Werde bei grundlegenden Entscheidungen uebergangen

Auch im Berufsleben steht man immer wieder vor Herausforderungen und Problemen. Die könnt ihr hier diskutieren.
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blob1
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Werde bei grundlegenden Entscheidungen uebergangen

Beitrag von blob1 » 30.03.2018, 14:28

Hallo zusammen,

Ich arbeite seit 2 Jahren da, unbefristet, kein Kündigungsschutz da Kleinbetrieb. Meine Aufgabe ist es, Informationen über Unternehmen zu recherchieren, sammeln und in die interne Datenbank einzupflegen, damit meine Kollegen diese für ihre Arbeit nutzen können.

Mein Chef (gleichzeitig Unternehmenseigentümer) macht immer wieder Vorschläge zur Verbesserung der Datenqualität. Ich sage meine Meinung dazu und belege sie immer mit Argumenten, da ich sehr faktenorientiert bin. Ich habe unser "Team" (ein Azubi und ich) damit schon öfters davor bewahrt, dass wir durch seine Vorschläge in Arbeit untergehen würden, weil unsere Datenbank auf den Kopf gestellt worden wäre, während es keinen oder nur einen geringen Nutzen gegeben hätte.
Bisher wurde mir von den Kollegen als auch von meinem Chef beim letzten Mitarbeitergespräch mitgeteilt, dass ich eine super Arbeit leiste.

Unsere Datenbank ist umfangreich und jede Umstellung kann große Auswirkungen haben. Wir haben dazu andere regelmäßige Aufgaben zu erledigen, die sich aus der Arbeit meiner Kollegen ergeben, die absoluten Vorrang haben. Unsere Kapazitäten sind begrenzt und eher versinken wir in der Arbeit als dass wir zuwenig zu tun hätten, da es noch sehr viele Altlasten gibt, die vor meiner Zeit stammen, und das weiß mein Chef auch.

Ich gehe auf zwei konkrete Fälle ein.

Bei Entscheidung 1 habe ich vor dem gesamten Team beim wöchentlichen Jour fixe bereits zwei Mal meine Meinung zum Vorschlag meines Chefs gesagt und wie immer meine Argumente geliefert. Diese Argumente wurden von meinem Chef ignoriert und den Nutzen dieses Vorschlages konnte mein Chef nicht richtig erklären. Da wir uns nicht einigen konnten, wurde die Entscheidung vertagt.

Bei Entscheidung 2 hat mein Chef diesen Vorschlag etwa eine halbe Stunde gemacht bevor ich mehrere Tage im Urlaub war. Habe ihm kurz per E-Mail geschrieben, dass ich wenig davon halte, und bin dann in den Urlaub gefahren.

Als ich dann vom Urlaub zurückgekommen bin, wurde mir in einer E-Mail mitgeteilt, dass beim wöchentlichen Jour fixe (wo ich wegen des Urlaubs abwesend war, Azubi war auch nicht dabei) die beiden Vorschläge meines Chefs so durchgegangen sind. Eine Begründung dazu wurde nicht geliefert.

Diese Entscheidungen muss ich jetzt mit meinem Team umsetzen. Die Arbeit der Kollegen betrifft das überhaupt nicht. Dass mein Chef die treibende Kraft hinter der Entscheidung ist, ist mir klar, weil die Kollegen sich zu wenig mit meiner Arbeit auskennen und das nicht weil sie inkompetent wären, sondern weil unsere Aufgabengebiete sich deutlich unterscheiden und klar abgegrenzt sind. Die Entscheidungen waren auch nicht dringend.

Ich fühle mich dementsprechend übergangen und verarscht.

Ich sehe zwei Möglichkeiten:

Möglichkeit 1: Chef auflassen lassen
Die Entscheidung ohne weiteren Kommentar von mir so umsetzen.
Sobald dann die Fehler und schlechtere Datenqualität auffallen, darauf hinweisen, dass diese Entscheidung bewusst ohne mich zustandegekommen ist und ich nicht die Verantwortung dafür übernehme. Es könnte durchaus bis zu 1 Jahr dauern, bis die Fehler auffallen, je nachdem welche Aufträge die Firma bekommt.
Vorteil: Ich habe meine Ruhe und gewinne Zeit mir etwas Neues zu suchen
Nachteil: Die Situation ist ungeklärt. Später konnte die Lage eskalieren.

Möglichkeit 2: sich wehren
Beim nächsten Jour fixe sagen, dass ich es nicht in Ordnung finde, dass so grundlegende Entscheidungen, die meine Arbeit betreffen, bewusst ohne mich getroffen werden, und je nach Diskussionsverlauf noch mal meine Argumente vorbringen. Alternativ könnte ich das auch in einer E-Mail an alle schreiben oder in einem Gespräch mit meinem Chef unter vier Augen ansprechen.
Vorteil: Das Problem könnte sich lösen
Nachteil: Die Lage eskaliert sofort und ich werde gekündigt (kein Kündigungsschutz)

Wie bereits erwähnt: Je nachdem wie diese Sache ausgeht, spiele ich durchaus auch mit dem Gedanken, mir etwas Neues zu suchen.

Danke für eure Hilfe!
Zuletzt geändert von blob1 am 30.03.2018, 20:19, insgesamt 1-mal geändert.

blob1
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Beitrag von blob1 » 30.03.2018, 14:40

Leider wurde mein eingegebener Titel nicht übernommen.

Er lautet "Werde bei grundlegenden Entscheidungen übergangen".

Vielleicht könnte das ein Moderator korrigieren.

Danke!

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 30.03.2018, 17:46

Dass deine Überschrift nicht übernommen wurde, liegt am -ü- in übergangen. Das wird als Sonderzeichen gewertet und Sonderzeichen mag das Programm nicht mehr. Musst du selber editieren.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 30.03.2018, 17:50

Du solltest deinen Chef nicht blöd darstehen lassen, indem du coram publico oder in einem offenen Brief seine Fehlentscheidung ankreidest. Mach es in einem Vier- oder Sechs-Augen-Gespräch. Dein Chef wahrt sein Gesicht, du deinen Job.

blob1
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Beitrag von blob1 » 30.03.2018, 20:24

TheGuide hat geschrieben:Dass deine Überschrift nicht übernommen wurde, liegt am -ü- in übergangen. Das wird als Sonderzeichen gewertet und Sonderzeichen mag das Programm nicht mehr. Musst du selber editieren.
Habe ich nun korrigiert.
TheGuide hat geschrieben:Du solltest deinen Chef nicht blöd darstehen lassen, indem du coram publico oder in einem offenen Brief seine Fehlentscheidung ankreidest. Mach es in einem Vier- oder Sechs-Augen-Gespräch. Dein Chef wahrt sein Gesicht, du deinen Job.
Ich habe heute Nachmittag mit einem Freund gesprochen und er sieht es auch so, nur dass er eine E-Mail (nur) an den Chef schicken würde. Damit habe ich für den Fall, dass durch diese Maßnahmen etwas schief geht etwas Schriftliches vorliegen, was bei einem Gespräch nicht der Fall ist.

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