in der Form nicht bestätigen.

Mit einer aussagekräftigen Bewerbung, aus der sich ergibt, dass Du jetzt motiviert bist, dass Du weisst, was du willst, in der man deine Begeisterung für diese Ausbildung regelrecht spüren kann, hast Du immer eine Chance zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Und wenn Du da den schriftlichen Eindruck bestätigst, stehen die Aussichten auf einen Ausbildungsvertrag gut.

Ein junger Kunde von uns, der einen ziemlich Absrurz hinter sich hat mit "Reha"-Masnahmen, einem zweijährigen Loch im lebenslauf hat heute seinen Ausbildungsvertrag bekommen.

Du siehst, wenn Du willst, dann besteht die Möglicghkeit.

Allerdings solltest Du gar nicht erst versuchen, die Vergangenheit schön zu reden. Das merken Personalverantwortliche sofort. Nur mit Ehrlichkeit wirst Du eine Chance bekommen. Und so besch.... Deine Vergangenheit ist, der Vorteil: dadurch hast die Möglichkeit eine Ausbildung zu bekommen, wo man Dich so akzeptiert, wie Du bist.

Viele Grüße aus Duisburg

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Knightley
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Beitrag von Knightley » 19.04.2012, 23:24

hgicht hat geschrieben:Hallo, ich habe vor mein Leben zu ändern und werde mich nun als Landschaftsgärtner bewerben. Doch dazu brauche ich dringend professionelle Hilfe, da ich allein nicht mehr den Durchblick wahren kann. Deshalb bin ich froh, dieses Forum gefunden zu haben.
Du schreibst doch sehr durchdacht und bist voller Elan. Wenn dein Anschreiben auch so aussieht, dann wirst du damit auch einige Chefs überzeugen können, dich einzuladen.

Eigentlich rät man immer, die negativen Aspekte des Lebenslaufs im Anschreiben nicht zu thematisieren, aber aufgrund der Länge des Leerlaufs kann es auch funktionieren, den Lerneffekt aufzunehmen.

Eigentlich hast du somit dein Anschreiben schon fast selbst geschrieben. Dies könnte ein guter Ausgangspunkt für weitere Überlegungen sein:
Sehr geehrter Herr ...,

...

Aufgrund privater Komplikationen und einiger Orientierungslosigkeit habe ich leider eine relativ große Lücke in meinem Lebenslauf vorzuweisen. Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass meine schulische Qualifikation in Verbindung mit einer Lücke im Lebenslauf nicht optimal ist. Mir wird immer schmerzlicher bewusst, wie sehr meine Situation mein Leben angreift, was sich nicht zuletzt im sozialen Umfeld und persönlichen Wohlbefinden niederschlägt. Ich bin entschlossen, mein Leben um 180° zu ändern, mich zu entfalten, endlich einem Beruf nachzugehen und endlich Teil der arbeitenden Gesellschaft zu werden.

Meiner Vorgeschichte zum Trotze kann ich dennoch behaupten, dass ich nicht arbeitsscheu bin und gern neue Dinge erlerne. Ich habe bereits privat viele Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt und habe den Garten meiner Mutter einschließlich Pflasterarbeiten, Bepflanzungen, Brunnen und Gartenlaube nahezu komplett allein angelegt. Von Außenstehenden ernte ich dafür oft viel Lob und Begeisterung. Ich habe Erfahrungen mit sämtlichen Gepflogenheiten, die die Natur einem bietet. Ich bin botanisch bewandert und handwerklich begabt, verstehe die Pflanzenzucht, kann aber ebenso die Flex schwingen.

Ich bin entschlossen und habe mittlerweile ein langfristiges berufliches Ziel vor Augen: Eine Ausbildung und eine erfolgreiche Berufslaufbahn im Garten- und Landschaftsbau. Ich habe Potential und ich will dies auf jeden Fall unter Beweis stellen – gerne stehe ich Ihnen für ein Praktikum zu Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Soll ich offen und ehrlich über meine persönliche Tiefphase reden, oder soll ich die 6 Jahre schönreden, gar mit Notlügen rechtfertigen?
Notlügen sind nicht gut. Ich glaube, man verstrickt sich dann auch schnell darin, so dass nichts gewonnen ist.
Darüber hinaus betreibe ich eine gut besuchte Webseite zum Thema, welche oft viel Lob erntet. Dort stelle ich meine Referenzen vor und gebe Einblicke in meine Passion. Kann diese Seite mir bei der Bewerbung eventuell von Vorteil sein?
Das liest sich ja schon relativ professionell. Daher kann es schon ein Vorteil sein, damit dein Interesse und dein Können zu untermauern.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 20.04.2012, 22:43

Je nachdem, wie zahlreich und qualifiziert diese Referenzen sind, könnte es evtl. auch infrage kommen, die ganze Bewerbung aus dieser Richtung aufzuziehen... Dich quasi geradeaus als langjährigen Hobbygärter vorzustellen und das LL-Thema über einen deutlich ergiebigeren "Fachmann"-Teil gewissermassen an die Wand zu drücken...

hgicht
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Beitrag von hgicht » 25.04.2012, 16:05

Danke Rhodos, Knightley und FRAGEN für die Antworten. Ihr habt mir schon sehr weitergeholfen!

Mein Anschreiben ist fertig. Eigentlich ist die ganze Bewerbung in der Rohfassung mittlerweile fertig und wollte das Ganze nun drucken und an potentielle Arbeitgeber versenden, welche ich in den letzten Tagen recherchierte. Doch leider fiel mir auf, dass das Anschreiben definitiv _nicht_ auf eine DinA4 Seite passt - von der reinen Textmenge her schon, aber nicht, wenn ich - wie üblich - auf der selben Seite erst im zweiten Drittel beginnen darf. In diesem Fall endet der Text in Standardschriftgröße bei "Um so motivierter schaue ich nun in die Zukunft." also nach knapp der Hälfte des Anschreibens..

Mein bereits stark gekürztes Anschreiben sieht nun folgendermaßen aus und ist immer noch zu lang:

Sehr geehrter Herr XXX,

mein Name ist XXX XXX, 26 Jahre alt und wohnhaft in XXX.

Anlässlich Ihrer Stellenausschreibung auf jobboerse.arbeitsagentur.de zur Ausbildung zum Gärtner (Garten- und Landschaftsbau), würde ich mich gerne auf besagte Stelle bewerben.

Ich habe bereits privat einige Erfahrungen im Bereich „Gartenbau“ gesammelt und habe den Garten meiner Mutter einschließlich einiger Pflasterarbeiten, Bepflanzungen, Springbrunnen und Gartenlaube nahezu komplett allein angelegt. Von Außenstehenden ernte ich dafür oft viel Lob und Begeisterung.

Der Garten ist mein Wohnzimmer und Bastelstube zugleich. Ich bin ein Mensch, der gerne Zeit in der Natur verbringt. Das Pikieren von Sämlingen bereitet mir ebenso Freude, wie das Zurechtsägen von Kantensteinen mit der Flex. Der Umgang mit Werkzeugen faszinierte mich bereits als Kind.

Es ist ein wunderbares Gefühl, eine Idee zu einem realen Konstrukt zu verwirklichen. Sei es nun die Anzucht von Pflanzen aus Samen, oder der Aufbau eines Blockhauses. Etwas selbst zu schaffen erfüllt mich mit Glück. Ebenso würde es mich freuen, Lob eines zufriedenen Kunden zu ernten.
Das Thema „Garten und Pflanzen“ zählt mittlerweile zu einem meiner größten Hobbys, welches ich nun zu meinem Beruf machen möchte.

Wie Sie meinem Lebenslauf entnehmen, gibt es während der letzten Jahre eine Lücke, welche ich natürlich nicht verschweigen kann. Um so motivierter schaue ich nun in die Zukunft.
Ich bin entschlossen und habe mittlerweile ein langfristiges berufliches Ziel vor Augen: Eine Ausbildung und eine erfolgreiche Berufslaufbahn im Bereich Garten- und Landschaftsbau.

Dieser Berufszweig mit all seinen interessanten Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten bietet mir die Möglichkeit, meine Passion endlich professionell auszuleben und professionelles Wissen zu erlangen.

Ich habe Potential und ich will dies auf jeden Fall unter Beweis stellen. Gerne stehe ich Ihnen für ein Praktikum in Ihrem Betrieb zu Verfügung.

Eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch würde mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen.

XXX XXX
Egal wie ichs drehe oder wende, es passt einfach nicht. Ich wüsste auch nicht, was ich streichen könnte. Es soll nun nicht abgehoben klingen, aber ich weiß nicht, inwiefern mich eine nichtssagende Standardbewerbung repräsentiert. Schon allein auf Grund meiner Vergangenheit und eher mageren, schulischen Qualifikationen (wie Eingangs beschrieben) sehe ich mich dazu verpflichtet ein wenig "mehr" Motivation zu zeigen, um das Interesse eben auf mich zu lenken.

Daher nun meine Fragen:
-MUSS ein Anschreiben zwingend auf eine Seite passen? Vielleicht eine naive Ansicht, aber: Ansich ist es doch nur der Inhalt der zählt!?
-Einige Betriebe akzeptieren Bewerbungen per Email. Spielt die Länge hier eine Rolle, oder muss das Anschreiben auch hierbei auf eine Word-DinA4 Seite passen?

Vielen Dank im Voraus!

Romanum
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Beitrag von Romanum » 25.04.2012, 16:35

Einiges kann man immer noch optimieren, um das Anschreiben auf einer Seite schreiben zu können. Die Kleinigkeiten summieren sich dann:

- kleinere Seitenränder einstellen

- andere Schriftart wählen - einige Schriftarten benötigen weniger Platz

- keine unnötigen Absätze einfügen: Die letzten drei Sätze können bspw. in einem Absatz geschrieben werden.

- kein Zeilenumbruch innerhalb eines Absatzes

- Überflüssiges streichen: Die ersten beiden Sätze nehmen schon viel Platz weg. Den Namen und Wohnort entnimmt man den Absenderangaben, der Ort der Stellenausschreibung kommt in den Betreff. Die zwei Sätze können somit ohne Informationsverlust weg.

hgicht
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Beitrag von hgicht » 25.04.2012, 17:34

Danke, danke!

Die Tipps zum Formatieren haben doch einiges bewirken können. Habe schon viel zu lange nicht mehr mit Textverarbeitungsprogrammen gearbeitet. Weniger Absätze und ein verminderter Randabstand wirken Wunder, nun passt auch alles auf eine Seite, einschließlich korrekter Formatierung, Betreff und Adressfeld.

Gibt es denn inhaltlich/formell noch irgendwelche Mankos oder grobe Fehler, die eine Bewerbung _nicht_ enthalten sollte, bis auf die doppelte Nennung der Stellenbeschreibung?

Danke im Voraus!

Romanum
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Beitrag von Romanum » 25.04.2012, 19:06

Gut ist schon mal, dass du erst deine Erfahrungen zum Thema Gartenbau thematisierst und danach die Lücke ansprichst.

Bei den Erfahrungen hast du drei Absäte, aber ich erkenne nicht die innere Logik bzw. den roten Faden, nach dem du sortiert hast.

hgicht
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Beitrag von hgicht » 29.04.2012, 18:09

Gut, danke!

Morgen gehen die ersten Bewerbungen raus!

Allerdings gibts noch eine Sache, die mir - egal wie ich sie drehe und wende - weiterhin ein Dorn im Auge ist: Nämlich die Lücke im Lebenslauf.
Ich werde offen und ehrlich sein, aber zu ehrlich und die Jahre im Lebenslauf wahrheitsgemäß als "Nichtstun" zu deklarieren ist sicherlich der suboptimalste Weg, den ich beschreiten kann. "Jobsuche" und "Selbstfindung" wäre schon ein Lüge, zumal ich wirklich nichts tat und die einzige Selbstfindung darin bestand, über lange Zeiträume nichtmal das Zimmer zu verlassen - und ja, ich schäme mich dafür, aber irgendwann kommt der Punkt, an dem ichs überwinden muss. Und dieser Punkt ist nun.

Die Jahre als "Nichtstun" zu deklarieren, wäre in meiner weltfremden Ehrlichkeit fast schon das Naheliegendste, was ich in den Lebenslauf schreiben werde.. aber es geht sicherlich auch galanter - nur wie?

Erwähne ich persönliche Probleme, wird dies ebenfalls als Negativpunkt gewertet und man wird in Schubladen gesteckt.. "Orientierungslosigkeit" klingt auch nicht unbedingt nach einem zielstrebigen Menschen, der ich bin.

Eine Bewerbung ist Eigenwerbung, aber ich schaffe es nicht, dieses Manko halbwegs positiv darzustellen.

Wäre nett, wenn mir dahingehend noch jemand einen Ratschlag geben könnte. Mittlerweile drängt auch die Zeit und ich steh aufm Schlauch..


Nachtrag:

wie ich eingangs schon schrieb, scheiterte ich an der FHR. Führe ich nun die Sekundarstufe 2 in der Schullaufbahn auf, ist es dann vonnöten, den (nicht) erlangten Abschluss zur jeweiligen Schulform anzugeben?

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 30.04.2012, 11:59

Hallo hgicht,

ich fange einmal von hinten an:

natürlich gibst Du Deine Schulzeit in der Sek2 an (von A bis B C-Schule in D). Gleichzeitig gibt man einen NICHT erlangten Schulabschluss NICHT an; sondern nur den tatsächlich erlangten.

Sofern Du in Deiner Lustlos-Phase vereinzelte Jobs, wenn auch nur kurzzeitig, ausgeübt haben solltest, solltest Du diese in jedem Fall zunäckst einmal auflisten.

Ansonsten hast du in meinen Augen nur eine Chance: mit der direkten Ehrlichkeit. In der Regel wird zuerst das Anschreiben gelesen. Vermittelst du die Botschaft: ich bin nun bereit für die Arbeitswelt und ich hab' richtig Biock darauf, dann wird ein Personalverantwortlicher es akzeptieren, wenn er im Lebenslauf feststellt, dass Du bis Ende 2011 in einer Phase der "Orientierungs- und Antriebslosigkeit, gepaart mit der Bewältigung persönlicher probleme" gelebt hast und Du dich seit Januar in der "Auseinandersetzung mit den beruflichen Wünschen und Zielen" befindest.

Der Versuch, die Zeit zu "schönen" kann nach meiner Einschätzung nicht gelingen. Denn egal, wie man versucht die Zeit zu bezeichnen, ein Personalverantwortlicher wird sofort erkennen, was tatsächlich passiert ist und er wird den Lebenslauf als Beleg auffassen, der Bewerber habe noch nicht wirklich sich mit dem auseinandergesetzt, sondern versuche noch, alles zu beschönigen.

Viele Grüße aus Duisburg

hgicht
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Beitrag von hgicht » 30.04.2012, 15:24

Dachte nun der Vollständigkeit halber würde eine Zeile a la "erlangter Abschluss: keiner" zur besagten Schulform hineingehören. Gut, danke. Man lernt nie aus.

Also zu den Lücken stehen und Motivation ausstrahlen.
Dann werd ichs mal wagen.

Vielen Dank nochmal!

hgicht
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Beitrag von hgicht » 03.07.2012, 00:22

Hallo!

Nach langer Zeit melde ich mich nochmal zurück, denn heute habe ich meinen Ausbildungsvertrag unterschrieben!

Lediglich 5 Bewerbungen führten mich zu meinem Wunschziel (Gärtnerausbildung, Gartenbau). Schlussendlich wurd es sogar der Betrieb, welcher als erstes auf meine Bewerbungen reagierte. Und was ich mir nie hätte träumen lassen: ich hätte sogar noch andere Alternativen gehabt.

Ich bin froh, diesen Schritt getan zu haben und bin erfreut, dass eine Lücke im Lebenslauf kein gesellschaftliches Todesurteil ist. Lediglich ein Betrieb echauffierte sich ob meiner persönlichen Daten. Alle anderen luden mich zu Vorstellungsgesprächen und anschließenden Praktika ein.

Ich kann jedem nur raten: nicht den Kopf in den Sand stecken und sich über Jahre hinweg verschließen, wie ich es tat! Lebensläufe und Zeugnisse sind eben nur Worte, die rein gar nichts über Motivation, Strebsamkeit und Charakter einer Person aussagen! Was zählt, ist wie man sich verkauft und darstellt. Eloquenz und fehlerfreie Rechtschreibung im Anschreiben kann schon so manche Einladung zu einem Vorstellungsgespräch sein! Mit Höflichkeit, guten Umgangsformen, einem Lächeln im Gesicht und gutem Allgemeinwissen wird auch der persönliche Termin zu weiteren Etappen führen. Wer ein Ziel vor Augen hat und dieses wirklich erreichen will, wird es auch schaffen!

Viel Glück an alle Suchenden und vielen Dank an das Forum und all jene, welche mir hier hilfreiche Tipps mit auf den Weg gaben!

Romanum
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Beitrag von Romanum » 03.07.2012, 13:21

Das sind sehr erfreuliche Nachrichten.

Ich wünsche dir, dass dieser Beruf genau richtig für dich ist und deinen Erwartungen entspricht und du deine Ziele erreichst. Lasse dich auch von Rückschlägen nicht unterkriegen. :)

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 03.07.2012, 15:31

Hallo hgicht,

herzklichen Glückwunsch und viel Spaß in der Ausbildung.Ich freue mich riesig für Dich.

Viele Grüße aus Duisburg

malox
Bewerbungshelfer
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Registriert: 07.09.2011, 00:53

Beitrag von malox » 03.07.2012, 18:30

Hier gibt´s viel zu selten Rückmeldungen - deswegen:
Vielen Dank dafür und dir wünsche ich einen guten Start in die Ausbildung und gewissermaßen ins neue Leben.

Herzlichen Glückwunsch!

bugmenot
Beiträge: 25
Registriert: 19.08.2009, 16:59

Beitrag von bugmenot » 26.02.2015, 18:49

Das Thema ist nun schon etwas älter, aber ich bin durch Google hierher gekommen.

Ich habe auch so eine Lücke :(

Im Anschreiben würde ich sie auch so erklären wie der Threadstarter es getan hat, aber was genau sollte ich dann in den Lebenslauf schreiben? Das würde mich echt interessieren.

Romanum
Bewerbungshelfer
Beiträge: 8945
Registriert: 12.09.2008, 19:20

Beitrag von Romanum » 27.02.2015, 12:20

Was für eine Lücke wodurch hattest du denn, wie lange dauerte sie, was hast du davor und danach gemacht, hast du während der Lücke wirklich überhaupt nichts gemacht, für was willst du dich jetzt bewerben usw.???

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