99% der Bewerbungen gehören ungelesen in den Müll!

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Eauvive
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Beitrag von Eauvive » 04.12.2008, 10:19

Ja sicher, wenn die Masse erst mal reduziert werden muss und ohnehin alles von den Schulen kommt, bietet es sich an.

Aber herumzuweinen, dass andere mit schlechteren Noten eine Ausbildungsstelle haben und andere mit besseren nicht und das anzukreiden, statt sich Gedanken zu machen, wie das denn kommen kann, ist schlicht realitätsfern.

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ice_and_fire
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Beitrag von ice_and_fire » 06.12.2008, 10:54

Das liebe ich an uns Deutschen sowieso.

Ist der Euro teuer, stoppt das unseren Export; ist der Euro billig, habe wir ne blöde Währung und hätten doch die DM behalten sollen.

Ich kann´s mir echt aussuchen.
Mal liest man, dass man mit schlechten Noten keine Ausbildung bekommt und jetzt les ich, dass man mit guten Noten keine Ausbildung bekommt

:-)

Love
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Beitrag von Love » 07.12.2008, 11:37

ice_and_fire hat geschrieben:Das liebe ich an uns Deutschen sowieso.

Ist der Euro teuer, stoppt das unseren Export; ist der Euro billig, habe wir ne blöde Währung und hätten doch die DM behalten sollen.

Ich kann´s mir echt aussuchen.
Mal liest man, dass man mit schlechten Noten keine Ausbildung bekommt und jetzt les ich, dass man mit guten Noten keine Ausbildung bekommt

:-)
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Catha
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Beitrag von Catha » 07.12.2008, 20:26

ice_and_fire hat geschrieben:Das liebe ich an uns Deutschen sowieso.

Ist der Euro teuer, stoppt das unseren Export; ist der Euro billig, habe wir ne blöde Währung und hätten doch die DM behalten sollen.

Ich kann´s mir echt aussuchen.
Mal liest man, dass man mit schlechten Noten keine Ausbildung bekommt und jetzt les ich, dass man mit guten Noten keine Ausbildung bekommt

:-)
Ich glaube das beste Beispiel dafür, dass man mit schlechten Noten eine Ausbildung bekommen kann, bin ich. Ich habe mich mit einem Zeugnis beworben, dass wirklich schlecht war (3,8), das war das Zeugnis aus der 12. Klasse vom Gymnasium (bin jetzt in der 13. und mache mein Abi, mehr schlecht als recht). Ich habe ganze 5 Bewerbungen geschrieben (hatte geplant mich im Januar nochmal mit einem besseren Zeugnis zu bewerben) und siehe da, ein Einstellungstest, daraufhin Vorstellungsgespräch, eine Woche später hatte ich die Zusage im Briefkasten.Es handelt sich hierbei um eine Ausbildung zur Groß-und Außenhandelskauffrau. Und das Unternehmen ist Edeka, was ja nun wirklich ein gutes Unternehmen ist. Meine Noten wurden im VG nicht einmal angesprochen. Was will man mehr ;)

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Eauvive
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Beitrag von Eauvive » 07.12.2008, 21:17

Natürlich.

Grade große Unternehmen, die solche groß angelegten Einstellungstests durchführen laden oft alles ein, was irgendwie noch im halbwegsen Schnitt liegt. Danach sind die Zeugnisse komplett irrelevant, weil man dem Test viel größere Bedeutung beimessen kann. Beispiel:

Steffi hat in Deutsch eine 1.
Was der Leser des Zeugnisses nicht weiß: Steffi ist keine Deutsch-Leuchte, ihre Lehrerin ist schlicht streng gläubig und Steffi die Tochter eines Pfarrers. Im Grund kann Steffi machen, was sie möchte, die 1 ist ihr ohnehin sicher. Nun kommt Steffi zum Einstellungstest.

Peter hat in Deutsch eine 4.
Was der Leser des Zeugnisses nicht weiß ist, dass Peter seit seinem dritten Lebensjahr fließend liest und schreibt, sich in der Schule zu Tode gelangweilt hat, seine schriftlichen Arbeiten immer im 4er Bereich lagen, weil er keine Lust hatte die Frage nach dem "Was ist eine Ballade" zu beantworten, sondern stattdessen kritische Arbeiten verfasst hat, die die Anforderung eigentlich locker sprengten. Sein Lehrer fand das allerdings weniger gut. Nun kommt Peter zum Einstellungstest.


Das Ergebnis:
Ich sprachlichen Teil des Tests erzielt Peter volle Punktzahl, während Steffi mit Ach und Krach im Mittelfeld rangiert. Peter bekommt die Ausbildungsstelle.

Für mich nur ein weiteres, deutliches Zeichen dafür, dass es nicht mehr viel braucht und wir können das Schulsystem komplett kippen. Allgemeinwissen wird nicht mehr vermittelt, Wissen im Stile von Auswendiglernen abgehakt und unterm Strich ist die Pädagogenwillkür bezeichnend. Ein Abitur ist bald nichts mehr wert. Und die Studienabschlüsse werden folgen. Dann geht es nicht mehr darum, ob man den Abschluss hat, sondern wo man ihn gemacht hat. Schulen und Unis werden sich im "Glaubwürdigkeitsverfahren" spalten.

Catha
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Beitrag von Catha » 07.12.2008, 23:46

So ist es. Ich habe den Einstellungstest eigentlich ganz gut bestanden - mir wurde im VG gesagt, dass dies der schwerste Einstellungstest gewesen sei, den sie haben - aufgeteilt in Allgemeinwissen (da hatte ich eine 2), Mathe (leider nur 4, das kommt davon, wenn man denkt, man würde ja Prozentrechnung beherrschen :D ), Deutsch (1 :) ) und Englisch (2). Sie haben es nicht direkt gesagt, aber so wie sich das anhörte, war meines wohl eins der besten Ergebnisse ("Ein sehr, sehr anständiges Ergebnis") . Und ich verwette meinen Hintern darauf, dass ich diejenige mit den schlechtesten Schulnoten war :P Und was natürlich auch ganz wichtig war, denke ich, war meine Bewerbung. Die war nämlich, bis auf die Zeugnisse, tiptop. Hat mich auch fast die ganzen Sommerferien gekostet, daran rumzufeilen :D

Faena
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Beitrag von Faena » 08.12.2008, 01:58

teilweise werden von unternehmen wirklich fast alle bewerber zu tests eingeladen, die sich bewerben. in meiner berufsfachschulklasse (in der ich eine ausbildung zur fremdsprachensekretärin gemacht habe) hatten 2 schülerinnen notenschnitte von 3 oder 4 (gerundet, so stand es allerdings auf der ersten seite im zeugnis) - wohlgemerkt auf einer schule, deren niveau sicher unter dem eines gymnasiums liegt...sie wurden trotzdem zu zahlreichen tests eingeladen. und das, obwohl die noten eigentlich alle berufsrelevant waren (es handelte sich ja um eine schulische ausbildung, und die berufe bürokauffrau bzw. kauffrau für bürokommunikation haben recht ähnliche fächer, wie z.b. rechnungswesen) - das hat mich doch stark gewundert...denn ein schlechter schnitt im gymnasium kann ja an für kaufmännische berufe irrelevante fächer, wie bio, physik oder chemie, liegen.

aber zu den noten generell...die deutschfähigkeiten, die man für eine ausbildung benötigt, werden in den höheren klassen nicht sehr verlangt. wichtig ist doch, sich vernünftig ausdrücken zu können und die rechtschreibung zu beherrschen. dramen oder gedichte zu interpretieren sind eher zweigrangig...

Ilona_R
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Re: 99% der Bewerbungen gehören ungelesen in den Müll!

Beitrag von Ilona_R » 18.01.2009, 23:14

Vux hat geschrieben:Da ich grade mal wieder so ein Glanzstück in der Hand habe, dachte ich mir ich hol mir mal Rat in einem Bewerbungsforum....

Ich sitze in einer kleinen Firma im Büro und "darf" die Bewerbungen annehmen und absagen. Was anderes ist hier auch nicht möglich.

Wenn man so die Beiträge ließt, hat man das Gefühl das Ihr der Ansicht seid, dass die ganzen Firmen euch nur aus Bosheit ablehnen. Es mag sein das es 1-2% gibt die tatsächlich nur eben Pech haben. Diese Leute brauchen sich hier nicht angesprochen fühlen...
Aber hat sich mal jemand Gedanken gemacht wie so eine Firma funktioniert?

Könnte es sein das sich der Arbeitgeber vielleicht lieber den Menschen aussucht von dem er der Ansicht ist das er der beste ist?
Weil witziger Weise soll er euch ja nicht bezahlen und nicht jeden Tag auf Knien dafür danken das ihr die Güte besitzt bei ihm zu arbeiten.

Er ist nicht gezwungen euch anzunehmen nur weil es die 150. Bewerbung ist und ihr schließlich irgendwann mal arbeiten wollt.

Ich krieg ständig Bewerbungen wo ich mich nicht entscheiden kann ob ich lachen oder weinen soll.

Ich bin seit 3 Jahren in diesem Betrieb und hab erst EINE richtige Bewerbung erhalten. Alles andere war Müll!
Bewerbungsmappen werden anscheinend nicht mehr hergestellt, zumindest bekommen wir keine.
Gramatik und Rechtschreibung werden wohl nicht erteilt in der Schule. Einen ausländischen Mitbürger kann man solche Fehler noch verzeihen, aber das sind größtenteils Deutsche. Sätze in den Wörter einfach fehlen sind Standart.
Ich muss staunen, dass sich diejenige, die sich hier in diesem Forum offensichtlich die meisten Grammatik- und Rechtschreibfehler erlaubt, am lautesten hier schreit und sich beschwert über Rechtschreibfehler der Bewerber. :shock: (Kommasetzung ist für dich ein Fremdwort?)

Weißt du, es kommt nicht sehr glaubwürdig herüber, wenn du nicht in der Lage bist, auch nur ein paar Sätze fehlerfrei zu schreiben, aber angeblich in deiner Firma Einsicht zu Bewerbungen hast. So wirkt dein Posting einfach nur peinlich.

Seit 3 Jahren in einem Betrieb und erst eine richtige Bewerbung erhalten? Du übertreibst maßlos, denke ich. Oder du hast die Bewerbungen nicht gesehen, anders kann ich mir so eine Behauptung nicht erklären.

Galgenmaennchen
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Beitrag von Galgenmaennchen » 02.02.2009, 18:52

Gerade Personaler sollten die Bälle in Punkto Rechtschreibung flach halten.

Ich hab damals die unmöglichsten Anschreiben zurückbekommen. Anrede falsch, Name falsch geschrieben, Adresse entstellt, das "a" hinter der Hausnummer vergessen oder am allerscheusslichsten "Sehr geehrte/r Bewerber/in"....

Das kann an Überarbeitung liegen - aber eben halt auch an Verblödung und Unfähigkeit.

Lisboa
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Beitrag von Lisboa » 06.03.2009, 23:59

Ich muss gestehen, dass wir in der Schule und Uni NICHTS mit Bewerbungstraining zu tun hatten. Alles was ich über Bewerbungen gelernt habe, habe ich mir selbst beigebracht. Das finde ich seeeehr traurig. Ich hätte lieber auf eine Deutschlektüre mehr verzichtet und stattdessen ein Bewerbungstraining gehabt.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 07.03.2009, 22:45

Da wäre ich mir nicht so sicher. Das, was sich in einem "Bewerbungstraining" vermitteln lässt, ist m. E. sehr überschaubar und für wirklich jeden leicht zu fassen. Der Punkt, an dem sich die Spreu vom Weizen trennt, liegt m. E. schon nach wie vor bei den klassischen Grundlagen der deutschen Sprache und der Logik als solcher. Insofern glaube ich tatsächlich, dass man aus der ernsthaften Beschäftigung mit Literatur mehr Nutzen schlagen kann als aus irgendwelchen quergelesenen "Tips&Tricks". Und bei dem, was hier z. T. als Ergebnis von (insbesondere schulischen) "Bewerbungstrainings" präsentiert wird, stehen mir nicht selten die Haare zu Berge... ;-)

Ob man jetzt "hiermit" schreibt, Konjunktive benutzt, Deckblätter benutzt, sein Foto längs oder quer klebt etc... wechselt wie die Jahreszeiten und macht den Braten niemals fett. Und diese ganzen leeren Phrasen, die sich via "Copy&Paste" epidemisch ausbreiten, sind für den, der sie 100 x am Tag lesen muss, auch kein Vergnügen. Die m. E. besten Bewerbungen hier stammen fast komplett durch die Bank von offensichtlich "untrainierten" Personen, welche ihre (zukünftige) Arbeit einfach ernst nehmen, sich selbst realistisch einschätzen und die Interessenlage des Lesers berücksichtigen...

Gar nichts besonderes... sollte man meinen... ;-)

miesmuschel
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Beitrag von miesmuschel » 08.03.2009, 09:03

Es ist gut, mal zu lesen wie solche Bewerbungen bewertet werden.

Wird denn bei der Bewerbung auf wirklich alles geachtetet? also ich meine auch auf kleine Tippfehler?
Ich denke es gibt aber auch viele Firmen die auf Noten achten, und das finde ich unfair, natürlich sollte das Zeugnis nicht von 4ern und 5ern beherrscht werden (und einige Fehltage) aber ich denke jeder darf sich mal eine 4 in einem Fach leisen, gerade wenn man nicht einmal Fehltage oder ähnliches hat.

Ich habe es weit nach oben geschafft von der Haupt- bis zum Fachabitur inklusive einer schulischen Ausbildung. Der Dank ist dafür das ich bis jetzt nur eine Einladung zum Einstellungstest habe (und das von der Firma wo mein Vater arbeitet). Ich habe ein akzeptables Zeugnis, keine Fehltage... habe disziplin gezeigt weil ich es geschafft habe, nur wer mit macht immer dabei ist, und gut ist, schafft es hoch zu steigen um am Ende studieren zu dürfen.
Nicht einmal auf SOWAS achten die Firmen.... der Dank ist das ich bis jetzt absagen erhalten habe (und ich bin froh das ich einige Bewerbungen geschrieben habe, und dementsprechend einige noch "offen" sind).

Sowas finde ich boshaft, und die Firmen sind NUR auf die Besten orientiert.... und das auch NUR (ja ist einfach so) für eine Ausbildung, vor fast 10 Jahren hieß es noch man benötigt für fast alle Ausbildungen Realabschluss... jetzt erwarten einige sogar Abitur/Fachabitur.

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ice_and_fire
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Beitrag von ice_and_fire » 08.03.2009, 09:30

FRAGEN hat geschrieben:Da wäre ich mir nicht so sicher. Das, was sich in einem "Bewerbungstraining" vermitteln lässt, ist m. E. sehr überschaubar und für wirklich jeden leicht zu fassen. Der Punkt, an dem sich die Spreu vom Weizen trennt, liegt m. E. schon nach wie vor bei den klassischen Grundlagen der deutschen Sprache und der Logik als solcher. Insofern glaube ich tatsächlich, dass man aus der ernsthaften Beschäftigung mit Literatur mehr Nutzen schlagen kann als aus irgendwelchen quergelesenen "Tips&Tricks". Und bei dem, was hier z. T. als Ergebnis von (insbesondere schulischen) "Bewerbungstrainings" präsentiert wird, stehen mir nicht selten die Haare zu Berge... ;-)

Ob man jetzt "hiermit" schreibt, Konjunktive benutzt, Deckblätter benutzt, sein Foto längs oder quer klebt etc... wechselt wie die Jahreszeiten und macht den Braten niemals fett. Und diese ganzen leeren Phrasen, die sich via "Copy&Paste" epidemisch ausbreiten, sind für den, der sie 100 x am Tag lesen muss, auch kein Vergnügen. Die m. E. besten Bewerbungen hier stammen fast komplett durch die Bank von offensichtlich "untrainierten" Personen, welche ihre (zukünftige) Arbeit einfach ernst nehmen, sich selbst realistisch einschätzen und die Interessenlage des Lesers berücksichtigen...

Gar nichts besonderes... sollte man meinen... ;-)
Ich denke der "first-and-foremost"-Nutzen eines Bewerbungstrainings in der Schule ist noch nicht einmal, dass die Schüler lernen WIE man sich bewirbt. Ich denke der erste Schritt wäre sie auf das Thema aufmerksam zu machen. Zu zeigen, dass es sowas -und nicht nur Standardbewerbungen- gibt, dass das spannend sein kann und dass das selbst ein Fachgebiet ist (klar, warum sonst die ganzen Fachbücher).

Ich sehe da auch kein Vollblutt-AA-AV vor der Klasse vor meinem geistigen Auge, sondern vielmehr jemand, der sich auch in der Industrie auskennt.

Den Rest -also z.B. die angesprochene Logik zu "verinnerlichen"- ist dann und kann nur Sache der Schüler sein ... das ist in Mathe auch nicht anders. Ohne Hausaufgaben geht es nicht ;-)

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 08.03.2009, 10:07

Hallo Miesmuschel!
miesmuschel hat geschrieben:Wird denn bei der Bewerbung auf wirklich alles geachtetet? also ich meine auch auf kleine Tippfehler?
Ich glaube nicht, dass jemand aktiv nach "kleinen Tippfehlern" sucht. Je nach angestrebter Position können sprachliche Schwächen allerdings schon ein erhebliches Manko darstellen.
miesmuschel hat geschrieben:Ich denke es gibt aber auch viele Firmen die auf Noten achten, und das finde ich unfair
Naja... der Blick auf die Noten (bei Schulabgängern) drängt sich halt auf - auch wenn er natürlich nicht das einzige Kriterium darstellen sollte. Es liegt an Dir, in Deiner Bewerbung deutlich zu machen, was in Deinem speziellen Fall darüber hinaus von Bedeutung wäre. Tust Du das?
miesmuschel hat geschrieben:Ich habe es weit nach oben geschafft von der Haupt- bis zum Fachabitur inklusive einer schulischen Ausbildung. [...] Nicht einmal auf SOWAS achten die Firmen....
So pauschal stimmt das mit Sicherheit nicht! Es gibt mit Sicherheit viele Personalentscheider in vielen Unternehmen, die einen solchen Werdegang klasse finden. In diesem Zusammenhang zwei Fragen:

1) Arbeitest Du diese "Erfolgsgeschichte" in Deinen Bewerbungen gut heraus? Diese Geschichte könnte z. B. ein sehr starkes Gegengewicht gegenüber nicht so tollen Abschlussnoten an der letzten Schule sein!

2) Bewirbst Du Dich gezielt auf Stellen, bei denen eine eher bodenständige Grundsatz-Perspektive voraussichtlich als besonders wertvoll erachtet wird? Es gibt diese Stellen - 100%ig! Solltest Du Dich allerdings auf Stellen konzentrieren, die hauptsächlich mit (guten) Abiturienten besetzt werden, wird es immer schwierig bleiben...
miesmuschel hat geschrieben:Sowas finde ich boshaft, und die Firmen sind NUR auf die Besten orientiert...
Was heisst hier "boshaft"? Das ist der Lauf der Welt: Es nimmt halt jeder, was er kriegen kann... ;-)

Und mal ganz ehrlich: Tust Du das nicht auch? Oder bewirbst Du Dich nur bei den weniger "guten" Unternehmen? Was übrigens durchaus ein Gedanke sein könnte!

miesmuschel
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Beitrag von miesmuschel » 08.03.2009, 19:14

hallo!

natürlich weiß ich, und ist es normal, dass man gute Bewerben nimmt.
Aber ich sehe es gerade an mir, dass man kein Auge zudrückt. Gerade wegen meine "Erfolgsgeschichte".
Aber es wäre ja vielleicht eine gute Idee, dass ich diesen deutlicher in meinen Bewerbungen schreiben.

Zudem was du schreibst, ich bekomme ja nicht einmal Einladungen zum Vorstellungsgespräch für eine Ausbildungen zur Bürokauffrau und/oder Mediengestalterin, und dort reicht ja angeblich auch ein guter Realabschluss... deswegen dachte ich eigentlich, dass ich mit meinem Fachabitur und meiner Ausbildung schon eine gute Chance habe, okay im Breich Mediengestaltung sind eig. fast nur Absagen gekommen, bei den Bürojobs bzw. Ausbildungen bis jetzt nur eine (von einer großen Firma).
Aber ich muss ehrlich sagen, ich hatte da eigentlich eine andere Erwartung und wurde nun enttäuscht... Natürlich sage ich nicht, dass man mich mit Handkuss nehmen soll, aber die ein oder andere Einladung habe ich gerade im Bereich Mediengestaltung erwartet.

Zum Glück habe ich nun endlich eine Einladung (ironie) zum Einstellungstest bekommen, und das baut mich wieder etwas auf! Es ist wirklich sehr dempremierend, immer Absagen zu bekommen. Und ich hoffe auch das ich noch weitere Einladungen erhalte.... Sonst sieht es schlecht aus :cry:

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 08.03.2009, 21:38

Hallo Miesmuschel!

Die Absagen können natürlich auch GANZ andere Gründe haben. Bist Du Dir (gerade im Büro!) z. B. der sprachlichen Korrektheit Deiner Bewerbungen sicher? Ich frage wegen so etwas:
miesmuschel hat geschrieben:Aber es wäre ja vielleicht eine gute Idee, dass ich diesen deutlicher in meinen Bewerbungen schreiben.
Ich weiss, dass ein Forum kein ernsthafter Brief ist... wollte die Möglichkeit aber rein der Vollständigkeit halber nicht unerwähnt lassen... ;-)

Und was die "Erfolgsgeschichte" angeht: Die zieht natürlich nicht überall! Ausgerechnet bei der Mediengestaltung (die auch bei guten Abiturienten gerade EXTREM angesagt ist!) wird der sympathische "Underdog" (der z. B. bei der Polizei sehr gute Chancen haben sollte!) auf absehbare Zeit keinen Blumentopf gewinnen. Da sucht man nicht die unbeirrbare Kämpferin, die niemals aufgibt - sondern das Wunderkind, das die locker-flockigen Ideen stilsicher aus dem Ärmel schüttelt! Bist Du nicht, wirst Du auch nie sein. Es gibt kein "Reichen" beim Bewerben... nur Angebot und Nachfrage... tut mir leid....

Bzgl. der Punkte 1) und 2) im letzten Posting kann mich nur wiederholen: Du solltest Deinen Fokus auf die gut "geerdete" Richtung konzentrieren... und da dann die "Erfolgsgeschichte" in den Mittelpunkt stellen! Du hast allen Grund, stolz darauf zu sein... und trotzdem gibt es Orte, an denen andere Qualifikationen zählen... auch und gerade solche, die nicht hart erarbeitet, sondern vom Schicksal wahllos verschenkt werden. Trotzdem sind sie im Ergebnis real - und an mancher Stelle unabdingbar.

Und dennoch hast Du Deine Chance - Du solltest Dich nur nicht mit falschen Vorstellungen verzetteln! Sei Du selbst (der Rat, der beim Bewerben IMMER passt)! ;-)

Reggae-Gandalf
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Beitrag von Reggae-Gandalf » 09.03.2009, 17:30

cepheus hat geschrieben:Stichwort Initiative ergreifen: warum ruft mann denn nach ein paar Wochen nicht einfach mal an, und frägt nach wie der Stand der Dinge ist? Ich bin der Meinung wenn man höflich nachfrägt erhält man auch seine Unterlagen zurück. Jemand eine andere Erfahrung gemacht?
Ich bin mir in einem solchen Fall unsicher, wann der beste Zeitpunkt für eine Nachfrage ist. Als Bewerber wünscht man sich natürlich so schnell wie möglich eine Antwort. Nach einer Woche dürfte zu früh sein, ein Monat Wartezeit kann schon als "zu wenig Interesse" angesehen werden. Oft habe ich auch erst 3 Monate oder später eine Antwort erhalten, das ist keine Seltenheit.

Was sehr prägend für mich war: Ich verschickte eine Bewerbung per E-Mail, was ebenso wie eine schriftliche Bewerbung, gewünscht wurde. Nach einiger Zeit, es waren ca. 3 Wochen, rief ich an und fragte höflich nach, ob schon eine Entscheidung gefallen sei und ob/wann ich mit einer Antwort rechnen könnte. Mir wurde dann erklärt, dass auf Bewerbungen per E-Mail generell nicht geantwortet wird, es sei denn man hat sich für diesen Bewerber entschieden.

Bewerbungsunterlagen gab es ja keine, aber diese generelle Einstellung emfpand ich schon als starkes Stück. Eine Antwort kostet in so einem Fall keine 5 Minuten Zeit, Porto etc. entfällt sowieso. Selbst ein Anruf kostet heutzutage nicht mehr die Welt.

Es ist mir aber auch schon anders ergangen. Es gab anscheinend übermäßig viele Bewerbungen, deshalb entschuldigte man sich schon im Vorhinein in einem Brief, dass eine Antwort länger auf sich warten lassen könnte. Einmal erhielt ich sogar einen richtigen Brief (leider mit Absage) auf eine Bewerbung per E-Mail.

Bewerbungsgegner
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Beitrag von Bewerbungsgegner » 14.03.2009, 21:12

Ich bin mir in einem solchen Fall unsicher, wann der beste Zeitpunkt für eine Nachfrage ist.
Lege den Zeitpunkt der Nachfrage selbst fest. Ruf' einfach nach einer Woche an und frage nach, ob die Unterlagen eingetroffen sind. Begründe das bei Bedarf einfach damit, dass du sicher gehen wolltest, weil du wirklich gerne für das Unternehmen arbeiten möchtest. Frage dann, wann du eine Antwort bekommen wirst. Meistens sagen sie dann irgendwas unkonkretes, z.B. jaaa, so in 3-4 Wochen. Schau dann einfach in den Kalender und sage: "Ok, 3-4 Wochen, das wäre dann um den 20. April herum. Macht es Ihnen was aus, wenn ich mich am 21. April nochmal melde, falls ich bis dahin nichts gehört habe?"
Was sehr prägend für mich war: Ich verschickte eine Bewerbung per E-Mail, was ebenso wie eine schriftliche Bewerbung, gewünscht wurde. Nach einiger Zeit, es waren ca. 3 Wochen, rief ich an und fragte höflich nach, ob schon eine Entscheidung gefallen sei und ob/wann ich mit einer Antwort rechnen könnte. Mir wurde dann erklärt, dass auf Bewerbungen per E-Mail generell nicht geantwortet wird, es sei denn man hat sich für diesen Bewerber entschieden.
Bewerbungsunterlagen gab es ja keine, aber diese generelle Einstellung emfpand ich schon als starkes Stück. Eine Antwort kostet in so einem Fall keine 5 Minuten Zeit, Porto etc. entfällt sowieso. Selbst ein Anruf kostet heutzutage nicht mehr die Welt.
Das ist echt unterste Schublade. So ein Unternehmen kann man vergessen. Wenn die mit so einer Reaktion schon zeigen, was sie von den üblichen Umgangsformen halten, wie mag das dann erst im Arbeitsalltag sein? Das ist auch ziemlich dumm von dem Unternehmen, denn so etwas spricht sich sehr schnell herum. Sollte es auch.

Passend zu diesem Thema: Du kennst sicher das Geheule wegen des "Fachkräftemangels". Ich sag' immer: Jedem Unternehmen den Fachkräftemangel, den es verdient. Unternehmen, die ihre Mitarbeiter, Kunden und Bewerber ordentlich behandeln, haben keinen Fachkräftemangel.

nomerci
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Beitrag von nomerci » 18.03.2009, 20:31

@miesmuschel

keine sorge du machst schon deinen weg ! wie alt bist du (20-23) ?
wenn es geht, studiere doch. aber nur jenes studium, was dich interessiert. sollte natürlich auch a bisserl zu deinem lebenslauf passen.
eventuell bei einer firma auch als werksstudent arbeiten.
wichtig wäre noch, nicht ein 08/15 studium zu belegen, sondern sich überlegen wo sich in 4 jahren gute berufschancen ergeben (evtl. gesundheitsbereich. biotechnologie usw.).

p.s. :

"99% der Bewerbungen gehören ungelesen in den Müll!"

nana, dass ist doch wieder ein pauschalurteil
:lol: :lol: :roll: :roll: :lol:

Ruevian
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Re: 99% der Bewerbungen gehören ungelesen in den Müll!

Beitrag von Ruevian » 20.04.2009, 15:53

Ilona_R hat geschrieben:
Ich muss staunen, dass sich diejenige, die sich hier in diesem Forum offensichtlich die meisten Grammatik- und Rechtschreibfehler erlaubt, am lautesten hier schreit und sich beschwert über Rechtschreibfehler der Bewerber. :shock: (Kommasetzung ist für dich ein Fremdwort?)

Weißt du, es kommt nicht sehr glaubwürdig herüber, wenn du nicht in der Lage bist, auch nur ein paar Sätze fehlerfrei zu schreiben, aber angeblich in deiner Firma Einsicht zu Bewerbungen hast. So wirkt dein Posting einfach nur peinlich.

Seit 3 Jahren in einem Betrieb und erst eine richtige Bewerbung erhalten? Du übertreibst maßlos, denke ich. Oder du hast die Bewerbungen nicht gesehen, anders kann ich mir so eine Behauptung nicht erklären.
Ich nehme mal an, dass du für das Schreiben einer Bewerbung wesentlich mehr Zeit nimmst als für diesen Forumseintrag, oder?? Find das jetzt sehr abwegig, einen Forumseintrag mit einer Bewerbung zu vergleichen, womit du aber nicht die einzige in diesem Thread bist, wie ich weiter vorne noch lesen konnte.

Eine Freundin arbeitet in der Personabteilung eines größeren Unternehmens und sie hat mir ebenfalls ähnliche Geschichten erzählt. Irgendwas muss ja dann dran sein. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass eine individuelle Bewerbung (auf die Stellenanzeige und das Unternehmen zugeschnitten) und vor allem eine saubere Darstellung (schön gedruckt, keine Fehler, etc.) sehr viel ausmachen kann. Und bei großen Konzernen kann man sich was anderes schlicht und einfach nicht erlauben, zumal du dort dann Bewerber Nummer 165 bist.

Jamos
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Beitrag von Jamos » 06.05.2009, 19:42

Also ich hab hier nur die erste Seite gelesen , nicht wundern wenn ich was schreibe was schon da steht... oder auch nicht..


Will auch nur kurz einwerfen, dass bei einer bewerbung immer viel zu sehr auf das Zeugnis geachtet wird!

Geht mal selber für 1 Tag in die Schule und guckt euch den unterricht an und guckt euch doch auch mal an wie die lehrer mit den schülern umgehen. Da ist es nicht verwunderlich das manche Kinder keinen bock mehr auf Schule haben, im Unterricht nicht aufpassen oder weiß der kuckuck was...

Ich nehme mal mich als beispiel, schon ab der zweiten klasse durfte ich mir "penner" anhören weil ich in mathe eine aufgabe falsch gelöst habe weil der lehrer wohl dachte ich mache das mit absicht mit falsch sagen, nur damals war ich eigentlich noch interessiert an der schule... später dann in der 5 klasse schreit mich meine lehrerin an das meine grundschullehrerin sie vor mir gewarnt hat, weil ich viel rede und hibbelig bin, aber so war ich nunmal als kind, hyperaktiv und was kann ich dafür? NICHTS!


also hat man irgendwann keinen bock mehr auf die schule weil man eh nur angemacht wird. Das ist ja auch nicht sinn der sache oder?
Dann sollte ich nach der 6. auf eine Hauptschule gehen, was ich für ein Jahr auch tat, was für eine andere Wahl hat man auch wenn die Mutter den lehrern glaubt statt mich auf eine Realschule zu schicken.

Nach dem Jahr in der 7. Klasse kam ich auf diese tolle innovative neue schulform der integrierten gesamtschulen!
Mir wurde immer gesagt mündlich zählt 60 % ein, BULLSHIT sowas von erlogen und erstunken, möchtegern pädagogen mitm lehrerschein, was schlimmeres kann es ja auch nicht geben!

Mündlich stand ich den wichtigen fächern auf 1-3 im gesamten schnitt aber aufm zeugnis bekam ich eine 4 in englisch weil z.B. die klausuren nicht gut liefen . sowas erkennt dann auch kein lehrer, weil sie einfach überhaupt gar nicht kompetent und für diesen beruf gut gebildet sind. Kommen wahrscheinlich selber ausm guten hause, waren selber faul in der jugend und wollen einen beruf mit viel "Urlaub" sprich Ferien....

so sehe ich das!


oder naturwissenschaften, gesamtnote eine 4 im Erweiterungskurs , toll in bio war ich besser als in chemie z.B. aber wo sieht man das? nirgendwo...


ok dann bewirbt man sich irgendwo und kriegt ne absage weil das zeugnis denen zu schlecht ist. dabei wissen die gar nicht wer man ist und mein gott niemand ist perfekt.


Ich war schon in einer Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger und bin gekündigt wurden, warum? weil man mir sprichwörtlich nur lügen untergeschoben hat. Ich würde verschwinden ohne bescheid zu sagen und solche sachen, mein gott ich habe vergessen das anwesenheitslicht anzumachen und wenn ich mal auf toilette ging hab ich das sogar gesagt! immer gefragt was man machen kann und oder verbessern kann und keine wirklich rückmeldung... ich sag euch, ich hab eigentlich die schnauze voll von diesem ganzen möchtegern netten menschen.


ich könnte hier den ganzen tag noch was schreiben weil es einfach lächerlich ist wie man mit Azubis/Schülern/Praktikanten umgeht!


Man ist schließlich da um was zu lernen und nicht um schon über alles bescheidzuwissen! Das ist quatsch, das ist illusion ... das ist fernsehen von der feinsten Form im echten Leben... Verblendete Arbeitgeber die nichtmal ihre Firma richtig leiten können oder mal komplett falsches personal einstellen.

Es wird immer nur auf das Zeugnis geachtet und wie schleimig manche hinterf***** leute sein können aber es wird nie auf den Menschen geguckt...

Das ist aber ein Problem was die ganze Gesellschaft betrifft und das kommt mit sicherheit davon das sich alle täglich Gift reinziehen wo man Lügen intrigen und den restlichen negativen Müll aus der glotze sieht..


jaja ich komme ab vom text aber das musste jetzt mal so raus und wer rechtschreibfehler findet kann sie gerne behalten, die interessieren im internet eh nicht!


Achja mein schlusstext, ist es gerecht in Kunst eine Note 5 zu erhalten, weil man mit Kunst nichts anfangen kann, quasi unbegabt? Dafür in Musik aber eine 2.

Die Lehrer gucken nicht auf die Schüler, sondern nur auf die Leistung und wann sie Feierabend haben.... Deswegen wäre es am besten wenn man mal seine Kinder zur Schule schickt, selber ein paar Tage unterricht mitmacht oder alternativ was findet, keine ahnung ob Freie Schule besser ist, aber darum geht es ja auch nicht und betrachtet meinen Beitrag bitte nicht so ernst, da ist auch etwas Frust mit drin :/

AgentSmith
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Beitrag von AgentSmith » 08.05.2009, 10:29

ublindert hat geschrieben:
Aber noch einmal: Wie soll sich derjenige, der es nicht schafft, eine ordentliche Bewerbung zu schreiben, sich ordentlich zu informieren und höflich aufzutreten, denn gut für eine Firma sein?
Sehe ich auch so. Ich hatte (und habe) auch mit der Personalauswahl zu tun; bei mir reichte die Spanne der Bewerbungen vom Sachbearbeiter bis hin zum Projektmanager/ Referent Training; also sehr vielschichtig.

Ich habe die Erfahrungen gemacht, dass die Fehlerquote bei Standarddingen (Rechtschreibung; abenteuerliche Formulierungen wie: "...wälzen Sie jetzt auch schon unzählige Bewerbungsmappen; da kommt meine Bewerbung nun doch gerade zum richtigen Zeitpunkt- atmen Sie mal tief durch und lesen sich in meine Mappe mal ein..."; auf einer Mappe klebte ein Cartoon, auf dem eine Person an einem Schreibtisch saß, Aktenberge vor sich und der Chef gerade einen weiteren Stapel Akten platzierte. Die Person war aber fröhlichst gestimmt- Bildunterschrift: "Zuviel Arbeit? - Für mich ein Fremdwort!") sehr hoch war und auf der anderen Seite viele Fälle einfach überqualifiziert waren.

Ich will damit sagen: für beide Extreme gilt es, sich mit den Spielregeln einer Bewerbung vertraut zu machen. Keine Standardtexte- aber auch keine prosaischen Ausreißer o.ä. (s. Beispiel oben), Qualifizierung muss zu den Anforderungen passen, auf Rechtschreibfehler prüfen- und nochmal: auf Rechtschreibfehler prüfen.
Ich empfinde das als ziemlich "entwürdigend" für das suchende Unternehmen, wenn man Bewerbungen erhält, wo schon im zweiten Satz der erste Rechtschreibfehler enthalten ist. Sowas geht gar nicht. Das sind nun mal leider die am leichtesten zu behebenden Dinge- wenn das noch nicht mal klappt, dann stuft man den Bewerber (natürlich bestimmt sehr oft ungerechtfertigt und ungeachtet seiner weiteren Qualifikationen) völlig falsch ein und die Absage ist vorprogrammiert.
Bei uns werden die Bewerbungen immer im 4-Augen-Prinzip durchgesehen. Rechtschreibfehler enthalten= Absage.
Und davon gibt es meiner Ansicht nach immer noch viel zu viele. Wir haben kürzlich ca. 50 Bewerbungen auf eine kaufmännische Position erhalten. Davon waren 35 (!!!) mit mehr oder minder ausgeprägten Fehlern ausgestattet, 5 ließen stark in der Form zu wünschen übrig (das beste waren 2 Din A4 Zettel mit Anschreiben und fotokopiertem Lebenslauf, handgeschrieben und gefaltet in einem Din Lang-Umschlag) sowie 1 Bewerbung mit besagtem Formulierungsausreißer von weiter oben. Also 70% der Bewerbungen mit Rechtschreibfehlern... schade.
Letztlich blieben 9 Bewerbungen übrig, davon haben wir 5 Kandidaten eingeladen und uns für einen entschieden.

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ice_and_fire
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Beitrag von ice_and_fire » 09.05.2009, 10:19

Ferdinand Piech ist Legastheniker ;-)

schattenmann
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Beitrag von schattenmann » 09.05.2009, 16:05

@AgentSmith
Qualifizierung muss zu den Anforderungen passen,
Ich wünsche mir - analog den meisten Stellenanforderungen - , dass Personaler * eine Ausbildung auf allen Gebieten haben müssen, für die sie Personal selektieren wollen/müssen/können/sollen.

Warum? Für einen Automechaniker ** sind andere Dinge wichtig als für einen Marketing-Spezialisten ** , welcher wieder andere Hauptqualifikationen besitzen muss als ein Informatiker ** oder Buchhalter **... Ein Personaler selektiert immer basierend auf SEINEM Wissen; er kann's nicht anders. Aber das Verständnis für die versch. Eigenheiten der Stellen und deren Anforderungen (bsp. auch auf Charakterzüge bezogen) bleibt oft auf der Strecke, so das eigentlich passende Bewerbungen mit Begründungen wie "überqualifiziert" abgeschmettert werden, obwohl sie eigentlich genau passend gewesen wären...
auf Rechtschreibfehler prüfen- und nochmal: auf Rechtschreibfehler prüfen.
In der schweiz. Armee gibts ein Sprichwort... "Verlange nie etwas von deinen Untergebenen, das du nicht selber bereit bist zu leisten"...

(stell dir bsp. einen Ausländer vor, der zwar fliessend Deutsch, aber eine vollkommen andere Muttersprache spricht; willst du den abstrafen weil er im ersten Satz das Komma falsch gesetzt hat?)

Mal ehrlich - wer soviel Wert auf Rechtschreibung legt, gehört mit Sicherheit zur selben Kategorie Personaler, die Absagen mit Standard-"Sehr geehrte Frau" schreibt, selbst wenn der Bewerber ein Mann ist, und sich tierisch darüber aufregen, wenn der Bewerber auf diesen " Copy & Paste - Fehler " hinweist... Glaub nur nicht Absagen sind immer fehlerfrei; was man da zuweilen zu lesen bekommt - aber das war ja dann IMMER der Lehrling oder der Praktikant (nie der, der unterschrieben hat (und es korrigiert haben sollte) ;-)

Vergiss nie: du stellst Menschen ein. Menschen können Fehler machen - und sie machen diese auch (ja, auch du ;-). Jeder, der den "keinen fehlermachenden Menschen" sucht, sucht den Falschen und wird nie Erfolg haben; man sollte denjenigen suchen, der die Fehler am schnellsten und gründlichsten korrigiert und die Folgen begrenzen kann... (bsp.: ein Automechaniker der den Unfallbericht fehlerfrei ausfüllt, ist nichts wert, solange er die Schrauben am Rad nicht richtig anzuziehen vermag)

* Personaler: so bezeichne ich Menschen, die für Personalselektion (unabhängig ob bei Personalvermittlern oder in den Unternehmen selbst) verantworlich sind, und "selektieren"

** ich habe Beispiele gewählt, die für alle Verständlich sind; ich wollte und will keinen Berufsstand ins Lächerliche ziehen

*** es sind immer sowohl männliche als auch weibliche Bezeichnungen gemeint, der Einfachheit halber wurde auf die Doppelnennung verzichtet

EDIT:
wenn ich pedantisch veranlagt wäre, würde ich ja jetzt schreiben: ich hab die Zitate 1:1 kopiert, in beiden Zitaten gibt es GRAVIERENDE Rechtschreibfehler; bsp. "Qualifizierung" - also für 0815er heisst die immer noch "Qualifikation", und nach dem "prüfen" muss ein Leerzeichen zwischen "prüfen" und "-"

In deinem Betrieb hättest du also bereits eine Absage bekommen; ungeachtet deinen Qualifikationen und sonstigen "Werten"... So schnell gehts zuweilen... Das Army-Sprichwort passt hald schon... ;-)

Laura85
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Beitrag von Laura85 » 21.05.2009, 14:18

Wenn man als Personaler 50 Bewerbungen auf eine Stelle bekommt, muss man doch irgendwie aussortieren. Ich finde es gegenüber der Kandidaten die sich bei den Bewerbungen Mühe gegeben haben und auf Rechtschreibung etc. geachtet haben nur fair, wenn sie bevorzugt behandelt werden. Und ich denke wegen einem einzelnen Komafehler, wurde noch selten eine Stelle verweigert.

Agent Smith kommt ja offensichtlich aus dem kaufmännischen Bereich und gerade dort ist es sehr wichtig, dass man einen anständigen Brief schreiben kann. Wenn das schon in der Bewerbung nicht klappt, dann gute Nacht. Ich bin mir sicher, dass in handwerklichen Berufen auch die Selektionskriterien nicht ganz so hart sind.

Personaler sind nicht grundsätzlich bösartig, aber es ist ja auch irgendwie logisch, das bei 50 Bewerbungsschreiben auf eine Stelle auf Details geachtet wird. Und zum Ende bleiben immer 49 Leute die sich ungerecht behandelt fühlen. Ich hab manchmal Einsicht in Bewerbungsschreiben und was man da zu sehen bekommt, ist zum Teil echt haarsträubend. Und ja, auch Jugendliche sollten eine anständige Bewerbung schreiben können. Gerade im Lehrstellenwesen habe ich gesehen, dass auch noch mässige Bewerbungen berücksichtigt werden, da sonst trotz Berge Bewerbungen zu wenig gute dabei sind.

Und ja Schulnoten sind vielleicht teilweise willkürlich, geben aber als Gesamtbild doch ein Recht gutes Bild über den Bewerber ab. Zudem ist es vielen Lehrbetrieben wichtig, das die Berufsschule vom zukünftigen Lehrling relativ locker absolviert werden kann und er sich auf die Arbeit im Büro konzentrieren kann.

Jamos, vielleicht solltest du mal darüber Nachdenken was du ändern könntest und nicht nur die Schuld allen anderen geben. Auch als Jugendlicher hat man schon gewissen Eigenverantwortung und schlechte Noten alleine dadurch zu rechtfertigen, dass die Lehrer einem den Spass an der Schule verdorben hat, ist etwas zu einfach. Arbeitgeber suchen doch genau jemand, der auch bei unangenehmen Tätigkeiten alles gibt und nicht bockig gar nichts mehr macht.

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