Zeugniscodes Arbeitszeugnis entschlüsseln

Fragen zu Zeugnissen und Nachweisen: Müssen alle bisherigen Zeugnisse mitgeschickt werden? Welche Nachweise sind wichtig? Wie müssen die Zeugnisse geordnet werden?
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Joca
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Zeugniscodes Arbeitszeugnis entschlüsseln

Beitrag von Joca » 26.05.2014, 12:34

Hallo miteinander,

zwar lassen die allgemein bekannten Infos zu Zeugniscodes schon eine erste Einschätzung zu. Aber bei manchem bin ich nicht ganz sicher. Deswegen möchte ich um Eure Einschätzung dieser beiden Zeugnisse bitten.

Das erste Zeugnis ist nach meinem Traineeship ausgestellt worden. Meiner Einschätzung nach, handelt es sich insgesamt um ein gutes, aber doch sehr standardisiert formuliertes Zeugnis.


Zeugnis 1:

(Anfang und Tätigkeitkeitsbeschreibung lasse ich weg, sie sind korrekt)

....

Herr x arbeitete sich schnell in alle Themenbereiche ein. Stets bearbeitete er Projekte erfolgreich und brachte sie zum Abschluss. Die unterschiedlichen Aufgaben erfüllte er zu unserer vollsten Zufriedenheit.
Zudem überzeugte er durch ein sehr hohes Maß an Selbständigkeit, Engagement und Kreativität.

Im persönlichen Umgang war er sehr freundlich und hilfsbereit und bei Vorgesetzten sowie Kunden gleichermaßen anerkannt und geschätzt. In Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen war er stets teamorientiert und kooperativ.

Zu unserem großen Bedauern verlässt Herr x unsere Agentur auf eigenen Wunsch. Wir danken Herrn X für seine permanent guten Leistungen und wünschen ihm auf seinem weiteren Berufs- und Lebensweg weiterhin viel Erfolg.
--

Den (von mir) fett markierten Satz kann ich nicht eindeutig einschätzen. Wie sind die Aussagen sonst einzeln zu werten? Fehlt etwas?


Dann Zeugnis 2, nicht wundern, ich habe eine Zeit lang als Mechaniker gejobbt, bevor ich Absschluss und dann Traineeship nachgeholt habe.
Dieses Zeugnis vom Werkstattbesitzer schätzte ich eigentlich als sehr gut ein. Nur ist mir jetzt bei diverser Lektüre zu Zeugnisformulierungen aufgefallen, dass die Formulierung "beschäftigt" und das Fehlen der Dankesformel mißverständlich sein könnte. oder wird das durch das Gesamtzeugnis relativiert?

Hier Zeugnis 2:
Herr x war vom ... bis zum ... in unserer Firma beschäftigt. Sein Aufgabenbereich umfasste die eines Mechanikers und die Kundenbetreuung.

Herr x war mit allen anfallenden Tätigkeiten von KFZ-Reparaturen betraut. Ebenso kümmerte er sich um die Betreuung unserer Kunden und die alltäglichen Arbeiten einer Werkstatt. Seine Kenntnisse befinden sich nach unserer Einschätzung auf dem Niveau eines Kfz-Mechanikers am Ende des dritten Lehrjahrs.

Wir bestätigen außerdem, dass Herr x nach der Arbeit in unserer Werkstatt seinen Oldtimer restaurierte, der sich nun im neuwertigen Zustand befindet. Es handelte sich um eine "Frame Off" Restauration, so dass Herr x sich in diesem Bereich profunde Kenntnisse aneignen konnte, die für unsere Werkstatt von hohem Nutzen waren.

Herr x verfügt über ein hohes Maß an Eigeninitiative und erledigte seine Aufgaben äußerst gewissenhaft. Ferner war er besonders belastbar und flexibel, so dass seine Arbeit immer den höchsten Ansprüchen genügte.

Er verhielt sich gegenüber Vorgesetzten immer einwandfrei und war im Kollegenkreis sehr beliebt. Auch gegenüber Kunden und Geschäftspartnern war sein Verhalten stets vorbildlich.

Herr x verlässt auf eigenen Wunsch unsere Firma. Wir bedauern seine Entscheidung sehr und wünschen ihm auf seinem weiteren beruflichen Weg alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

.....

Ist das so in Ordnung, oder doch unabsichtlich mißverständlich? Welche Note würden Profis hier rauslesen?



Herzlichen Dank für Eure Einschätzung!

dicker Zeh
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Beitrag von dicker Zeh » 27.05.2014, 20:20

hallo joca,

bin jetzt zu faul ewig lange texte zu beiden zeugnissen zu schreiben. muß auch gleich wieder weg.

Aber
Zeugnis 1.) ist eine zwei plus (der fett markierte satz ist ok da die aussage "stets erfolgreich" )
vollste zufriedenheit = zwei
Verhalten : zwei

schlussformulierung: "großes bedauern" und danken für die permanent gute leistungen = eine eins


Zeugnis 2)
Ausbildung
nach unserer Einschätzung auf dem Niveau eines Kfz-Mechanikers am Ende des dritten Lehrjahrs. (klingt komisch ??? - lese ich eine drei - durchschnitt)
aber: profunde Kenntnisse die für unsere Werkstatt von hohem Nutzen waren. hebt die drei wieder auf eine zwei

hohes Maß äußerst gewissenhaft besonders belastbar
immer den höchsten Ansprüchen genügte.

durch diese aussagen auch gesamtnote "gute zwei"


Zusammenfassung: zwei top zeugnisse, alles im grünen bereich, kannst du überall mitschicken

:D :D :D

Joca
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Beitrag von Joca » 27.05.2014, 20:54

Vielen Dank für die Bewertung:

Zur Erläuterung der"komischen Formulierung:"
ich habe keine Ausbildung als Mechaniker gemacht, sondern nur mit Schrauberkrnntnissen dort gejobbt. Deswegen ist das für mich eine Bestätigung meiner Kenntnisse, die ich sonst nicht belegen könnte. Ich war kein Mechaniker mit jahrelanger Erfahrung und tiefgehenden Kenntnissen.
Ich arbeite auch nicht mehr als Mechaniker, brauche aber einen Beleg meiner theoretischen Kenntnisse im technischen Bereich für einen PR-Job in Industrie.

Also ist die Formulierung eher als objektive Einschätzung meiner Fachkenntnisse gemeint, denn als Wertung. ( ... Ist so weit wie ein regulärer Kfzler kurz vor Abschluss, obwohl offiziell ungelernt) Im Lebenslauf sieht man auch, dass es nur eine Zwischenstation war.

Hoffe, dass dies einem Personaler im Zusammenhang auch klar ist?


Das Ausbildungszeugnis war übrigens das erste ( Trainee). :-)

Danke nochmal

dicker Zeh
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Beitrag von dicker Zeh » 28.05.2014, 17:52

zum mechaniker zeugnis

ich hab wohl den ersten satz nicht gelesen oder nur überflogen. natürlich geht daraus hervor das es KEINE ausbildung ist.

"Sein Aufgabenbereich umfasste die eines Mechanikers und die Kundenbetreuung."

Mein Fehler
:cry:

also : alles ok und im grünen bereich = Note zwei plus

:D :D :D

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