Studium 2. mal abgebrochen, wie in Bewerbung angeben?

Informationen und Fragen zum Bewerbungsablauf, zu einzelnen Elementen der Bewerbungsmappe und zu individuellen Formulierungen. Wie soll eine Bewerbungsmappe aufgebaut sein? Welche Fakten gehören in ein Anschreiben? Welche Formulierungen sollten unbedingt vermieden werden?
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mrgreen
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Studium 2. mal abgebrochen, wie in Bewerbung angeben?

Beitrag von mrgreen » 22.05.2011, 17:22

Hallo, ich bin ein neu registrierter user, auch wenn ich schon länger im Schatten dieses forums mich rumtummele. :o

Jetzt habe ich ein ziemlich großes Problem, was ich alleine und mit hilfe von bereits geposteten Beiträgen nicht lösen kann. Kurz gesagt, ich brauche euren freundlichen Rat.

Ich habe jetzt wirklich schon das zweite Mal mein Studium abgebrochen. Nach dem Abi habe ich eine Richtung eingeschlagen (ingenieurwesen/naturwisschenschaften), die mir, wie es sich jetzt rausstellt, überhaupt nicht liegt. Meinen zweiten Studiengang (Maschinenbau) habe ich wie meinen ersten nach zwei Semestern abgebrochen. Jetzt bin ich 24 und möchte es mit einer Ausbildung bei der Telekom zum IT-Systemkaufmann versuchen, weil ich glaube, dass das der perfekte Job für mich ist. Zu diesem Ergebnis bin ich jetzt aufgrund einer ausführlichen Analyse meiner Stärken und Schwächen gekommen. Früher dachte ich nur das Studium ist wohl ganz interessant, kann ja nicht so schlimm werden. War es aber, weil es überhaupt nicht zu mir gepasst hat. Jetzt will ich lieber eine Ausbildung machen, die zu mir passt als ein Studium das ich später nur bedingt im Beruf brauche. Jetzt bin ich sicher, dass ich im Vertrieb und in der IT-Branche arbeiten möchte, daher auch meine Wahl zum IT-Systemkaufmann.

Also meine Frage...

Soll ich in meinem Anschreiben zur Ausbildungsstelle erwähnen oder begründen wieso ich die beiden Studiengänge so kurzfristig abgebrochen habe? Ich gebe zu es ist etwas schwer das zu erklären, ohne ein schlechtes Licht auf sich zu werfen. Ich möchte, dass man diese Erfahrung als etwas positives ansieht, was es ja war, obwohl es nicht gepasst hat, als einfach zwei verlorene Jahre. Oder soll ich es einfach im Lebenslauf schreiben und im Anschreiben weglassen? Soll ich auch die Immatrikulations- und Exmatrikulationsbescheinigungen mitschicken?

Ich bin für jeden Rat sehr dankbar.
Zuletzt geändert von mrgreen am 22.05.2011, 18:16, insgesamt 2-mal geändert.

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FRAGEN
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Re: Studium 2. mal abgebrochen, wie in Bewerbung angeben?

Beitrag von FRAGEN » 22.05.2011, 18:03

mrgreen hat geschrieben:Jetzt bin ich 24 und möchte es mit einer Ausbildung bei der Telekom zum IT-Systemkaufmann versuchen, weil ich glaube, dass das der perfekte Job für mich ist. Zu diesem Ergebnis bin ich jetzt aufgrund einer ausführlichen Analyse meiner Stärken und Schwächen gekommen.
Das wäre jetzt natürlich der interessante Teil: Was sind denn diese Stärken und Schwächen, die Dich insgesamt zu einem schlechten Ingenieur, aber einem guten Verkäufer machen?
mrgreen hat geschrieben:Jetzt will ich lieber eine Ausbildung machen, die zu mir passt als ein Studium das ich später nur bedingt im Beruf brauche.
Naja... es gibt auch Ausbildungen, die nicht zu einem passen... genauso wie Studiengänge, die man in einem Beruf brauchen kann. Das sage ich nur deshalb, weil Fachrichtung und Ausbildungsform zunächst einmal ja nichts miteinander zu tun haben. Du hast Dich zweimal in Folge für eine Ingenieursrichtung entschieden... sicher nicht ohne Grund... und der Vertrieb ist schon etwas grundlegend anderes...

mrgreen
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Beitrag von mrgreen » 22.05.2011, 18:10

FRAGEN hat geschrieben:Das wäre jetzt natürlich der interessante Teil: Was sind denn diese Stärken und Schwächen, die Dich insgesamt zu einem schlechten Ingenieur, aber einem guten Verkäufer machen?
Ich habe rausgefunden, dass ich sehr Zielorientiert bin und dadurch ausdauernd und belastbar. Zusätlich kann ich gut Planen und Prioritäten setzen was zuerst gemacht werden muss. Meine Schwächen lieben dagegen im Organisieren und Time Management. Ich könnte beim besten Willen kein wichtiges Projekt, wie z.B. eine Anlage bauen und zur richtigen Zeit liefern, weil ich mich schon bei kleinigkeiten lange aufhalten kann. Beim Vertrieb wäre das aber glaube ich eine Stärke, weil man, wenn man solche Kleinigkeiten beachtet, viel lernen kann.
mrgreen hat geschrieben:Naja... es gibt auch Ausbildungen, die nicht zu einem passen... genauso wie Studiengänge, die man in einem Beruf brauchen kann. Das sage ich nur deshalb, weil Fachrichtung und Ausbildungsform zunächst einmal ja nichts miteinander zu tun haben. Du hast Dich zweimal in Folge für eine Ingenieursrichtung entschieden... sicher nicht ohne Grund... und der Vertrieb ist schon etwas grundlegend anderes...
Es war die Fachrichtung, die nicht gepasst hat. Studium will ich grundsätzlich natürlich nicht ablehnen, aber ich kenne kein Studium mit der Richtung "Vertrieb in der IT-Branche". Wirtschaftsinformatik käme natürlich in den Sinn, aber mir würde jetzt einfach eine gute Ausbildung reichen, damit ich so schnell wie möglich anfangen kann zu arbeiten und Lebenserfahrung zu sammeln, die vorallem in diesem Bereich so wichtig ist. Und Wirtschaftsinformatik ist nicht ganz Vertrieb, sondern eher Managemenet wenn ich das richtig sehe.

Ich habe erst eine reine Naturwissenschaft studiert und dann erst Maschinenbau. Also Unentschlossen war ich schon von anfang an...
Zuletzt geändert von mrgreen am 22.05.2011, 18:53, insgesamt 4-mal geändert.

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Beitrag von FRAGEN » 22.05.2011, 18:21


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Beitrag von FRAGEN » 22.05.2011, 19:06

OK, Kommando zurück... ;-)
mrgreen hat geschrieben:Ich habe rausgefunden, dass ich sehr Zielorientiert bin und dadurch ausdauernd und belastbar. Zusätlich kann ich gut Planen und Prioritäten setzen was zuerst gemacht werden muss. Meine Schwächen lieben dagegen im Organisieren und Time Management. Ich könnte beim besten Willen kein wichtiges Projekt, wie z.B. eine Anlage bauen und zur richtigen Zeit liefern, weil ich mich schon bei kleinigkeiten lange aufhalten kann. Beim Vertrieb wäre das aber glaube ich eine Stärke, weil man, wenn man solche Kleinigkeiten beachtet, viel lernen kann.
Hmmmmm... die Verbindung zum Vertrieb sehe ich hier allerdings noch nicht... und die Unterscheidung zwischen "Planung" und "Organisation" läge m. E. noch nicht im Fach, sondern in dessen Anwendungsbereich. Ich meine... es gibt auch viele Ingenieure, die rein technisch planen, ohne mit dem Realisierungsablauf etwas zu tun zu haben.

Versteh mich richtig: Es geht mir nicht darum, Deine Pläne schlechtzureden... ich halte es nur für wichtig, dass Du diesmal tatsächlich 100%ig von Deinem Vorhaben überzeugt bist. Ein einleuchtender Bewerbungstext ergibt sich dann quasi als Abfallprodukt... ;-)

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Beitrag von mrgreen » 22.05.2011, 20:31

FRAGEN hat geschrieben:Hmmmmm... die Verbindung zum Vertrieb sehe ich hier allerdings noch nicht... und die Unterscheidung zwischen "Planung" und "Organisation" läge m. E. noch nicht im Fach, sondern in dessen Anwendungsbereich. Ich meine... es gibt auch viele Ingenieure, die rein technisch planen, ohne mit dem Realisierungsablauf etwas zu tun zu haben.
Ja, das stimmt. Vielleicht so... Ich bin sehr Zielorientiert und möchte auch an der Verwirklichung von Projekten teilnehmen, also ich möchte vor Ort sein, Kunden beraten, Möglichkeiten abwägen und zu einem Ergebnis gelangen, das für alle von Vorteil ist. Es ist also auch die Umsetzung des Ziels, was mich antreibt, auch wenn die Planung eine meiner Stärken ist (nicht aber so stark wie die Zielorientierung).

Und die größte Schwäche, die gegen Ingenieurwissenschaften spricht ist die sehr hohe Anforderung an abstrakter Mathematik und Physik. Obwohl ich mathematik mag, hatte ich schon immer Schwierigkeiten mit sehr hoher Mathematik ohne direkten Anwendungsbezug. Ich hatte auch leider eine 5 im Abi (Mathe: 1 Punkt, Physik: 4 Punkte). Mir liegen eher die sofort nützlichen Anwendungen der Mathematik wie z.B. die Zinsrechnung. (Gute Frage wieso ich dann in die Ingenieursrichtung gehen wollte..)

..Soll man das in der Bewerbung so schreiben? Alle Verbesserungsvorschläge sind erwünscht! Ich übernehme gerne jeden Rat. Oft sieht man nicht, dass die eigene Formulierung total sinnlos ist, bis es einer einem sagt. Also sagt auch einfach ob es gut klingt oder nicht, denn das ist schon ein guter Rat! Ich versuche nur die Wahrheit zu sagen, nur oft kann man die Wahrheit auch besser schreiben.
FRAGEN hat geschrieben:Versteh mich richtig: Es geht mir nicht darum, Deine Pläne schlechtzureden... ich halte es nur für wichtig, dass Du diesmal tatsächlich 100%ig von Deinem Vorhaben überzeugt bist. Ein einleuchtender Bewerbungstext ergibt sich dann quasi als Abfallprodukt... ;-)
So sehe ich das auch. Es fällt nur manchmal schwer die passende Präsentation zu finden für so ein einfaches Konzept.

MarkusVomKanal
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Naja...

Beitrag von MarkusVomKanal » 27.05.2011, 14:05

... so ausführlich solltest Du das auf keinen Fall schreiben. In einem Bewerbungsschreiben ist ja die große Kunst, das Wichtigste und Deine Vorzüge in wenige Sätze zusammenzufassen.

Ein blick in die Vergangenheit ist für das Anschreiben nicht so spannend. Zeig lieber, warum Du das willst und was Du bieten kannst - und auch, was Du erwartest. Heb Dir den Rest für das Vorstellungsgespräch auf.

Wenn Du meinst, Du musst Dich dafür "rechtfertigen", mach es lieber auf humorvolle Weise.

glg

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Malone
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Beitrag von Malone » 03.06.2011, 00:52

Mein bester Freund hat mit einer ganz ähnlichen Geschichte auch einen Ausbildungsplatz gefunden und ist seit Jahren erfolgreich im Job. Dies nur als kleine Mutmachung ;)

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