Gefangen auf der falschen Stelle? Hilfe

Auch im Berufsleben steht man immer wieder vor Herausforderungen und Problemen. Die könnt ihr hier diskutieren.
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flipo
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Gefangen auf der falschen Stelle? Hilfe

Beitrag von flipo » 11.07.2012, 15:54

Hallo,

da ich momentan sehr verzweifelt bin wende ich mich an das Bewerbungsforum und die Mitglieder hier.

Es geht um meinen jetzigen Job den ich nach meiner Ausbildung zum Industriekaufmann im Juni 2011 bei dem selben Unternehmen angefangen habe. Die Firma ist ein mittelständisches Unternehmen (GmbH). Die Stelle hat den Schwerpunkt Kreditorenbuchhaltung jedoch mit ein paar Zusätzen
wie Fuhrparkmanagement ( stellvertende Fuhrparkleitung), Zentraltelefon (wird innerhalb eines Teams aus verschiedenen Abteilungen gebildet) sowie diverse andere Aufgaben (Hauptsächlich Verträge, Kostenaufstellungen etc.) sowie Urlaubsvertretung Vertriebsinnendienst!
Diese Stelle hatte man mir damals nach der Ausbildung angeboten und da nichts anderes Frei war habe ich diese auch angenommen um erst einmal Berufserfahrung zusammeln und nicht „auf der Straße zuhocken“. Diese war auf 1 Jahr befristet und wurde nun um ein weiteres Jahr verlängert.
Mein Wunsch war von Anfang an in den Vertriebsinnendienst oder Außendienst zugehen, da dieser Job eher meiner Mentalität und den charakterlichen Stärken entspricht und mir einfach spaß machen würde. Innerhalb der Ausbildung habe ich auch Erfahrung sammeln dürfen so das ich für mich weiß was ich gerne machen möchte.

Nun ist es so das ich immer mehr Aufgaben deligiert bekommen habe und diese zum Teil sehr anspruchsvoll und Zeitintensiv sind ( z.B: Mahnung aus dem Debitorenbereich in der Urlaubsvertretung bearbeiten) . Also eigentlich alles Aufgaben die auch dementsprechend vergütet werden sollten. Jedoch ist dies nicht der Fall! Ich verdiene monatlich 2.100 Brutto nach meiner ersten Gehaltserhöhung im Feb  Ihr könnt euch denken das man damit nicht viel reißen kann eigene Wohnung, Auto, Urlaub und andere Sachen aufeinmal sind hier eine Wunschvorstellung. Vorallem ist es so das alle anderen Industriekaufleute die ich kenne weitaus mehr als Einsteiger und vorallem nach dem 1 Jahr verdient haben.
Desweiteren mache ich seit September 2011 (also direkt nach meiner Ausbildung als Industriekaufmann) eine Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt (die ich selber bezahle) begonnen habe und diese im April 2013 hoffentlich erfolgreich beenden werde.
Habe im April ein Zwsichenzeugnis angefordert damit ich mich damit bewerben kann.
Bis jetzt habe ich immer noch keins! Habe jetzt nochmal nachdrücklich nachgefragt aber dies scheint noch min. 2-3 Wochen zu dauern :(
Bin echt wütend und enttäuscht momentan!
Jetzt meine Frage an euch. Würde mich gerne bewerben aber hätte hier momentan mangels fehlenden Zeugnisses nur mein Arbeitszeugnis von der Ausbildung. Reicht das um eine Aussagekräfitge Bewerbung zuerstellen und eine Chance zuhaben um den Einstieg in den Vertrieb zubekommen?

Wie kann ich am besten den Einstieg in den Vertriebsbereich finden? Hiermit meine ich nicht den typischen Strukturvertrieb (z.B. HMI, ERGO Versicherungen,Berater etc.) oder Vertriebsstellen die auf Kaltakquise beruhen sondern normale Vertriebsstellen im Innen bzw Außendienst und
einem Gewissen Fixgehalt?
Wäre hier Zeitarbeit ( Sklaventreiber )eine Option? Oder sollte man hier über die reine Vermittlung und nicht über die Arbeitnehmerüberlassung gehen? Was würdet Ihr mir raten?
Bin momentan so verzweifelt das ich sogar versuchen würde über die Zeitarbeit reinzukommen was wirklich die allerletzte Option wäre, aber ich muss bald den Einstieg finden da ich so beruflich nicht weitermachen will und kann.

Hoffe Ihr könnt mir ein paar Tipps geben oder zu einem von meinen Punkten helfen.

Hierzu schonmal Vielen Dank!

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 11.07.2012, 17:15

Hallo flipo,

die Aussagekraft einer Bewerbung wird nicht durch das Zeugnis bestimmt, sondern vorrangig durch das Anschreiben und den Lebenslauf. Präsentiefrst du da dein Können, deine Motivation und deine Stärken optimal, hast du immer eine gute Chance eingeladen zu werden.

Was die stellen betrifft, hilt meist eines: einfach auf Stellensuche gehen, schauen, was sich gut anhört und dann dort bewerben. Da Du ja eine Arbeitsstelle hast, ist das immer eine gute ausgangslage. Zumindest besser noch, als aus der Arbeitslosigkeit heraus, wo der Druck ja noch um einiges größer ist.

Und da Du ja für dich die entscheidung getroffen hast, zu gehen, sollte es Dir jetzt leichter fallen, die Situation vor Ort zu ertragen. Denn Du weisst ja bereits, dass das Ende absehbar ist.

Im Übrigen: vielen Ex-Azubis, die bernommen worden sind, ergeht es vergleichbar. Denn auch wenn die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen ist, ist man dort unbewusst immer noch der "Kleine", der man ja drei Jahre lang war.

Viele Grüße aus Duisburg

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Knightley
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Beitrag von Knightley » 12.07.2012, 00:41

flipo hat geschrieben:Wie kann ich am besten den Einstieg in den Vertriebsbereich finden? Hiermit meine ich nicht den typischen Strukturvertrieb (z.B. HMI, ERGO Versicherungen,Berater etc.) oder Vertriebsstellen die auf Kaltakquise beruhen sondern normale Vertriebsstellen im Innen bzw Außendienst und
einem Gewissen Fixgehalt?
Hier kommt es auch darauf an, welche Produkte vertrieben werden und ob du dich damit identifizieren kannst und das notwendige technische Wissen über die Funktionsweise mitbringst, um sie dann auch den Kunden näher zu bringen. Daher ist es ratsam, gerade solche Unternehmen auszuwählen, die ähnliche Produkte wie dein derzeitiger Arbeitgeber produzieren und vertreiben. Denn dann kannst du im Bewerbungsverfahren darauf verweisen, dass du über Konkurrenz, Markt, Herstellungsweise, besondere Spezifikationen etc. bestens informiert bist.

flipo
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Beitrag von flipo » 12.07.2012, 14:20

Ersteinmal Vielen Dank für die nette und schnelle Hilfe.

@ Rhodos
Mir selber ist es auch bewusst das Zeugnisse alleine keine Runde Bewerbung ergeben und das Anschreiben und der Lebenslauf, ebenfalls eine sehr wichtige Rolle spielen. Aber manchmal habe ich das Gefühl das viele Personaler etwas voreingenommen sind und bei Ihnen halt nur Berufserfahrung in Verbindung mit einem ordentlichen Zeugnis zählt.

Das mit dem ewigen Azubi kann ich defintiv bestätigen :(
Habe halt für mich erkannt das es hier kein weiterkommen gibt und ich eigentlich mit jeder weiteren Woche & Monat vom Gehalt wie auch beruflichen fortschritt aufgehalten werde. Sprich Sackgass!
Der einzige Grund wieso ich noch hier bin ist das Geld und der sichere Arbeitsplatz! Andere Motivation (Spaß an der Arbeit etc.) brauche ich nicht zuerwähnen....

@Knightley
Da kann ich dir zustimmen! Jedoch sind diese Stellen meistens auf Leute zugeschnitten die irgend eine technische Ausbildung oder mehrjährige Berufserfahrung im Vertrieb haben ( Aufgrund: der Komplexität der Produkte speziell in Industrieunternehmen) Das Problem ist das ich mich aus einer Finanzstelle bewerbe. Oder denkst du dies kann bzw. muss aber kein Problem sein?!

Bin etwas skeptisch momentan deshalb ziehe ich ja auch so Sachen wie Zeitarbeit in erwägung um einen Einstieg in eine gescheite Stelle zufinden.

Grüße aus Frankfurt am Main

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 12.07.2012, 14:47

Hallo flipo,

Deine persönliche Erfahrung kann ich allerdings aus meinem alltagsgeschäft nicht bestätigen. Zumal wir auch schon etliche Kunden hatten, die sich komplett ohne Zeugnisse beworben haben, nur mit Anschreiben, Lebenslauf und Deckblatt und damit eingeladen wurden und anschließend den Job auch noch bekamen.

Deshalb suche Dir die Stllenanzeigen, die Dich wirklich ansprechen, entwerfe eine Top-Bewerbung und das Ende der jetzigen Tätigkeit wird absehbar werden.

Viele Grüße aus Duisburg

Romanum
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Beitrag von Romanum » 12.07.2012, 15:35

Habe halt für mich erkannt das es hier kein weiterkommen gibt und ich eigentlich mit jeder weiteren Woche & Monat vom Gehalt wie auch beruflichen fortschritt aufgehalten werde. Sprich Sackgass!
Der einzige Grund wieso ich noch hier bin ist das Geld und der sichere Arbeitsplatz! Andere Motivation (Spaß an der Arbeit etc.) brauche ich nicht zuerwähnen.... Solange bist du doch noch gar nicht dort. Außerdem ist es ein gutes Zeichen, dass dir immer verantwortungsvollere Aufgaben zugetraut werden. Dass sich das gehaltstechnisch nicht bemerkbar macht, liegt deinerseits aber vielleicht auch am fehlenden Verhandlungswillen, über das Gehalt zu sprechen. Die jetzige Verlängerung wäre dazu ja eine super Gelegenheit gewesen, zum anderen auch um deine beruflichen Perspektiven zu erörtern. Wenn du darüber nicht wenigstens mit deinen Vorgesetzten sprichst, dann erkennen die auch nicht, dass du nicht mehr der Azubi, sondern ein leistungswilliger Mitarbeiter bist, der etwas erreichen will. Daher musst du dich schon bemerkbar machen, damit du nicht übersehen wirst.
Da kann ich dir zustimmen! Jedoch sind diese Stellen meistens auf Leute zugeschnitten die irgend eine technische Ausbildung oder mehrjährige Berufserfahrung im Vertrieb haben ( Aufgrund: der Komplexität der Produkte speziell in Industrieunternehmen) Das Problem ist das ich mich aus einer Finanzstelle bewerbe. Oder denkst du dies kann bzw. muss aber kein Problem sein?! In jüngeren Jahren ist so ein Funktionswechsel wohl weniger ein Problem, außerdem braucht man auch im Vertrieb das notwendige Finanzwissen. Du musst mit deinen Kenntnissen und Erfahrungen nun gut begründen, warum der Vertrieb genau richtig für dich ist. Das Finanzwissen kommt dann noch oben drauf.

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