Akademiker in einer Sackgasse gefangen...

Auch im Berufsleben steht man immer wieder vor Herausforderungen und Problemen. Die könnt ihr hier diskutieren.
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Frank_1976
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Akademiker in einer Sackgasse gefangen...

Beitrag von Frank_1976 » 09.07.2012, 13:17

Hallo liebe Forengemeinde,

ich 35, bin Wirtschaftsingenieur mit einer Weiterbildung zum Master, ich habe Berufserfahrung als Produktmanager und im Verkauf (derzeit).

Ich bin derzeit aufgrund eines Anrufs von einer Personalberatung sehr irritiert. Mein CV wäre sehr undurchsichtig und man warf mir vor, ich wäre ein Abschlusssammler, der nicht weiß was er will. Meine Laufbahn ist in der Tat sehr holprig, da ich auf dem 2-ten Bildungsweg mein Abi machte und danach studierte. Nach dem Studium folgte eine 2-jährige Berufstätigkeit als Produktmanager, danach der Master. Nach ca. 2 weiteren Jahren Berufstätigkeit nach dem MBA-Abschluss zog es uns in eine andere Ecke Deutschlands, wo meine Frau nach Arbeitslosigkeit wieder eine Stelle fand. Ich arbeite bis jetzt (ca. 3,5 Jahre) als Freelancer im Vertrieb von technischen Produkten. Ich möchte jetzt jedoch wieder zurück in meine alte Tätigkeit als PM oder in eine leitende Position.
Alles in allem habe ich nicht den besten CV. Manch anderer macht kurz nach dem Studium schon einen Senkrechtstart.
Mir macht derzeit alles recht viel Kopfzerbrechen, da ich mich immer weiter von meiner ursprünglichen Laufbahn und Festanstellung wegbewege. Hat jemand schon die selben Erfahrungen gemacht? Oder sehe ich alles zu ernst, und andere bewerten meinen CV ganz anders bzw. sehen ihn von einer anderen Seite. Ist es problematisch als Freelancer wieder in Festanstellung zu kommen?
Über ein paar Tipps würde ich mich freuen.

Gruß Frank

Romanum
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Beitrag von Romanum » 09.07.2012, 15:29

Was verstehst du unter Freelancer? Das ist doch eher ein Begriff aus der Kreativbranche.

Für welche Produkte warst du PM? Vielleicht ähneln sich die Produkte bzw. du kannst Zusammenhänge herstellen. Zudem ist es als PM doch sowieso wichtig, auch vertriebsorientiert zu denken und zu handeln, oder was macht man als PM? Ich erkenne nicht so richtig, wo genau dein Problem liegt.

Frank_1976
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Beitrag von Frank_1976 » 09.07.2012, 17:19

Danke für deine Antwort.

Mein Problem ist ganz einfach, dass ich bisher dachte mein CV wäre geradlinig und sauber. Es sind zwar 2 relativ kurze Perioden bei 2 Unternehmen (jeweils 2 Jahre) dabei gewesen und zwischendrin ein Masterstudium, aber als sprunghaft würde ich mein Verhalten jetzt nicht sehen, geschweige denn dass ich Abschlüsse sammle wie Briefmarken. So einfach soll das ja auch nicht sein habe ich mir sagen lassen.
Ich war bisher immer der Meinung, dass ein Master ein I-Tüpfelchen wäre, eine Fleißaufgabe war es zumindest damals. Nocheinmal den Hintern hochzubekommen wenn man im Berufsleben war macht einen guten Eindruck - dachte ich zumindest. Heutzutage ist der Master ein Standardabschluss. Vielleicht steigere ich mich einfach zu sehr in die Sache rein.

Zum Thema Freelancer - Das ist der falsche Ausdruck. Ich bin Industrievertreter für Präzisionswerkzeuge die in Bearbeitungszentren eingesetzt werden (CNC). Das wäre angeblich seitens der Personalvermittlung eine sehr schlechte Referenz. Mit meinem Abschluss sollte ich mit 35 schon Abteilungsleiter sein. Er hat ja recht, Bekannte von mir haben das schon erreicht. Ich möchte auch dahin, das ist mir wirklich wichtig, deshalb auch meine Bewerbungen.

Aber ist eine selbständige Vertriebstätigkeit wirklich so dermaßen verpönt, dass man auf dem Arbeitsmarkt vollends ignoriert wird??? Wer schon selbst einmal sein eigenes Geschäft hatte, der weiß was das bedeutet und welche Arbeit noch dahintersteckt.

Gruß Frank

red-dice
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Beitrag von red-dice » 09.07.2012, 18:17

Also wenn diese "negative" Rückmeldung nun nur einmal kam, würde ich persönlich mir weniger Gedanken darüber machen.

Manche Firmen mögen "sprunghafte" Menschen andre interpretieren "sonstwas" in diesen Verlauf hinein..

Wobei ich persönlich finde, dass man heutzutage ja (v.a. über den zweiten bildungsweg) kaum ne andre möglichkeit hat, aussre etwas sprunghaft zu sein.

Ich bin zwar noch nciht ganz so weit wie du, habe aber auch schon einige Stationen hinter mir und bin noch lange nicht am "Ziel" angekommen.

Ich gehe stark davon aus, dass mein Lebenslauf irgendwann so aussehen wird wie deiner.

Ich hoffe meine "aufmunternden" Worte können dir helfen.

Wichtig ist es einfach zu dem zu stehen was man tut und was man will, und dass man in vorstellungsgesprächen genau zeigt dass man fuß fassen möchte und die Zeit vorher eben eine art "Weg zum Ziel" war und un so weiter und sofort ;)

lg

Romanum
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Beitrag von Romanum » 09.07.2012, 18:22

Lasse dich von der Meinung der Personalberatung nicht so verunsichern. Du hast gute Gründe, warum dein Lebenslauf so aussieht. Du hast nichts zu verbergen und auch nichts Unanständiges getan. :wink:

Durch die Vertriebserfahrungen weißt du aber doch auch, welche Bedürfnisse vor Ort mit den Werkzeugen und Maschinen befriedigt werden müssen, wahrscheinlich besser als jemand, der nur im Büro gesessen hat. Die Erfahrungen kannst du dann auch in die Tätigkeit als PM einfließen kannst. Das solltest du als Pluspunkt herausstellen, gerade um solche AG anzusprechen, die diese Verbindung als positiv einschätzen.

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