Bewertung Arbeitszeugnis bei Kuendigung Volo in Probezeit

Fragen zu Zeugnissen und Nachweisen: Müssen alle bisherigen Zeugnisse mitgeschickt werden? Welche Nachweise sind wichtig? Wie müssen die Zeugnisse geordnet werden?
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zoolander
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Bewertung Arbeitszeugnis bei Kuendigung Volo in Probezeit

Beitrag von zoolander » 13.01.2019, 16:42

Hallo liebe Leser,

ich bitte euch, einen Blick auf mein Arbeitszeugnis zu werfen und eure Eindrücke zu schildern.
Mein Fazit vorab: An einigen Stellen lassen sie es durchaus negativ "krachen". Bei anderen Formulierungen, die für eine negative Darstellung genutzt werden können, wurde aber widerum darauf verzichtet.

Nach eurer Meinung schildere ich die "Hürden", die es in dem Betrieb gab.

Herr Arno Nym, geb. am xy, absolvierte vom 01.x bis 31.y (Anm zoolander : 3 Monate) ein Volontariat in der Redaktion von xy.
[Anm. zoolander : Hier folgt die Selbstdartellung der TV-Redaktion]

Herr Arno Nym arbeitete sowohl für das tägliche Nachrichtenmagazin xy im xy Fensterprogramm für den Ballungsraum xy, als auch für die Vollfrequenz auf xy.

Zum Tätigkeitsfeld von Herrn Arno Nym gehörten im Wesentlichen folgende Aufgaben:
  • Fernseh- und zielgruppengerechte Aufarbeitung täglicher Lokalnachrichten – dazugehörend Recherche, Interviewführung, Dreh vor Ort, Schnitt, und Text des Beitrags
    Aktualisierung der xy-Mediathek mit Hilfe von Video-Konvertierungstools


Herr Arno Nym zeigte ein hohes Maß an Eigeninitiative und Leistungsbereitschaft. Schon nach kurzer Einarbeitungszeit war er aufgrund seines Könnens, seiner verlässlichen Arbeitsweise und seiner Verantwortungsbereitschaft jederzeit flexible einsetzbar.
Herr Arno Nym kann sich gut in ein Thema einarbeiten und die wesentlichen Aspekte sachlich und verständlich darstellen. Seine Kreativität und die Fähigkeit, Themen fernsehgerecht umzusetzen, zeichnen ihn aus. Er arbeitet zuverlässig und selbständig und ist auch außerordentlicher Belastung gewachsen.

Die ihm übertragenen Aufgaben erfüllte Herr Arno Nym stets zu unserer vollen Zufriedenheit.

Durch sein kollegiales und freundliches Verhalten war Herr Arno Nym bei Vorgesetzten, Kolleginnen und Kollegen aus Redaktion und Technik gleichermaßen beliebt. Sein persönliches Verhalten war einwandfrei.

Herr Arno Nym verlässt das Unternehmen nach seiner Probezeit. Wir danken Herrn Ano Nym für sein Mitwirken und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg und persönlich alles Gute.


Ich danke euch für eure Zeit und hoffe auf Feedback :-)
zoolander

Hier noch einmal das originale Schreiben:

Bild
Zuletzt geändert von zoolander am 13.01.2019, 22:38, insgesamt 5-mal geändert.

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Beitrag von TheGuide » 13.01.2019, 17:20

Ich sehe das richtig, dass das Volo nicht lediglich drei Monate hätte dauern sollen sondern wahrscheinlich eher zwölf oder 24 Monate, oder?
Die Wiederholungen, sind das Kopierfehler von dir oder stehen die so im Zeugnis?

zoolander
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Beitrag von zoolander » 13.01.2019, 17:49

TheGuide hat geschrieben:Ich sehe das richtig, dass das Volo nicht lediglich drei Monate hätte dauern sollen sondern wahrscheinlich eher zwölf oder 24 Monate, oder?
Die Wiederholungen, sind das Kopierfehler von dir oder stehen die so im Zeugnis?
Die Wiederholungen stammen von mir. Die Lesbarkeit des Beitrags ist allgemein unter aller ... - das tut mir leid . deshalb hätte ich auch so gerne editiert.
Weder die Aufzählung noch der Zeilenabstand wurden übernommen.
Mit den leeren Überschriften habe offensichtlich nicht nur ich Probleme.
Sonderzeichen waren nach dem Edit keine mehr enthalten.
Die Themenüberschrift lautet
"Bewertung qual. Arbeitszeugnis Kündigung Volo in Probezeit"

Seltsam :-(
Ich versuche es weiterhin...

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Beitrag von TheGuide » 13.01.2019, 20:22

zoolander hat geschrieben:
TheGuide hat geschrieben:Ich sehe das richtig, dass das Volo nicht lediglich drei Monate hätte dauern sollen sondern wahrscheinlich eher zwölf oder 24 Monate, oder?
Die Wiederholungen, sind das Kopierfehler von dir oder stehen die so im Zeugnis?
Die Wiederholungen stammen von mir. Die Lesbarkeit des Beitrags ist allgemein unter aller ... - das tut mir leid . deshalb hätte ich auch so gerne editiert.
Weder die Aufzählung noch der Zeilenabstand wurden übernommen.
Mit den leeren Überschriften habe offensichtlich nicht nur ich Probleme.
Sonderzeichen waren nach dem Edit keine mehr enthalten.
Die Themenüberschrift lautet
"Bewertung qual. Arbeitszeugnis Kündigung Volo in Probezeit"

Seltsam :-(
Ich versuche es weiterhin...
Doch, das -ü- in Kündigung

zoolander
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Beitrag von zoolander » 13.01.2019, 22:33

TheGuide hat geschrieben:
Doch, das -ü- in Kündigung
Oh weh...diese Umlaut-Hürde hatte ich in noch keinem anderen Board.
Jetzt sollte aber alles passen - und leserlich sein.
Das anonymisierte Original habe ich auch noch eingefügt.
Vielen Dank für deine Hilfe!
TheGuide hat geschrieben:Ich sehe das richtig, dass das Volo nicht lediglich drei Monate hätte dauern sollen sondern wahrscheinlich eher zwölf oder 24 Monate, oder?
Die Wiederholungen, sind das Kopierfehler von dir oder stehen die so im Zeugnis?
24 Monate waren angedacht. Ich hatte mich dort zuvor schon mehrmals beworben.
Die Wiederholungen waren Kopierfehler, jetzt sollte es passen.

vinyl
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Beitrag von vinyl » 14.01.2019, 09:30

Es hätte mich nicht gewundert wenn das Fehler im Zeugniss wären. Ich habe ein Arbeitszeugnis von einer Fachhochschule, welches schief aus dem Drucker gekommen ist....Hab es natürlich nochmal neu angefordert.

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Beitrag von TheGuide » 14.01.2019, 16:42

Die drei Monate Volo sehe ich als Kernproblem an.

zoolander
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Beitrag von zoolander » 15.01.2019, 19:15

TheGuide hat geschrieben:Die drei Monate Volo sehe ich als Kernproblem an.
Hintergrund:
Das war mehr oder weniger meine Traumstelle. Hatte dort ein Praktikum absolviert und mich nach dem Studium zwei Mal dort beworben.
Das ist (außer freiberuflich) meine erste berufliche Erfahrung in einer "richtigen" Festanstellung. Nebenjobs natürlich ausgenommen.

Vom ersten Tag an Leistung gebracht, aktuelle Nachrichten geschrieben und Beiträge abgeliefert. Dabei sind jede Menge Arbeitsproben für eine neue Bewerbung entstanden.
Schon allein deshalb möchte ich diese Stelle nicht unter den Tisch fallen lassen. Zuvor war ich lange auf der Suche nach etwas Passendem.

Das Arbeitsklima, der Hauptgrund aus dem ich dorthin wollte, war leider das genaue Gegenteil von früher. Nach dem Praktikum hätte ich für eine Stelle sogar das Studium sausen lassen. :shock:
Einarbeitung (außer mal zwischen Tür und Angel) gab es keine. Wenn etwas dann nicht auf Anhieb funktioniert hat, hieß es nur "warum?".
Von den Vorgesetzten, teils auch von speziellen Mitarbeitern, wurde man angesprochen, als wäre man ein Kleinkind. Hat man sich dazu geäußert hieß es "man ecke überall an". Einmal wurde ich sogar grundlos im Großraumbüro angeschrien. Das war mein persönliches "Highlight".
Das alles für 1100 Brutto - 200€ Benzinkosten.
Die Ansprüche an Neue waren extrem hoch - selbst wurde aber nicht mal die halbe Leistung des Eingeforderten abgeliefert.

Fun Fact: Ich hatte schon in der ersten Woche ein komisches Gefühl in dem Laden. Gekündigt hätte ich letztendlich 20 Tage später selbst.



vinyl hat geschrieben:Es hätte mich nicht gewundert wenn das Fehler im Zeugniss wären. Ich habe ein Arbeitszeugnis von einer Fachhochschule, welches schief aus dem Drucker gekommen ist....Hab es natürlich nochmal neu angefordert.
Mich auch nicht. In der Kündigung wurde ich auch noch falsch geschrieben...

zoolander
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Eigenanalyse des Zeugnisses - Liege ich richtig?

Beitrag von zoolander » 18.01.2019, 14:52

Ich hab mir jetzt noch einige Gedanken zu den Formulierungen gemacht. Es würde mich interessieren, ob ich mit meinen Schlüssen richtig liege oder evtl. auch meine schlechten Erfahrungen mit dem Betrieb einfließen lasse.
An welchen Stellen sollte ich versuchen eine Änderung zu erreichen?

1.
zoolander hat geschrieben: Herr Arno Nym zeigte ein hohes Maß an Eigeninitiative und Leistungsbereitschaft.
Den ersten Satz halte ich für eine Mischung aus mehreren Abstufungen: Das hohe Maß wird gern bei der Note 1 genutzt, dafür fehlt aber wiederum das „stets“, was die Bewertung auf eine 3 sinken lässt. Bei der Note 3 wird aber generell nicht mehr von einem „hohen Maß“ gesprochen.

2.
zoolander hat geschrieben: Schon nach kurzer Einarbeitungszeit war er aufgrund seines Könnens, seiner verlässlichen Arbeitsweise und seiner Verantwortungsbereitschaft jederzeit flexible einsetzbar.
Hier wurde das wohl üblichere „Fachwissen“ durch „Können“ ersetzt und so jegliche Bewertung des Fachwissens vermieden. Sehr gutes Können klänge ja auch seltsam. Note 4? Verlässliche Arbeitsweise = Note 4.
Jederzeit sehe ich als Synonym zu stets. Muss ich mir beim Thema „flexibel“ Gedanken machen? In der Richtung „Lückenfüller“?

3.
zoolander hat geschrieben: Herr Arno Nym kann sich gut in ein Thema einarbeiten und die wesentlichen Aspekte sachlich und verständlich darstellen. Seine Kreativität und die Fähigkeit, Themen fernsehgerecht umzusetzen, zeichnen ihn aus. Er arbeitet zuverlässig und selbständig und ist auch außerordentlicher Belastung gewachsen.
„Gut einarbeiten“ = zwei bis drei. Auf stets wurde auch hier im kompletten Absatz verzichtet. Bei den „wesentlichen Aspekten“ bin ich hin- und hergerissen. Zwar ist die Kernkompetenz des Jobs, die wesentlichen Aspekte herauszuarbeiten (gerade bei Nachrichten), aber andererseits könnte man das auch als schlampiges Arbeiten auffassen. Er hat nur „das Wesentliche getan und den Rest links liegen lassen.“

4.
zoolander hat geschrieben: Er arbeitet zuverlässig und selbständig und ist auch außerordentlicher Belastung gewachsen.
Auf „sehr“ und „stets“ wird wie üblich verzichtet = Note 4. Selbstständiges Arbeiten wird im positiven Sinn nur bei der Note 1-2 verwendet. Bei schlechteren Noten taucht die Formulierung eher nicht mehr auf. Absichtliches Vermischen oder Unkenntnis?

5.
zoolander hat geschrieben: Die ihm übertragenen Aufgaben erfüllte Herr Arno Nym stets zu unserer vollen Zufriedenheit.
= Note 2. Hier wurde sogar „stets“ eingesetzt. Kann man die „übertragenen Aufgaben“ auch negativ auslegen? Würde sich aber wiederum mit dem selbstständigen Arbeiten beißen.

6.
zoolander hat geschrieben: Durch sein kollegiales und freundliches Verhalten war Herr Arno Nym bei Vorgesetzten, Kolleginnen und Kollegen aus Redaktion und Technik gleichermaßen beliebt. Sein persönliches Verhalten war einwandfrei.
Die Reihenfolge stimmt. "Gleichermaßen beliebt" und das Fehlen von „stets“ = Note 3

7.
zoolander hat geschrieben: Herr Arno Nym verlässt das Unternehmen nach seiner Probezeit. Wir danken Herrn Ano Nym für sein Mitwirken und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg und persönlich alles Gute.
Hier haben wir meiner Meinung nach wieder einen Mix aus zwei Extremen: „Viel Erfolg und persönlich alles Gute“ findet sich bei den Noten 1-2. „Wir danken für sein Mitwirken“ ist neutral formuliert. Es war weder wertvoll, noch gut. Note 3-4. Auf ein Bedauern wird verzichtet = Endlich sind wir ihn los. Keine Empfehlung für den nächsten Arbeitgeber. Ist das üblich?
Gibt es das Bedauern denn überhaupt in Zegnissen, die nach der Kündigung durch den Arbeitgeber erstellt werden?

Mittlerweile ist das Zeugnis für mich eine 3-4. Das entspricht weder der dort abgelieferten Arbeit, noch meiner Arbeitsmoral, noch meinem Wissensstand und erst recht nicht meiner Sozialkompetenz.
Da kann ich noch so tief in mich gehen.
Zuletzt geändert von zoolander am 29.01.2019, 18:28, insgesamt 4-mal geändert.

Jameson
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Beitrag von Jameson » 21.01.2019, 12:19

Hallo Zoolander,

das Arbeitsverhältnis endete durch eine Probezeitkündigung, welche im Zeugnistext nicht unschädlich erklärt wurde. Das würde eine gute oder gar sehr gute Beurteilung unterm Strich als unglaubwürdig erscheinen lassen.

zoolander
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Beitrag von zoolander » 21.01.2019, 13:50

Jameson hat geschrieben: das Arbeitsverhältnis endete durch eine Probezeitkündigung, welche im Zeugnistext nicht unschädlich erklärt wurde. Das würde eine gute oder gar sehr gute Beurteilung unterm Strich als unglaubwürdig erscheinen lassen.
Hi Jameson, danke für dein Feedback!
Welche Variante gäbe es denn, um eine Kündigung in der Probezeit positiver zu gestalten? Gibt es da überhaupt eine unschädliche Möglichkeit?

Die einzige Formulierung, von der ich gelesen habe, wäre dann weg von der Kündigung, hin zu "in bestem beiderseitigem Einvernehmen".

Edit: Oder einfach "aus betriebsbedingten Gründen"? - Dahinter könnte ja theoretisch auch stehen, dass man einfach nicht zum Team gepasst hat.

Ich würde eine solch kurze Anstellung mit dem vorliegenden Zeugnis ja unter den Tisch fallen lassen, wenn es nicht meine erste Stelle nach dem Studium und anschließend längerer Arbeitslosigkeit gewesen wäre.

Absolute Lobpreisungen habe ich im Zeugnis nicht erwartet, da ich aber den Ex-AG extra darum gebeten habe ein Zeugnis auszustellen, mit dem beide Parteien ohne Groll auseinandergehen können, hatte ich jetzt vor, eine korrigierte Variante vorzulegen.

Hier wäre ich auch sehr für Hilfe aus dem Forum dankbar. Denn schlechter als eine zwei war meine Arbeit dort nicht. Die Fehler, die passierten, entstanden aus fehlender Einarbeitung.

Viele Grüße
zoolander

zoolander
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Re: Bewertung Arbeitszeugnis bei Kuendigung Volo in Probezeit

Beitrag von zoolander » 24.07.2019, 21:59

Seid gegrüßt!
Nach einer Zeit der Selbständigeit möchte ich doch wieder eine Festanstellung angehen.
Noch liege ich im Rahmen der "Reklamationsfrist" für Arbeitszeugnisse und bitte euch noch einmal, mir einige Minuten eurer Zeit zu schenken um mir ein paar Tipps zu geben.
Vielen Dank schon jetzt - ich freue mich über jegliche Rückmeldung.

Am Ende des Beitrags habe ich eine Variante des von mir überarbeiteten Zeugnisses angehängt.

Ausnahmsweise zitiere ich mich wegen des Zusammenhangs auch selbst:

Jameson hat geschrieben:
21.01.2019, 12:19
Hallo Zoolander,
das Arbeitsverhältnis endete durch eine Probezeitkündigung, welche im Zeugnistext nicht unschädlich erklärt wurde. Das würde eine gute oder gar sehr gute Beurteilung unterm Strich als unglaubwürdig erscheinen lassen.
Wie müsste der Text lauten, damit er unschädlicher klänge?
- "in bestem beiderseitigem Einvernehmen"?
- "auf eigenen Wunsch"?
- "aus betriebsbedingten Gründen"? - Dahinter könnte ja theoretisch auch stehen, dass die Chemie zwischen Firma und Mitarbeiter nicht (mehr im Vergleich zu früher) gepasst hat. Auf sarkastische Art und Weise entspricht das auch der Wahrheit, da selbiges schon sehr speziell war und fleißig vor sich hin gemobbt hat.

Ich muss mich an der Stelle noch einmal selbst zitieren, da die Korrektur des Zeugnisses noch aussteht. Könnt ihr bitte noch einmal über folgende Zitate und meine Rückschlüsse schauen?
zoolander hat geschrieben:
18.01.2019, 14:52
Ich hab mir jetzt noch einige Gedanken zu den Formulierungen gemacht. Es würde mich interessieren, ob ich mit meinen Schlüssen richtig liege oder evtl. auch meine schlechten Erfahrungen mit dem Betrieb einfließen lasse.
An welchen Stellen sollte ich versuchen eine Änderung zu erreichen?

1.
zoolander hat geschrieben: Herr Arno Nym zeigte ein hohes Maß an Eigeninitiative und Leistungsbereitschaft.
Den ersten Satz halte ich für eine Mischung aus mehreren Abstufungen: Das hohe Maß wird gern bei der Note 1 genutzt, dafür fehlt aber wiederum das „stets“, was die Bewertung auf eine 3 sinken lässt. Bei der Note 3 wird aber generell nicht mehr von einem „hohen Maß“ gesprochen.

2.
zoolander hat geschrieben: Schon nach kurzer Einarbeitungszeit war er aufgrund seines Könnens, seiner verlässlichen Arbeitsweise und seiner Verantwortungsbereitschaft jederzeit flexible einsetzbar.
Hier wurde das wohl üblichere „Fachwissen“ durch „Können“ ersetzt und so jegliche Bewertung des Fachwissens vermieden. Sehr gutes Können klänge ja auch seltsam. Note 4? Verlässliche Arbeitsweise = Note 4.
Jederzeit sehe ich als Synonym zu stets. Muss ich mir beim Thema „flexibel“ Gedanken machen? In der Richtung „Lückenfüller“?

3.
zoolander hat geschrieben: Herr Arno Nym kann sich gut in ein Thema einarbeiten und die wesentlichen Aspekte sachlich und verständlich darstellen. Seine Kreativität und die Fähigkeit, Themen fernsehgerecht umzusetzen, zeichnen ihn aus. Er arbeitet zuverlässig und selbständig und ist auch außerordentlicher Belastung gewachsen.
„Gut einarbeiten“ = zwei bis drei. Auf stets wurde auch hier im kompletten Absatz verzichtet. Bei den „wesentlichen Aspekten“ bin ich hin- und hergerissen. Zwar ist die Kernkompetenz des Jobs, die wesentlichen Aspekte herauszuarbeiten (gerade bei Nachrichten), aber andererseits könnte man das auch als schlampiges Arbeiten auffassen. Er hat nur „das Wesentliche getan und den Rest links liegen lassen.“
Bei „selbständig“ bin ich mir auch nicht ganz der Wirkung bewusst.
1. Einzelgänger/ nicht teamfähig oder
2. So wie ein unbedarfter Mensch das lesen würde

4.
zoolander hat geschrieben: Er arbeitet zuverlässig und selbständig und ist auch außerordentlicher Belastung gewachsen.
Auf „sehr“ und „stets“ wird wie üblich verzichtet = Note 4. Selbstständiges Arbeiten wird im positiven Sinn nur bei der Note 1-2 verwendet. Bei schlechteren Noten taucht die Formulierung eher nicht mehr auf. Absichtliches Vermischen oder Unkenntnis?

5.
zoolander hat geschrieben: Die ihm übertragenen Aufgaben erfüllte Herr Arno Nym stets zu unserer vollen Zufriedenheit.
= Note 2. Hier wurde sogar „stets“ eingesetzt. Kann man die „übertragenen Aufgaben“ auch negativ auslegen? Würde sich aber wiederum mit dem selbstständigen Arbeiten von weiter oben beißen.

6.
zoolander hat geschrieben: Durch sein kollegiales und freundliches Verhalten war Herr Arno Nym bei Vorgesetzten, Kolleginnen und Kollegen aus Redaktion und Technik gleichermaßen beliebt. Sein persönliches Verhalten war einwandfrei.
Die Reihenfolge stimmt. "Gleichermaßen beliebt" und das Fehlen von „stets“ = Note 3

7.
zoolander hat geschrieben: Herr Arno Nym verlässt das Unternehmen nach seiner Probezeit. Wir danken Herrn Ano Nym für sein Mitwirken und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg und persönlich alles Gute.
Hier haben wir meiner Meinung nach wieder einen Mix aus zwei Extremen: „Viel Erfolg und persönlich alles Gute“ findet sich bei den Noten 1-2. „Wir danken für sein Mitwirken“ ist neutral formuliert. Es war weder wertvoll, noch gut. Note 3-4. Auf ein Bedauern wird verzichtet = Endlich sind wir ihn los. Keine Empfehlung für den nächsten Arbeitgeber. Ist das üblich?
Gibt es das „Bedauern“ denn überhaupt in Zeugnissen, die nach der Kündigung durch den Arbeitgeber erstellt werden?
„Zu unserem großen Bedauern können wir Frau X zur Zeit aus betriebsbedingten Gründen keine Dauerbeschäftigung anbieten“

Mittlerweile ist das Zeugnis für mich eine 3-4. Das entspricht weder der dort abgelieferten Arbeit, noch meiner Arbeitsmoral, noch meinem Wissensstand und erst recht nicht meiner Sozialkompetenz.
Da kann ich noch so tief in mich gehen.

Jetzt kommt meine Variante:

Arbeitszeugnis

Herr *beep*, geb. am *beep*, absolvierte vom *beep* bis zum 31.12.2018 ein Volontariat in der Redaktion bei der *beep* GmbH.
Die Gesellschaft betreibt das regionale TV-Programm *beep* für die Metropolregion *beep*. „beep“ ist der zweitgrößte Regionalsender in *beep*.
Herr *beep* arbeitete sowohl für das tägliche Nachrichtenmagazin im RTL-Fensterprogramm für den Ballungsraum *beep* , als auch für die Vollfrequenz auf *beep*.
Zum verantwortungvollen Tätigkeitsfeld von Herrn *beep* gehörten im Wesentlichen folgende Aufgaben:

• Fernseh- und zielgruppenorientierte Aufarbeitung täglicher Lokalnachrichten – dazugehörend Recherche, Interviewführung, Dreh vor Ort, Schnitt und Text des Beitrags
• Verfassen von Kurznachrichten, sowohl für den Online-Auftritt des Senders, als auch für das tägliche Nachrichtenmagazin „*beep*“
• Aktualisierung der *beep* Mediathek mit dem Content-Management-System Wordpress und mit Hilfe von Video-Konvertierungstools

Herr *beep* zeigte stets ein hohes Maß an Eigeninitiative und Leistungsbereitschaft. Schon nach kurzer Einarbeitungszeit war er aufgrund seines fundierten Fachwissens, seiner verlässlichen Arbeitsweise und seiner Verantwortungsbereitschaft jederzeit flexibel einsetzbar.

Herr *beep* kann sich sehr gut in ein Thema einarbeiten und die für ein Nachrichtenmagazin wesentlichen Aspekte sachlich und verständlich darstellen. Seine Kreativität und die Fähigkeit, Themen fernsehgerecht umzusetzen, zeichnen ihn aus. Er arbeitet stets zuverlässig und selbständig und ist auch außerordentlicher Belastung jederzeit gewachsen.

Die ihm übertragenen Aufgaben erfüllte Herr *beep* stets zu unserer vollsten Zufriedenheit. Durch sein zu jeder Zeit kollegiales und freundliches Verhalten war Herr *beep* bei Vorgesetzten, Kolleginnen und Kollegen aus Redaktion und Technik stets gleichermaßen beliebt. Sein persönliches Verhalten war immer einwandfrei.

Zu unserem Bedauern verlässt Herr *beep* das Unternehmen zum 31.12.2018.

Wir danken Herrn *beep* für seine stets gute Mitarbeit und wünschen ihm für die Zukunft weiterhin viel Erfolg und persönlich alles Gute.

Jameson
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Re: Bewertung Arbeitszeugnis bei Kuendigung Volo in Probezeit

Beitrag von Jameson » 01.08.2019, 10:40

Hallo Zoolander,
zoolander hat geschrieben: Noch liege ich im Rahmen der "Reklamationsfrist" für Arbeitszeugnisse...
wie kommst du darauf???
zoolander hat geschrieben: Wie müsste der Text lauten, damit er unschädlicher klänge?
- "in bestem beiderseitigem Einvernehmen"?
- "auf eigenen Wunsch"?
- "aus betriebsbedingten Gründen"? - Dahinter könnte ja theoretisch auch stehen, dass die Chemie zwischen Firma und Mitarbeiter nicht (mehr im Vergleich zu früher) gepasst hat. Auf sarkastische Art und Weise entspricht das auch der Wahrheit, da selbiges schon sehr speziell war und fleißig vor sich hin gemobbt hat.
Eine Kündigung in bestem beiderseitigem Einvernehmen kann es nicht geben, auf eigenen Wunsch funktionier nur bei einer Folgeanstellung, blieben noch die betrieblichen Gründe- und die sollten idealerweise konkret benannt werden.

Zerschmetterling
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Re: Bewertung Arbeitszeugnis bei Kuendigung Volo in Probezeit

Beitrag von Zerschmetterling » 03.08.2019, 22:44

@Jameson

"Auf eigenen Wunsch" hatte ich auch schon in einem Zeugnis drinstehen, als ich selbst gekündigt hatte und noch keinen neuen Job. Das geht also schon - man muss sich allerdings darauf einstellen, dass man beim nächsten VG auf jeden Fall gefragt wird, warum man denn dieses Risiko eingegangen ist und sollte dann eine plausible Antwort parat haben....

LG Zerschmetterling

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Re: Bewertung Arbeitszeugnis bei Kuendigung Volo in Probezeit

Beitrag von Jameson » 04.08.2019, 11:00

Natürlich gibt es diese Formulierung auch dann Zerschmetterling, eine Eigenkündigung ohne Folgeanstellung (oder ohne andere, positiv nachvollziehbare Gründe) wird aber immer Fragen aufwerfen dir dir im schlechtesten Fall gar nicht gestellt werden. Auch kann man am Wahrheitsgehalt zweifeln, schließlich gibt es nach wie vor sog. "Weglobzeugnisse" ungeliebter Mitarbeiter, in denen meist von einer Arbeitnehmerseitigen Kündigung gesprochen wird.
Die Kombination Eigenkündigung und keine darauffolgende Tätigkeit kann und wird als Hinweis auf ein Weglobzeugnis oder auf sonstige Unregelmäßigkeiten verstanden werden.
Im besten Fall -und den gibt es natürlich auch- ist es dann so dass wie du es beschrieben hast, nämlich dass man die Chance bekommst dies zu erklären.

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