AG will ausgehändigtes Arbeitszeugnis wieder zurück

Fragen zu Zeugnissen und Nachweisen: Müssen alle bisherigen Zeugnisse mitgeschickt werden? Welche Nachweise sind wichtig? Wie müssen die Zeugnisse geordnet werden?
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problemfall
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AG will ausgehändigtes Arbeitszeugnis wieder zurück

Beitrag von problemfall » 08.12.2006, 00:10

Hallo

Hab folgendes Problem ...
Mein Arbeitgeber hat mir vor kurzem aus seiner finanziellen Notlage heraus gekündigt. Er wollte dies fristgerecht tun.
Hat es aber zu spät getan.

Ich habe ihm dieses mitgeteilt und auf der Frist bestanden.

Nun hat er die Kündigung um einen Monat verschoben, will aber das mir bereits ausgehändigtes Arbeitszeugnis wieder zurück. Seinen Äusserungen nach will er das Zeugnis neu ausstellen. Da kann ich mir lebhaft vorstellen, dass das neue Zeugnis nicht mehr so gut aussehen wird.
Angedroht hat er es zumindest.

Darf er das bereits von ihm ausgestellte Zeugnis überhaupt zurückfordern ?
Das Zeugnis muß doch der Wahrheit entsprechen und kann doch nicht nach belieben von einem Monat zum nächsten verändert werden, oder ?

Zur Erklärung: Ich habe 2 Jahre für Ihn gearbeitet.

Danke für Tips und Anregungen.

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Caroline
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Beitrag von Caroline » 08.12.2006, 17:54

Hier findet sich schon etwas:
Rechtstipp: Ist der Arbeitgeber verpflichtet, das Zeugnis aus den genannten Gründen zu berichtigen, darf er aber nicht bei dieser Gelegenheit das Zeugnis an anderer Stelle zu verschlechtern. Das darf er nur dann, wenn sich nachträglich Umstände herausgestellt haben, die das Bild des Beurteilten verändern (Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 21.06.2005, Aktenzeichen: 9 AZR 352/04).


http://www.ratgeber-recht24.de/Arbeitsz ... richtigung

Ansonsten mal nach Arbeitszeugnis Widerruf Arbeitgeber in Suchmaschinen suchen.

Es lohnt sich für dich vielleicht, einen Arbeitsrechtler zu Rate zu ziehen, denn der Fall hört sich sehr nach Streit an. :roll:

ublindert
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Beitrag von ublindert » 21.12.2006, 20:17

Hallo,

das hört sich nicht so gut an, aber versuche erst einmal ruhig zu bleiben. Anscheinend befindet sich das UN in einer Notlage und das ist ja mal auch für deinen Chef nicht schön und wahrscheinlich existenzbedrohend. Also hat er jetzt auch Stress.
Aber ihr habt ja immerhin zwei Jahre zusammen gearbeitet. War das schlecht? Oder habt ihr euch ganz gut verstanden...?

Also, ich würde so vorgehen: Sag ihm, dass du verstehst, dass er sich in keiner guten Situation befindet, aber du schließlich auch klarkommen musst und es ist letzten Endes seine Sorgfaltspflicht als AG, die Fristen einzuhalten.

Dann biete ihm an, dass du gerne ein neues Zeugnis entgegennimmst, wenn er dir das gleiche (mit geänderten Daten) gibt. Und dann macht ihr eine 1 zu 1-Übergabe. Auf keinen Fall würde ich ihm das schon ausgestellte Zeugnis so zurückgeben. Versuch, deinem Chef dein Verhalten zu erklären und ruhig zu bleiben.

Zur Not lass dich beraten. Hört sich zwar teuer an, bringt aber sehr viel, wenn man an den Punkten sicher ist.

LG Ublindert

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