Älterer Bewerber / Duales Studium "Allgemeine Verwaltun

Hier besteht die Möglichkeit, über Anschreiben für die Ausbildung, für Praktika und für das Studium (Duales Studium, Universität, BA) mit anderen Mitgliedern zu diskutieren.
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alteschachtel
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Älterer Bewerber / Duales Studium "Allgemeine Verwaltun

Beitrag von alteschachtel » 25.08.2014, 08:53

Hallo...
seit Wochen "hühnere" ich an meinem Bewerbungsanschreiben herum.
Zu mir: Ich bin wirklich ein Spätstarter, aber ich will mit aller Gewalt. Ich möchte ein duales Studium zum Bachelor of Arts / Allgemeine Verwaltung / Public Administration bei einer Stadt- oder Kreisverwaltung absolvieren. Eine Info vorweg: In meinem Bundesland gibt es da keine Altersbegrenzung mehr, was mir von öffentlicher Stelle bestätigt wurde.
Die Problematik:
- ich bin schon Mitte 40
- zur Zeit arbeitssuchend
- 2 Kinder
Fakten, die es zu Stärken umzubauen gilt:
- ich habe 2 Berufe (Einzelhandelskauffrau vor laanger Zeit und Bürokauffrau ganz frisch seit Juli 2014, Note sehr gut)
- Berufserfahrung im kaufmännischen Bereich (12 Jahre als kaufm. Angestellte gearbeitet)
- Fachhochschulreife am Abendgym neben dem Job absolviert (Abschlussnote 1,3, allerdings schon 1999)

Wie bekomme ich das alles anständig unter einen Hut, dass ich nicht gleich als alte Schachtel, die ich ja nun mal bin, aussortiert werde? Ich sehe es eigentlich als Stärke, dass ich die Kinderkriegerei schon abgeschlossen habe. Ich bin bereit, für dieses Studium einiges auf mich zu nehmen (sehr lange Fahrtzeiten).

Das ist einer meiner Entwürfe! Bitte helft mir, meine Denkblockade aufzulösen!
Bewerbung um einen dualen Studienplatz - Bachelor of Arts „Allgemeine Verwaltung / Public Administration“
Ihre Annonce auf berufe-sh.de


Sehr geehrte Damen und Herren,

eine Ausbildung bei einer Kreisverwaltung zu absolvieren, reizt mich auf Grund der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in den verschiedenen Fachbereichen und des abwechslungsreichen Aufgabenspektrums.

Ich bin gelernte Bürokauffrau und war zudem mehrere Jahre als kaufmännische Angestellte in der Kundenbetreuung eines großen Telekommunikationsunternehmens tätig. Zunächst als telefonische Mitarbeiterin in der Informations- und Internet-Hotline eingesetzt, wechselte ich nach meiner Elternzeit in die Kundenbetreuung, wo ich unter anderem für die Pflege von Kundendaten sowie die Postsortierung und -verteilung zuständig war. Der sichere Umgang mit MS Office-Anwendungen wie Word, Excel und Outlook sowie dem Internet gehörten ebenso zum Tagesgeschäft, da ich nicht nur telefonisch, sondern auch schriftlich Anfragen unserer Kunden und Betriebspartner beantwortete und weiterleitete.

Parallel zu meiner beruflichen Tätigkeit habe ich am Städtischen Abendgymnasium in Flensburg die Fachhochschulreife (Abschlussnote 1,3) absolviert.

Das duale Studium zum Bachelor of Arts / Allgemeine Verwaltung sehe ich als Chance, bereits Erlerntes weiter auszubauen und zu verfeinern, Interessantes und Neues dazuzulernen. Der praktische Teil in der Kreisverwaltung bietet zudem die Möglichkeit, die neu erworbenen Kenntnisse bürgernah anzuwenden. Zudem bin ich davon überzeugt, dass meine Erfahrung im Umgang mit dem Kunden mir hierbei von Nutzen sein wird.

Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch davon, dass Sie mit mir eine ebenso engagierte wie zielstrebige Auszubildende gewinnen.

Mit freundlichen Grüßen

xxxxx xxxxx

Danke!!!

Romanum
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Beitrag von Romanum » 26.08.2014, 10:46

Wie bekomme ich das alles anständig unter einen Hut, dass ich nicht gleich als alte Schachtel, die ich ja nun mal bin, aussortiert werde?

Du brauchst in dem Sinne nicht alles unter einen Hut bringen. Dafür ist im Anschreiben sowieso nicht ausreichend Platz. Es geht darum, dein Können und deine Eignung darzustellen. Ob sie so eine "alte Schachtel" einstellen, kannst du ja sowieso nicht bestimmen.

Die große Frage ist allerdings, warum du erst die Bürokauffrau-Ausbildung gemacht hast, und jetzt noch eine zusätzliche Verwaltungs-Ausbildung. Du hattest ja anscheinend vor ca. 3 Jahren andere Pläne.
Ich bin gelernte Bürokauffrau und war zudem mehrere Jahre als kaufmännische Angestellte in der Kundenbetreuung eines großen Telekommunikationsunternehmens tätig. Zunächst als telefonische Mitarbeiterin in der Informations- und Internet-Hotline eingesetzt, Nicht im Passiv schreiben wechselte ich nach meiner Elternzeit Unnötige Info in die Kundenbetreuung, wo ich unter anderem für die Pflege von Kundendaten sowie die Postsortierung und -verteilung zuständig war.

Was hast du an der Hotline genau gemacht?

Was beinhaltete die Kundendaten-Pflege?

So richtig kaufmännisch sind diese Aufgaben ja noch nicht.
Parallel zu meiner beruflichen Tätigkeit habe ich am Städtischen Abendgymnasium in Flensburg die Fachhochschulreife (Abschlussnote 1,3) absolviert.

...

Der praktische Teil in der Kreisverwaltung bietet zudem die Möglichkeit, die neu erworbenen Kenntnisse bürgernah anzuwenden. Zudem bin ich davon überzeugt, dass meine Erfahrung im Umgang mit dem Kunden mir hierbei von Nutzen sein wird.

Unnötige Sätze.

alteschachtel
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Beitrag von alteschachtel » 26.08.2014, 12:20

Vorweg bedanke ich mich für deine Antwort!
Die Bezeichnung "kaufmännische Angestellte" steht auch so in meinem Arbeitszeugnis. Faktisch bin ich als Einzelhandelskauffrau als Quereinsteigerin in die Telefonhotline gekommen (Informationshotline über Tarife etc, Verträge angelegt, Kundenanliegen gelöst oder weitergegeben, später dann Internethotline zur Einrichtung von Internetzugängen). Dann ging es in die Kundenbetreuung. Stimmt. Das könnte ich detailreicher gestalten. Die Telefondienstgeschichte habe ich erwähnt, um halt Erfahrungen im Umgang mit Kunden herauszuarbeiten.
Die Gründe für die Bürokauffrauausbildung sind nicht unbedingt imagefördernd: Ich war ein jahr lang arbeitslos und habe unentgeltlich im Betrieb meines Mannes gearbeitet. Während der Vielzahl meiner Bewerbungen für Bürotätigkeiten hörte ich immer wieder: "Wie? Sie haben keine abgeschlossene Berufsausbildung?". Als das Jahr zuendeging und Hartz 4 winkte, habe ich bei meinem Mann die Ausbildung gemacht. Er hat nur einen ganz kleinen Betrieb, darf mich aber ausbilden. Also Ausbildung in 2 Jahren hingelegt und mit wirklich so exzellenten Noten und Spaß am Lernen, dass sich das duale Studium von einer fixen Idee zu einem Vorhaben verfestigte.
Zu dem Einwand mit der FHR. Ich habe die Fachhochschulreife, die ich abends nach der Arbeit gemacht habe, erwähnt, um meinen Einsatz und Lernwillen zu untermauern. In Bewerbungstipps wird immer geraten, dass man nicht schreiben soll, man wäre zielstrebig, lernwillig etc., sondern dies durch Fakten belegen soll. Außerdem ist das eine Grundvoraussetzung, die im Stellenangebot gefordert ist. Und bei einer ehemaligen Einzelhandelskauffrau und / oder Bürokauffrau ;-) ist das nicht unbedingt zu erwarten. Andererseits willst du wahrscheinlich darauf hinaus, dass man Grundvoraussetzungen nicht unnötig erwähnen muss, da sonst die bewerbung unnötig sei?!?
Ich freue mich auf weitere konstruktive Kritik! Danke!

alteschachtel
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Beitrag von alteschachtel » 27.08.2014, 13:30

Mittlerweile habe ich das ganze Schreiben umgestrickt. Ich habe heute Morgen mit der Ansprechpartnerin telefoniert, sodass ich einen neuen Anfang formulieren konnte.
Das Anschreiben selber ist schlicht gehalten; die Betreffzeile fett gedruckt, als Eyecatcher habe ich einen zartblauen Kasten darumgesetzt, der sich als roter (blauer) Faden über alle folgenden Seiten zieht.

Bewerbung um einen Ausbildungsplatz für das Duale Studium Bachelor of Arts /
Allgemeine Verwaltung / Public Administration
- Ihr Angebot auf ...


Sehr geehrte Frau xxx,

vielen Dank für das informative Telefongespräch vom 27.08.2014. Wie schon kurz mit Ihnen besprochen, habe ich bereits eine Ausbildung zur Bürokauffrau absolviert. Zudem verfüge ich über fundierte Erfahrung im Kundenservice, da ich mehrere Jahre in der Kundenbetreuung eines großen Telekommunikationsunternehmens tätig war.

Schwerpunktmäßig war ich verantwortlich für die Betreuung von Geschäftskunden. Zu meinen täglich anfallenden Tätigkeiten gehörten unter anderem der schriftliche als auch telefonische Kontakt mit dem Kunden, das Anlegen und Verwalten von Verträgen und Kundendaten sowie die Erstellung und Pflege von Statistiken. Im Umgang mit der EDV als auch den MS-Office-Produkten Word und Excel bin ich sicher.

Eine Ausbildung verbunden mit einem Studium bei der Stadtverwaltung xyz zu absolvieren, reizt mich auf Grund des abwechslungsreichen Aufgabenspektrums und der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in den verschiedenen Fachbereichen. Die nötige Flexibilität und Lernbereitschaft, um sich schnell in neue Themengebiete einzuarbeiten, bringe ich mit. Während meiner Arbeit in der Kundenbetreuung habe ich immer wieder unterschiedliche Tätigkeiten in Springerfunktion übernommen.

Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch davon, dass Sie mit mir eine ebenso engagierte wie zielstrebige Auszubildende gewinnen.

Freundliche Grüße

xxUnterschriftxx

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 27.08.2014, 15:20

alteschachtel hat geschrieben:b]Bewerbung um einen Ausbildungsplatz für das Duale Studium Bachelor of Arts /
Allgemeine Verwaltung / Public Administration [/b]- Ihr Angebot auf ...
Im Grunde genommen bewirbst du dich doch um einen Studienplatz.
Zu meinen täglich anfallenden Tätigkeiten gehörten unter anderem der schriftliche als auch telefonische Kontakt mit dem Kunden,...
...als auch... erfordert ein sowohl... welches hier nicht gegeben ist. Ein schnödes und würde es hier tun.
... das Anlegen und Verwalten von Verträgen _und Kundendaten sowie die Erstellung und Pflege von Statistiken.

alteschachtel
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Beitrag von alteschachtel » 27.08.2014, 17:06

Hallo!

Danke für deine Anmerkungen. Das "und" werde ich einfügen.

In der Stellenausschreibung der Stadtverwaltung ist es exakt so formuliert und als Ausbildungsplatz beschrieben. Deswegen habe ich es genauso in meine Betreffzeile übernommen, denn die Stadt bietet dem Bewerber ja in der Praxis einen Ausbildungsplatz, die Theorie bildet das Studium.

Romanum
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Beitrag von Romanum » 28.08.2014, 13:46

Zu dem Einwand mit der FHR. Ich habe die Fachhochschulreife, die ich abends nach der Arbeit gemacht habe, erwähnt, um meinen Einsatz und Lernwillen zu untermauern. In Bewerbungstipps wird immer geraten, dass man nicht schreiben soll, man wäre zielstrebig, lernwillig etc., sondern dies durch Fakten belegen soll.

Grundsätzlich hast du natürlich recht, aber was vor 15 Jahren war, hat für heute und die nächsten Jahre nur sehr geringe Aussagekraft. Deswegen sehe ich das ein bisschen kritisch...

alteschachtel
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Beitrag von alteschachtel » 29.08.2014, 12:43

Den Hinweis auf die Fachhochschulreife habe ich mittlerweile entfernt.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 30.08.2014, 09:06

In Deinem speziellen Fall finde ich die "alte" Fachhochschulreife eigentlich gar nicht so uninteressant... und zwar deshalb, weil sie parallel zur "eigentlichen" Arbeit erfolgte. Man könnte sagen, dass Du damals schon einmal bewiesen hast, dass Du der strukturellen Herausforderung eines Dualen Studiums (halt einen theoretischen und einen praktischen Anforderungszweig zur gleichen Zeit) gewachsen bist. Viele hätten das auch vor 15 Jahren nicht geschafft... und würden es 15 Jahre später genausowenig schaffen. Vielleicht könnte man Deine berufliche Jugend sogar tatsächlich augenzwinkernd als ein "kleines duales Studium" bezeichnen... an das sich jetzt das "grosse" anschließen soll.

Noch viel wichtiger finde ich allerdings die Zielsetzung der Gesamtmaßnahme... also das, was Du Dir davon versprichst. Dein bisheriges Argument "Abwechslung" finde ich nicht nur unspezifisch, sondern letztendlich noch nicht einmal sonderlich prägend für Verwaltungsarbeit. Ein positives und lebendiges Bild dessen, was Du Dir als Ergebnis der Mühe erhoffst... den greifbaren Vorteil gegenüber dem Kauffrauen-Dasein... das wäre m. E. ein grosser Sprung nach vorne...

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