5 Strategien nach Kündigung

Wie geht es weiter nach Absagen? Was kann daraus gelernt werden? Lass andere an deinen Erfahrungen teilhaben. Berichte über gute und schlechte Erfahrungen bei der Stellensuche.
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Welche ist die beste Strategie?

1. Kündigung nicht proaktiv erwähnen, Vorgesetzter nicht als Referenz angeben
1
25%
2. Kündigung nicht proaktiv erwähnen, ein Arbeitskolleg als Referenz angeben
1
25%
3. Kündigung nicht proaktiv erwähnen, Vorgesetzter als Referenz angeben und hoffen, sie rufen ihn nicht an
1
25%
4. Kündigung ansprechen, Grund runterspielen, keine Referenz oder nur Arbeitskolleg angeben
0
Keine Stimmen
5. Kündigung proaktiv ansprechen, Vorgesetzter als Referenz angeben (wie bisher)
1
25%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4

mcc1975
Beiträge: 3
Registriert: 08.03.2013, 11:15

5 Strategien nach Kündigung

Beitrag von mcc1975 » 08.03.2013, 12:02

Hallo Forum-Mitglieder

ich habe eine Frage bzgl. Strategie nach dem man gekündigt wurde.

Ausgangslage: ich wurde gekündigt, weil ich gegen die IT-Richtlinien - trotz Verwarnung - wiederholt verletzt habe. Dabei ging es v.a. um Verbindungen zu mein FTP-Server zuhause, um private (Excel-)Dateien runterzuladen. Alles nicht so wild, wie es sich anhört, dennoch hat das dem IT Director gereicht, um mich zu kündigen, trotz Widerstand meines Managers und der IT-Abteilung. Ich meine Lektion gelernt :-)

Ich bin seit 5 Monate auf Jobsuche und bin selten über die erste Interviewrunde gekommen. Dabei habe ich drei Mal die 2. Interviewrunde geschafft. Bei diese drei Interviews habe ich zwar nicht gelogen, aber wenn ich nicht nach dem Kündigungsgrund gefragt wurde, habe ich es nicht erwähnt. Bei zwei dieser Stellen wurde ich um Referenzen gebeten. Nachdem ich mein Vorgesetzter angegeben habe, habe ich eine Absage erhalten. Unisono wurde als Grund angegeben, dass die Kündigung der Grund war, v.a. weil ich verwarnt worden war. Mein Vorgesetzter meint es zwar gut, ist aber sehr gespräching...

Nach meiner Analyse komme ich also nur weiter, wenn ich nicht proaktiv die Kündigung erwähne. Dabei ist meine Referenz später das Problem. Wohlgemerkt: werde ich danach gefragt, wer gekündigt hat, dann antworte ich immer ehrlich.

Ich weiss, proaktiv und ehrlich ist sicher die beste Strategie, aber bei mir hat sie bisher nicht gefruchtet. Ich frage mich, was für Euch die zweitbeste Alternative ist:

1. Kündigung nicht proaktiv erwähnen, mein Vorgesetzter nicht als Referenz angeben: ich erwähne die Kündigung nicht und ich gebe keine Referenzen an. Wenn ich darauf angesprochen werde, könnte ich z.B. sagen, wir hätten uns nicht so gut verstanden;

2. Kündigung nicht proaktiv erwähnen, ein Arbeitskolleg als Referenz angeben: wie oben, nur ich gebe ein Arbeitskolleg als Referenz an, von dem ich weiss, er würde die Kündigung nicht ansprechen;

3. Kündigung nicht proaktiv erwähnen, mein Vorgesetzter als Referenz angeben und hoffen, sie rufen ihn nicht an;

4. Kündigung ansprechen, Grund runterspielen, keine Referenz oder nur Arbeitskolleg angeben;

5. Kündigung proaktiv ansprechen, Vorgesetzter als Referenz angeben (wie bisher).

Ich müsste vielleicht erwähnen, dass ich von der Firma ein hervorragendes Arbeitszeugnis erhalten habe. Dabei wird den Grund für die Vertragsauflösung nicht erwähnt. Daher ist die Lösung mit Vorgesetzter nicht angeben immer ein bisschen "tricky", denn er hat das Zeugnis unterschrieben...

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 08.03.2013, 18:49

Hallo mcc1975,

wer solche Böcke schiesst, hat nur eine einzige Chance: absolute Offenheit, d.h. im Vorstellungsgespräch, wenn der Beendigungsgrund angesprochen wird, ehrlich zu sagen, warum einem gekündigt wurde. Wenn dann das Ganze nicht heruntergespielt wird ("Alles nicht so wild, wie es sich anhört"), hat man die Möglichkeit einer zweiten Chance.

Sollte der Personalverantwortliche allerdings das Gefühl haben, der Bewerber habe nicht wirklich begriffen, warum ihm gekündigt wurde, ist es vorbei.

Denn im Gegensatz zu Dir ist dein Vergehen extrem wild. Denn wenn man trotz Abmahnung weiter gegen Regeln verstösst und damit Ignoranz signalisiert, ist das an "Wildheit" kaum zu überbieten. Denn das ausgesendete Signal lautet: Leckt mich am Ar..... Ich mache, was ich für richtig halte.

Viele Grüße aus Duisburg

mcc1975
Beiträge: 3
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Beitrag von mcc1975 » 08.03.2013, 20:34

Hallo Andreas

Du hast natürlich Recht. Allerdings muss man die ganze Geschichte kennen, bevor man urteilt (wollte vermeiden, alles zu erklären, damit es einfacher zu lesen ist).

Ich wurde ohne Vorwarnung vom IT/HR-Director gekündigt, wie gesagt gegen den Widerstand von der ICS-Abteilung und meines Managers. Und das hat seine Gründe.

Wir haben einen neuen ICS-Manager und der hat den IT/HR-Director sehr blumig erzählt, ich hätte Musik, Videos, etc. übers Unternehmennetzwerk getauscht. Das ist der Hintergrund der Kündigung. Ich habe die Kündigung akzeptiert, denn ich hatte schon seit ca. 1/2 Jahr geplant, zu gehen (wir bekamen unser erstes Kind genau am letzten Anstellungstag). Allerdings habe ich Beweise für diese (nur mündlich geäusserte) Anschuldigungen verlangt. Das wurde mir innerhalb 2 Wochen versprochen. Ein Monat später kam der IT/HR-Director zu mir nach Hause mit dem Bescheid, es gebe keine Beweise. Nur dass ich firmeninterne Excel-Tabellen zwischen mein Handy und das Firmenlaptop getauscht hätte (Dropbox.com heisst der Dienst). Das interessante dabei: die ICS-Abteilung wurde darüber informiert und sie hatten die Zustimmung gegeben, denn die meisten MA der ICS-Abteilung benutzen den gleichen Dienst auch für ihre Firmendaten. Die Zusage wurde aber nur mündlich gegeben. Deswegen waren sie dagegen, dass ich dafür entlassen werde.

Ich hatte damals beim Besuch des IT/HR-Directors (und das ist nur eine von vielen Fehler) gesagt, es sei OK so, ich möchte nur, dass nichts über meine Kündigung im Zeugnis erwähnt wird und dass ich einen guten Zeugnis bekomme. Dafür versprach ich, das Unternehmen nicht wegen missbräuchliche Kündigung und ggf. üble Nachrede zu verklagen, wie meine Rechtsschutzversicherung das tun wollte.

Im Nachhinein hätte ich verlangen sollen, dass ich kündigen darf. Im Nachhinein hätte ich jede Abmachung mit der ICS-Abteilung schriftlich machen müssen. Im Nachhinein hätte ich mit der Klage drohen sollen. Wie gesagt, ich habe aus meinen Fehler gelernt. Denn schliesslich ist die Kündigung auf sehr sehr wackligen Füssen, dennoch korrekt. Aber wie mein (Ex-)Manager in letzter Zeit gesagt hat: das ist wohl den grössten Personal-Fehler, das er je in diesem Unternehmen gesehen hat. Das sagt wohl alles...

Tut nichts zur Sache, Deine Aussage ist natürlich korrekt.

Gruss
mcc1975

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