Wer darf ein Arbeitszeugnis schreiben

Fragen zu Zeugnissen und Nachweisen: Müssen alle bisherigen Zeugnisse mitgeschickt werden? Welche Nachweise sind wichtig? Wie müssen die Zeugnisse geordnet werden?
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scorpionpower
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Wer darf ein Arbeitszeugnis schreiben

Beitrag von scorpionpower » 17.03.2017, 08:55

Hallo zusammen,

vielleicht kann mir jemand die u. g. Frage beantworten.

Sachlage:
Mein Mitarbeiter (ist mir nur fachlich unterstellt) hat von unserem ehemaligen disziplinarischen Vorgesetzten, wie wir alle, ein Zwischenzeugnis erhalten, weil unser Vorgesetzter die Firma verlassen hat.

Mein Mitarbeiter ist mit der Bewertung teilweise nicht einverstanden. Jetzt fragt er mich ob ich ihm ein neues "besseres" Zwischenzeugnis ausstellen könnte.

Jetzt meine Frage:
Darf ich als fachlicher Vorgesetzter auch ein Zwischenzeugnis ausstellen oder darf das nur ein disziplinarischer Vorgesetzter?

Globetrotter
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Beitrag von Globetrotter » 17.03.2017, 15:41

Folgender Vorschlag, da der Mitarbeiter mit der Beurteilung seiner Leistung nicht ganz einverstanden zu sein scheint, würde ich ihm das Angebot machen sein Zeugnis selber zu verfassen. Somit übernimmt er selbst die Verantwortung für das was er schreibt, bzw. wird/kann das nicht beanstanden da er es ja selber geschrieben hat (was immer er da auch zu Papier bringt). Ist heute keine Seltenheit mehr das einem Mitarbeiter das Angebot gemacht wird, sein Zeugnis selber zu schreiben, i.d.R. sind damit auch beide Seiten einverstanden/zufrieden.

Falls es Dir aber jetzt explizit um die Klärung der juristischen Zuständigkeit geht würde ich Dir empfehlen die Rechtsabteilung (falls es eine solche gibt) oder einen Fachanwalt zu konsultieren.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 18.03.2017, 10:29

Auf keinen Fall den Vorgesetzten übergehen und selber ein eues Zeugnis schreiben. Die Vermittlerrolle einnehmen.

cre
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Beitrag von cre » 18.03.2017, 13:43

Folgender Vorschlag, da der Mitarbeiter mit der Beurteilung seiner Leistung nicht ganz einverstanden zu sein scheint, würde ich ihm das Angebot machen sein Zeugnis selber zu verfassen. Somit übernimmt er selbst die Verantwortung für das was er schreibt, bzw. wird/kann das nicht beanstanden da er es ja selber geschrieben hat (was immer er da auch zu Papier bringt). Ist heute keine Seltenheit mehr das einem Mitarbeiter das Angebot gemacht wird, sein Zeugnis selber zu schreiben, i.d.R. sind damit auch beide Seiten einverstanden/zufrieden.
Das ist so nicht ganz korrekt. Es stimmt tatsächlich dass es Usus ist, dass Zeugnisse heute selber geschrieben werden. De Facto hat aber immer noch der unterschreibende Vorgesetzte die Verantwortung für das Geschriebene zu tragen. Denn offiziell hat er es verfasst, sonst wäre ja die ganze Zeugniss-Idee ad absurdum.
Zusätzlich kommt noch der Grundsatz "Wahrheit vor Wohlwollen"

scorpionpower
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Beitrag von scorpionpower » 20.03.2017, 08:13

Hallo,

Vielen Dank für die Antworten. Wie Globetrotter geschrieben hat - mir geht es um den juristischen Hintergrund.

Aber wie gesagt, mir ging es darum, ob ich als FACHLICHER Vorgesetzter auch ein Arbeitszeugnis schreiben darf. Ich habe mit unserer Personalabteilung gesprochen. Laut deren Aussage darf ich das nicht.

Wenn ich aber der Meinung bin, dass der Mitarbeiter ein "besseres" Zeugnis verdient hat, würde die Personalabteilung mit meiner "Unterstützung" ein Zeugnis schreiben.

Jameson
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Beitrag von Jameson » 10.04.2017, 12:32

@ scorpionpower,

zum rechtlichen Hintergrund:


Das Zeugnis wird vom Arbeitgeber ausgestellt und ist von ihm oder einer in Personalangelegenheiten vertretungsberechtigten Person, die in der betrieblichen Hierarchie über dem Zeugnisinhaber stehen, also ranghöher sein muss, zu unterzeichnen.
- LAG Hamm 27.2.1997 - 4 Sa 1691/96

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