99% der Bewerbungen gehören ungelesen in den Müll!

Hier kann über aktuelle Probleme diskutiert werden.
AgentSmith
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Beitrag von AgentSmith » 22.05.2009, 12:04

Mahlzeit.

@schattenmann: Danke für Deinen Kommentar. Wie so oft im Leben gibt es hier auch unterschiedliche Sichtweisen.

Wie meine Vorrednerin schon schrieb: wo soll man denn dann anfangen zu selektieren? Ich rede/ schreibe auch nicht von dem einen Komma, welches fehlt oder von dem einen Buchstaben, der zuviel/ zuwenig gesetzt worden ist. So etwas ist mir auch schon mal passiert, keine Frage.
Wenn Du im kaufmännischen Bereich (auf den das Beispiel bezogen war) unter 50 Bewerbungen solche erhälst, in denen es Fehler à la "Bewehrbung", gänzlich fehlende Worte im Text oder mehrere fehlende Satzzeichen gibt- und in anderen Bewerbungen sind derartige Fehler nicht enthalten: welche kommen wohl auf den Stapel "Einladen"?
Und dazu sei noch gesagt, dass wir uns sehr wohl ein Gesamtbild des Kandidaten machen; also auch Zeugnisse etc. heranziehen, bevor das Urteil gefällt wird.

Es gilt ja das ungeschriebene Gesetz, dass der Kandidat sich mit seiner Bewerbung präsentiert und diese die mögliche Eintrittskarte in das neue Unternehmen ist. Leider Gottes wird das aber m.E. absolut nicht zu genüge beachtet. Und die dann folgende Selektion hat nichts mit Bösartigkeit o.ä. zu tun. Irgendwo muss man halt anfangen.

Zum Abschluss: dies hier ist ein Forum. Wäre ich auch pedantisch veranlagt, würde ich meine Beiträge hier genauso gut auf Rechtschreibung etc. kontrollieren wie meine eigenen Bewerbungen. Ich mache sehr wohl auch Fehler, dessen bin ich mir bewußt. Wer macht das nicht? Doch ich versuche diese dort unbedingt zu vermeiden, wo es sehr darauf ankommt (bsp. Bewerbungen). Gelingt nicht immer zu 100%, aber ne Quote von 99,8% möchte ich mir schon zugestehen...

Noch etwas:
*Pedanterie-Modus an*:
In deinem Betrieb hättest du also bereits eine Absage bekommen; ungeachtet deinen Qualifikationen und sonstigen "Werten"... So schnell gehts zuweilen... Das Army-Sprichwort passt hald schon...
Meiner Meinung nach müsste es "...ungeachtet deiner Qualifikationen..." und "... das Army-Sprichwort passt halt schon..." heißen, gelle? :wink:

*Pedanterie-Modus aus*

Ich empfehle mich.

schattenmann
~
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Beitrag von schattenmann » 22.05.2009, 17:06

Wäre ich ein "Verkäufer" würde ich sagen ich hätte die Fehler bewusst eingepasst... Aber das war nicht so - ich bin nur ein Mensch (mit kaufm. Ausbildung) und als solcher macht man schonmal Fehler...

Was gerade den kaufm. Bereich angeht:
Ev. ist dies in Deutschland noch nicht so ausgeprägt; aber hier in der CH sind sehr viele "Nichtschweizer" (was ist eigentlich das politisch korrekte Wort für Ausländer, ohne das man gleich als Rechtsradikaler etc hingestellt wird?) im "Stellenmarkt" unterwegs.

Darunter auch mal Leute aus Italien, Frankreich, Spanien, UK, und vermehrt aus den "östlichen Erweiterungsländern der EU"; also solche, die Deutsch als Zweit-, manchmal sogar Viertsprache haben... Gibt es bei solchen Bewerbern eine Art "Bonus" bezüglich Fehlern? Wenn ja - warum? Wenn nein - warum nicht? Entweder ist die eine Seite benachteiligt oder die andere... Für mich wäre die Lösung: mehr Toleranz im Anschreiben, wichtig: der Gesamteindruck (bsp. 3 Fehler/Bewerbung "frei", dafür Anschreiben & CV als Bemessungsgrundlage)

Mir ist ja auch klar - Selektieren hat nichts mit "Boshaftigkeit" zu tun (naja - sollte zumindest nicht; aber wie soll man's in "verdächtigen Fällen" beweisen, ne); aber gerade Personalverantwortliche, welche Wert auf "Korrektheit" legen, sind meiner Erfahrung nach gerade diejenigen, welche mit "Sehr geehrte Frau" (und weiteren Fehlern im Schreiben) absagen; auch wenn der Bewerber männlichen Geschlechts ist...

Wie gesagt - als "Dauerbewerber" macht man Erfahrungen, und ist immerwieder erstaunt, auf was Verantwortliche bei den Bewerbungen wert legen, und was man handkehrum als Absage zurück bekommt... So geht mir des öfteren (oder besser: viel zu oft) "aber mir xyz vorwerfen" durch den Kopf...

Wenn das bei dir anders ist - super! Dann dient dein Betrieb als gutes Beispiel! Aber du wärst erstaunt, wie viele Unternehmen/Personalverantwortliche 100%ige Korrektheit vom Bewerber fordern - und selber die elementaren Bedienregeln von Word nicht kennen (F7 = Rechtschreib & Grammatikprüfung - nicht 100%, aber kommt der Sache näher als das, was man sonst rausgelassen hätte)...

Faena
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Beitrag von Faena » 11.07.2009, 22:27

Ich habe letztens ein paar Bewerbungen geschrieben und das sehr schnell, weil die Anzeigen schon etwas älter waren und das Ausbildungsjahr ja bald anfängt...Habe eine Vorlage für Briefe, wo im Betreff "KAuffrau für Bürokommunikation" steht. Den Text drunter hab ich natürlich neu verfasst und ich habe mich für eine Stelle als Bürokauffrau beworben. Den Betreff hab ich aber dooferweise übersehen und da stand dann der falsche Beruf. Wie würdet ihr das bewerten, wenn ihr so eine Bewerbung bekämt? Absolutes No-Go? :oops:

Aber zu dem was hier sonst noch geschrieben wurde wegen den Rechtschreibfehlern...Wie ist es denn mit dieser neuen Rechtschreibregelung? Wissen Personaler alle genau die Regeln? SChließlich werden viele Wortverbindungen auseinander geschrieben, die zuvor zusammen geschrieben wurden (oder anders rum) und ehrlich gesagt kenne ich mich da auch nicht mehr so genau aus. Wird da so ein Aufhebens gemacht oder aussortiert, wenn jemand "zur Zeit" statt "zurzeit" (ich weiß nicht, was richtig ist) schreibt? Bei der Kommasetzung gibt auch einige Fälle, in denen ein KOmma gesetzt werden darf, aber nicht muss. Ob die Personaler das so genau wissen?

Oft geht es mir so, dass ich mir ein Anschreiben tausendmal durchlesen kann, aber manche Fehler übersehe ich einfach. Dann, wenn alles ausgedruckt ist und ich es eintüten will, springt mir was ins Auge...Geht glaub ich vielen so, dass man manchmal "blind" ist. Sowas passiert halt..Das kann doch nicht so shclimm sein?!

Bezüglich der unpassenden Bewerbern auf die Stellen: Wann beginnt denn "unpassend"? Wenn man beispielsweise alle genannten Tätigkeiten beherrscht, die sonstigen Anforderungen erfüllt, außer dass man nicht den gewünschten Ausbildungsberuf hat (und sich die Kenntnisse halt anders angeeignet hat), ist das dann auch unpassend?

Übrigens habe ich auch schon auf Bewerbungen, die völlig korrekt waren (ja, glaubt's mir) Absagen erhalten, die Rechtschreibfehler enthielten oder in denen falsche Absätze gesetzt wurden.

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toedti2000
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Beitrag von toedti2000 » 12.07.2009, 00:40

Generell soll eine Bewerbung Lust machen auf den Bewerber, denn ich möchte ihn ja gerne mal mir gegenüber sitzen haben und bei einer Eignung auch einstellen.

Was ist hier nun aber ein generelles No Go?
Schmutziges Papier, Eselsohren, billige Fotos, leerer Toner...

Unschön ist, wenn man seinen Lebenslauf in die Bewerbung schreibt und nicht auf meine Anforderungen ein geht.

Die Berufsbezeichnung sollte man wissen und richtig vermerken.

Mal einen Schreibfehler... Sorry, aber das kann passieren.

Über die Anforderungen an 'meine' Bewerber spreche ich immer ganz lapidar. Sie müssen reden, schreiben und rechnen können.

Sollte dies nicht gegeben sein, so brauche ich sie nicht einladen. Das erspart mir und dem Bewerber sinnlose Termine.

Der Lebenslauf soll keine Fragen aufwerfen. Die Zeugnisse sollen nicht auf Mittel Eins hinauslaufen.

Flexibilität muss gegeben sein.

Sollte das einigermaßen stimmig sein, so lade ich zu einer Bewerberrunde ein.

Und DANN verschaffe ich mir ein konkretes Bild von jedem Einzelnen.

scura
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Beitrag von scura » 25.07.2009, 16:06

Eauvive hat geschrieben:Zum Glück! wird in der realen Welt jenseits der Schulen ab einem gewissen Punkt jedes Gewicht der Schulen und ihrer Zensuren aufgehoben und es kommt auf Leistung an, die tatsächlich gebracht wird.
Ich habe während meines Studiums ein Praktikum im Medienbereich gemacht und am Schluss folgendes Feedback erhalten: "Es kommt nicht in erster Linie darauf an, welche Leistung du erbringst, sondern wie du sie verkaufst."
Die Rückmeldung hatte ihre Gründe, die mittlerweile zum Glück nicht mehr so evident sind, aber der Kern der Aussage war für mich schwer zu schlucken: dass Schulleistungen im realen Leben wenig zählen, war klar. Aber das Wichtigste ist eben, dass man sich und seine Leistungen verkaufen kann, weil man sonst gar keine Chance erhält, neuerlich Leistung zu erbringen bzw. die erbrachte Leistung nicht beachtet wird. Ohne die Aufmerksamkeit der Zielgruppe bringt einem die beste Leistung nichts (mal abgesehen davon, dass man für sich ganz allein stolz darauf sein kann).
(Genau dieses Prinzip gilt ganz nebenbei ja auch bei Bewerbungen.)
dritte_auflage hat geschrieben:die meißten bewerben sich auf die verkehrten Stellen oder kennen ihre Qualfikation nicht bzw. können diese nicht mit der Stellenanzeige im Anschreiben übereinander bringen.
Da fühl' ich mich doch schwer betroffen! :) , d.h. eigentlich :(
was macht man, wenn Angebot (meine Motivationen und Qualifikationen) und Nachfrage (des offenen Stellenmarktes) nicht wirklich zusammenpassen?
Ich kann ja nicht darauf warten, dass irgendwann die Stelle inseriert ist, die tatsächlich 100%ig zu mir passt. und ich zu ihr. :wink:
So bewerbe ich mich eben auf alles, wo ich die Anforderungen (meist mehr, selten weniger, aber fast nie konkret belegbar) erfülle. Meine größte Hürde dabei: unabhängig davon, ob ich glaube, tatsächlich von Beginn an für die Stelle geeignet zu sein. Ich sortier mich selbst aus, statt diese Arbeit den Personalern zu überlassen, die schließlich besser wissen, wen sie brauchen. Das ist ja eigentlich auch nicht Sinn der Sache, oder?

**mizi**
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Beitrag von **mizi** » 27.07.2009, 15:12

mit Rechtschreibfehlern kann ich leben, wenn sie sich nicht häufen und nicht in Richtung "nähmlich" gehen. Ob neue oder alte Rechtschreibung? hm...ich denke, dass beides OK ist oder gar ein Mix (dass-daß). Bei uns ist das nicht dramatisch, Hauptsache der Mensch kann vernünftig geradeaus schreiben und darstellen.
Wenn das Unternehmen in der Verkehrsbranche tätig ist, möchte ich nur nicht als Mineralölkonzern bezeichnet werden...-das geht leider gar nicht. Da muss der Bewerber sonst echt ein Überflieger sein, dass man das verzeiht (bei 200 findet man meist einen vergleichbaren).

Ich denke, ich habe das Glück in einem Marktsegment zu arbeiten, in dem die "Bewerberqualität" einfach höher ist. Sehr viele Führungspositionen, Finanzwesen usw.
Aber nur weil man sich als Personalleiter bewirbt, heißt es nicht das die Bewerbung gut ist (obwohl man denken könnte, dass gerade DIE wissen müssten, wie es geht).
Wir haben keine Auszubildenden und kein gewerbliches Personal (zumindest kommen die Bewerbung nur verirrt zu uns und die sind manchmal schon echt hart...).

Es gibt einigen Bewerbern, denen möchte man sagen, dass sie vor dem Abschicken lieber nochmal nachdenken sollten. Aus Bosheit sagt man eigentlich niemanden ab!

Zufälle gibt es immer, Bsp.: ich lese auf meiner neuen Arbeit eine Bewerbung von einem Kandidaten, der auf meiner alten Arbeit richtig Stress gemacht hat (er wollte den angebotenen guten Job dann doch nicht haben, erst hat er zu wenig verdient und dann wars zuviel- er hätte Unterhalt zahlen müssen). Da weiß man: brauch man sich nicht nochmal rumärgern...

AgentSmith
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Beitrag von AgentSmith » 10.08.2009, 13:37

scura hat geschrieben:
Eauvive hat geschrieben:
dritte_auflage hat geschrieben:die meißten bewerben sich auf die verkehrten Stellen oder kennen ihre Qualfikation nicht bzw. können diese nicht mit der Stellenanzeige im Anschreiben übereinander bringen.
Da fühl' ich mich doch schwer betroffen! :) , d.h. eigentlich :(
was macht man, wenn Angebot (meine Motivationen und Qualifikationen) und Nachfrage (des offenen Stellenmarktes) nicht wirklich zusammenpassen?
Ich kann ja nicht darauf warten, dass irgendwann die Stelle inseriert ist, die tatsächlich 100%ig zu mir passt. und ich zu ihr. :wink:
So bewerbe ich mich eben auf alles, wo ich die Anforderungen (meist mehr, selten weniger, aber fast nie konkret belegbar) erfülle. Meine größte Hürde dabei: unabhängig davon, ob ich glaube, tatsächlich von Beginn an für die Stelle geeignet zu sein. Ich sortier mich selbst aus, statt diese Arbeit den Personalern zu überlassen, die schließlich besser wissen, wen sie brauchen. Das ist ja eigentlich auch nicht Sinn der Sache, oder?
Also das möchte ich als Personaler auch unterstreichen. Man kann wirklich nicht darauf warten, dass die Stelle inseriert wird und man erhält nur 100% passende Bewerbungen dazu. Ich behaupte mal, dass ist auch eher selten der Anspruch.
Natürlich muss es schon "in die richtige Richtung gehen"; will sagen, man wird einen Kriegsdienstverweigerer nicht unbedingt als Führungsperson bei der GSG9 einstellen wollen o.ä. (...man verzeihe mir den bildlichen Vergleich; ist mir grad so eingefallen :wink: ).
Ich glaube, der Zielkorridor ist einigermaßen breit. Sehr häufig wird von Unternehmen ja auch erwähnt, dass gerne auch Quereinsteiger o.ä. willkommen sind.
Wird andernfalls vielleicht eine ganz bestimmte Studienrichtung gewünscht, dann sollte dies auch absolviert worden sein. Dafür dürfen dann eventuell wieder andere Dinge nicht 100%-ig passen (der Kandidat hat vielleicht keine Auslandserfahrungen im Job, dafür aber mal an einem Schüleraustausch für einige Monate teilgenommen o.ä.).
Das Gesamtbild ist entscheidend. Also ruhig auf Vakanzen bewerben, deren Profil man nicht zu 100% erfüllt- aber die Anforderungen nicht völlig ignorieren. Schließlich soll ja eine Jobveränderung für den Bewerber selbst auch eine Entwicklung fördern.

Pippo
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Registriert: 01.03.2011, 12:49

Beitrag von Pippo » 01.03.2011, 12:53

Die Diskrepanz zwischen den Ansprüchen einiger Firmen an den Bewerber und die eigentliche Leistung der HR Abteilung schreit schon zum Himmel. Die Annoncen sind randvoll mit Anfragen nach Leuten mit "Kreativität, Eigenständigkeit, Integrität, etc." während die mit viel Mühe und Zeit verfassten Bewerbungen vielmals (wenn überhaupt) nur mit standardisierten Emails voll ausgelutschter Floskeln und lauwarmer Vertröstungen beantwortet werden.
Fehler von Seiten der Firma, wie z.B. das Vergessen von veralteten Anzeigen auf Jobbörsen sind Risiko des Bewerbers, während Anschreiben mit kleinen Unachtsamkeiten wie Kommafehler oder Buchstabendreher direkt im Müll landen.
Im Internet finden sich ausserdem eine ganze Menge haarsträubender Berichte von Personalern, die - natürlich anonym - über Ihre willkürliche Vorgehensweise und Vetternwirtschaft bei der Auswahl von Bewerbern berichten. Aber auch bei "fairer" Vorgehensweise ist die Selektion durch persönliche Vorlieben beeinflusst, egal wie kompliziert das Auswahlverfahren (Tests, Interview, Assessment Centre) auch sein mag.
Und das allerschlimmste dabei ist, dass niemand die Entscheidungen der HR Abteilung überprüfen kann. Wer weiss, ob die ausgewählten Bewerber wirklich am geeignetsten sind?
Wenn man sich also eingehend mit dem Thema beschäftigt (und das tut hoffentlich jeder Bewerber), dann kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass schwammige Stellenausschreibungen ohne Terminangaben nur ein Ziel haben: Die Notwendigkeit einer aufgebauschten Personalabteilung zu rechtfertigen. Viele eingegangenen Bewerbungen suggerieren große Auswahlmöglichkeit, die man natürlich nur mit einer entsprechenden Anzahl an Mitarbeitern verarbeiten kann. Folglich sorgt die HR Kaste so für ihr eigenes Überleben. Man stelle sich mal Stellenanzeigen vor, die in engem Zeitrahmen von ca. 2-3 Wochen gültig sind und in der die Anforderungen an die Stelle sauber aufgelistet sind. Das Resultat: drastische Abnahme an "Gut-Glück" Bewerbungen, weniger Arbeitsaufwand im Sortieren und Selektieren und mehr Zeit für jeden einzelnen Kandidaten.
Doch das würde natürlich die Stellung der Personalabteilung erheblich schwächen, da man feststellen würde, dass die eingestellten Mitarbeiter sich in ihrer Qualität nicht wesentlich von den vorherigen unterscheiden. Das wiederum würde einen Gedankengang lostreten an dessen Ende die Erkenntnis steht, dass es sich bei Leuten aus dem HR Bereich um Mitarbeiter handelt, die praktisch nichts anderes gelernt haben als andere Menschen zu beurteilen - eine Fähigkeit, die schon Kleinkinder im Kindergarten haben und die jeder einigermassen sozial kompetente Mensch besitzt.
Es ist schon irre, dass Firmen heutzutage krankhaft nach Effizienz streben, die Personalabteilungen und ihre Methodik jedoch immer aufgebauschter und verworrener werden. Wobei ein hemmungslos kompliziertes Auswahlsystem nicht nur Arbeitsplätze für die HR Kaste sichert, sondern auch den Markt für zigtausende Ratgeber und Interviewtrainer bereitet, die wiederum die HR Abteilung unter "Innovationszwang" im Auswahlverfahren setzt. Die Jobsuche ist somit selbst zu einem lukrativen Business verkommen, in dem schamlos von der Angst und der Unsicherheit von Bewerbern profitiert wird. Bewerber, die sich durch jahrelange Ausbildung und Studium wertvolles und brauchbares Wissen angeeignet haben und sich jetzt mit Menschen konfrontiert sehen, die selbst keine ernsthafte Qualifikation besitzen, deren Tätigkeit keinen nachweislichen Mehrwert schafft, sondern nur Ärger und Frustration verbreitet.

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