Absage am Telefon

Wie geht es weiter nach Absagen? Was kann daraus gelernt werden? Lass andere an deinen Erfahrungen teilhaben. Berichte über gute und schlechte Erfahrungen bei der Stellensuche.
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Wackeldackel
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Absage am Telefon

Beitrag von Wackeldackel » 26.10.2011, 12:35

Hallo Leute,

von einer staatlichen Stelle wurde ein Wartungstechniker für die Heizungsanlage gesucht. Öffentlich ausgeschrieben in der Zeitung. Da stand darunter, dass Bewerber, die schwerbehindert sind, bei gleicher Eignung bevorzugt genommen werden würden.

Ich habe mich da beworben. Ich bin Heizungsmeister und schwerbeschädigt, jedoch voll einsatzfähig. Als ich nichts mehr hörte, riefich dort an und fragte nach. Zur Antwort erhielt ich, dass die Vorstellungsgespräche bereits liefen, ich sei aber nicht dabei.

Ich fühle mich total diskrimminiert. Hätten sie mich zum Gespräch eingeladen und gesagt, das wird nix. Das wäre ok. Aber so? Nun bereue ich, dass ich die Schwerbeschädigung angegeben habe. Was würdet ihr tun?

Vielen Dank

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 26.10.2011, 13:27

Hallo Wackeldackel,

bei einer Bewerbung ist es ja normal, dass nur die Bewerbe eingeladen werden, fir für das Unternehmen interessant sind. Mittlerweile ist es auch zur Normalität geworden, dass Unternehmen die Bewerber, die nicht das Interesse geweckt haben, über die Absage unterrichten. Unternehmen sparen sich die Zeit und das Geld und lassen die Bewerber lieber im Unklaren.

Deshalb gehe ich davon aus, dass Deine Absage weniger etwas mit deiner Behinderung zu tun hat, denn mit der eigentlichen Bewerbung. Zumal bei öffentlichen Stellen gerade der Betriebsrat ein wesentliches Mitspracherecht hat.

Deshalb gehe ich davon aus, dass sich unter den Bewerbern, die für das Vorstellungsgespräch ausgesucht worden sind, auch solche mit einer Schwerstbehinderung sind.

Viele Grüße aus Duiburg

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frerk
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Re: Absage am Telefon

Beitrag von frerk » 26.10.2011, 14:13

Wackeldackel hat geschrieben:Hallo Leute,

von einer staatlichen Stelle wurde ein Wartungstechniker für die Heizungsanlage gesucht. Öffentlich ausgeschrieben in der Zeitung. Da stand darunter, dass Bewerber, die schwerbehindert sind, bei gleicher Eignung bevorzugt genommen werden würden.

Ich habe mich da beworben. Ich bin Heizungsmeister und schwerbeschädigt, jedoch voll einsatzfähig. Als ich nichts mehr hörte, riefich dort an und fragte nach. Zur Antwort erhielt ich, dass die Vorstellungsgespräche bereits liefen, ich sei aber nicht dabei.

Ich fühle mich total diskrimminiert. Hätten sie mich zum Gespräch eingeladen und gesagt, das wird nix. Das wäre ok. Aber so? Nun bereue ich, dass ich die Schwerbeschädigung angegeben habe. Was würdet ihr tun?

Vielen Dank

Hallo Wackeldackel,

ich habe vor Kurzem einen interessanten Artikel in der ZEIT gelesen, der genau deinen Fall beschreibt. Nach SGB IX und AGG muss man dir sogar die Absage begründen.

Hier ist der Link zum Zeitungsartikel:

http://www.zeit.de/karriere/bewerbung/2 ... lenanzeige

ein paar wichtige Zitate aus dem Artikel vorneweg:
Eine Ausnahme gibt es allerdings, die Sie beachten müssen. Sagen Sie einem schwerbehinderten Bewerber ab, sind Sie als Arbeitgeber (nach § 81 Absatz 1 SGB IX) verpflichtet, Ihre Absage zu begründen.
Wenn ein öffentlicher Arbeitgeber einem schwerbehinderten Stellenbewerber absagt, ohne dass er gemäß § 82 S. 2 SGB IX das geforderte Vorstellungsgespräch geführt hat, liegt zunächst ein Indiz nach § 22 AGG vor.

hoffentlich hilft es dir weiter.
Zuletzt geändert von frerk am 26.10.2011, 14:41, insgesamt 1-mal geändert.

Romanum
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Beitrag von Romanum » 26.10.2011, 14:25

Das Unding ist ja, dass du keine Mitteilung erhalten hast, während andere Bewerber offensichtlich zu Vorstellungsgesprächen eingeladen wurden. Gerade bei einer staatlichen Stelle sollte das Bewerbungsverfahren offen und nachvollziehbar sein. :?

Ein eventueller Streitpunkt wäre, dass argumentiert wird, dass das Bewerbungsverfahren noch gar nicht abgeschlossen war und erst bei Einstellung eines Bewerbers den anderen abgesagt wird.

toey
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Freistaat Bayern?

Beitrag von toey » 30.10.2011, 19:20

Hallo Wackeldackel,

kann es sein dass der Dienstherr bei dem du dich beworben hast, der Freistaat Bayern ist?

Für den Arbeite ich nämlich und ich habe längst bemerkt, dass er kein so toller Arbeitgeber ist. :evil:

Da werden Absagen nicht an die Bewerber geschickt, groß auf Briefumschläge geschrieben „Wir bilden aus (auch wenn kam jemand ausgebildet wird) und ähnliches.

Wackeldackel
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Beitrag von Wackeldackel » 04.11.2011, 19:41

Nein Bayern ist es nicht. Aber staatliche Stellen müssen doch schriftlich absagen oder?

toey
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Beitrag von toey » 06.11.2011, 16:55

Hallo Wackeldackel,
Aber staatliche Stellen müssen doch schriftlich absagen oder?
...eigentlich schon, ...eigentlich

Hör dir einfach das an.
Ich kann nur von meiner Behörde sprechen. Hier ist es wirklich so, dass was sich die Bevölkerung darunter vorstellt, Beamter zu sein und das wie es wirklich ist, so weit auseinander geht, wie man es gar nicht für möglich halten würde.
...habe in einem Betrieb eine kaufmännische Ausbildung gemacht, und auch dort gearbeitet. Es war zwar nicht unbedingt das, was ich mir erträumt habe, aber die Arbeitsbedingungen dort waren doch wesentlich besser, und es war wesentlich weniger stressig. Der Umgangston untereinander war auch viel angenehmer, (...und die Tätigkeit an sich war wenigstens auch nicht ganz so trocken...)

... ist hier wahrscheinlich wie in fast allem, dass das was nach außen propagiert wird mit der Realität oft wenig zu tun hat...

Ich denke, du findest sicher was besseres.

Meine Vorschreiber haben dir ja schon geschrieben was du wegen der Stelle eventuell noch tun kannst.

LG toey

Wackeldackel
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Beitrag von Wackeldackel » 07.11.2011, 13:59

Kann es sein, dass man im öffentlichen Dienst sowieso nur sehr schwer rein kommt? Ich habe immer das Gefühl, dass die ausgeschriebenen Stellen längst vergeben sind und das Bewerbungsverfahren nur "Show" ist.

Grüsse

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frerk
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Beitrag von frerk » 07.11.2011, 16:06

Kann es sein, dass man im öffentlichen Dienst sowieso nur sehr schwer rein kommt? Ich habe immer das Gefühl, dass die ausgeschriebenen Stellen längst vergeben sind und das Bewerbungsverfahren nur "Show" ist.

Grüsse
muss dir leider recht geben! Habe selber öfters erlebt, wenn auch das eigene Profil zu 90%+ zu der ausgeschriebenen Stelle passt, bekommt man trotzdem eine Absage. Kein VG, kein Telefoninterview... gar nichts! :)

Langer
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Beitrag von Langer » 08.11.2011, 18:18

frerk hat geschrieben:
Kann es sein, dass man im öffentlichen Dienst sowieso nur sehr schwer rein kommt? Ich habe immer das Gefühl, dass die ausgeschriebenen Stellen längst vergeben sind und das Bewerbungsverfahren nur "Show" ist.

Grüsse
muss dir leider recht geben! Habe selber öfters erlebt, wenn auch das eigene Profil zu 90%+ zu der ausgeschriebenen Stelle passt, bekommt man trotzdem eine Absage. Kein VG, kein Telefoninterview... gar nichts! :)
Ja, wobei das sicher nicht nur im öffentlichen Dienst so ist. Ich versuche es jetzt nur noch über Initiativbewerbungen (kfm. Bereich); von den angeblich offenen Stellen, die 14 Tage nach der Absage wieder ausgeschrieben sind, obwohl man die ja angeblich anderweitig besetzt hat, habe ich die Nase voll. Dann lieber komplett auf "gut Glück" mit Initiative an die Sache rangehen...

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