Anfrageschreiben statt Bewerbung für Praktikum? Bitte um Rat

Informationen und Fragen zum Bewerbungsablauf, zu einzelnen Elementen der Bewerbungsmappe und zu individuellen Formulierungen. Wie soll eine Bewerbungsmappe aufgebaut sein? Welche Fakten gehören in ein Anschreiben? Welche Formulierungen sollten unbedingt vermieden werden?
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Coros
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Registriert: 06.07.2012, 15:10

Anfrageschreiben statt Bewerbung für Praktikum? Bitte um Rat

Beitrag von Coros » 06.07.2012, 17:16

Hallo.

Ich habe leider ein ganz dickes Problem.
Ich bin mit meinen Bewerbungen um einen Praktikumsplatz absolut erfolglos.
Die meißten meiner Bewerbungen bekommen noch nicht mal eine Absage sondern werden einfach verworfen.

Ich befinde mich in einer Umschulungs- und Integrationsmaßnahme. Wir müssen eine gewisse Zahl von Bewerbungen nachweisen, haben aber auch nur ein begrenztes Budget. Und privat drauflegen kann ich mit meiner Transferleistung auch nicht viel.
Die Bewerbungen müssen also "Billig" sein.

Ein weiteres Problem ist, dass ich selbst mit einer "Top Bewerbungsmappe" arge Probleme habe. Mein Lebenslauf und meine vorhandenen Zeugnisse sind nicht toll.
Ich war über Jahre schwer krank, was man am Lebenslauf und den Zeugnissen auch komplett sieht.

z.B. steht in Zeugnissen auch mal sowas: "Bei normalem Arbeitsaufkommen konnte Herr X unseren anforderungen gerecht werden. Wir wünschen Herrn X für seinen Weiteren Lebensweg alles Gute, vor Allem Gesundheit"
Durch die Krankheit war ich leider nicht sonderlich belastbar.

Oder ich zensiere alles weg und schreib nur hin: "Arbeitssuchend" für die Zeiten wo ich in Klinken bzw Therapie/Reha war.
Und "Aushilfe" bzw "Leiharbeiter" + tätigkeit ohne Firmennennung für die Zeiten wo ich gearbeitet habe. Ohne Nennung der Firma und ohne Herausgabe von Zeugnissen.
Aber das ist auch nicht gut.

Eventuell könnte man durch einen "schriftlichen Lebenslauf" noch einiges "Entschärfen", indem man ihn geeignet formuliert.


Nun kam mir aber die Idee, gar keine richtigen Bewerbungen mehr zu schicken.
Sondern einfach nur "anfrageschreiben".

Ich schreibe also eine schriftliche Anfrage, dass ich ein Praktikum als xxx im Zeitraum yyy machen möchte, und ob in diesem Zeitraum ein Praktikum möglich wäre.

Als nächstes schreibe ich, dass uich mich derzeit in einer Umschulungs und Integrationsmaßnahme befinde, und das Praktikum ein Teil der Maßnahme ist, es für die Firma kostenlos ist. Und dass es für die Prüfungszulassung unbedingt notwendig ist (vielleicht gibts ja noch sozial eingestellte firmen)

Und dann schreibe ich noch was über mich selbst und meine bisherigen Berufs-Erfahrungen.
Auf der zweiten Seite, etwa wie bei nem ausformulierten Lebenslauf. Aber nicht als eigenständiger Lebenslauf, sondern als Teil des Anfrageschreibens.

D.H. Seite 1: Was will ich Seite 2 wer bin ich, aber als zusammenhängendes Anfrageschreiben.


Das Anfrageschreiben wollte ich allgemein halten und massenhaft als 55cent Brief verschicken.

Firmen, die dann immer noch Interesse haben, können mich dann ja kontaktieren und Unterlagen anfordern oder mich zu nem Probetag / Vorstellungsgespräch einladen.

Firmen, die kein Interesse haben, einem "Problemfall" ein Praktikum zu geben, können das Anfrageschreiben dann einfach wegwerfen, ist für die dann ja auch eine Aufwandsersparnis.

Ich hoffe, durch so ein Anfrageschreiben irgendwo ne "Sozial eingestellte" Firma zu finden die auch nen Problemfall für nen kostenloses Praktikum nimmt.
Oder eben irgend eine Firma, die nur auf kostenlose Arbeitskraft aus sind, egal wer da kommt.

Ich meine, es ist ja nur ein Praktikum, wo man nicht für bezahlt werden muss. Also Kostenlose Arbeitskraft. Warum viele firmen dennoch so viel Geschiss machen, versteh ich ehrlich gesagt nicht.
Und wenns nur ne Hinterhofklitsche ist wo ich dann das Lager aufräume. Mir egal. Das Praktikum ist für die Maßnahme notwendig. Und hauptsache ich hab meine Praktikumsbestätigung unterschrieben, dann sind die zufrieden.

Das dann noch 2 mal, und ich habe meine Zulassung für die Prüfung.
Ob ich in den Praktika wirklich was lerne oder nur den Hof kehre, interessiert für die Prüfungszulassung nicht. (Für die Projektarbeit kann man immer noch den "Notnagel" "Fiktives Projekt" nehmen)
Hauptsache ich kann die Prüfung machen, ob ich nachher nen Job bekomme oder nicht, sei mal dahin gestellt.



Viele Grüße

Coros
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Beitrag von Coros » 06.07.2012, 17:40

Ich habe schon 20 Bewerbungen für Praktikumsplätze los geschickt, aber die meißten Firmen haben sie einfach verworfen. Noch nicht mal ne Absage.

Mein Kursleiter tritt mir schon ziemlich auf die Füße, weil ich nix habe.
Und der Integrationsdienst kann nix machen außer Adressen zur Verfügung zu stellen.
Dass ich sehr große Vermittlungshemmnisse habe, daran lässt sich nichts ändern.

Ich brauche für die Prüfungszulassung aber die Praktika. Zumindest den unterschriebenen Wisch. Ob man im Praktikum was gelernt hat, interessiert nicht.

Normalerweise ist die Projektarbeit in der Praktikumsfirma zu erledigen. Aber für die Projektarbeit gibts auch noch das "Notprogramm"mit fiktiven Übungsprojekten.
Da man bei manchen Personen überhaupt froh sein muss, wenn die überhaupt irgendwo nen Praktikum bekommen, kann mann man da nicht noch ne Projektarbeit von der Firma einfordern.

Findet man kein Praktikum, bekommt man den IHK abschluss nicht.
Man muss dann eine interne Prüfung machen und bekommt nur ein Hauszertifikat und eine "TüV Zertifizierung".
Aber der IHK Abschluss wäre besser.

Deswegen muss ich nun Massenhaft nach einer Firma suchen.
Entweder eine die es aus "sozialen Gründen" machen, oder halt welche die einfach nur "irgendwen" als billige/Kostenlose Arbeitskraft suchen.

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Knightley
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Beitrag von Knightley » 08.07.2012, 23:08

So eine Anfrage massenhaft zu verschicken, geht dann ja auch wieder ins Geld. Bei vielen Unternehmen geht so eine Anfrage dann unter, weil zu viel andere Arbeit oder man nicht genau weiß, was du willst. Antworten wirst du in den seltensten Fällen bekommen. Preiswerter ist es dann schon, solche Anfragen per E-Mail zu versenden. Wenn du dich traust, dann kannst du auch ein paar Unternehmen per Telefon kontaktieren. Du wirst dann sehen, wie die Resonanz ist und ob es sich lohnt, auf diese Weise weiter zu machen.

Frage deinen Kursleiter, wo bisherige Teilnehmer regelmäßig untergekommen sind. Er müsste über eine Aufstellung verfügen, welche Unternehmen Personen wie dir eine Chance gegeben haben. Bei solchen Unternehmen ist es dann wahrscheinlich auch leichter, auf Verständnis zu stoßen. Oder verfügt der Kursleiter nur allgemein über Adressen von allen Unternehmen vor Ort?

Sozial eingestellte Unternehmen findest du darüber hinaus sicherlich bei solchen, die auch im sozialen Sektor tätig sind. Danach kannst du deine Unternehmensrecherche ausrichten.

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 09.07.2012, 08:18

Hallo Coros,

weder mit massenbewerbungen, noch mit "Billigbewerbungen" wirst Du Erfolg haben. Denn beides erkennt ein Personalverantwortlicher sofort und beides setzt er mit einer mangelnden Motivation eines Bewerbers gleich.

Gerade vor dem Hintergrund Deiner Erkrankungen muss deine bewerbung halt etwas besser sein, was aber aus meiner Erfahrung auch nicht so schwer ist.

1.) Was für ein Praktikum willst Du überhaupt machen? In welchem Beruf?

2.) Wie sieht dein Anschreiben aus?

Viele Grüße aus Duisburg

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