Zu alt, zu qualifiziert oder unpassende Arbeitsgeber

Wie geht es weiter nach Absagen? Was kann daraus gelernt werden? Lass andere an deinen Erfahrungen teilhaben. Berichte über gute und schlechte Erfahrungen bei der Stellensuche.
JohnDoe_99
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Zu alt, zu qualifiziert oder unpassende Arbeitsgeber

Beitrag von JohnDoe_99 » 09.01.2018, 09:51

Hallo,
ich (35, männlich), stehe vor einen grossen Frustberg.

Ich selbst bekleide seit langer Zeit ein Meisterposten, und habe dazu einige weitere Qualifikationen, die mit Zertifikaten belegbar sind.

Mein grosses Problem ist die Unzufriedenheit im aktuellen Job, keine Aufstiegschancen, viel Mobbing, weniger Geld, schlechte Arbeitszeiten).

Seit nun knapp 4 Jahren, suche ich eine neue Stelle die mir nochmal eine Herausforderung stellt und familienfreundlicher ist. Einfach eine Position, wo man mit Spass hingeht und kein Mobbing erlebt oder seit 4 jahren, schon weiss das jeder 2. Kunde einfach schon mit eine grossen Portion schlechte Laune am Vorabend beginnt.

Es begann damals alles ganz gut, 10 Bewerbungen verschickt und 9 Einladungen folgten. Aber dann wurde es immer das gleiche, gute Stelle und ich wurde abgelehnt, oder ich wollte da nicht anfangen und bekam noch wochenlang später anrufe, ob ich nicht doch kommen möchte.

Die Zeit danach, war wieder von einigen Jobangeboten geprägt, aber leider nicht meine Wunschposition, Wunschgehalt etc. .

Vor 5 Monaten hat es wieder bitter zugeschlagen, tolle Stelle entdeckt, alle Hebel in Bewegung gesetzt das ich den Abteilungsleiter rausfinde und so meine Chance erhöhen kann und sogar per Mitarbeitereinladung mich beworben. Die Stelle wurde nach 2 Monaten irgendwann gelöscht. Eine Absage gab es nie.

Was mich echt frustriert ist die Tatsache, das ich bei einigen Firmen jetzt immer eingekauft werde, wenn was anfällt und mir einige Chefs ehrlich geradeaus sagten, das sie mich als Blender sahen. Da ich Meistergehalt verlangt habe, meine Erfahrungen und Kenntnisse überdurchschnittlich dargestellt wurden und ich keine Arbeitszeugnisse oder Meistertitel vorlegen konnte( gibt nur 1 Arbeitgeber in meinen gesamten Berufsleben und mir ist neu, das für eine ausgeübte Meisterposition zwingend ein Meistertitel vorhanden sein muss).

Bei manchen wurde ich auch mit den Worten " Für ihre Qualifiklation haben wir leider keine offene Stelle), abgelehnt. Auf Nachfrage kam immer das selbe rum, das eine Führungsposition leider nur mit Meistertitel besetzt werden kann, oder das sie es als Rückschritt für mich sehen, das ich von Projektleiter runter rutschen würde auf Mann vor Ort Ebene.

Ich habe in jeden Anschreiben und Lebenslauf, immer nur die Dinge hervorgehoben, die auf die aktuelle Stelle passen.

Meine Frau, hat 4 Bewerbungen verschickt und 3 Zusagen gehabt. Ok sie wechselte auch nur den Arbeitgeber, und nicht die Position.

Aber ich würde echt gerne den Fluch brechen, und bei einen Wunscharbeitgeber eine Anstellung finden. Sollte es am Meistertitel liegen, ist es doch gängige Praxis, das man sich für 3 bis 5 Jahre verpflichtet und der Arbeitgeber den Meister bezahlt.

Und Gehaltswunsch habe ich immer 15% über den aktuellen Bruttolohn angegeben, damit Verhandlungspielraum gegeben ist.

Wenn ich jetzt die Stellenanzeigen durchforste, suchen wieder grössere Firmen, die ich gut kenne, die aber für mich grosse Minuspunkte haben. (Arbeitszeit, Verdienst, Fahrtwege). Kleinere Unbekannte sind auch dabei, die aber mir nicht mein aktuellen Lohn zahlen wollen bzw. angeblich "können", wegen der Gleichberechtigung und Tarif blabla.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 09.01.2018, 11:10

@Meistertitel
Da in D sehr viel über Zeugnisse läuft, sind nicht unbedingt deine tatsächlichen Qualifikationen sondern die, die du auf dem Papier nachweisen kannst, diejenigen die zählen. Ergo kannnst du dich ohne Meistertitel natürlich nicht auf Meisterstellen bewerben, selbst wenn du de facto die Aufgaben dort mit Leichtigkeit stemmen würdest.

JohnDoe_99
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Beitrag von JohnDoe_99 » 09.01.2018, 11:21

Aber was soll ich denn suchen? Ich kann doch nicht reinschreiben, hab das Lager aufgeräumt, wenn meine Tätigkeit Kalkulation, Arbeitsvorbereitung, Auftragsbetreuung und Abrechnung umfasst, mit einen gewissen Anteil an Inbetriebnahme/Servicearbeiten Arbeiten(diverse Programmier Tätigkeiten, die sehr rar auf dem Arbeitsmarkt sind(alle mit Zertifikaten belegbar)).

Einige Stellen stehen seit knapp 2 Jahren drin, und durch die Kontakte zu Mitarbeitern aus diesen Firmen, weiss ich es genau das die Stellen unbesetzt sind. Bei einigen Firmen sind bereits Headhunter aktiv, und Provision für Mitarbeiter ausgelobt, wenn erfolgreich ein Mitarbeiter über diesen gefunden wird.

Aber da ist wieder das Geld oder die Arbeitszeit ein Thema, oder teils sogar das Auto. Firmenwagen wird vorgeschrieben usw. . Fahrzeit keine Arbeitszeit usw. . Wäre ja ok, wenn einfach 25% mehr Brutto gezahlt wird und man im Gegenzug auf 35 Stunden reduzieren könnte. Wäre effektiv 12% mehr als jetzt.

Schliesslich führe ich eine Leitende Position, und vor der Umstrukturierung war ich sogar Abteilungsleiter und habe 40-60% des Personals verantwortlich geführt. 40% des Firmenumsatzes gehen durch meine Hände, die anderen 60% durch die Hände des Chefs.

Es gibt auch 5% sehr gut bezahlte Jobs in meinen Bereich, die von globalen Konzernen ausgeschrieben sind, aber wie wurde mir das erklärt: Auf 1 Stelle kommen da 80-100 Bewerber, da die Vergütung als normaler Techniker dort bereits Meisterniveau übertrifft und normale Qualifikation vorraussetzt.

Ich kann ja schlecht mein Chef fragen, ob er mir ein Arbeitszeugnis ausstellt, dann weiss er ja von meinen Absichten.

cre
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Beitrag von cre » 09.01.2018, 20:06

Es mag durchaus sein, dass du diese Erfahrungen alle hast und für den Posten super geeignet wärst. Nur woher soll das dein zukünftiger Arbeitgeber wissen? Außer dein Wort hat er ja nun nichts und nirgendwo wird soviel gelogen wie in Bewerbungen und auf Beerdigungen.

Und einfach mal jemanden einstellen und ihm dann gleich den Meistertitel zu bezahlen ohne zu wissen ob man da einen Blender vor sich hat oder jemanden der etwas kann, ist auch ein ziemliches, wirtschaftliches Risiko.

Wenn du den Arbeitgeber wechselst, musst du dich neu beweisen. Also dich wieder nach oben arbeiten.
Ich weiß wie kacke das manchmal sein kann, wenn man ne Menge kann aber einem der nötige Zettel fehlt. Also bleiben dir so gesehen drei Möglichkeiten. 1. Zu einem anderen Arbeitgeber zu gehen, dich dort hoch zu arbeiten und dann sehen das du dort den Meistertitel machen kannst.
2. Den Meistertitel auf eigene Rechnung machen (dir steht auch in den meisten Bundesländern Bildungsurlaub zu) und dich dann auf die Meisterstellen bewerben
3. Dich weiter deiner aktuellen Situation fügen und sich ein bisschen beschweren wie ungerecht das alles ist.

JohnDoe_99
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Beitrag von JohnDoe_99 » 09.01.2018, 22:12

Naja es steht dem Arbeitgeber ja auch ein halbes Jahr Probezeit zu.

Und wie soll ich als Alleinernährer, ohne Hilfe den Meister machen können?

Das Thema wurde schon ausgelotet, und ich sage jetzt Mal ganz locker raus, welcher Familienvater als Alleinernährer kann das stemmen, 1 Jahre nicht arbeiten und danach ungewisse Zukunft haben?

Abendschule oder Wochenendschule ist auch nicht möglich.

Aber da habe ich keine Lust, weiter frustriert durchs Leben zu gehen und deswegen suche ich mir hier Hilfe.

Also ist das Zwischenergebnis, alle Personaler sind weltfremde Geldsäcke, die über ein Stück Papier eine Entscheidung treffen. Und ohne den Hintergrund zu wissen, den Bewerber der alles kann, einfach als Blender abzustellen.

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Beitrag von TheGuide » 10.01.2018, 00:18

JohnDoe_99 hat geschrieben:Also ist das Zwischenergebnis, alle Personaler sind weltfremde Geldsäcke, die über ein Stück Papier eine Entscheidung treffen. Und ohne den Hintergrund zu wissen, den Bewerber der alles kann, einfach als Blender abzustellen.
Ich würde es anders sehen: Personaler sind so wie alle anderen auch: Sie wollen die bestmögliche Lösung auf dem denkbar einfachsten Weg. Deshalb nehmen sie keine "Problemfälle" sondern die, bei denen alles soweit durch Papiere klar ist und sie nicht auf Treu und Glauben jemanden einstellen müssen. Ein Personaler, der bei seinen Einstellungen ständig ins Klo greift, gerät eben auch unter die Beobachtung seiner Vorgesetzten.

cre
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Beitrag von cre » 10.01.2018, 00:21

Naja es steht dem Arbeitgeber ja auch ein halbes Jahr Probezeit zu.
Wenn ich das richtig verstanden habe willst du aber während der Probezeit bereits ein Gehalt haben welches deinen nachweislichen Qualifikationen nicht angemessen ist.
Ein Arbeitgeber zahlt für einen normalen Arbeitnehmer ungefähr das 1,25 fache des Bruttogehalts. Da jeder Arbeitnehmer aber immer ein bissel Zeit braucht bis er vollkommen im Betrieb angekommen ist, hat der Arbeitgeber im Glücksfall nach den 6 Monaten ein schwarze Null mit erbrachter Arbeitsleistung/bezahlten Lohn gemacht.
Hinzu kommt natürlich die Arbeitszeitkosten welche die Personaler usw. mit einem neuen Mitarbeiter haben.
Und wie soll ich als Alleinernährer, ohne Hilfe den Meister machen können?

Das Thema wurde schon ausgelotet, und ich sage jetzt Mal ganz locker raus, welcher Familienvater als Alleinernährer kann das stemmen, 1 Jahre nicht arbeiten und danach ungewisse Zukunft haben?
Das kann ich dir nicht sagen, aber ich verstehe das Problem.
Also ist das Zwischenergebnis, alle Personaler sind weltfremde Geldsäcke, die über ein Stück Papier eine Entscheidung treffen. Und ohne den Hintergrund zu wissen, den Bewerber der alles kann, einfach als Blender abzustellen.
Wenn du so auftrittst wundert es mich wenig das du als Blender bezeichnet wirst.
Um es mal so zu sagen, ich bin kein Personaler aber ich muss auch in Zusammenarbeit mit unserer HR-Abteilung Leute rekrutieren.
Personaler haben (unter anderem) den Job geeignetes Personal zu finden. Das ist ihr Job, dafür werden sie bezahlt und wenn sie da Kacke bauen kriegen sie eins auf den Deckel und dürfen sich ggf. etwas Neues suchen. Sie bekommen kein Geld dafür, dass Sie dich persönlich ablehnen. Da kann man sie natürlich als "weltfremde Geldsäcke" bezeichnen aber da drängt sich zwangsläufig die Frage auf wie weltfremd du bist. Wenn ich zu unserer HR-Abteilung gehen würde und sagen "Du ich brauche jemanden mit Meisterschein"

Und der Personaler würde mir eine Akte vorlegen und sagen "Du, der hat zwar keinen Meisterschein aber guck mal, er behauptet in seiner Bewerbung das er das alles machen kann. Kann das zwar nicht nachweisen, aber der sieht so ehrlich aus. Und will natürlich gleich ein Meistergehalt." Da würde ich mich fragen ob der Kollege einen über den Durst getrunken hat.
Woher soll der Personaler denn deinen Hintergrund kennen? Er hat ja anscheinend nichts weiter als dein Wort und dein Auftreten.

Jetzt mal ehrlich, worauf soll sich ein Personaler eigentlich heute verlassen können? Selbst Arbeitszeugnisse sind heute kaum noch das Papier wert auf das sie gedruckt sind. Kurz gesagt, wenn du deinen Chef nicht gerade vor Zeugen auf den Tisch kackst und danach noch die Kasse plünderst muss er dir eines mit mindestens Note 2 geben wenn er keine Probleme haben will.
Du hast aber nicht mal das, nur dein Behauptung (die ich nicht anzweifeln will, aber ich muss dich ja auch nicht bezahlen) das du das alles kannst. Ein Meisterzeugnis wäre eben der Nachweis von einer unabhängigen Stelle das du zumindest theoretisch das leisten kannst was du versprichst.

Da du aber wohl öfters als Blender bezeichnet wirst, fällt mir spontan eine Lebensweisheit ein. "'Wenn Dich das erste Mal jemand Ochse nennt, hau ihm auf die Nase. Wenn Dich das zweite Mal jemand Ochse nennt, nenn ihn Vollidiot. Und wenn Dich das dritte Mal jemand Ochse nennt, dann wird's wohl Zeit, sich nach 'nem Kuhstall umzusehen.'"
Aber da habe ich keine Lust, weiter frustriert durchs Leben zu gehen und deswegen suche ich mir hier Hilfe.
Ich weiß nicht welche Hilfe du hier erwartest? Soweit ich weiß hat keiner hier einen Job zu vergeben, wir können nur Kraft unserer Wassersuppe versuchen einen Rat zu geben.

Hier ist mein guter Rat an dich:
Laut den von dir gelieferten Fakten ist dein derzeitiger Job Scheiße (schlechtes Gehalt, schlechte Arbeitszeiten, keine Aufstiegschancen und Mobbing)
Bei deinem neuen Job muss aber sofort alles passen, so funktioniert das aber nicht. Also such dir doch erstmal einen Job zu gleichem oder nur wenig besseren Gehalt was unter deinen Forderungen liegt und kläre von vorher ab, dass du gerne den Meistertitel machen würdest und welche Perspektiven es gibt. Dann mache den Meistertitel und dann kannst du auch endlich das Gehalt fordern was dir deiner Meinung nach zusteht.
Das geht dann natürlich nicht von jetzt auf gleich, aber sieh es mal so. Hättest du das vor vier Jahren gemacht, wärst du schon längst damit durch.
Du bist noch jung, also würde ich jetzt damit anfangen.

Oh und noch ein Tipp unter uns beiden: Wenn du so bei deinen Bewerbungen auftrittst wie du hier auftrittst, dann überdenke mal dein Verhalten. Denn so wird dich niemand einstellen, selbst wenn du einen Meister und einen Doktor hast.

Mehr Hilfe wirst du wohl hier kaum finden und ich kann dir offen gesagt auch nicht sagen wo man dir besser helfen könnte.

JohnDoe_99
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Beitrag von JohnDoe_99 » 10.01.2018, 06:28

Ich habe als Gehaltsvorstellung immer 15% mehr als aktuell angegeben. Da ich weitere Strecken fahren muss, würde der Firmenwagen teurer werden usw. .

Es gibt und gab ja etliche Firmen die mich unbedingt einstellen wollten, aber da kam immer das Geld als Knackpunkt oder das sie von Projektleiter wie ausgeschrieben,mich plötzlich in die Inbetriebsetzung schicken wollten. Da laut meinem Lebenslauf und Zertifikate ich da viel besser geeignet wäre.

Ihr versteht es nicht, ich muss immer egal wie, das was ich jetzt habe auch in der neuen Firma bekommen. Es lebt eine Familie von meinem Einkommen.

Und zum Thema Titel, ich habe den Vorsitzenden des Meisterausschusses auch des öfteren bei schwierigen Fällen im Rahmen von Consulting unterstützt. Aber auch da kann ich mir nix für das Lob kaufen, immer nur der Satz geh den Meister machen.

Warum steht dann, in einigen Ausschreibungen Meister, Techniker oder auf anderen Wegen vergleichbare Qualifikation?

Ich habe das Gefühl, das es ein Fehler war früher soviel Gas zu geben um schnell aufzusteigen. Aber mit 27 war es schon damals sehr geil, als man wusste man hat für meine ganze Abteilung die Verantwortung und das machte mir damals auch echt Spaß diesen Schritt gegangen zu sein. Aber jetzt sehe ich es als falsch, da es einfach unmöglich scheint diese Position firmenextern weiter zu führen. Das man mit 27 ausbefördert ist, war damals egal. Da zählte Geld und Karriere. Mit 31 kam der Entschluss, das 2. Kind kommt es wird Zeit für mehr Geld und eine bessere Position muss her.

Nur mein bisheriger Arbeitgeber sieht es so, das ich nur noch ihn vor mir habe und er ist der Geschäftsführer. Warum sollte er jetzt ein Meister für mich bezahlen, wenn er davon kein Mehrwert hat. Ich würde danach die gleiche Position erfüllen, wie jetzt auch. Klingt plausibel und mehr als das jetzt, kann er auch nicht zahlen(das stimmt sogar, sehe ja meine eigenen Zahlen). Er sah es damals aber realistisch, da sagte er zu mir, du wirst eh nicht alt werden hier, du wirst auch irgendwann ein grossen Sprung machen und die Firma verlassen.

Als Abteilungsleiter, bin ich in meinem Bereich immer bei der Personal Gespräch dabei gewesen. 1 Tag Probearbeiten was ich immer begleitete und musste mir nach 1 Tag ein ausreichendes Bild machen.

Da konnte man immer schön abgrenzen, ob es klappen könnte oder lieber nicht.

Und nimmt mich bitte nicht als Beispiel, ich habe mir über Jahre hinweg ein sehr rationales System angeeignet. Ich laufe keine 50m um zu sehen, das es danach 10m oder 0,5m bergab geht. Ich seh da am Ende ein Absatz, und gehe einfach ein anderen Weg.

Aus Personalersicht, würde ich jede Bewerbung raussortieren die nicht auf Anhieb mich voll begeistert.

Und ich kann es ja manchmals auch verstehen, ohne Meistertitel braucht man ein anderen, der für ein anderen wieder unterschreibt. Daher könnte es im dümmsten Fall so sein, das man ein seperaten Meister einstellen müsste, der für eine Person unterschreiben soll, der eine Meisterposition ausübt nur ohne Schein.

Aber diese Person kann zum Beispiel im vollen Umfang passen, und warum denn nicht? Ich habe mich ja gezielt nur bei Unternehmen mit 30 und mehr Mitarbeitern beworben. Und es mag ja sein das es in anderen Branchen anders ist, aber ich habe von diversen Leuten gehört das die Firma den Angestellten einfach für 1 Jahr freistellten, und danach für 3 Jahre verpflichteten im Betrieb zu bleiben. Im Freundeskreis gab es sogar den Fall, das ein Chef sein Angestellten nach 4 Jahren zur Meisterschule schickte bei voller Lohnfortzahlung. In ein anderen Fall, wurde es zur Auflage, das der Angestellte nach Beendigung der Probezeit sich verpflichtete die Meisterschule Berufsbegleitend zu besuchen.

Ich bin aucht echt zwiegespalten. Von einigen Leuten habe ich ja gehört, das sie mich als Blender sahen aber jetzt von den Qualifikationen überzeugt sind. Aber haben mich über meine Firma danach öfters eingekauft, zu recht hohen Preisen. Auf der anderen Seite würde ich mir denken, die Person kann alles, warum nicht gleich festhalten.

Das passt genau zu meiner Erfahrung, entweder aussortiert oder begehrt.

Ein Teil ist der rationale Teil, der in 50 ein Absatz sieht und den anderen Weg geht und der andere Teil ist der Teil, der davon ausgeht das der Absatz nur 0,5m tief ist und man weiter sprinten kann.

Ich denke, ich werde Aufgrund der Tatsache das ich mittlerweile bei fast jeden Interessanten Unternehmen schon eine Bewerbung laufen hatte, eh nur noch auf neue Firmen hoffen können.

Armes, armes Deutschland. Führungskräfte werden aufgrund mangelnder Nachweise anscheinend ignoriert oder mit normalen "Arbeiterlöhnen" abgespeist. Hab sogar bei manchen Firmen diese Beurteilung beigelegt, das ich eine uneigenschränkte Führungsqualität habe aber eine sehr begrenzte Ausbilder Qualität. Für diese Erkenntnis habe ich 3 Tage mit irgendwelchen leuten sprechen müssen. Die mir für meine berufliche laufbahn nur eine Führungsposition empfehlen konnten. Auch mit der Empfehlung damals, diese Position mit ein Titel zu untermauern.

Ein rat den ich jeden Lehrling oder jungen Kollegen geben kann, pimelt rum und haltet euch klein. Wer sich zu was heran arbeitet und mit brennenden Ehrgeiuz diesen Weg bestritt, wird ausgelacht von Personalern. Und ja ich glaube das teils wirklich, das die sehr misstrauisch sind. Haben keinerlei Nachweise oder ähnliches, sehen nur einen der alles kann, aber nie ein Meister gemacht hat. Erste Gedanke bei einigen bestimmt, frei erfunden oder ausgeschmückt oder zu bequem für sowas.

Das einer sich denkt, hmm da passt alles aber mit Familie klar das es zeitlich nicht mit Teilzeit klappt und klar das ein Familienvater nicht einfach 12 Monate auf Geld verzichten, das werden die Gründe sein, warum diese hochqualifizierte Person kein Titel hat. SOWAS DENKT KEINER VON DEN PERSONALERN UND HEADRECRUITERN. Nein immer schön denken der übertreibt, macht sich wichtig oder will sich ein ungerechtfertigten Posten erschleichen.

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Beitrag von TheGuide » 10.01.2018, 22:53

Ich kann deinen Frust zwar nachvollziehen, aber deine Beschwerden sind trotzdem irrational. Du würdest auch niemanden einstellen, der dir ohne Nachweise einen vom Pferd erzählt.

JohnDoe_99
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Beitrag von JohnDoe_99 » 11.01.2018, 09:59

Die Frage ist ja nach wie vor, wie am besten daraus lernen.

Wenn in der Bewerbung stehen würde, das man gerne in der Firma seine Qualifikation einbringen würde und das die meisterschule aus finanziellen und privaten Gründen nicht möglich war bisher, wäre das eine Variante?

Oder einfach den meisterlohn fordern und im Bewerbungsschreiben und Lebenslauf keine Führungsaufgaben angeben?

Die Taktik auf jeder Bewerbung hin, nur die relevanten Tätigkeiten aufzuführen ging bisher ja nicht gut auf.

Oder kann ich direkt reinschreiben, das ich gerne den Meister machen möchte und mich deshalb Um orientiere?

Wobei das alles irgendwie eher naja wirkt, es fehlt irgendwie immer diese fertige Position. Es muss ja nur 1 von 60 Firmen sagen, ja das ist unser Mann und den bezahlen wir gut und bieten ihn gute Arbeitsbedingungen.

Es fehlt ja nicht am Interesse, sondern immer an der Bezahlung, Arbeitsbedingungen und Tätigkeit.

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Beitrag von TheGuide » 11.01.2018, 11:32

JohnDoe_99 hat geschrieben:Wenn in der Bewerbung stehen würde, das man gerne in der Firma seine Qualifikation einbringen würde und das die meisterschule aus finanziellen und privaten Gründen nicht möglich war bisher, wäre das eine Variante?
Das kannst du mal probieren. Ob du damit Erfolg hast, weiß ich nicht.

JohnDoe_99
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Beitrag von JohnDoe_99 » 11.01.2018, 12:15

Welche Nachweise könnten denn helfen, die ich selbst besorgen kann ohne das mein Chef das mitbekommt?

Mir würde nur annähernd, ein Arbeitszeugnis einfallen, aber dann wird der Chef sofort wissen, das ich auf dem Sprung bin.

Meisterschule aus privater Sicht unmöglich und vom aktuellen Arbeitgeber nicht gewünscht.

Ich glaube ihr versteht und einige Personaler und Chefs verstehen es nicht.

Nicht jeder kann sich diesen Luxus Meisterschule leisten. Das sind mit Verdienstausfall 42 000 Euro. Wenn ich das aktuelle Gehalt auf 12 Monate hochrechnete und alle Förderungen abziehe. Das war zumindest von 7 Monaten bei ein beratungsgespräch in der Meisterschule der Stand.

Teilzeit sind es 2 Jahre auch noch 7 000 Euro. Aber dann wird die Familie sehr leiden, wenn ich jeden Samstag und Freitag Abend nicht zuhause bin. Dann ist nix mit Papa ins Freibad gehen usw. . Und es muss auch richtig gelernt werden, wann soll sowas gehen nach der Arbeit? Kinder und Familie?

Und ohne Vorbereitungslehrgang soll es ja unmöglich sein, den Meister zu schaffen.

cre
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Beitrag von cre » 11.01.2018, 23:02

Ein Zwischenzeugnis kannst du anfordern, einfach weil du schon so lange in der Firma bist. Natürlich bleibt dabei immer ein Beigeschmack. Allerdings, wenn du wirklich so unersetzlich für die Firma bist, dann solltest du deinen Chef vielleicht auch mal ein wenig spüren lassen das er nicht alles mit dir machen kann.

JohnDoe_99
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Beitrag von JohnDoe_99 » 12.01.2018, 06:29

Ich hab von vor 3 Jahren so ein Zwischenzeugnis, aber das würde meine Chancen eher verschlechtern, da dort mein Tätigkeitsfeld jurischtisch korrekt umschrieben war und meine Stelle da nur als Oberbauleiter ( man darf ja theoretisch ohne Meister oder Techniker viele Sachen von jurischten Wegen aus nicht) bezeichnet wurde.

Projektleiter setzt ja eine Weiterqualifizierung vorraus, die mir ja leider fehlt.

Steht zwar drin das ich Kalkulation, Angebotserstellung, Mitarbeiterführung . Alles mache, aber das war es auch.

Naja unersetzlich ... Ich verdiene am meisten, und viele von meinem Aufgaben sind in eine Abteilung gewandert, da eine Bürokauffrau viel billiger ist und auch Angebote nach Vorarbeit erstellen kann.

Material Bestellungen sind auch nicht mehr zwingend bei mir, ich wurde halt wieder 2 Stufen zurück gesetzt, da ich mehr Geld erwirtschafte für die Firma, wenn ich 70% Produktiv tätig bin.

Das ist der Hauptgrund warum ich weg will.

Hab zwar gerade ein schönes neues Büro bekommen, aber ich weiss auch mein Chef kann rechnen, lieber von mir alles aufnehmen lassen und von einer Preiswerteren Angestellten das kaufmännische erledigen lassen. Und mich dann verstärkt in Nachunternehmer Koordination und Kontrolle absetzen, oder in die kaufmännische Betreuung von 2 grossen Projekten, was eine Bürokauffrau nicht kann.

Ich kann mir schon vorstellen, das der Chef mich gerne gehen lassen würde. Schliesslich sie die seit 5 Jahren auf keine Gehaltserhöhungen mehr gekommen.

Deutschland ist kacke, mit ihren Auflagen und den spiessigen und arroganten personaler Volk.

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Beitrag von JohnDoe_99 » 23.01.2018, 15:11

So es sind ja paar Tage vergangen und ich habe eure Ratschläge versucht umzusetzen.

Ich war letzte Woche beim Jobcenter und habe den von Situation berichtet und auch erläutert, das ich ohne finanzielle Hilfe keine Meisterschule bewältigen kann. Leider war das Gespräch ziemlich vergebens, da ich trotz des Mobbings ja genug andere Möglichkeiten ausser der Meisterschule habe. Die würden es durchaus ohne Probleme sehen, das ich einen beruf ausübe der zu meiner nachweisbaren Qualifikation passt. Und das ist in den ihren Augen keine Meisterposition, sondern mein höchsten Bildungsabschluss entsprechend: Geselle . Zumal in meiner Branche aktuell 91 offene Stellen beim Arbeitsamt gemeldet sind im Umkreis von 1 Autostunde.

Das Vorstellungsgespräch gestern verlief ziemlich frustrierend, wieder einmal . Ich habe mich als Projektleiter beworben, da lediglich eine 2 jährige Erfahrung als Projektleiter vorrausgesetzt wurde. Da der Anruf bereits nach knapp 1 Stunde nach der EMail bewerbung kam, dachte ich mir Wahnsinn. Gehalt etc. alles angegeben und gleich eine Einladung.

Angekommen und begrüsst, durfte ich gleich so eine Selbsteinschätzung ausfüllen und was war das grösste Projekt etc. . Danach gab es ein kleinen Test für den ich 60 Minuten Zeit hatte, aber nach 47 Minuten bereits 3x drüber geguckt habe und abgeben hatte.

Das Gespräch verlief ziemlich ernüchternd, man hat von mir zum Gespräch weitere Nachweise gewünscht, also hab ich knapp 19 Zertifikate von Herstellern und Bildungseinrichtungen mitgebracht. Es wurde aber wohl was anderes erwartet. Den Test hatte ich mit 58 von 60 Punkten sehr gut gemeistert(der Test ist bei den für diese Position des Projektleiters).

Da allerdings irgendeine Art von Nachweis fehlt, könnten sie mich für diese Position nicht berücksichtigen. Haben mir aber angeboten, in dieser Firma 2 Stufen tiefer einzusteigen und mir in 2 Jahren beim Meister zu helfen. Da sie dort keinerlei Probleme sehen würden und mich als sehr kompetent und ins Team passend sehen. Leider wurde mir nur 75% meines Wunschgehalts angeboten.

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Beitrag von TheGuide » 23.01.2018, 20:56

Und nimmste den Job? Versuchst du nachzuverhandeln?

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Beitrag von JohnDoe_99 » 24.01.2018, 06:44

Ich glaube nicht, das wir uns einig werden. Habe von meiner Vorstellung noch 5% abgelassen, als Zeichen des guten Willens.

Aber es war schon zäh, da ursprünglich ihr Angebot 6000 Euro Jahresbrutto tiefer lag als, das am Ende. Nur es sind noch 12000 bis zu meiner Schmerzgrenze. Heute soll ich eine Rückmeldung bekommen, sie wollen nochmal nachrechnen.

Aber wieso sich unter Preis verkaufen, ich habe den Test extrem gut geschafft und sie wollen mich. Sie können ja bereits im Sommer den Meister anschieben, und dann wäre ich mit den ihren Vorschlag konform. Das wäre noch von mir aus möglich.

JohnDoe_99
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Absage kam

Beitrag von JohnDoe_99 » 26.01.2018, 19:18

Mittwoch kam ein Anruf, in der ich nochmal gebeten wurde"irgendwie nachweisen das ich das bereits gemacht habe".

Nach Rücksprache mit dem Niederlassungsleiter und den Betriebsrat würde man auf ein Arbeitszeugnis verzichten. Es würde Ausnahmsweise reichen, wenn es ein 2 Zeiler ist, der vom Vorgesetzten unterschrieben wird.

Ich wurde nochmals eingeladen und war gestern Nachmittag kurzfristig da.

Aber da ich nix hatte, war es schnell vorbei.nach 25 Minuten war alles vorbei. dieses mal war der Niederlassungsleiter, der Chef der Personalabteilung, der Teamleiter, einer vom Betriebsrat und die Ansprechpartnerin die meine Bewerbung bearbeitet.

Ich war mega Happy, da es dort nur die grosse Runde gibt, wenn die Einstellung bevor steht.

Ich muss sagen, das ich echt begeistert war, die waren alle mega nett und höflich. In keinen Bewerbungsgespräch war es so angenehm und herzlich.

Es wurde mit allen Leuten gesprochen, sie wollen mich unbedingt. Aber es ist leider nicht möglich, mich auf diese Position zu setzen und mich für die Qualifikation 2 Stufen höher zu bezahlen ist unmöglich.

Mir wurde eine geschwärzte Abrechnung von ein Mitarbeiter mit gleicher belegbarer Qualifikation vorgelegt und mir nochmals angeboten mich bei der Weiterbildung zu fördern.

Ich bot an, den Teil 3 und 4 jetzt noch zu machen und ab Sommer dann die Meisterschule berufsbegleitend. Und bis zur Aufnahme der Meisterschule mit den aktuell Angebotenen Gehalt zu leben.

Leider ist das keine Lösung für die gewesen. Es geht um Gleichberechtigung, Tarifverträge und und und .

Heute Vormittag kam die Absage per Mail, mit den Schlusssatz das sie mich gerne melden kann, wenn ich realistischere Forderungen oder Nachweise habe.

Da ich den Satz eine Frechheit finde, habe ich den geantwortet, das ich mich nicht unter Wert verkaufen möchte und habe die Stelle abgelehnt.

Heute Nachmittag habe ich es bereits bereut, als ich wieder merkte daß ich in der Firma massiv gemobbt werde und auch als Vorgesetzter kein Respekt mehr bekomme. Faules schwein, Inkompetenz in Person, das man mir alles schlechte wünscht usw. .

Und dann stehen andere Kollegen daneben, und sehen das Mobbing auch und halten sich raus, damit die nicht mit rein rutschen. Sogar Leute mit den man privat Mal zu tun hat.

Ich bin jetzt wieder fix und fertig, und denke mir, scheisse warum gibt es keine Firma die wirklich fair ist und ein einstellt? Warum?

Die letzte Firma war schon wirklich sehr sehr toll. Etwas mehr Gehalt und ich hätte unterschrieben.

JohnDoe_99
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Update

Beitrag von JohnDoe_99 » 27.02.2018, 22:16

Es ist jetzt etwas mehr passiert. Ein neuen Job habe ich immer noch nicht.

Da ich jetzt schon in der 4. Woche krank geschrieben bin, durch das Mobbing und anhaltende negative Bewerbungsverfahren, habe ich depressive Verstimmungen.

Meine Frau ist seit knapp 3 Wochen mit den kleinen bei ihrer Mutter. Da sie meine Laune oder Dauerstress nicht mehr ausgehalten hat.

Grund genug trotz krank, was zu ändern. Mein Chef und ich hatten ein klärendes Gespräch.

Was ich als verantwortliche Person geleitet habe, wird jetzt komplett eingestellt. Im normalen Installationsbereich njann und will er mich nicht wieder in so einer Position setzen. Da er mein Ausscheiden sehr bedauern würde, mich aber nicht mehr in Führungspositionen einsetzen möchte, war ein Arbeitszeugnis auch kein grosses Thema.

Meine Tätigkeit wird auf 2 Bürokräfte umgelegt und der fachliche Part an ein externes Unternehmen ausgelagert.

Mein Arbeitszeugnis ist allerdings komplett für die Katz.

Vom Anwalt kontrolliert und der bewertet es als glatte 1. Also habe ich das Zeugnis Mal ein Bekannten gezeigt, der jahrelang Chef über 1800 Angestellten war.

Der sieht meine Chancen jetzt nahe zu 100 da einfach extrem weiter gebildet und nicht, den typischen Kenntnisstand entsprechend. Warum ich seit 4 Jahren erfolglos bin, ist ihn ein Rätsel gewesen.

Ich bin auch mit mein Latein am Ende, das Arbeitszeugnis entspricht 1:1 meine Angaben im Lebenslauf und Anschreiben. Mein Chef hat sogar Tätigkeiten die weniger als 10% meiner Arbeitszeit ausmachen aufgeführt.

Und er hat mir netterweise noch 5 Projekte als Referenz raus gesucht.

Hey was läuft 4 Jahre falsch, ich habe jetzt vom Chef noch mal schwarz auf weiss, das meine Selbsteinschätzung und Tätigkeiten die ich mir zuordnete, auch vom Arbeitgeber so gesehen wird.

Am besten finde ich den Abschnitt, das ich eine Führungsposition besetzt habe, und das meine ausgeübte Tätigkeit der eines Meisters gleich kommt, das aber aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht möglich war, diese Qualifikation mit ein Abschluss zu belegen.

Hat einer jetzt noch eine Idee, warum mich alle als Blender und überheblich abgestempelt haben und das Gehalt nicht zahlen wollten?

Ich hab es jetzt ja schwarz auf weiss, das meine Selbsteinschätzung und mein Tätigkeitsfeld korrekt sind.

2 Wochen kann ich noch zu Hause bleiben, danach muss ich wieder los. Dummerweise passiert auf dem Stellenmarkt momentan nix, nur die ganzen abzckfirmen die ein , nicht das Wunschgehalt zahlen wollten oder die mir meine Kompetenzen abgesprochen haben.

flatflo
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Beitrag von flatflo » 28.02.2018, 09:25

Ich kann deine Problematik und deinen Frust verstehen.

Es ist allerdings nun mal so, dass für gewisse Jobs Abschlüsse verlangt werden. Ich selbst habe den Industriemeister Metall und Technischen Betriebswirt IHK gemacht. Bringt mir durchaus etwas, aber in manchen Firmen in welchen ein Studium verlangt wird, wird eben ein Studium verlangt. Da kann ich mich noch 100 Mal bewerben und bekomme eine Absage. Ist irgendwo ärgerlich, aber es ist halt einfach so. Das hilft dir jetzt nichts, aber du musst das irgendwann so akzeptieren.

JohnDoe_99
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Beitrag von JohnDoe_99 » 28.02.2018, 20:05

Ich kann nicht auf Geld verzichten und irgendwo ist ja das Oberlimit für eine gewisse Position vorhanden.

Da ich jetzt ja schon eine höhere Position habe, würde ich das auch fortsetzen wollen.

Bei einer Rückstufung auf einer niedrigen Tätigkeit, oder geld wegfall., Würde ich Himmel und Hölle in Bewegung setzen,um auf berufsunfähig zu machen.

Es kann doch nicht 4 jahre Dauer Absagen nageln, mit ein mega Arbeitszeugnis.

flatflo
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Beitrag von flatflo » 01.03.2018, 08:59

Darf ich fragen wie hoch in etwa deine Gehaltsvorstellung an eine neue Stelle ist?

JohnDoe_99
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Beitrag von JohnDoe_99 » 02.03.2018, 09:54

Momentan liege ich knapp 20% über den Höchstwert an Lohn, für meine nachweisbare Qualifikation (Gesellenbrief).

Bezahlt werde ich aktuell aber bereits nach Einstiegslohn Meister.

In meinen Gehaltsvorstellungen schreibe ich immer rein, meine Gehaltsvorstellung ohne Zulagen und Sonderzahlungen beträgt xx xxx Jahresbrutto.

Als Wert gebe ich immer das aktuelle Jahresbrutto +20% an. Das liegt auf der 2. Lohnsteuer eines Meisters.

Ich kann noch etwas nach unten gehen, und bei 10% mehr als jetzt zuschlagen. 10% mehr ist der Wert, den der Steuerberater errechnet hat, was ich brauche um mit den höheren Kosten eines Firmenwagens zu kompensieren.

cre
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Beitrag von cre » 02.03.2018, 11:06

Also hast du jetzt ein neues Arbeitszeugnis? Dann kannst du jetzt ja schlecht die letzten 4 Jahre anbringen.

Bei einer Rückstufung auf einer niedrigen Tätigkeit, oder geld wegfall., Würde ich Himmel und Hölle in Bewegung setzen,um auf berufsunfähig zu machen.
Jo, super Idee. Wenn du auf Berufsunfähig machst heißt das ja noch nicht, dass du erwerbsunfähig bist. Das heißt, man wird dir viel coolere Jobs vermitteln wie Handtücher im Hotel falten usw. Wenn du das nicht annimmst bleibt dir dann nur ALG I und später ALG II
Und selbst wenn du es schaffst auf 100% erwerbsunfähigkeit zu gehen, kriegst du nur eine geringe EWU-Rente.

In wieweit passt das denn damit zusammen, das du auf das Geld angewiesen bist? Wenn du bereits bist solche finanziellen Einbußen auf dich zu nehmen, könntest du genauso gut den Meister machen bzw. dafür einen Kredit aufnehmen.

Oder steckt da doch was anderes dahinter?
Hat einer jetzt noch eine Idee, warum mich alle als Blender und überheblich abgestempelt haben und das Gehalt nicht zahlen wollten?
2 Wochen kann ich noch zu Hause bleiben, danach muss ich wieder los. Dummerweise passiert auf dem Stellenmarkt momentan nix, nur die ganzen abzckfirmen die ein , nicht das Wunschgehalt zahlen wollten oder die mir meine Kompetenzen abgesprochen haben.
Ich wiederhole noch einmal, ich fürchte es könnte durchaus auch an deiner Einstellung liegen.

Die Zeiten wo man sich die MA nur nach der Fachkompetenz ausgesucht hat sind lange vorbei. Die Person muss eben auch in die Firma passen, den Betriebsfrieden nicht stören usw. Wenn man dann jemanden kennen lernt, der sich benimmt wie ne offene Hose.
Und alle Firmen die dich nicht einstellen oder dir das zahlen wollen (oder evtl. auch können) als "Abzockfirmen" zu bezeichnen lässt tief blicken.

Du scheinst irgendwie der Vorstellung unterlegen zu sein, dass du alleine auf deiner Erfahrung ein Recht darauf hast das man dich einstellt und dir zahlt was du willst. Und wenn du nicht bekommst was du willst, denkst du darüber nach auf EWU zu machen. Quasi wie ein bockiges Kind das mit dem Fuß stampft, weil es sein Eis nicht bekommt.


Sagen wir mal so, wir nehmen jetzt mal an ich wäre ein Firmenchef und suchte jemand von genau deinen Qualifikationen und sogar der Meisterbrief wäre mir egal.
Wenn du dann im Bewerbungsgespräch usw. genauso auftreten würdest wie du dich hier gibst, würde ich dich trotzdem nicht nehmen. Du wirkst wie eine extrem unangenehme Person mit der man das bisschen Lebenszeit, was einem hier auf Erden gegeben ist, nicht verbringen will und erst recht ihm keinen Job geben.

Also mein Tipp: Überdenke mal dein Auftreten und deine Einstellung, weil es vielleicht eher daran liegt als an deine Qualifikationen.

JohnDoe_99
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Beitrag von JohnDoe_99 » 05.03.2018, 09:08

Ja, ihr sagtet ich brauche sowas zwingend. Aber warum, da steht alles drin, was ich jedesmal erzähle und in meiner Bewerbung einarbeite.

Mir ist meine Familie viel wichtiger als die Arbeit. Aktuell bin ich krank geschrieben, durch die Arbeit und die andauernden Rückschläge im Bewerberverfahren. Und nein nicht das ich zu unqualifiziert bin oder der Markt gesättigt ist, sondern wegen den angeblichen falschen Vorstellungen.

Ich will lieber mit 1000€ Rente leben und eine intakte Familie haben, kein Urlaub oder sonstigen Luxus. Meisterschule ist und bleibt einfach unrealisierbar. Das habe ich ja leider jetzt mehrfach abgeklopft. Meine Frau möchte es auch nicht, das der Hauptverdiener plötzlich ohne Geld da steht und wir beten müssen das es gut geht. Das will ich auch nicht.

Und ja ich mag generell keine Menschen, die mich als Lügner bezeichnen. Wenn ich da meine Qualifikation darlege, und mir jemand sagt " das es keine Möglichkeit gibt auf diese Stelle, da ein nachweis über die Qualifikation oder Tätigkeit fehlt". Ist es für mich eindeutig, der denkt ich lüge mir was hin und muss ja ein Grund haben das er nix vorzuweisen hat.

Wie ja schon mal gechrieben, gibt es ja einige Firmen die mich plötzlich nachdem Vorstellungsgespräch eingekauft haben. Und mir dann doch komischerweise die Position gegeben hätten, wenn sie gewusst hätten das ich das wirklich kann.

Da frage ich mich, haben die nur auf Lohn drücken spekuliert? Tatsächlich als Blender gesehen?

Warum sollte eine Firma als super toll bezeichnen, die loben und sagen super Firma, haben mir nicht das Gehalt gezahlt was ich wollte, haben mich als Hochstapler abgestellt und haben mich danach dann teils für 7 Monate am Stück eingekauft, im Form von Consulting und Projektleitung. oder teils einfach Inbetriebnehmer/Programmierer von ihren Anlagen, da ich ja nicht zugesagt habe.

Was ich garnicht verstehe, warum manche Firmen mich als Projektleiter zu unterqulifiziert gesehen haben, und wiederum mich danach teuer einkaufen. Mir dann als externen, das ganze anvertrauen und ein gleiches Wagnis begehen.

Betriebsfrieden, komisch warum du das ansprichst. Das war ja auch öfters ein Punkt zur Absage. Aber deren Argument war es " sie können kein neuen Mitarbeiter einstellen, mit gleicher nachweisbarer Qualifikation wie 70% der Angestellten und diesen einen dann eine leitende Position geben". Das würde bei den eine Kündigungswelle auslösen oder für enorme Unruhen sorgen.

Und ja wie sagte mir mal ein Chef im Bewerbungsgespräch, als Projektleiter bzw. Bauleiter ist man der Freund vom Chef solange die Zahlen schwarz sind, damit dies so ist muss man auch mal bei unbeliebte Entscheidungen treffen.

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