3. Seite um die Soft-Skills zu untermauern?

Einzelne Bewerbungen können sehr umfangreich werden. In dieser Rubrik wird über fakultative Elemente der Bewerbungsunterlagen diskutiert.
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Püppinski
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3. Seite um die Soft-Skills zu untermauern?

Beitrag von Püppinski » 01.07.2013, 21:41

Hallo alle miteinander,

da ich momentan meine Bewerbungsunterlagen überarbeite, habe ich über eine dritte Seite nachgedacht und hier auch schon herumgelesen, da waren die Meinungen ja sehr eindeutig, was eine dritte Seite betrifft. :wink:

Nun ist es so, dass ich mich aus ungekündigter Anstellung heraus bewerbe. Ich habe 2011 ein berufsbegleitendes Studium im Bereich Marketing absolviert und 2013 noch eine IHK Prüfung abgelegt.

Ich bewerbe mich auf Stellen in meiner momentanen Branche (Veranstaltungswesen) und auf Stellen im Marketing, bzw. Produkt/Markenmanagement (hier würde ich als Rookie einsteigen - ich könnte zwar mein Wissen aus dem Veranstaltungswesen nutzen, aber dennoch wäre es was komplett Neues nach dem Studium)

Meinen Lebenslauf habe ich insoweit überarbeitet, dass ich die Studienschwerpunkte aufgenommen habe. Nun stehen dort die Schwerpunkte meiner beruflichen Tätigkeiten, meines Studiums, der Fortbildung 2013 und meiner ersten Ausbildung - somit habe ich mittlerweile 3 Seiten gefüllt (Ich habe 6 Jahre Berufserfahrung in meinem momentanen Unternehmen, und noch 2 weitere ehemalige AG, also finde ich 3 Seiten Lebenslauf ok.)


Jetzt brüte ich aber über dieser 3. Seite und wäge stark ab... In den Stellenausschreibungen werden immer flexible, belastbare, blablabla Mitarbeiter gesucht. Das bin ich, das weiß ich auch, das schreibe ich auch in mein Anschreiben. Jedoch finde ich, dass mein Anschreiben einfach überfüllt ist, wenn ich alle Soft Skills noch zusätzlich belege, anstelle sie einfach aufzuführen. Einfach aufführen ist aber auch nur irgendein Gewisch und ohne Begründung verschenkter Platz. Der Platz ist sowieso schon rar, wenn man bedenkt, dass man noch den frühest möglichen Einstiegstermin, das Gehalt und einen netten Satz, dass man sich auf ein persönliches Gespräch freut, mit unterbringen muss.

In mein Anschreiben möchte ich schreiben, warum ich mich genau bei XYZ bewerbe, und warum ich nach 6 Jahren nun die Branche wechseln will und warum ich die perfekte Mitarbeiterin für diese Stelle bin - und dann ist die Seite im Prinzip schon voll. Da ist einfach kein Platz mehr für Begründungen meiner Belastbarkeit, Flexibilität, Kundenorientierung...

Deshalb denke ich darüber nach, diese Soft Skills, die ich habe (passend zur Stellenausschreibung natürlich) auf einer eigenen Seite zu präsentieren. Stichpunktartig aufgelistet und rechts die Begründung warum ich der Meinung bin, diesen Skill zu besitzen.

Also zB:

„Lebenslanges Lernen“:

Diesen Grundsatz verfolge ich konsequent. Um in der Marketing- und Werbebranche am Puls der Zeit zu bleiben, lege ich großen Wert darauf, mich stetig weiterzubilden und mit aktuellem Fachwissen zum Unternehmenserfolg beitragen zu können.

Kreativität:

Durch mein langjähriges Hobby, die Näherei von modischer Bekleidung, kann ich meine kreative Ader im Design und in der Herstellung von Bekleidung voller Freude ausleben.

Dieses Hobby hat auch meinen Blick für Farben und Formen, sowie die Fähigkeit mit Liebe zum Detail zu arbeiten sehr gut geschult.
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Oder bei einigen Dingen kann ich klar belegen, was Sache ist, zB:


Flexibilität:

In meiner Tätigkeit ist ein hohes Maß an Flexibilität Grundvoraussetzung, da ich viele verschiedene Kunden zeitgleich betreue, und mich so schnell in unterschiedliche Sachverhalte hineindenken muss.

Da viele Veranstaltungen kurzfristig angefragt werden, bin ich auch zeitlich flexibel, um auch in kurzer Zeit das bestmögliche Ergebnis zu erzielen und meinem Kunden die richtige Lösung zu bieten.


Belastbarkeit:

Meine Belastbarkeit konnte ich unter Beweis stellen, indem ich ein zweijähriges, berufsbegleitendes Studium neben meiner Vollzeitarbeitsstelle erfolgreich absolvierte.
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Ich bin aber hin und hergerissen, ob das so eine gute Idee ist. Was sagt ihr dazu, vielleicht könnt ihr mir ein wenig aus diesem Gedankenwirrwarr heraushelfen.

Vielen Dank schon vorab!
Püppinski

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FRAGEN
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Re: 3. Seite um die Soft-Skills zu untermauern?

Beitrag von FRAGEN » 01.07.2013, 21:52

Püppinski hat geschrieben:In mein Anschreiben möchte ich schreiben, warum ich mich genau bei XYZ bewerbe, und warum ich nach 6 Jahren nun die Branche wechseln will und warum ich die perfekte Mitarbeiterin für diese Stelle bin - und dann ist die Seite im Prinzip schon voll. Da ist einfach kein Platz mehr für Begründungen meiner Belastbarkeit, Flexibilität, Kundenorientierung...
Na gottseidank, Püppinski... dann ist doch alles bestens... ;-)

Ohne Quatsch: Dein Plan für Dein Anschreiben klingt perfekt. Wenn Dir im konkreten Einzelfall das genau so lupenrein gelingt, wie Du es jetzt hier jetzt so superallgemein postulierst, bist Du m. E. da. Dann brauchst Du nichts anderes mehr... am allerwenigsten das "blablabla" (wie Du selbst ja schon ganz richtig sagst), das jeder erzählt. Und wenn wir mal richtig ehrlich sind: So waaaaaaaaahnsinnig interessant klingen Deine Belege jetzt nicht... zumindest bei Weitem nicht so, dass die Spannung aus Sicht des Lesers eine weitere Seite rechtfertigen würden. An Deiner Stelle würde ich meine komplette Energie auf ein Anschreiben mit o. g. Zielrichtung konzentrieren...

Püppinski
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Re: 3. Seite um die Soft-Skills zu untermauern?

Beitrag von Püppinski » 01.07.2013, 21:58

FRAGEN hat geschrieben:
Na gottseidank, Püppinski... dann ist doch alles bestens... ;-)

Ohne Quatsch: Dein Plan für Dein Anschreiben klingt perfekt. Wenn Dir im konkreten Einzelfall das genau so lupenrein gelingt, wie Du es jetzt hier jetzt so superallgemein postulierst, bist Du m. E. da. Dann brauchst Du nichts anderes mehr... am allerwenigsten das "blablabla" (wie Du selbst ja schon ganz richtig sagst), das jeder erzählt. Und wenn wir mal richtig ehrlich sind: So waaaaaaaaahnsinnig interessant klingen Deine Belege jetzt nicht... zumindest bei Weitem nicht so, dass die Spannung aus Sicht des Lesers eine weitere Seite rechtfertigen würden. An Deiner Stelle würde ich meine komplette Energie auf ein Anschreiben mit o. g. Zielrichtung konzentrieren...
Danke, das war vermutlich der Anstoß, den ich gebraucht habe, um doch auf die 3. Seite zu pfeifen :D So richtig glücklich war ich damit sowieso nicht, ich wollte nur nichts auslassen, nicht dass es daran scheitert, dass ich dem Personaler nicht geschrieben habe, dass ich belastbar bin und der denkt dann deshalb, dass ich's nicht bin. :lol:

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