Absagen Absagen Absagen, aber auch ne Zusage ;

Wie geht es weiter nach Absagen? Was kann daraus gelernt werden? Lass andere an deinen Erfahrungen teilhaben. Berichte über gute und schlechte Erfahrungen bei der Stellensuche.
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Sceptic
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Registriert: 15.03.2008, 12:16

Absagen Absagen Absagen, aber auch ne Zusage ;

Beitrag von Sceptic » 15.03.2008, 13:09

Hallo Männer und Frauen des 1.Arbeitsmarktes :-)

Ich bin neu bei Euch (winke winke) und möchte meinen ersten Beitrag gern hier unter "Bewerbungsgespräche" einstellen.

Letzes Jahr habe ich mich bei 5 verschiedenen Behörden meines Bundeslandes um eine Ausbildung im gehobenen Dienst beworben.
Meine Zugangsvoraussetzungen (Fachhochschulreife 1,7) sind im optimalen (grünen Bereich), auch Anschreiben usw. sind/waren formell und inhaltlich i.O
Ich bin nicht mehr der Jüngste(über der eigentlichen Altersgrenze), bin aber doch zu berücksichtigen (jedoch nicht behindert) aus anderem Grunde (wird erstmal nicht verraten :wink: )
Die Bewerbertests sind ehrlich gesagt nie eine Hürde für mich und ich kann behaupten darin immer unter den ersten 5 Bewerbern zu liegen (lacht nur, aber es ist wirklich so)

Also zum Punkt:
Ich werde jedesmal zum Gespräch eingeladen, doch darin habe ich natürlich alle 5 Chancen verspielt. Warum? Ich denke weil ich einfach zu offen war. Zu ehrlich in den Antworten, ich bin jemand der diese vorgefertigt wirkenden 0815 Antworten 1.nicht mag, und 2. nicht glauben wollte, dass der ordinäre Personalfuzzi darauf hereinfällt.

Nun ja, nach 2 wöchentlicher Frustphase habe ich mein BWL Studium fortgeführt (was als "Sicherungsseil" dient, falls alle anderen Stricke reissen sollten) bei dem ich übrigens unter den ersten 20(von über 230) liege.

Ok, dieses Jahr wieder einige Bewerbungen (auch andere Bundesländer und Bund) losgelassen , war aber eigentlich nicht auf Zusagen erpicht, da ich jetzt ungern das Studium 1 Jahr vorm Ziel abbrechen möchte (wenn DAS dolle Angebot kommt ist dies aber durchaus überlegenswert)
Bei Annahme meiner Bewerbung kämen nochmal 3Jahre FH auf mich zu.

Ich war also nicht 100% motiviert, ganz im Gegensatz zum letzten Jahr (damals 110%)
Dieses Jahr also Testphase unter dem Motto "OK, Ihr mögt mich nicht, ich finde Euch scheisse - aber ich erzähle Euch einfach mal den Stuss auf den Ihr so abfahrt und warte ab was passiert"

Prompte Zusage :roll:
leider räumlich weit vom Schuss und nach der Ausbildung als "Freiwild" deutschlandweit einsetzbar, mit statistisch geringer Wahrscheinlichkeit jemals wieder wochentags im eigenen Bett schlafen zu können)daher kurze Überlegung und... also prompte Absage von mir :lol:
da gefällt mir mein jetziges Studium schon noch besser und ist einfach persönlich freier als in einem Studium mit Anwesenheitspflicht (bei dem übrigens die anfallenden Kosten, wie Verpflegung, Unterkunft, Kraftstoff, Wertverlust des Fahrzeugs usw., die Anwärterbezüge aufzehren - hinzu kommt die Belastung durch Fahrzeiten (350km)

nun ja, jedenfalls war das etwas fürs Ego :)
bei den anderen Bewerbungen habe ich meinen Auftritt in unterschiedlichen Intensitäten "verbogen" und warte nun ab was kommt...

Ich möchte jeden von Euch sagen: Gebt nicht auf, stellt den Fuß in die Tür und, zur Not, beisst Euch halt die 2 Stunden beim labern auf die Lippen.
Später interessiert das keinen Menschen und Ihr seit im Boot!

Ehrlichkeit ist gut- kann aber auch schädlich sein.
Ehrlich wäre: "Ich fühle mich den Anforderunge mehr als gewachsen, brauche das Geld, und will als Beamter in trockenen Tüchern sein"
hören will man: "Ich würde mir mein rechtes Bein absägen um mich in diesen herrlichen TEAM einzubringen und wollte dies schon als kleines Kind. (und zwischen den Zeilen nonverbal: "Ich mache auch keinen Stress, und bin pflegeleicht, jederzeit verfügbar, und zu keiner Zeit werde ich Euch am Stuhl sägen.")

Im Zweifel erfüllen die Fragesteller oft Ihre eigenen Kriterien nicht, aber sie klopfen sie halt eifrig ab, "Knigge" scheint allgemein ein Fremdwort zu sein. Da wird schon mal gegähnt, gegessen!!!, Kaffee getrunken (jedoch, bleibt man selber Stundenlang auf dem Trockenen -selbst ein Schluck Wasser scheint nicht im Budget enthalten- ,beim Fragen nach unten gestarrt oder (von den Damen) die Pumps während des Gesprächs "gelüftet".
Sehr ansprechend, sehr professionell, sehr motivierend!

Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass ich(obwohl es mein Nickname anders vermuten lässt) überwiegend optimistisch bin.

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Knightley
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Registriert: 16.03.2004, 18:52

Beitrag von Knightley » 16.03.2008, 18:45

Ja, manchmal kann es recht sonderbar werden...

Am besten wäre es doch jetzt, wenn du dich auf das Studium konzentrieren würdest, wenn es nur noch ein Jahr dauert. Eventuell kannst du deine Bewerbungserfahrungen nun auch für eine studentische Praktikumsbewerbung anwenden.

Neuberliner
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Registriert: 27.03.2008, 11:05

Beitrag von Neuberliner » 27.03.2008, 12:13

Wenn Behörden Stellenangebote veröffentlichen, heisst das nicht, dass die Stelle noch zu besetzen ist. Dienstellen im Öffentlichen Dienst müssen alle Positionen öffentlich ausschreiben. Meistens sind diese Stellen schon besetzt. Fakt ist, wenn man niemanden in der Behörde kennt oder nicht bereits im Öffentlichen Dienst ist, hat faktisch keinerlei Chance. Seiteneinsteiger und wenn sie dann noch etwas älter sind haben nur eine Chance, wenn sie super, super qualifiziert sind. Allerdings wer diese Voraussetzungen erfüllt, geht nicht zum Öffenlichen Dienst.
Das lustige ist, dass Bewerber auch noch zum Vorstellunggespräch eingeladen werden, obwohl der Bewerber oder die Bewerberinn bereits feststeht.

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