Wie Schwerbehinderung in Bewerbung formulieren?

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susanne0603
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Wie Schwerbehinderung in Bewerbung formulieren?

Beitrag von susanne0603 » 24.09.2007, 11:21

Hallo liebe Forumsteilnehmer,

ich bin neu hier und schreibe mehr oder weniger für meinen Freund.

Folgender Sachverhalt: Mein Freund ist 50 % schwerbehindert, hat also einen Schwerbehindertenausweis.
Er versucht nunmehr seit 2 1/2 Jahren eine Stelle in meinem Umkreis zu finden, um mit mir zusammen leben zu können.
Mittlerweile haben wir insgesamt so ca. 300 Bewerbungen geschrieben. Teilweise mit, teileweise ohne dem Schwerbehindertenausweis. Außer mageren 5 Vorstellungsgesprächen mit anschließender Absage kamen bislang nur sofortige Absagen. Mehrere Sachbearbeiter beim Arbeitsamt und auch Leute aus unserem Bekanntenkreis haben ihm bestätigt, dass es an seinen Anschreiben und seinem Lebenslauf nicht liegen kann, da die (laut deren Meinung) 1A sind und auch die Zeugnisse (abgesehen von seinem Prüfungszeugnis) gut sind.

Da ein Teil seiner Behinderung auf den Bewerbungsfotos sichtbar ist (halbseitige Gesichtslähmung) würde mich jetzt einfach mal generell interessieren, ob heutzutage die Arbeitgeber generell was gegen Behinderte haben. Des weiteren würde mich interessieren, ob es besser ist den Behindertenausweis beizulegen oder ihn besser wegzulassen und gegebenenfalls erst beim Vorstellungsgespräch dazu etwas zu sagen.

Weiterhin wäre ich dankbar, wenn mir auch andere Schwerbehinderte mal so ihre Erfahrungen und Meinungen zu dem Thema kundtun würden.

Danke!

Gruß
Susanne

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vanissi
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Beitrag von vanissi » 24.09.2007, 13:37

oki also wie es auf dem arbeitsmarkt gerade aussieht kann ich gerade als ausbildungsssuchende wohl sehr schwer einschätzen und schwerbehindert bin ich nicht nur chronisch krank (neurodermitis) naja ich hoffe auch nur das die zukünftigen arbeitgeber eine auge zudrücken und mich net deswegen nicht nehmen.
im sommer sieht die haut einigermaßen normal aus nur jetzt in den herbst und wintermonaten wird es wieder schlimm und ob das ein arbeitgeber mitmacht ist wohl eher fraglich....
ich wünsch und deinem freund aber dennoch viel glück und das es noch soziale arbeitgeber gibt die auf die fähikeiten schauen und nicht nur auf das aussehen.
gruss isa

SandraZ
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Beitrag von SandraZ » 24.09.2007, 15:15

Das Problem ist, das man einen Behinderten nicht so leicht kündigen kann im Falle des Falles, wie einem anderen Mitarbeiter. Um einem Behinderten kündigen zu können, muß man ein bestimmtes Amt mit einschalten. DAnn haben Behinderte zusätzliche Urlaubstage. Bin mir Unsicher, aber ich glaube das sind bis zu 5 Tagen zusätzlich.
Die Nachteile für den AG sind oft leider so, dass sie lieber diese Abgabe zahlen, statt jemanden mit Behinderung einzustellen.

Mein Mann hat auch eine Behinderung bislang 30%, obwohl er laut Arzt inzwischen schon die 50% erreicht hat. Das Verfahren läuft. Müßte er sich neu bewerben, würde er seine Behiderung nicht angeben. Sein jetziger AG würde auch nichts davon erfahren.

Erni
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Bewerbung mit Schwerbehindertenausweis?

Beitrag von Erni » 07.03.2008, 08:49

Ich möchte gern meinem Bruder helfen eine Bewerbung zu schreiben. Tu mich aber sehr schwer. Er hat einen Schwerbehindertenausweis mit 50 Prozent. Er hatte letztes Jahr eine Hüft-OP. Diese ist super verlaufen. Ihm geht es wieder sehr gut. Er kann so gut wie alle Arbeiten verrichten, Reinigungsarbeiten...außer 100-prozentiges schweres Heben. Er hat einen Schein für Hebefahrzeuge, LKW-Führerschein.

Ich hoffe ganz stark auf etwas Hilfe.

Vielen Dank im voraus.

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Knightley
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Beitrag von Knightley » 07.03.2008, 19:08

Hat dein Bruder denn eine Ausbildung und/oder Berufserfahrung?

Also sucht er eine (Aushilfs-)Stelle im Bereich Reinigung, Lager oder Transport?

Erni
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Beitrag von Erni » 08.03.2008, 14:05

oh super endlich kommt hilfe. also er hat früher immer auf dem bau gearbeitet.hat zimmermann gelernt.er kann wieder volltags arbeiten.und halt alles machen.mit fahrzeugen umgehen.reinigungsarbeiten machen.also wirklich alles außer schwer heben.
vielen lieben dank für die hilfe.

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KillrAngel
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Beitrag von KillrAngel » 08.03.2008, 17:44

dann solltest du es so schreiben.
Aufgrund einer OP, welche gut verlaufen ist, kann er alle Arbeiten verrichten bis auf stark körperlich belastende Aufgaben. Dafür besitzt er den Schein für Hebefahrzeuge sowie den LKW-Führerschein.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 08.03.2008, 18:00

Und als was genau würde er sich jetzt bewerben? Fast noch wichtiger als Formulierungen für den Einzelfall fände ich es für Euch beide, so etwas wie eine Zielrichtung für seinen weiteren Berufsweg festzulegen. In einer Situation wie der Deines Bruders scheint es mir leicht möglich zu sein, gewissermassen die Orientierung zu verlieren... sich aufgrund der Schwerbehinderung von Aushilfsjob zu Aushilfsjob zu hangeln, bis der Lebenslauf eine mehr oder minder zusammenhanglose Auflistung verschiedenster Tätigkeiten ist... die nach einigen Jahren nicht mehr sonderlich überzeugend wirkt...

Positiv formuliert: Ich finde, Ihr solltet viel Energie in die Suche nach einer Stelle investieren, die zu seiner Ausbildung und Erfahrung passt - d. h. eine (bau)handwerkliche Arbeit mit dem Schwerpunkt bei der Bedienung von Maschinen. Die beiden Scheine, die er da schon hat, sind auf jeden Fall ein guter Anfang. Vielleicht liesse sich das noch ausbauen, bzw. durch weitere Maschinenlehrgänge ergänzen?

Gewissermassen vom Ende her denken... und auf einen Lebenslauf hin arbeiten, der (trotz zweifellos erschwerter Umstände) einen klaren Schwerpunkt bzw. ein gewisses Könnertum einer bestimmten Richtung erkennen lässt.

Gut, dass er so eine engagierte Schwester hat... ;-)

Erni
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Beitrag von Erni » 12.03.2008, 11:07

ok das hat mir schon etwas geholfen. brauche aber bitte nochmal ganz dringend hilfe zwecks der formulierungen. bei manchen firmen hat er ja angerufen und er soll sich einfach als mitarbeiter bewerben. sie schauen dann für was er geeignet wäre. also hier nochmal ein paar stichpunkte falls mir jemand bei den formulierungen helfen könnte. DANKE DANKE DANKE

- letztes jahr hüft-op
- sehr gut verlaufen
- 50 % behindertenausweis
- zur zeit noch nicht möglich ist dauerndes schweres heben
- handwerkliche fähigkeiten sind vorhanden (gelernt zimmermann) immer auf dem bau gearbeitet (siehe lebenslauf)
- staplerschein und lkw führerschein vorhanden

Erni
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Beitrag von Erni » 13.03.2008, 12:56

schade ich dachte hier kommt noch hilfe...

muß ich eben allein sehen...

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Marlenchen
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Beitrag von Marlenchen » 14.03.2008, 06:01

Die Reihenfolge finde ich schon falsch gewählt, weil der Fokus zu sehr auf der OP liegt. Außerdem ist es fraglich, ob man mit einem Anschreiben Erfolg hat. Denn auch wenn man alles als wunderbar beschreibt, dann wird der Arbeitgeber skeptisch bleiben, weil er deinen Bruder nicht kennt und lieber andere Bewerber persönlich einlädt. Wie wäre es mit telefonieren oder direkt bei den Firmen vorstellen, auf (Fach-)Messen zum Thema Bau z.B.? Dann gewinnen die Arbeitgeber direkt einen Eindruck...

Marie83
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Schwerbehindertenausweis in Bewerbung erwähnen

Beitrag von Marie83 » 03.02.2009, 13:31

Hallo ihr Lieben,

wo erwähnt man am Besten, dass man im Besitz eines Schwerbehindertenausweises ist?

Ist der Satz so okay?

"Ich verfüge über einen Behindertenausweis, meine Behinderung beeinflusst meine Arbeitsleistung jedoch in keinster Weise."

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Knightley
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Beitrag von Knightley » 03.02.2009, 18:33

Ja, kann man so schreiben.

irina12345567
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Beitrag von irina12345567 » 05.02.2009, 23:25

mal ne frage,,MUSS man das schwerbehindertenausweis erwähnen?wenn man keine sichtbaren folgen der behinderung hat?oder kann man das auch verschweigen?

Stella.2802
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Beitrag von Stella.2802 » 06.02.2009, 18:04

Nein, man muss den Schwerbehindertenausweis nicht erwähnen.
Allerdings kannst Du dann natürlich auch nicht erwarten, dass Du mehr Urlaubstage bekommst, Dir geht also ein Recht verloren, das Du durch den Ausweis hast.
Wie das mit besonderem Kündigungsschutz ist weiß ich nicht, aber ich denke, dass der auch nicht greift, wenn Du dem Chef wissentlich die Schwerbehinderung verschweigst.

Pik-Ass
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Beitrag von Pik-Ass » 06.02.2009, 18:43

In wiefern der Schwerbehindertenstatus offenbart werden muss ist an keiner Stelle allgemeingültig und eindeutig geklärt. Ich an deiner Stelle würde dieses Thema definitiv ansprechen, allerdings erst im Vorstellungsgespräch.

irina12345567
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Beitrag von irina12345567 » 06.02.2009, 20:52

ich habe das gefragt,weil ich dieses jahr keine stelle gefunden habe und deswegen ein e berufsvorbereitungsmassnahme angefangen(vom arbeitsamt),das problem aber war,dass ich irgendwie am anfang gar nicht dran gedacht habe den vorzuzeigen,,und dann mussten wir formulare ausfüllen und es wurde danach gefragt ob mans hat oder nicht,also hab ichs reingeschrieben,,und bin deswegen aus der maßnahme ausgeschlossen worden,obwohl es eigentlich überhaupt keinen grund dafür gibt,denn ich bin körperlich und geistig völlig ok,und keine nachteile davon habe,und ich wollte eigentlich auch nich irgendwie deswegen vorgezogen werden,denn ich fühl mich einfach nicht "schwerbehindert"
deswegen weiß ich nicht ob ich das jetzt angeben soll oder nicht.

MeeLoo79
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Initiativbewerbung, Schwerbehinderung, Hiiiilfeeee

Beitrag von MeeLoo79 » 23.03.2013, 19:49

Hallo, ich bin ganz neu hier und hoffe auf Hilfe, denn Bewerbungen zu schreiben lähmt mich irgendwie immer.
Nun beziehe ich (33) eine Rente wegen voller Erwerbsminderung. Ich möchte aber eine geringfügige Beschäftigung finden.
Mein Vater arbeitet bei unseren hiesigen Stadtwerken und ich habe die Chance, dort eventuell Arbeit zu bekommen. Vielleicht wird in ein paar Monaten eine Stelle in der Telefonzentralle neu besetzt.

Bei mir scheitert es schon beim Betreff.

Heißt es jetzt 'Initiativbewerbung für allgemeine Bürotätigkeiten' oder 'Initiativbewerbung als allgemeine Bürokraft' oder wie?

Wie schreib ich, dass ich schwerbehindert bin? Muss ich das näher erleutern? Hab ich bisher nie gemacht, aber ich bewerbe mich auch noch nicht lange und nur bei Aushilfsjobs. Aber diese Bewerbung ist jetzt echt wichtig. Da will ich es richtig machen.

Ich suche theoretisch nur eine geringfügige Beschäftigung. Aber ich wäre durchaus auch bereit, während eines Praktikums zu testen, ob ich Vollzeit arbeiten kann. Ich hab halt Angst, dass ich für den Chef uninteressant werde, wenn ich nur einen 450-Euro-Job suche...
Ich habe derzeit einen Aushilfsjob und konnte erst Mitte März anfangen, weshalb ich jetzt Überstunden mache. Mich schlaucht das echt ganz schön.
Also aus gesundheitlichen Gründen bin ich mit einem Mini-Job ausgelastet. Aber ich brauche unbedingt einen Job, da ich mich von meinem Freund getrennt habe und nur von meiner Rente lange nicht leben kann, das hieße dann, Sozialhilfe. Horror!
Wie drück ich das im Bewerbungsschreiben am besten aus, dass ich versuche, flexibel zu sein, was die Arbeitszeit angeht? Oder sollte ich auf den Mini-Job beharren, denn ich merke jetzt durchaus, dass mehr mir auf Dauer nicht gut tut.

Ich hab echt 0 Talent Bewerbungen zu schreiben :(

Hoffe auf eure Hilfe.

Romanum
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Beitrag von Romanum » 25.03.2013, 14:29

Wie schreib ich, dass ich schwerbehindert bin? Muss ich das näher erleutern? Hab ich bisher nie gemacht, aber ich bewerbe mich auch noch nicht lange und nur bei Aushilfsjobs. Aber diese Bewerbung ist jetzt echt wichtig. Da will ich es richtig machen.

Hast du denn bisher schon relevante Berufserfahrung sammeln können, also im Telefondienst oder im Büro? Für den AG ist ja vor allem wichtig, ob du über das Talent und Wissen für diesen Job verfügst.

Bzgl. der Arbeitszeiten müsste dein Vater doch wissen, wie lange die derzeitige Beschäftigte dort arbeitet. Übernimm dich nicht und gewöhne dich lieber langsam an den stressigen Arbeitsalltag.

Kasia1983
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Bewerbung Schwerbehinderung

Beitrag von Kasia1983 » 27.09.2013, 16:05

Hallo zusammen,

ich wollte mal fragen, wie man sich als Schwerbehinderter bewirbt. Bei öffentlicher Stellen soll man das ja angeben, aber wie? Im Betreff? Im Text? Verschweigen wollte ich das nicht, das sieht und merkt man, wenn ich zum Vorstellungsgespräch eingeladen werde.

Ich bin zu 50% schwerbehindert, soll ich den Ausweis dann kopieren und gar nichts schreiben?

Viele Grüße
Kasia

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 28.09.2013, 10:41

Inwiefern sieht und merkt man es denn? Geht damit auch irgendeine Art von Einschränkung bei der Arbeit selbst einher? Wenn ja, welche? Je genauer Du die Sachlage beschreibst, desto klarer lässt Deine Frage sich beantworten...

Kasia1983
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Beitrag von Kasia1983 » 29.09.2013, 14:44

Es geht um einen Bürojob. Meine rechte Seite ist teilweise gelähmt. Aber man muss ja wieder arbeiten, also wie schreib ich das denn?

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 29.09.2013, 15:47

Kasia1983 hat geschrieben:Meine rechte Seite ist teilweise gelähmt.
Und was heisst das für Deine Arbeit?

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 30.09.2013, 09:46

Ich würde das im Anschreiben festhalten. Gerade bei öffentlichen Stellen werden Behinderte bei gleicher Eignung bevorzugt. Wenn du lediglich deinen Behindertenausweis als Kopie in die Unterlagen legst, wird der wahrscheinlich leichter übersehen.

Kasia1983
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Beitrag von Kasia1983 » 30.09.2013, 11:20

Ich bin nicht hier, um über meine Behinderung zu schreiben!!!

@TheGuide: Danke!

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