Absage nach Vorstellungsgespräch, neu bewerben?

Wie geht es weiter nach Absagen? Was kann daraus gelernt werden? Lass andere an deinen Erfahrungen teilhaben. Berichte über gute und schlechte Erfahrungen bei der Stellensuche.
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Casio2000
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Absage nach Vorstellungsgespräch, neu bewerben?

Beitrag von Casio2000 » 17.04.2014, 12:33

Hallo,

vor knapp 2 Monaten wurde ein passender Job ausgeschrieben. Der Bewerber sollte ein wahres Multitalent sein und doch eine ganze Menge beherrschen, daneben noch verhandlungssicheres Englisch sprechen und an 80% Reisetätigkeit interessiert sein.

Ich habe mich um den Job beworben und wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Anwesend waren die Fachabteilung. Das Gespräch war sehr angenehm, es wurde viel gelacht, beide Seiten haben offen über Schwächen gesprochen und wo man noch Entwicklungspotenzial sieht. Kurz um: die beiden aus der Fachabteilung konnten es sich vorstellen! Allerdings wurde mir auch gleich gesagt, dass sie ihr Handeln mit der Personalabteilung und dem Vorstand absprechen müssten...

Leider habe ich dann ca. 3 Wochen später doch eine Absage erhalten. Schade! Aber bei den geforderten Anforderungen fand ich es schon gut, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden!

Jetzt habe ich festgestellt, dass die Anforderungen auf 2 Jobs verteilt werden! Mir schien auch so, dass beide Jobs schon besetzt wurden. Zumindest habe ich die Anzeigen nicht mehr online gesehen!

Jetzt schreiben sie einen der beiden Jobs wieder aus! Und zwar genau den, wo ich selbst meine Vorteile drin sehe.

Jetzt frage ich mich, ob ich der Teamleiterin der Fachabteilung nicht einfach mal eine E-Mail schreiben soll. Ich würde auch das angenehme Gespräch zurückkommen, mein Interesse nochmals unterstreichen und versuchen, mögliche Mängel gleich im Vorfeld zu klären, bzw. Ideen vorbringen, wie ich mich weiter entwickeln könnte.

Ich weiß, was sie finanziell zahlen und liege mit meinen Gehaltsvorstellungen deutlich darunter... (bin aber trotzdem zufrieden!).. Soll ich hier mehr rausholen als am Anfang? Oder soll ich bei meiner ersten Entscheidung bleiben? Optimal könnte ich das Thema auch ganz weglassen...

Was denkt ihr so?

Danke!

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TheGuide
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Re: Absage nach Vorstellungsgespräch, neu bewerben?

Beitrag von TheGuide » 17.04.2014, 12:48

Wenn du den Eindruck hattest, dass du nicht aussortiert wurdest sondern nur ein anderer genommen wurde, dann spricht nichts gegen eine Neubewerbung und auch nichts gegen die Bezugnahme auf das frühere Bewerbungsverfahren und das Vorstellungsgespräch.
Casio2000 hat geschrieben:Ich weiß, was sie finanziell zahlen und liege mit meinen Gehaltsvorstellungen deutlich darunter... (bin aber trotzdem zufrieden!)
Welchen vernünftigen Grund sollte es geben, freiwillig unter der Bezahlung zu bleiben? Wenn du weniger Geld brauchst, kannst du es ja spenden, aber mach doch nicht anderen durch Bescheidenheit am falschen Ort den Salär kaputt.

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FRAGEN
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Re: Absage nach Vorstellungsgespräch, neu bewerben?

Beitrag von FRAGEN » 17.04.2014, 12:51

Casio2000 hat geschrieben:Jetzt habe ich festgestellt, dass die Anforderungen auf 2 Jobs verteilt werden!
Es wäre ja interessant zu wissen, wie es dazu kam. Entweder haben sie keinen gefunden, der das komplette Spektrum beherrschte... oder der, der so aussah, stellte sich im Nachhinein als Blender heraus. Wenn es auf Seiten der Firma solch einen "Lerneffekt" gegeben haben sollte, käme Dir der natürlich entgegen...
Casio2000 hat geschrieben:Jetzt schreiben sie einen der beiden Jobs wieder aus! Und zwar genau den, wo ich selbst meine Vorteile drin sehe.
Casio2000 hat geschrieben:Ich würde [...] versuchen, mögliche Mängel gleich im Vorfeld zu klären, bzw. Ideen vorbringen, wie ich mich weiter entwickeln könnte.
Warum das? Wenn sie Dir quasi Deinen "Schokoladen"-Job auf den Leib definiert haben, gibt es doch gar keine wesentlichen Mängel, oder?
Casio2000 hat geschrieben:Ich weiß, was sie finanziell zahlen und liege mit meinen Gehaltsvorstellungen deutlich darunter
Das wiederum weisst Du nicht. Du kennst doch nur deren Vorstellungen für den Job, von dem Du jetzt sozusagen die Hälfte willst. Das könnte m. E. leicht bedeuten, dass das jetzt angesetzte Budget sehr deutlich kleiner ist. Ich glaube, ich würde das eher in der Gesamtdiskussion auf mich zu kommen lassen, als jetzt im Vorfeld ohne Not Irritationen zu provozieren...

Casio2000
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Re: Absage nach Vorstellungsgespräch, neu bewerben?

Beitrag von Casio2000 » 17.04.2014, 12:55

TheGuide hat geschrieben:Wenn du den Eindruck hattest, dass du nicht aussortiert wurdest sondern nur ein anderer genommen wurde
Den Eindruck habe ich! Danke für die prägnante Zusammenfassung!
TheGuide hat geschrieben: Welchen vernünftigen Grund sollte es geben, freiwillig unter der Bezahlung zu bleiben? Wenn du weniger Geld brauchst, kannst du es ja spenden, aber mach doch nicht anderen durch Bescheidenheit am falschen Ort den Salär kaputt.
Naja, es war halt so eine typische "wie sehen ihre Gehaltsvorstellungen aus"-Frage. Und ich habe das gesagt, was mir empfohlen wurde - und was meiner Berufserfahrung entspricht.

Aus der Anzeige weiß ich, was sie bereit sind, zu zahlen. Aber ich denke, das zahlen sie nur an jemanden, der ein paar Jahre mehr aufm Buckel hat als ich und über mehr Auslandserfahrungen verfügt. Natürlich freue ich mich über jeden Euro mehr, aber nur, weil ich weiß, was sie einem Vollprofi mit 100% zahlen würden, heißt das für mich nicht, dass ich mit meinen 80% das gleiche verlangen könnte (denke ich).

Außerdem weiß ich jetzt nicht mehr, ob sie die Summe für den erst gesuchten Job bezahlt hätten oder ob es die Summe war, die sie genannt haben, nachdem sie bemerkt haben, dass es den gesuchten Vollspezisuperexperten nicht gibt ;)

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 17.04.2014, 12:59

Du solltest dich jedenfalls nicht unter branchenüblichen (Position, Berufserfahrung) Wert verkaufen.

Casio2000
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Re: Absage nach Vorstellungsgespräch, neu bewerben?

Beitrag von Casio2000 » 17.04.2014, 13:02

FRAGEN hat geschrieben:
Casio2000 hat geschrieben:Jetzt habe ich festgestellt, dass die Anforderungen auf 2 Jobs verteilt werden!
Es wäre ja interessant zu wissen, wie es dazu kam. Entweder haben sie keinen gefunden, der das komplette Spektrum beherrschte... oder der, der so aussah, stellte sich im Nachhinein als Blender heraus. Wenn es auf Seiten der Firma solch einen "Lerneffekt" gegeben haben sollte, käme Dir der natürlich entgegen...
Sie suchten anfangs jemanden, der sich IT-mäßig mit Steuern und mit dem Vertrieb auskennt. Die Firma expandiert stark und benötigt jemanden, der dann vor Ort die IT so mitentwickelt, dass die dortigen Steuergesetze eingehalten werden, gleichzeitig sollte derjenige den Vertrieb IT-mäßig begleiten und konzeptionell aufbauen. Das mit den Steuern war wohl der Knackpunkt (soweit ich das anhand der Anzeigen mitbekommen habe)...

Casio2000
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Beitrag von Casio2000 » 17.04.2014, 13:04

TheGuide hat geschrieben:Du solltest dich jedenfalls nicht unter branchenüblichen (Position, Berufserfahrung) Wert verkaufen.
Korrekt! Aber ich möchte auch nicht, dass der Eindruck entsteht, dass ich jetzt übergeschnappt sei...

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