Abteilungswechsel (Versetzung/Ausleihe) ja oder nein?

Auch im Berufsleben steht man immer wieder vor Herausforderungen und Problemen. Die könnt ihr hier diskutieren.
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Jango4711
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Abteilungswechsel (Versetzung/Ausleihe) ja oder nein?

Beitrag von Jango4711 » 23.02.2012, 07:38

Hallo Forum,

ich bin ganz neu hier. Meine Intention mich hier anzumelden ist meine aktuelle Situation. Ich versuche mich mal zu erklären und freue mich über jeden konstruktiven Beitrag Eurerseits!

Ich bin 27 Jahre alt, habe 2008 meine Ausbildung zum Industriekaufmann beendet und befinde mich seitdem in unserem Unternehmen im Einkauf. Leider befindet sich unser Unternehmen momentan in einer nicht all zu guten Auftragslage. Deshalb ist man mit seiner Arbeit auch nicht immer 100%ig ausgelastet, sagen wir es mal so, eigentlich so gut wie nie. Des Weiteren wird in unserer Abteilung aufgrund der allgemeinen Firmenstruktur aber auch durch unseren Abteilungsleiter geschuldet sehr unprofessionell gearbeitet.

Ich habe Ende 2011 meine Weiterbildung als Industriefachwirt erfolgreich beendet, welchen ich in Eiegenintitiative und auf eigene Kosten absolviert habe. Denn Weiterentwicklung und Förderung ist im Unternehmen auch ein Fremdwort.

Wir ihr seht, ist das keine zufriedenstellende Situation. Ich habe mich auch dazu entscheiden, mich auf dem externen Arbeitsmarkt umzusehen und eine neue Herausforderung zu suchen. Auch sehen ich mich danach, das Erletnte vom Fachwirt in die Praxis umzusetzen zu können.

Jetzt mein/e eigentliche/s Frage/Problem. Ich wurde vom Leiter des Controllings angesprochen, ob ich nicht für 1 Jahr (wg. Mutterzeit seiner Mitarbeiterin) in seiner Abteilung arbeiten möchte, da ich dieses Interesse mal irgendwann prinzipiell angemerkt hatte.

Ist es sinnvoll diese Erfahrung anzunehmen, mit dem Wissen, dass man aufgrund von den Bewerbungen auch ganz schnell weg sein kann? Und man vll insgeheim seinen aktuellen Abteilungleiter verärgert ( auch wenn er mir keine Steine in den Weg legen würde, was er mir schon gesagt hat, obwohl er mich gerne behalten würde). Er plane ja mit mir und würde versuchen, mich ein wenig zu "fördern".

Eventuell wechsele ich in kürzester Zeit und müsste dann diesen internen Wechsel beim nächsten Arbeitgeber begründen und dann den zeitgleichen Wechsel in ein neues Unternehmen. Steckt da ein roter Faden dahinter?

Ist es sinnvoll, seine jetztige Abteilung für ein Jahr zu verlassen, ein gewisses Standing zu verlieren, mit der Gefahr, dass man nichts anderes extern findet und wieder zurück kommt und seiner ehemaligen Arbeit nicht mehr nachgehen kann?

Welche Taktik klingt am plausibelsten? Ich weiß, dass dies ganz allein meine Entscheidung ist, aber vll habt ihr Denkanstöße und könnt das etwas nüchterner von Außen betrachten.

Vielen Dank!

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 23.02.2012, 08:49

Hallo Jango4711,

die Kernfrage ist doch: Willst Du überhaupt in dem Unternehmen weiterarbeiten?

Man spricht ja nicht umsonst von einem Arbeitsverhältnis, da es vergleichbar ist mit einer Beziehung. Wer nicht mehr 100 % Ja zu seinem Partner sagt, sollte die B eziehung beenden, denn das Aus steht in diesem moment bereits fest. Da können auch geänderte Faktoren (zB Umzug) nichts mehr ändern.

Steht jemand, der sich überlegt, wie ein Abteilungswechsel sich bei einer künftigen (baldigen) Bewerbung auswirkt, noch voll hinter dem Arbeitsverhältnis?

Wewnn ich mich bereits jetzt schon nach einem anderen Arbeitgeber umsehe, um dort meine berufliche Zufriedenheit zu finden, warum soll ich das dann um ein Jahr hinausschieben?

Unterstellt, Du würdest das Angebot zum Abteilungswechsel annehmen, was würdest Du in drei, vier Monaten machen, wenn Du DIE Stellenanzeige findest? Oder würdest Du dann deine "Bewerbungsbemühungen" einstellen?

Viele Grüße aus Duisburg

Jango4711
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Beitrag von Jango4711 » 23.02.2012, 09:09

Hallo,

Danke für deine Antwort!

Vielleicht habe ich unverständlich ausgedrückt. Der Arbeitgeberwechsel steht für mich fest. Da würde auch kein Abteilungswechsel daran etwas ändern. Die Bewerbungen würde ich nicht einstellen, diese würde ich auch parallel in der neuen Abteilung schreiben. Für mich stellt sich nur die Frage, macht es unter diesen Umständen Sinn, überhaupt diesen Wechsel intern anzustreben. Nehme ich dies noch mal mit, bevor ich wechsele...?

Pro:

- neue Erfahrung/Herausforderung
- für den Arbeitsmarkt breiter aufgestellt (allerdings max. 1 Jahr andere
Erfahrung)

Contra:

- Ängste um Verlust des Standing im Einkauf, falls ich zurückkehre, weil
ich nichts anderes finde
- evtl (sehr) kurzer Abteilungswechsel im Lebenslauf (den ich dann begründen muss)

Danke!

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 23.02.2012, 10:37

Die Frage lautet, wo willst Du beruflich hin? Was ist dein zu Hause?

Der Einkauf? oder das Controlling?

Für einen Personalverantwortlichen iost nach wie vor die Motivation immer noch das überzeugendste Argument. Wer eine aussagekräftige, individuelle Bewerbung hat und sowoghl dort als auch im Vorstellungsgespräch die Botschaft vermitteln kann: Ich will diese Position, weil das mein "Ding" ist, hat IMMER den Erfolg.

Das "breiter" aufgestellt, kann sich schnell als Bumerang herausstellen. Denn es kann den eindruck vermitteln, der Bewerber könne sich nicht entscheiden und wisse auch nicht, was er wolle.

Bist du im Einlauf unzufrieden und überlegst deshalb einen Ressort-Wechsel, macht es durchaus Sinn, beim jetzigen arbeitgeber den Abteilungswechsel mitzunehmen und sich dann aus dieser Position heraus zu bewerben.

Willst Du dagegen im Einkauf bleiben, macht der Wechsel keinen sinn. Zumal du durch die Einarbeitung und Umgewöhnung Energien verschwendest, die Du besser für die Bewerbung brauchen kannst. Zumindest ist es denkbar, dass Du abends von der neuen Arbeit geistig so geschafft bist, dass Du nicht mehr dazu kommst, Dich um Bewerbungen zu kümmern.

Viele Grüße aus Duisburg

Jango4711
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Beitrag von Jango4711 » 23.02.2012, 10:57

Genau das ist der Punkt. Du hast meine Angst auf den Punkt gebracht. Ich würde mich bevorzugt für den Einkauf bewerben, also für was ins Controlling wechseln?! Zumindestens denke ich, dass meine Chancen nicht all zu groß sind, wenn ich nur wenige Monate "Controllingerfahrung" habe. Mir macht der Einakuf sehr viel Spaß, wenn die Arbeit da ist und wenn mir geregelte Strukturen vorliegen.

Meine Unzufriedenheit liegt nicht an meiner Stelle an sich, sondern am Unternehmen, was sich auf die Abteilung auswirkt. Mich interessiert die Welt der Materialwirtschaft sehr, ebenso bin ich ein sehr zahlenversierter Mensch. Ich würde mich in mehreren kaufmännischen Abteilungen wohl fühlen.

Dennoch will ich einen roten Faden in meinem Lebenslauf haben, da ich mit einem abgebrochenen Ingenieurstudium und der späteren kaufm. Ausbildung schon Erklärungsbedarf in meinem Lebenslauf habe.

Andereseits habe ich mich damals mit Industriefachwirt für eine breite Weiterbildung entschieden, anstatt etwas abteilunsgbezogens zu tun.

Mein Ziel ist es, nicht der große Material Manager im Weltunternhmen zu werden, jedoch auch nicht ein Sachbearbeiter ohne jegliche Verantwortung. Ein Abteilungs/TeamLeiter in einem mittelständigen bis großen Unternehmen wär schon etwas erstrebenswertes. Aber das ist Zukunfstmusik. Was ich benötige ist ein Job, in dem man gefordert und gefördert wird, mit Entwicklungschancen. Und diese werde ich jetzt suchen und meine Frage beschränkt sich lediglich darauf, bringt mir dieser Wechsel in Hinsicht auf diese Suche ewtas?

Danke!

Jango4711
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Beitrag von Jango4711 » 23.02.2012, 14:17

Hallo Herr Rimpler,

leider darf ich noch keine privaten Mails schicken!

Wenn ich mich jetzt für einen andere beruflichen Weg entscheiden würde, sprich die neue Richtung Controlling, wäre es denn sinnvoll die Abteilung jetzt zu wechseln während meiner Bewerbungsphase. Oder sollte ich mich aus dem Einkauf für einen neuen Weg heraus bewerben?

Egal für welchen Weg ich mich entscheide, ich verliere meine Aktien auf dem andere Weg, oder sehe ich dies falsch?!

Danke!

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 23.02.2012, 15:49

Du kannst zwar keine PNs senden, aber anmailen geht unproblemaisch bei denen, die auch ihre Mail angegeben haben.

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 23.02.2012, 15:54

Würde ich im Einkauf bleiben wollen, würde ich mich auf die Bewerbungen konzentrieren; Stellenanzeigen sichten, mich reinfühlen, ob diese sich gut anfühlen; bei Vorstellungsgesprächen direkt nach den Möglichkeiten fragen, die die jeweilige Position bietet. Und mich dann für die Stelle entscheiden, die sich am besten anfühlt.

Würde ich in das Controlling wechseln wollen, würde ich das Angebot annehmen, meine Erfahrungen machen und mich zu einem späteren Zeitpunkt bewerben.

Vorausgesetzt ist in beiden Fällen meine klare Entscheidung, was ich will.

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