Absage wegen zu langer Kündigungsfrist?

Wie geht es weiter nach Absagen? Was kann daraus gelernt werden? Lass andere an deinen Erfahrungen teilhaben. Berichte über gute und schlechte Erfahrungen bei der Stellensuche.
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laudatio
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Absage wegen zu langer Kündigungsfrist?

Beitrag von laudatio » 29.05.2015, 23:18

Ich habe neulich eine Absage bekommen, dass sie mich nicht nehmen würden, weil die Kündigungsfrist zu lange sei. Dabei ist meine Frist nun bei sechs Wochen zum Quartalsende, das heißt ab 30.09.2015 wäre ich verfügbar.

Ist das ernst zu nehmen oder nur eine faule Ausrede?

Schließlich wollen die Arbeitgeber Arbeitnehmer die schon gearbeitet haben, sonst wären Bewerbungen aus der Arbeitslosigkeit heraus ja leichter....

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FRAGEN
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Re: Absage wegen zu langer Kündigungsfrist?

Beitrag von FRAGEN » 29.05.2015, 23:37

laudatio hat geschrieben:Ich habe neulich eine Absage bekommen, dass sie mich nicht nehmen würden, weil die Kündigungsfrist zu lange sei. Dabei ist meine Frist nun bei sechs Wochen zum Quartalsende, das heißt ab 30.09.2015 wäre ich verfügbar.

Ist das ernst zu nehmen oder nur eine faule Ausrede?
Zunächst einmal braucht der Arbeitgeber gegenüber dem Bewerber hier und heute ja keine Ausrede. Er kann Dir einfach Deine Unterlagen zurück schicken und gut. Was nun die "Ernsthaftigkeit" angeht... kommt es natürlich auf die Situation des Unternehmens an. Selbstverständlich kann es für einen aktuten Bedarf in vier Monaten zu spät sein. Nach meinem Wissen werden die allermeisten Stellen derzeit in der Tat wesentlich kurzfristiger vergeben... wobei die Position und die Art des Betriebs natürlich auch eine Rolle spielt. Als was hast Du Dich denn beworben?

Zerschmetterling
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Beitrag von Zerschmetterling » 30.05.2015, 10:15

Ich habe eher die Erfahrung gemacht, dass es auch bei Stellen die "ab sofort" zu besetzen sind, noch eine ganze Weile dauern kann, bis dann wirklich jemand eingestellt wird. Neulich hatte ich allerdings den Fall, dass Anfang Mai die Gespräche waren und die Stelle tatsächlich ab dem 01. Juni vergeben wurde (leider nicht an mich :? ). Ich hoffe ja immer, dass es ein Plus ist, dass ich sofort anfangen kann. Insofern kann das natürlich die Wahrheit sein, dass Deine Kündigungsfrist ein Out-Kriterium ist, wenn es wirklich "drängt". Vielleicht geht der aktuellen Stelleninhaber bald und dann muss der/die Neue ja auch noch eingearbeitet werden. Eventuell wäre für Dich ja auch ein Aufhebungsvertrag möglich, sobald Du ein neues Angebot vorliegen hast? Gibt AG, die sich da quer stellen, wobei ich mich halt immer frage, was man mit einem Arbeitnehmer anfangen will, der eh weg will...

laudatio
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Beitrag von laudatio » 30.05.2015, 11:30

@FRAGEN

Hatte mich als Entwickler in einem Consulting-Unternehmen beworben. Dort wurde mir mir der Begründung abgesagt, dass das Projekt zeitnah einen Entwickler bräuchte und da außerdem der Kandidat noch trainiert und eingearbeitet zu werden habe, die Kündigungsfrist zu lange dauere.


@Zerschmetterling
Ja so ein Aufhebungsvertrag ist eine feine Sache. Mein AG hoffe ich, macht da mit, weil ich bin jetzt erst seit Ende Oktober letzten Jahres dabei und deshalb hoffentlich leicht zu ersetzen (Ich hätte nie gedacht, dass ich mir so etwas einmal wünschen würde :D ). Ich habe jetzt nächsten Mittwoch einen weiteren Vorstellungstermin, wo ich in der Bewerbung klar erklärt habe, wie die Kündigungsmodalitäten aussehen und trotzdem wurde ich eingeladen, was ich als gutes Zeichen werte.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 30.05.2015, 13:30

laudatio hat geschrieben:Hatte mich als Entwickler in einem Consulting-Unternehmen beworben. Dort wurde mir mir der Begründung abgesagt, dass das Projekt zeitnah einen Entwickler bräuchte und da außerdem der Kandidat noch trainiert und eingearbeitet zu werden habe, die Kündigungsfrist zu lange dauere.
In dem Fall kommt mir das plausibel vor... generell in allen Branchen oder Unternehmen, die hauptsächlich in Projekten denken. Da kommt und geht der Personalbedarf oft mit dem (oft unverhofften) Auftrag bzw. dessen Abschluss. Die Chefetage ist da meist sehr unbekümmert mit ihren Terminzusagen nach aussen: "Präsentation in einer Woche und Fertigstellung in drei Monaten? Kein Thema!" Wenn dann die Mitarbeiter darlegen, warum das mit der bestehenden Mannschaft unter keinen Umständen funktionieren kann, heisst es mit aller Selbstverständlichkeit der Welt: "Dann stellen wir halt einen ein!". Und das ist dann der, der möglichst umgehend auf der Matte stehen soll... weil den Verantwortlichen sonst ihr Auftrag um die Ohren fliegt... ;-)

Das heisst im Umkehrschluss: Je langfristiger die Betätigungszyklen (im weitesten Sinne) des Arbeitgebers, desto besser Deine Chancen mit solch einer Kündigungsfrist. Das könnte man bei der Auswahl der Zielbetriebe mit berücksichtigen... falls man sich nicht auf den Aufhebungsvertrag verlassen möchte.

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