Absage und Stelle wurde wieder neu ausgeschrieben

Wie geht es weiter nach Absagen? Was kann daraus gelernt werden? Lass andere an deinen Erfahrungen teilhaben. Berichte über gute und schlechte Erfahrungen bei der Stellensuche.
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NotMsPerfect
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Absage und Stelle wurde wieder neu ausgeschrieben

Beitrag von NotMsPerfect » 20.06.2012, 11:07

Hallo,
ich habe gerade eine Absage bekommen von einer Firma, die eine Stelle für einen Personalberater sucht. Voraussetzung für diese Position war ein Naturwissenschaftliches Studium und Kommunikationsfähigkeit etc.
Ich bin Naturwissenschaftlerin und bin innerhalb von 8 Jahren das 3.Mal arbeitlos. Dementsprechend habe ich in meinem Leben schon viele Stellenanzeigen gelesen und einige Vorstellungsgespräche gehabt und sehr viele Bewerbungen geschrieben. Zu dem habe ich in 4 verschiedenen Forschungsbereichen gearbeitet, so dass ich ein großes Methoden- und Fachwissen vorweisen kann.
Als Absage kam, dass ich nicht die richtige Qualifikation hätte.
Die Stelle wurde am 16.06. wieder neu ausgeschrieben.
Wer sollte dann besser dafür qualifiziert sein als eine Wissenschaftlerin, die in mehreren Forschungsbereichen gearbeitet hat und auch viel Erfahrung mit Bewerbungen vorweisen kann??? :?:

Ich verstehe es nicht. Und das frustriert mich alles!!!
Seit März schreibe ich Bewerbungen und habe von 40 Bewerbungen nur 1 Einladung gehabt.
Ich bin total frustriert. :cry:

Romanum
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Beitrag von Romanum » 20.06.2012, 15:11

Vielleicht war es dem AG mit den jeweiligen Entscheidern aber besonders wichtig, dass der Bewerber letztendlich in der speziellen Qualifikation das notwendige Praxiswissen mitbringt.

Wie weit liegen die Forschungsbereiche denn auseinander? Es könnte ja sein, dass die AG denken, dass du zwar vieles kannst, aber nichts gut genug für die jeweiligen Anforderungen. :? Daher wäre es vielleicht besser, darauf, dass du schon 4 Forschungsbereiche kennen gelernt hast, im Anschreiben nicht so deutlich darzustellen bzw. dir gerade solche Stellen zu suchen, bei denen du mehrere deiner Forschungsbereiche einsetzen könntest. Dann hättest du ja wahrscheinlich wieder einen Vorteil.

Mondenblume
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Beitrag von Mondenblume » 27.06.2012, 12:12

Immerhin hattest du überhaupt mal eine Einladung, ich bin Biologin, bewerbe mich seit Weihnachten (auf Biologenstellen und fachfremd als Quereinsteiger) und hatte noch nicht eine einzige Einladung. Und mir sagen sie nicht mal, dass ich nicht die richtige Qualifikation habe, sie nennen einfach gar keinen Grund.
Ich kenne das, dass die Stellen dann wieder neu ausgeschrieben werden. Da die Firmen heute keine konkreten Gründe mehr nennen, ist es auch schwierig zu sagen, was die genau suchen. Möglicherweise möchten sie jemanden, der im Personalbereich schon Berufserfahrung hat. Ich glaube, Bewerber, die von einem Bereich (Forschung) quasi von heut auf morgen in einen anderen (Personal) wechseln wollen, sind den Firmen suspekt. Da wird schnell mal unterstellt, dass man das nur macht, weil man in der Forschung nichts findet und dass man sich dann schnell wieder weg bewirbt.

NotMsPerfect
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Hallo Leidensgenossin,

Beitrag von NotMsPerfect » 27.06.2012, 13:26

Hi Mondenblume,

nein, da habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich habe insgesamt (im Laufe meiner arbeitslosen Zeiten, das ist jetzt das 4x) viele Vorstellungsgespräche gehabt. Ich bin seit Mai zu Hause und hatte erst eine Einladung, aber nicht für die hier erwähnte Stelle.
Ich denke trotzdem, dass ich für den Personalbereich gut geeignet bin, weil ich eben Erfahrung mit Bewerben, Stellenanzeigen, Gesprächen und Arbeitszeugnissen habe. Zudem habe ich auch den fachlichen Hintergrund, um Mediziner und Naturwissenschaftler auf ihre Kompetenz zu testen.
Die letzte Personalerin, die mich betreut hat, war nicht in der Lage meine Stärken zu filtern und absolut unfähig ein Arbeitszeugnis zu schreiben, obwohl sie im Personalbereich gearbeitet hatte.

Na ja, ich WILL NICHT mehr in der Forschung arbeiten!!! Zumindest nicht im universitären Bereich. Ich versuche seit meinem Studium in eine Firma reinzukommen und habe es leider bis heute nicht geschafft.
Arbeiten möchte ich am liebsten in einem Dienstleistungslabor, die analytische Verfahren durchführen oder als Applikationsspezialistin für Chromatographie. Projektmanagement würde ich auch gerne machen, aber habe noch nicht so viel Erfahrung damit.
Was möchtest Du denn gerne machen?

NotMsPerfect

Mondenblume
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Beitrag von Mondenblume » 27.06.2012, 16:43

Auf jeden Fall auch was, was nicht mehr in der Uni ist :) Ist ja interessant, dass es noch anderen so geht wie mir. Ich hatte eine Promotion angefangen, weil ich nichts anderes gefunden habe, die aber inzwischen abgebrochen, weil es einfach nicht mein Ding war. Dazu kamen ein schlechtes Projekt und ein noch schlechterer Chef. Jetzt bewerbe ich mich auf Stellen für Biologen (da gibt's allerdings fast keine ohne Berufserfahrung und Promotion) und BTAs. Für letztere bin ich ja theoretisch überqualifiziert, was mir nichts ausmacht, den Personalern aber anscheinend schon. Einladungen bekomme ich nur von den Zeitarbeitsfirmen, die gucken sich dann an, was ich kann, verstehen es nicht, wollen mich vorschlagen und melden sich dann nie wieder. Auf Nachfrage heißt es höchstens, die Stelle sei anderweitig vergeben worden. Wenn überhaupt.
Mein Problem ist, dass ich nur Erfahrung an der Uni habe und keine Praktika oder so in der Industrie. Projektmanagement wär auch was, aber ohne Erfahrung... Und mit zwei Jahren Studium im Ausland und perfektem Englisch kann man heute ja leider auch nicht mehr punkten.
Bewirbst du dich deutschlandweit oder nur in einer bestimmten Region?

NotMsPerfect
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reine Unierfahrung

Beitrag von NotMsPerfect » 06.07.2012, 15:08

Hi Mondenblume,

ich kann Dir nur sagen, dass es kein Fehler war, die Promotion abzubrechen. Ich habe promoviert und im Nachhinein kann ich nur sagen, dass es mir überhaupt nichts gebracht hat.
Das Problem bei den Bewerbungen in der Industrie, ist (wie Du schon festgestellt hast) die fehlende Erfahrung. Meistens wollen sie Erfahrungen und Kenntnisse, die man nur in der Industrie erwerben kann und wenn man noch keine Praktika oder Beruferfahrung in der Industrie gemacht hat, wird es echt schwer da reinzukommen.
Mir fehlen auch Auslandserfahrungen, fließend Englisch und andere Sachen, die ich in den ganzen Jahren an der Uni bzw. Forschungseinrichtugen nicht gelernt habe. Eine Promotion ist nur sinnvoll, wenn man eine Unikarriere machen möchte. Aber vor vier Jahren haben sie in der Industrie immer promovierte Leute gesucht und nun ist es eher umgekehrt. Ja, und es ist ein Unding, dass in den Stellenanzeigen studierte Wissenschaftler mit BTAs auf eine Stufe gestellt werden.-Sucht ja auch niemand nach Arzt oder Krankenpfleger für den gleichen Aufgabenbereich.
Nein, mit deiner Erfahrung bist Du definitiv nicht allein: Ich war letztens bei einem Assessment Center, wo ich sehr viele Biologen getroffen hatte. Die meisten haben genau das gleiche erzählt wie wir. :x

NotMsPerfect
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...

Beitrag von NotMsPerfect » 06.07.2012, 15:12

Ich bewerbe mich deutschlandweit, aber bevorzuge 4 Bundesländer, wo ich mich mehr bewerbe.
Ich habe die Schnauze so voll vom umziehen, dass ich das nicht beschreiben kann.
-Für einen 1jahres Vertrag ziehe ich nicht mehr um!!!
Da muss endlich mal was längerfristiges stabileres kommen.

Mondenblume
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Beitrag von Mondenblume » 06.07.2012, 16:46

Hallo NotMsPerfect,

Es ist sooo beruhigend zu wissen, dass ich nicht die einzige bin, der es so geht. Ich bin ehrlichgesagt auch froh, die Promotion abgebrochen zu haben. Es wäre für mich sowieso nur Mittel zum Zweck gewesen und anscheinend hätte es ja seinen Zweck dann gar nicht erfüllt.
Ich bin auch schon zu der Erkenntnis gekommen, dass ich wohl ein Praktikum machen muss, um einen Fuß in die Tür zu bekommen. Wovon ich dann allerdings meine Wohnung bezahlen soll, keine Ahnung. Und das Problem ist ja auch häufig, dass es noch die Pharmazeuten gibt, die für die Industrie zum Teil viel besser qualifiziert sind.
Ich hab schon letztes Jahr ein Fernstudium Wirtschaftswissenschaften angefangen und hoffe, dass ich da irgendwo an der Schnittstelle rein komme, weil ich nicht mehr im Labor arbeiten will. Nicht, dass mich die Forschung nicht interessiert, aber es entspricht irgendwie nicht meiner Art zu arbeiten.
Und ich kenn das mit dem Umziehen! Ich bin in den letzten acht neun Jahren zwölf Mal umgezogen und würde jetzt einfach gern mal irgendwo bleiben. Kann man fast froh sein, dass man keinen Mann und keine Kinder hat... Im Augenblick bewerbe ich mich in erreichbarer Nähe zu meinem Wohnort, hab aber auch ein Auge auf interessante Stellen woanders. Aber so viele sind das ohnehin nicht.

Ich drück dir jedenfalls die Daumen!
Mondenblume

NotMsPerfect
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Promotion

Beitrag von NotMsPerfect » 06.07.2012, 19:11

Ja, ich glaube, die Promotion ist für viele Biologen nur Mittel zum Zweck. Zumindest kenne ich viele, die das nicht machen würden, wenn sie gleich eine Stelle in der Industrie bekommen hätten.
Ich hatte mir davon auch mehr versprochen: bessere Chancen, um in die Industrie reinzukommen.
Man hat halt weitere Erfahrungen gesammelt und lernt selbstständig zu arbeiten und beweist Durchhaltevermögen. :)
Nur wenn es dann mit Promotion bei den Bewerbungen auch nicht funzt, denkt man irgendwann, das hätte ich mir sparen können.

Dein Fernstudium wird Dir bestimmt weiterhelfen. Es ist auf jeden Fall eine sinnvolle Kombination- Wissenschaft und Wirtschaft. Halte durch und beende das Studium!
ÖH?!? Wieso bist Du 12x umgezogen? Hast Du alle 6 Monate woanders gearbeitet?
Wo wohnst Du denn momentan?
NotMsPerfect

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