2. Ausbildung zur Steuerfachangestellten Bewerbungsschreiben

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J FR
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2. Ausbildung zur Steuerfachangestellten Bewerbungsschreiben

Beitrag von J FR » 21.04.2015, 16:49

Hallo zusammen,

ich bin über euer Forum gestoßen und sehr froh, dass es leute wie euch gibt die Leuten wie mir helfen. :lol:

Ich verfasse gerade meine Bewerbung für eine 2. Ausbildung und möchte gern dazu ein paar Meinungen hören.


"Bewerbung für eine Ausbildung als Steuerfachangestellte

Sehr geehrte Frau xxx,

nach mehrjähriger beruflicher Erfahrung in der Arbeitswelt suche ich nun nach neuen Zielen in meiner Karriere. In meiner letzten Anstellung als Teamassistenz habe ich unter anderem die vorbereitende Finanz- und Personalbuchhaltung sowie die Vorbereitung für die Monats- und Jahresabschlüsse als Aufgaben übernommen. Die Themen Steuern und Buchhaltung interessieren mich seit Beginn der Aufnahme dieser Tätigkeit. Hieraus und dem breitgefächerten Weg nach der Ausbildung zur Steuerfachangestellten schöpfe ich meine Motivation eine zweite Lehre zu beginnen.

In diesem Beruf ist man immer wieder mit Änderungen in Gesetzen konfrontiert, wodurch ein lebenslanger Lernprozess stattfindet und Flexibilität erforderlich ist. Gerade diese Aspekte sind für mich sehr herausfordernd und interessant.

Eine Ausbildung in Ihrer Kanzlei strebe ich an, weil ich die Größe und Vielfältigkeit des Unternehmens sehr Schätze. Zudem werden Schulung, Weiterbildung und Unterstützung groß geschrieben, wie man lesen kann.

Zu meinen Stärken gehören Zuverlässigkeit, Loyalität und eine selbstständige und präzise Arbeitsweise. Mit mir gewinnen Sie eine zuverlässige und erfahrene Mitarbeiterin mit einem überdurchschnittlichen Maß an Engagement und der Bereitschaft, sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen.

Von meiner Eignung überzeuge ich Sie gern im direkten Gespräch.
Ich freue mich über Ihren Anruf oder Ihre Mail.

Mit freundlichen Grüßen,"


Reicht das? Ist es zuviel? Ich bin mir wirklich unsicher.

Danke schon im voraus für eure Kommentare!!!

Liebe Grüße

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TheGuide
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Re: 2. Ausbildung zur Steuerfachangestellten Bewerbungsschre

Beitrag von TheGuide » 21.04.2015, 23:22

J FR hat geschrieben:nach mehrjähriger beruflicher Erfahrung in der Arbeitswelt
Stilblüte - wo sonst, wenn nicht in der Arbeitswelt erwirbt man berufliche Erfahrung?
suche ich nun nach neuen Zielen in meiner Karriere.
Musst du nicht erzählen.
In diesem Beruf ist man immer wieder mit Änderungen in Gesetzen konfrontiert, wodurch ein lebenslanger Lernprozess stattfindet und Flexibilität erforderlich ist. Gerade diese Aspekte sind für mich sehr herausfordernd und interessant
.

Der Absatz überzeugt im Ganzen nicht, aber insbesondere der markierte Abschnitt ist zweischneidig. Dass man eine neue Herausforderung sucht, ist eine bekannte Phrase in Bewerbungsschreiben. Wenn man dagegen schreibt, dass etwas herausfordernd ist, kann das durchaus auch im Sinne einer Überforderung verstanden werden.
Eine Ausbildung in Ihrer Kanzlei strebe ich an, weil ich die Größe und Vielfältigkeit des Unternehmens sehr Schätze. Zudem werden Schulung, Weiterbildung und Unterstützung groß geschrieben, wie man lesen kann.
Du sollst dich bewerben, d.h. von deinen Vorzügen erzählen. Die Kanzlei weiß, was sie anbietet und für ihre Auszubildenden leistet.

Ich habe deinem Text nicht richtig entnehmen können, warum du überhaupt diese neue Ausbildung machen möchtest. Lass dich dadurch aber bitte nicht zu Negativmotivationen (warum der alte Job bescheiden ist) hinreißen sondern nimm das als Anlass besser zu erklären, was dich an dem neuen Job so fasziniert.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 21.04.2015, 23:28

J FR hat geschrieben:ich bin über euer Forum gestoßen und sehr froh, dass es leute wie euch gibt die Leuten wie mir helfen. :lol:
Ich wiederum finde es ja total erfrischend, hin und wieder mal ein Bewerbungsvorhaben zu sehen, dessen Sinn einem unmittelbar einleuchtet... ;-)

Verbessern lässt sich trotzdem noch das ein oder andere:
J FR hat geschrieben:nach mehrjähriger beruflicher Erfahrung in der Arbeitswelt suche ich nun nach neuen Zielen in meiner Karriere.
Das klingt für mich nach einem - vermutlich aus ernsten persönlichen Problemen geborenen - Selbstfindungstripp mit der Absicht einer sehr grundlegenden Veränderung... und damit für einen Arbeitgeber eher erschreckend. Glücklicherweise ist das allerdings fast schon das Gegenteil Deiner Situation... sodass Du auf diesen Satz auch gut verzichten kannst... ;-)
J FR hat geschrieben:In meiner letzten Anstellung als Teamassistenz habe ich unter anderem die vorbereitende Finanz- und Personalbuchhaltung sowie die Vorbereitung für die Monats- und Jahresabschlüsse als Aufgaben übernommen.
Hervorragender Satz, hervorragender Einstieg... ;-)
J FR hat geschrieben:Die Themen Steuern und Buchhaltung interessieren mich seit Beginn der Aufnahme dieser Tätigkeit.
Hmmmmm... ich finde es zwar eigentlich richtig, aus der sehr konkreten persönlichen Erfahrung im Satz davor zu einer eher grundsätzlicheren Aussage zu kommen... aber diese hier ist mir jetzt doch eine Spur zu banal. Nach den Jahresabschlüssen wirkt das lapidare Wort "Buchhaltung" beinahe wie ein Absturz...
J FR hat geschrieben:Hieraus und dem breitgefächerten Weg nach der Ausbildung zur Steuerfachangestellten schöpfe ich meine Motivation eine zweite Lehre zu beginnen.
Hmmmmm... hhhhhmmm... hmmmm... ist die breite Fächerung wirklich das entscheidende Wesensmerkmal der Steuerfachangestellten? Ist das nicht eigentlich eher ein besonders hoch spezialisierter Job... also quasi das Gegenteil?
J FR hat geschrieben:In diesem Beruf ist man immer wieder mit Änderungen in Gesetzen konfrontiert, wodurch ein lebenslanger Lernprozess stattfindet und Flexibilität erforderlich ist.
Hmmmm... hmmmm... hmmmm... hmmmm... das ist jetzt der erste inhaltliche Punkt zum Thema... und damit scheinbar der Wichtigste. Aber ist er das wirklich? Ist es das Schöne für Dich, dass sich die Gesetze ständig ändern? Ich sage nicht, dass es nicht stimmen kann... es kommt mir nur unwahrscheinlich vor. Ich hätte gedacht, dass das eigentliche Interesse andere Hintergründe hätte... was nicht ausschliesst, dass sporadische Änderungen auf richtig lange Sicht der Abstumpfung entgegen wirken. Von daher hätte ich (wie gesagt: ich) dieses Argument eher als Abrundung am Ende des Anschreibens gesehen... nachdem ich die *eigentlichen* aus der Materie selbst heraus zuvor gebracht hätte...
J FR hat geschrieben:Zu meinen Stärken gehören Zuverlässigkeit, Loyalität und eine selbstständige und präzise Arbeitsweise. Mit mir gewinnen Sie eine zuverlässige und erfahrene Mitarbeiterin mit einem überdurchschnittlichen Maß an Engagement und der Bereitschaft, sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen.
Hmm... hmmm... hmmm... hmmm... hmmm... zu gewinnen ist mit solchen Textbausteinen definitiv nichts. Wenn man Glück hat, ist der Leser zwar schon so abgestumpft, dass sie ihn auch nicht mehr ärgern... aber solltest Du Deine überdurchschnittlichen Vorab-Einblicke in die Steuerthematik nicht nutzen, um hier etwas spezifischer zu werden?

J FR
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Beitrag von J FR » 27.04.2015, 12:29

Hallo und vielen Dank für eure Hilfe!

Um die Situation mal klar zu machen:
Das Arbeitsamt hat mir angeboten eine zweite Lehre/Betriebliche Ausbildung zu absolvieren.

Hier würde ich eine verkürzte Ausbildung von 2 Jahren (also im 2. Lehrjahr einsteigend) "finanziert" bekommen.

D.h. ich bekomme die Ausbildungsvergütung vom Betrieb UND vom Arbeitsamt mein Arbeitslosengeld über die kompletten zwei Jahre.

Das will ich allerdings nicht direkt in die Bewerbung schreiben sondern im Vorstellungsgespräch vermitteln. Sieht ja blöd aus oder? Wenn ich es doch rein schreiben sollte, wie soll ich das denn formulieren?

Die restlichen "Einwände" ;) werde ich nochmal bearbeiten.

Vielen lieben Dank!!!

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 02.05.2015, 09:35

J FR hat geschrieben:D.h. ich bekomme die Ausbildungsvergütung vom Betrieb UND vom Arbeitsamt mein Arbeitslosengeld über die kompletten zwei Jahre. [...] Das will ich allerdings nicht direkt in die Bewerbung schreiben sondern im Vorstellungsgespräch vermitteln.
Warum willst Du das denn ÜBERHAUPT irgendwem irgendwann auf die Nase binden? Die Schlussfolgerung Deines Ansprechpartners aus diesem Hinweis kann doch nur sein: Wenn das Arbeitsamt (das eigentlich niemals Geld hat) derart viel für JFR auszugeben bereit ist, müssen die Vermittlungshemmnisse dieses Falls ERHEBLICH sein. Selbst wenn die Bewerbung auf den ersten Blick ganz ordentlich wirkt. Irgendwo ist bei dieser Frau ein Haken... und zwar ein ganz gewaltiger... ;-)

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