Absage - immer wieder ein Schlag in die Magengrube ;)

Wie geht es weiter nach Absagen? Was kann daraus gelernt werden? Lass andere an deinen Erfahrungen teilhaben. Berichte über gute und schlechte Erfahrungen bei der Stellensuche.
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bettyb
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Absage - immer wieder ein Schlag in die Magengrube ;)

Beitrag von bettyb » 10.11.2010, 16:43

Hallihallo, jetzt muss ich hier mal Dampf ablassen.

Ich hatte mich bei einer großen Firma beworben die Privatfernsehen anbietet. Jetzt habe ich heute nach 14 Tagen angerufen und gefragt, wie es denn mit meiner Bewerbung ausschaut. Am Telefon sagte mir der Freundliche, dass ich mich mindestens 4-5 Wochen gedulden soll, bis ich eine Antwort bekäme. Die Auswahl würde noch stattfinden.

Und was sehe ich gerade als ich in mein Postfach schaue??? Eine Stunde nach meinem Anruf hat mir der Freundliche eine Absage geschickt, dass sie jemand anderen einstellen.

Auf eine andere Stelle bekam ich ebenfalls eine Absage; der Anruf nach der Begründung war ein Reinfall. "Wir dürfen Ihnen keine Auskunft geben dem Antidiskriminierungsgesetz." Also wurde ich wohl diskriminiert oder wie?

Solche Leute haben eine Job und ich nicht???

Manchmal frage ich mich, wieso ich mich jeden Tag auf den Hintern setze und stundenlang individuelle Bewerbungen schreibe, auf 50 Bewerbungen ein Gespräch, dann bekommt die Stelle trotzdem jemand anderer, der mehr Berufserfahrung hat. Viele schicken nichtmal eine Absage. Wenn doch, dann ist der Grund immer derselbe: anderer Bewerber mit mehr Qualifikationen. Manchmal schicken sie die Absage sogar an Herrn W. statt Frau W.! Wenn ich nur die Bewerbung an Herrn Müller statt Frau Müller adressieren würde ... aber dann.

Ich weiß, nicht aufgeben. Manchmal ist es aber schwer zu ertragen. Andere schreiben 3 Bewerbungen und bekommen 2 Zusagen. Wie machen die das? Die Bewerbungen sind teilweise noch nichtmal gut und trotzdem klappt es.

Wer sich auch auskotzen will, ist herzlich willkommen! :D

schattenmann
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Beitrag von schattenmann » 11.11.2010, 02:01

willkommen im klub.

ich mach diese erfahrung seit 10 jahren... (streng genommen länger, die suche nach ner ausbildung zähl ich schon gar nicht mehr mit; sieht ein wenig optimistischer aus...

eben - die krux bei der nachfrage; du kriegst 100%ig ne absage - bei onlinebewerbungen innert 60 minuten. die haben dein dossier hochgeholt; und empfinden das nachfassen als "drängeln"... und wer drängelt, kriegt die absage...

das ist die heutige welt...
nachfassen? nur wenn du gewissheit haben willst; gibt aber ne absage
anständiges verhalten gegenüber bewerbern? war eventuel mal vor 20 jahren noch der fall...
hilfe durch ämter? so ich gelesen hab, hast du diesen spass noch nicht mitgemacht... freu dich; die "hilfe" ist alles; ausser eine hilfe...
der druck immer die beste bewerbung zu schreiben? ... zermürbt im endeffekt den/die/das stellensuchende(n); obige punkte führen dazu...

zu diesem thema gibts übrigens ein paar interessante threads:

Die "schönsten" Bewerbungsabsagen
Verhalten gegenüber Bewerbern? (mit abstimmung)
Total enttäuscht von Bewerbern - darum, weil darin zuweilen auch die problematik der standardabsagen, der zuweilen schäbigen behandlung der bewerber besprochen wird, welche sich auch auf die bewerbungsqualität niederschlägt...

(irr ich mich, oder kommst du ursprünglich nicht "von der anderen seite" der bewerbung?)

bettyb
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Beitrag von bettyb » 11.11.2010, 09:08

Eigentlich wollte ich nachfragen, weil mir die Stelle etwas wichtiger war als andere Bewerbungen. Ich habe auch eine sehr schöne und sympathische Telefonstimme die mir Pluspunkte bringen könnte. Dass das als Drängeln verstanden wird, darüber habe ich garnicht nachgedacht. Aber du hast recht, im Nachhinein leuchtet es mir ein. Kann ich eigentlich heutzutage als Bewerber noch echtes Interesse zeigen, ohne dass ich als Drängler verstanden werde? Die Unternehmen suchen immer engagierte Bewerber ... aber scheinbar keine, die sich für sich selbst engagieren, sondern nur für das Unternehmen :lol:

Ja, du hast recht, ich bin "von der anderen Seite" und will dort auch wieder hin. Das ist allerdings garnicht so einfach. Letztendlich bewirbt man sich bei diesen Stellen oft bei seiner neuen Kollegin oder seinem Kollegen und vielleicht entscheiden die ja mehr nach ihren persönlichen Preferenzen als nach Qualifikation (man ist die direkte Konkurrenz und man holt sich ja nicht jemanden der einem offensichtlich die Show stehlen wird ins Haus).

schattenmann
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Beitrag von schattenmann » 11.11.2010, 22:49

Eigentlich wollte ich nachfragen, weil mir die Stelle etwas wichtiger war als andere Bewerbungen.
jap. ich klemm in einer ähnlichen situation; will den job der offenen bewerbung (ja fragen - die von neulich :wink:

frag ich nach - mach ich den eindruck eines quänglers. frage ich nicht nach, bin ich desinteressiert...

in einem der obigen zitierten fäden (weis nicht mehr welchem) wird genau das diskutiert... was machst du?

antwort: rausfinden mit welchem typ verantwortlichen du es zu tun hast; einem der ein nachfassen erwartet, einer der nicht...

du profilst. rüstest mit gleichen mitteln auf wie die arbeitgeber gegenüber den stellensuchenden. nur darfst du als stellensuchendeR nicht zeigen was du gemacht hast (**mizi** hat auch schon geschrieben das sowas gar nicht gern gesehen wird, wenn der stellensuchende sich private informationen über sein gegenüber einholt...)

eine bewerbung gleicht heutzutage doch einer gratwanderung... ein kleiner milimeter daneben - und du kannst alles vergessen...

tja... was macht man, wenn im prinzip alles, was man machen kann, falsch ist?

bettyb
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Beitrag von bettyb » 12.11.2010, 10:31

Ehrlich gesagt finde ich es schade, dass sich hier ausser schattenmann niemand am Gespräch beteiligt. Die Leute kommen ins Forum: komm mach mal hier meine Bewerbung zack zack und das war`s. Das ist eine echt bescheidene Einstellung zumal hier wirklich jeder was dazu tragen kann ohne irgendwelches Fachwissen. Vielleicht sollte ich auch mal zack zack einfach die Beiträge wegklicken? Wird schon jemand anderer antworten nicht wahr? :lol:

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Bennie
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Beitrag von Bennie » 12.11.2010, 12:53

bettyb hat geschrieben:Ehrlich gesagt finde ich es schade, dass sich hier ausser schattenmann niemand am Gespräch beteiligt.
Na, vielleicht denken eben alle, dass du speziell nur Antworten von denen erwartest, die zwischendurch angerufen haben und wegen Drängelns eine Absage erhalten haben.

Ich habe in einem Fall telefonisch nachgehakt, nach einem guten Einstellungstest und einem guten Vorstellungsgespräch und da nur die Antwort bekommen, die Personalerin sei gerade im Urlaub. Es ging hier um einen Ausbildungsplatz. Nach einiger Zeit habe ich noch einmal angerufen und wurde wieder vertröstet. Erst nach Ausbildungsbeginn bekam ich dann meine Unterlagen zurück. Die Absage fand ich sehr unpersönlich. Ich habe auch andere Absagen bekommen, da fand ich manche sogar sehr nett formuliert.

Es ist immer hart eine Absage zu bekommen, aber wenn sie ansprechend formuliert war, hat es mich nicht so demotiviert wie andere Absagen. Manche fand ich auch richtig unverschämt formuliert.
Irgendwann bekam ich dann auch zwei Zusagen, aber eben erst nach einigen Monaten.

Mein Bruder bekam nur eine einzige Absage. Der hat immer genau ins Profil gepasst. Und in zwei Fällen wurde sogar kurz nachdem er seine Bewerbung eingereicht hatte, die Bewerbungsfrist vorzeitig beendet. So als hätte man nur auf ihn gewartet. Das hat mich unheimlich gekränkt, denn weder waren seine Anschreiben besser, noch seine Fotos oder gar sein Auftreten. Aber er war das, was man suchte.

Und zu dem Unternehmen über das du in einem anderen Thread schreibst, Betty: Da hat meine Tante gearbeitet. D.h. sie war vorher über 20 Jahre ein einem kleinen, aber feinen Betrieb, bis der eben von dem anderen aufgekauft wurde. Dann wurden alle Frauen im gebärfähigen Alter entlassen. Behalten haben sie die über 45 und meine Tante war ganz knapp darunter. Sie hat bis heute nichts gefunden. Man nimmt eben lieber Praktikantinnen.
Zuletzt geändert von Bennie am 12.11.2010, 13:43, insgesamt 1-mal geändert.

**mizi**
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Beitrag von **mizi** » 12.11.2010, 13:01

es gibt einen einfachen Grund, warum ich mich nicht inhaltlich beteilige: Pauschalisierung. Zum Anfang hats mich genervt, dass immer alles über ein und den selben Kamm geschert werden muss. Jetzt überlese ich das meist.

Ich lese viele mittelmäßige Bewerbungen, einige wirklich gute und dann gibt es noch die immer mehr verbreitete Kategorie: schreit nach "sag mich ab". Man ließt es, man sieht es, man fühlt es.

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Beitrag von schattenmann » 12.11.2010, 13:23

@**mizi**
es gibt einen einfachen Grund, warum ich mich nicht inhaltlich beteilige: Pauschalisierung.
"Total enttäuscht von Bewerbern" stammt von dir... ich versteh zwar was du meinst, aber hey, diesen schuh musst auch du dir anziehen... du pauschalisierst mit deinem post ja schon wieder "gut, mittelmässig, schlecht". mehr gibt es nicht. du siehst nichtmal "demotiviert weil die meisten meiner berufskollegen sich daneben benehmen", du siehst nicht "vom amt zugewiesen aber total unpassend für beide seiten" (und den zwang sich in jedem fall darauf bewerben zu müssen) etc.

oder wie war das seinerzeit bezüglich dem profiling der gesprächspartner? wenn ein bewerber sich über die personen gegenüber informiert? macht's der potentielle arbeitgeber, ist das nicht schön, aber notwendiges übel - man will alles über den möglichen neuen mitarbeiter erfahren... macht's der bewerber ist das ein sakrileg...

wie heisst es so schön? mit der zeit stumpft man ab. je pauschaler die absagen, je pauschaler das verhalten der arbeitgeber, desto eher pauschalisieren die bewerber... ist nunmal der lauf der dinge.

was du machen könntest um zu zeigen "leute passt auf, nicht alle so", wäre bsp. schreiben wie in deinem unternehmen reagiert worden wäre... zeigen: hey es gibt andere...

nimm bennie's aussage zum vertrösten für die ausbildung...

denkst du jetzt "das ist ein ausnahmefall"? wenn ja, liegst du krass daneben: sowas ist neben der "nachfassen = absage" schon normalfall... entweder sagen's nach dem nachfassen ab, oder die verantwortlichen lassen sich verleumden und warten bis die stelle besetzt ist, um dann guten gewissens die absage "wir haben uns zwischenzeitlich für einen anderen kandidaten entschieden" schicken zu können... wenn überhaupt...

ich sag's überspitzt: es läuft ein krieg. zwischen arbeitgebern und stellensuchenden. indem man sagt "das sind viele einzelne scharmützel" ignoriert man den krieg.

bsp. du bekommst eine bewerbung für einen reinen "macher-job"; keinerlei verkaufscharakter notwendig. du nimmst natürlich die "guten" bewerbungen; von jemandem, der sich gut verkaufen kann... die bewerbung des langjährigen stellensuchenden, der die beste wahl wäre, fällt aber unter die kategorie "sag mich ab", weil er das dauernde bewerbungsschreiben und pauschal-abgesagt werden nicht mehr ab kann; und das nur, weil er ein macher, aber kein verkäufer ist...

(ein fall der ähnlich gelagert ist: ein unternehmen in meiner alten wohnregion hatte - das ug gibts nicht mehr - alle 6 monate den selben job ausgeschrieben; er war tatsächlich alle 6 monate vakant. macher-job. von einem, der dort arbeitete, wusste ich: die holten immer bewerber, die sich gut verkaufen konnten...

nochmal: ich verstehe was du meinst, aber wenn du sowas nicht willst, musst du selber aufpassen...

(oh, und wenn du "absagen immer ein schlag in die magengrube" als pauschalisierung siehst: wenn du dich aus "beruflicher veränderung nach der suche nach einer neuen herausforderung" bewirbst, also mit job, sind absagen IMMER anders, als wenns darum geht, das du deine existenz sicherst, indem du dich aus einer aktiven stellensuche (=ohne job) heraus bewirbst...)


@bettyb

das problem warum hier nur wenige schreiben: zu viele profis hier.
selbst mein AA-berater hat mich hier gefunden.

wer sich zu so einem thema äussert, und schonmal "erkennbare" details lieferte, muss einen wiedererkennungseffekt fürchten. und das wird bei bewerbungen zuweilen negativ aufgefasst "lässt sich über das absageverhalten von unternehmen aus" - zack & weg... du siehst ja - alleine seine erfahrungen mitteilen wird als "pauschalisierung" abgelehnt... :wink:

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Bennie
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Beitrag von Bennie » 12.11.2010, 13:40

So Betty, du hast ja nun sicher erkannt, welches Unternehmen ich oben meinte. Ich werde meinen Beitrag oben etwas editieren, damit ich keinen Ärger bekomme - mit meiner Tante oder dem Unternehmen.

Und dann kann ich deine Bitterkeit und auch Schattenmanns durchaus verstehen. Wer nie oder nur selten Absagen bekommt, kann das auch nicht verstehen.

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