Aktuar Bewerbungsschreiben als Diplom-Mathematiker OK?

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Tjaundnun?
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Aktuar Bewerbungsschreiben als Diplom-Mathematiker OK?

Beitrag von Tjaundnun? » 05.09.2016, 21:07

Hallo zusammen,

ich wollte nachfragen ob meine Stragie korrekt ist bzw. wie sie verbessert
werden kann oder ob sie sowieso aussichtslos ist.

Ziel: Job in einer Versicherung als Aktuar oder in einer Bank in einer Matheabteilung.

Zu mir: Bin 31 Jahre alt, Diplom-Mathematiker. Keine Praktikas, keine Auslandserfahrung.

Warum jetzt erst auf Arbeitssuche?
Hatte mein Studium unterbrochen um zu Pokern. Leider nicht reich damit geworden, sondern nur kleinere Rücklagen gebildet, die gerade dahinschmelzen.

Bisher:
Auf Monster und Stepstone geschaut, immer direkte Absagen bekommen außer einmal, da nach dem Telefonat. Die Stellen werden aber danach teilweise weiter ausgeschrieben. d.h. obwohl sie niemanden anders haben lehnen sie mich trotzdem direkt ab und investieren nicht mal ihre Zeit in ein Telefonat oder Vorstellungsgespräch.

Bisher 10 Bewerbungen geschrieben.

Meine Unterlagen habe ich jetzt auf Tipps von anderen hin geändert, denke aber, dass es am Kern des Problems (Alter, Erfahrung) nichts ändert.


Weiter geplante Vorgehensweise:
Alle Versicherungen und Banken abklappen und vor dem Abschicken der Bewerbung immer schon direkt anrufen und sich genauer nach der Stelle erkundigen.


Fragen: Okay so?
Oder sowieso totale Zeitverschwendung, da keinerlei Aussicht auf Erfolg besteht?

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 05.09.2016, 21:30

Wenn du Praktika nicht als Praktikas verballhornst (Praktika ist schon der Plural von Praktikum!) dann bist du schon einen ganzen Schritt weiter.

Ohne deine Anschreiben zu kennen, kann man natürlich nciht sagen, ob es nicht evtl. an deinen Anschreiben liegt. Als Mathematiker solltest du im Übrigen - falls das für dich eine Option ist - Chancen als Quereinsteiger in der Schule haben. 31 ist auch nicht so das Alter...

Zum Anschreiben: Es kommt darauf an, dass du plausibel und positiv argumentierst.
Dabei solltest du folgende Fragen abarbeiten:
Warum will ich eine bestimmte Stelle, etwa als Aktuar in einer Versicherung, ausfüllen? Was begeistert mich daran? Wo will ich in einigen Jahren stehen?
Ggf. und ohne Lobhudelei: warum soll das ausgerechnet bei Firma XY sein? Wie passen die Firma und ich zusammen?

Zweiter Fragekomplex:
Welche Fachkompetenzen und -kenntnisse bringe ich für die Arbeit mit? Wo, wie und wann erworben?

Dritter Fragekomplex:
Welche Stärken, im Sinne positiver Charaktereigenschaften bringe ich für die Stelle mit? Wann, wo und wie belegt?

Dein Pokern solltest du ggf. nicht in deine Unterlagen mit aufnehmen, man könnte auf die Idee kommen, dass du geneigt wärest, dir anvertrautes Geld zu verzocken.

Tjaundnun?
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Beitrag von Tjaundnun? » 06.09.2016, 00:56

Hallo,

erstmal danke für deine Antwort.
Im Prinzip fände ich es ja toll wenn jemand sich konstruktiv mit meinen bisherigen Unterlagen auseinander setzt. Allerdings weiß ich nicht ob es nicht doch schaden kann wenn diese dann leicht per Suchmaschine gefunden werden können. Ich setze es mal als Bild hier mit ein.

Der lange Erklärabschnitt ist neu. Mir wurde dazu geraten entgegen der üblichen Konventionen, da mein Lebenslauf ja auch sehr unkonventionell sei.

Im vierten Abschnitt versuche ich dann immer an das Unternehmen angepasst zu schreiben.

Die Sache mit dem Pokern ist eben wenn ich es weglasse dann fragen die sich ja, was ich in der ganzen Zeit gemacht habe. Und Pokern ist vermutlich sogar in den Augen einer Paradepersonalerin besser als ein dann vermuteter Aufenthalt in der Entzugsklinik oder JVA.



Bild

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 06.09.2016, 06:21

1./6._September
Auch sonst sehe ich einige Fehlerchen, die ich aber zu faul abzuschreiben bin. Was deine Ängste angeht: Es ist nicht verboten, sich Hilfe zu holen. Im Prinzip gehört das sogar mit zur Teamfähigkeit.

Es fällt auf - siehe mein Fragenkatalog - dass du zwar mit Fakten einsteigst, aber ohne erkennbare Motivation. Deine Motivation wäre idealerweise mit deinem wichtigsten Argument, warum man dich einstellen sollte verknüpft und stünde ziemlich weit oben im Anschreiben. Recherchiere mal nach dem AIDA-Prinzip.

Das zweite, was auffällt, ist die fehlende Struktur deines Anschreibens: Mitten im Text kommst du plötzlich von einem völlig anderen Thema auf deine Jugendleitererfahrungen. Man weiß nicht so recht ob du die einfach mitaufführst oder ob du eine Idee hast, wieso sie für den Arbeitgeber wichtig sein könnten. Du solltest den Eindruck gegenüber dem Adressaten vermeiden, dass du Dinge um ihrer selbst Willen aufführst ohne damit eine konkrete Vorstellung zu verknüpfen, wieso diese für die Stelle wichtig sind.

Das dritte was mir auffällt ist der Raum, den deine Pokerspiele (deine Spielsucht?!) in dem Anschreiben einnehmen.
Die erste Frage ist ja sowieso, ob es geschickt ist, das Pokern überhaupt zu erwähnen (wenn man dir Geld anvertraut: verzockst du es?), aber auch gegenüber deinen Studieninhalten nimmt das Pokern beinahe mehr Raum ein.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 06.09.2016, 08:13

Mir fällt vor allem auf, dass Du in fachlicher Hinsicht ausschliesslich von der "Mathematik an sich" redest - kein Wort über deren Anwendung im Sinne des Lesers! Genau DIE ist aber das, was ihn interessiert. Hier kann nur der Eindruck entstehen, dass die auf das Studium folgende Erwerbsarbeit nicht mehr als ein notwendiges Übel für Dich ist... völlig austauschbar und bestenfalls noch eine Art Kompromiss. Er wird das sehr, sehr anders sehen... ;-)

Tjaundnun?
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Beitrag von Tjaundnun? » 06.09.2016, 09:53

Okay, was solls. Der Text muss offenbar sowieso radikal geändert werden,hier also das Gerüst:
Sehr geehrte Damen und Herren,

Wahrscheinlichkeitstheorie, Stochastische Prozesse, Finanzmathematik und mathematische Statistik sind Inhalt meines mit guter Leistung abgeschlossenen Diplomstudiums der Mathematik. Betriebs- und volkswirtschaftliche Kenntnisse habe ich im Rahmen meines Nebenfachs erworben.

Ich kommuniziere sicher auf Englisch und bin im Umgang mit MS-Office Anwendungen vertraut. Team- und Leitungsfähigkeiten habe ich vor allem bei meiner Tutorentätigkeit und als Jugendgruppenleiter erworben.

Meine Stärken liegen in der intensiven Auseinandersetzung mit einer Sache und im dafür erforderlichen schnellen Durchdringen von Sachverhalten. Diese Fähigkeiten waren entscheidend für meinen Erfolg als selbständiger Pokerspieler, der es mir ermöglichte mein Studium zu finanzieren. Die Entscheidung hierfür beruhte auf den damals günstigen Pokerbedingungen und dem Vertrauen in meine Fähigkeiten. Hierbei war jedoch immer klar, dass ich das Studium eines Tages beenden werde. Aufgrund der sich deutlich verschlechternden Pokerbedingungen und dem Auslaufen des Diplomstudienganges, habe ich 2013 mein Studium fortgesetzt.

An dem von Ihnen angebotenen Arbeitsplatz reizen mich besonders (endlich praktische Erfahrunge sammeln, Weiterbildungsmöglichkeiten (Aktuar)…)., tolle Mitarbeiter, erfolgreiches Unternehmen,

Wenn Sie also planen Ihr Personal in nächster Zeit um einen analytisch denkenden, mit selbstständiger Arbeit vertrauten und hochmotivierten Mitarbeiter zu verstärken, dann freue ich mich über Ihre Rückmeldung.

Mein frühestmöglicher Eintrittstermin ist der 6. September 2016 und meine Gehaltsvorstellung liegt bei einem Brutto-Jahresgehalt von 48 000€.

Mit freundlichen Grüßen


Max Mustermann
Habe das AIDA-Modell gegoogelt. Finde es schwierig daraus nun konkret etwas abzuleiten. Interest, Desire und Action werden vermutlich am besten durch gute, harte Fakten im Lebenslauf ausgelöst, also die bereits angesprochenen Praktika und Auslandserfahrungen.

Die Überlegungen für meine Struktur sehen so aus:

Direkt am Anfang steht, was am meisten für mich spricht, also eine gute mathematische Bildung mit dem Schwerpunkt in Stochastik. Die Versicherungsmathematik fällt ebenfalls in den Bereich Stochastik.
Für den auf mittlere Sicht angestrebten Beruf des Aktuars sind diese Kenntnisse also sehr wertvoll.

Danach kommen die Softskills.
Die Jugendleitererfahrungen sind aufgeführt um zu beweisen, dass die behaupteten Team- und Leitungsfähigkeiten da sind.

Dann kommt die Pokersache, die so ungewöhnlich ist, dass sie erklärt werden muss.

Wenn der Personaler mit Poker Spielsucht verbindet, dann habe ich da sowieso keine Chance.
Wie würdest du an meiner Stelle mit der Sache umgehen? De facto ist es ein Strategiespiel bei dem es darum geht gute Entscheidungen unter Unsicherheit zu treffen. (hier sehe ich Parallelen zu einer Versicherung) Und wer es schafft dauerhaft Geld aus dem System zu ziehen gehört zu einer kleinen, begabten Minderheit.

Wenn ich es einfach komplett rausnehme dann steht da Studium von 2004-2016. Ist das wirklich besser?



@Fragen
Ich möchte Aktuar werden. Da ist die Mathematik doch entscheidend!?


Meine Erwiderungen bitte nicht so auffassen, dass ich keine Hilfe annehmen will. Ich möchte nur immer das warum verstehen.

katerfreitag
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Beitrag von katerfreitag » 06.09.2016, 11:25

Du hast geschrieben:

'Interest, Desire und Action werden vermutlich am besten durch gute, harte Fakten im Lebenslauf ausgelöst, also die bereits angesprochenen Praktika und Auslandserfahrungen.'

Niedlich. Typischer Nerd-Fehler... Nicht böse sein. ;)

Aber das sind Emotionen. Die löst Du nicht durch harte Fakten aus, sondern musst versuchen, den Personaler auch durch unterschwellige Hinweise (adäquates Vokabular, passende Struktur und ein stimmiges Layout) dahingehend zu beeinflussen, dass er Dir die harten Fakten überhaupt abnimmt.

Das mit dem Erfolg beim Pokern... naja: Du hattest wohl weniger Erfolg damit als gedacht, sonst hättest Du ja nicht aufgehört, oder? Folgt man Deiner Argumentation, dann heißt das, Du hast weniger gute Entscheidungen in unsicheren Situationen getroffen. Das ist für eine Versicherung ganz schlecht. Oder sehe ich das falsch?

Tjaundnun?
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Beitrag von Tjaundnun? » 06.09.2016, 15:00

Aber das sind Emotionen. Die löst Du nicht durch harte Fakten aus, sondern musst versuchen, den Personaler auch durch unterschwellige Hinweise (adäquates Vokabular, passende Struktur und ein stimmiges Layout) dahingehend zu beeinflussen, dass er Dir die harten Fakten überhaupt abnimmt.
Und das geht wie?
Das mit dem Erfolg beim Pokern... naja: Du hattest wohl weniger Erfolg damit als gedacht, sonst hättest Du ja nicht aufgehört, oder? Folgt man Deiner Argumentation, dann heißt das, Du hast weniger gute Entscheidungen in unsicheren Situationen getroffen. Das ist für eine Versicherung ganz schlecht. Oder sehe ich das falsch?
Die Umweltbedingungen haben sich geändert. Die Regierungen haben eingegriffen. Zuerst durften keine US Amerikaner mehr mitspielen. Es gab natürlich einige sehr gute Amerikaner aber die Masse war schlecht und hat viel Geld verloren. Später wurden auch Briten, Franzosen und Niederländer ausgeschlossen. Übrig bleiben Osteuropäer und Deutsche.
Die Osteuropäer spielen sehr stark - vermutlich eine Kombination daraus, dass es sich dort kaum jemand leisten kann mal mehrere Hundert Euro zu verlieren und es für die schlauen Leute dort nicht so viele andere gut bezahlte Jobs gibt wie in Westeuropa.

Zusätzlich wurden die Gebühren erhöht.

Im Poker ergibt sich der Gewinn aus:

Erspieltem Gewinn - Gebühren an den Anbieter

Als wäre das nicht schon genug sind auch immer mehr Bots ins Spiel gekommen, eine Tendenz, die nicht aufzuhalten ist.



[/quote]

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 06.09.2016, 19:24

Tjaundnun? hat geschrieben:Ich möchte Aktuar werden. Da ist die Mathematik doch entscheidend!?
Genau diese Aussage ("Ich möchte Aktuar werden.") ist es, die dem Anschreiben fehlt. Genau genommen steht da noch nicht einmal, dass Du irgendetwas mit Versicherungen machen willst... oder irgendetwas darüber wüsstest. Da steht im Grunde nicht mehr und nicht weniger, als dass Du Mathematik kannst. So etwas nennt sich in Deiner Welt eine "notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung." Zwischen der Versicherung und Dir fehlt die "eineindeutige Zuordnung"... ;-)
Tjaundnun? hat geschrieben:Ich möchte nur immer das warum verstehen.
Das "Warum" hat hier neben der von katerfreitag erwähnten psychologischen Seite auch noch eine rein sachliche: Der Leser würde Dich gerne "versicherungstechnisch" einschätzen. Die Mathematik als solche wird ihm fremd sein. Er wüsste z. B. gerne, ob Du weisst, worauf Du Dich da einlässt... und ob (bzw. DASS!) Dich die real existierende Aufgabe über einen längeren Zeitraum fesseln kann. Aus einem reinen Stochastik-Interesse lässt sich das m. E. nicht belastbar folgern. Es wäre doch gut möglich, dass Deine persönliche Ambitionen quasi da beginnen, wo der Bedarf der Versicherungswirtschaft aufhört. Alternativ: Dass Du mit deren grundsätzlichem Wirtschaftsinteresse nichts anfangen kannst. Oder dass Dein nachweislicher Spieltrieb einen unüberwindlichen Gegensatz zu deren Politik der organisierten Risikominimierung steht.

Ein gutes Anschreiben von Dir würde derartige Bedenken gewissermassen noch vor ihrer Entstehung zerstreuen... ;-)

Du hast nach Deinen Erfolgsaussichten gefragt. M. E. gibt es da kein fundamentales Problem aus der Faktenlage heraus. Dir entscheidende Frage wird sein, inwieweit Du Dich dazu überwinden kannst, aktiv auf Dein Gegenüber und seine Bedürfnisse einzugehen. Das aus tiefster Überzeugung zu wollen, wäre der Schritt, der Tante AIDA noch vorangehen müsste... ;-)

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 06.09.2016, 22:45

Tjaundnun? hat geschrieben:Diese Fähigkeiten waren entscheidend für meinen Erfolg als selbständiger Pokerspieler, der es mir ermöglichte mein Studium zu finanzieren. Die Entscheidung hierfür beruhte auf den damals günstigen Pokerbedingungen und dem Vertrauen in meine Fähigkeiten. Hierbei war jedoch immer klar, dass ich das Studium eines Tages beenden werde. Aufgrund der sich deutlich verschlechternden Pokerbedingungen und dem Auslaufen des Diplomstudienganges, habe ich 2013 mein Studium fortgesetzt.
Insgesamt ist das Anschreiben schon besser als die vorherige Version. Aber immer noch dieser hohe Anteil an Poker und dann auch noch mit dem Attribut verschlechtern.

Think positive!
An dem von Ihnen angebotenen Arbeitsplatz reizen mich besonders (endlich praktische Erfahrunge sammeln, Weiterbildungsmöglichkeiten (Aktuar)…)., tolle Mitarbeiter, erfolgreiches Unternehmen,
Please do not slime!

Charlie Schmidt
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Beitrag von Charlie Schmidt » 07.09.2016, 22:34

Versuch doch mal, zu beschreiben, wie Du Aufgabe eines Aktuars angehen würdest. Was macht so ein Mensch, was ist seine Aufgabe und warum bis Du in der Lage, diese Aufgaben zu lösen? Wie würdest Du das tun? Du könntest auch eine Ausschreibung einstellen, dann könnte man schauen, ob man darüber was erarbeiten könnte.

Tjaundnun?
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Beitrag von Tjaundnun? » 07.09.2016, 23:40

Wie der konkrete Alltag eines Aktuars aussieht weiß ich nicht. Aber er modelliert die Realität mathematisch und auf dieser Grundlage werden Versicherungstarife entworfen.


karrierefuehrer.de/branchen/banken-versicherungen/was-macht-eigentlich-ein-aktuar.html

Das ist also im Endeffekt angewandte Mathematik.

Jetzt direkt so konkret könnte ich nicht als Aktuar arbeiten, aber ich bringe eben die Voraussetzungen mit, nämlich ein Mathematikstudium mit stochastischem Schwerpunkt. Ich probiere jetzt mal ein neues Anschreiben zu machen und stelle dies dann ein sobald es fertig ist.

[/quote]

BlackDiamond
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Beitrag von BlackDiamond » 11.09.2016, 10:42

Charlie Schmidt hat die Frage, was ein Aktuar macht, wahrscheinlich nicht gestellt, damit du sie ihm durch einen Link beantwortest, sondern damit du sie dir stellst und beantwortest. :D und damit du die Antworten darauf in dein Anschreiben einbaust, das ja, wie erwähnt, gar nicht sagt, dass du Aktuar werden möchtest und warum.

Da du immer sofort abgelehnt wirst, noch ein paar Fragen:
Tjaundnun? hat geschrieben:Wie der konkrete Alltag eines Aktuars aussieht weiß ich nicht.
Welche Möglichkeiten gibt es, das in der Praxis rauszufinden? Wäre ein Praktikum ein Weg? Du hast während des Studiums kein Praktikum gemacht, ist das bei Mathematik üblich?

Könntest du die Ausbildung bei der DAV auch beginnen, ohne einen Job als Aktuar (in Ausbildung) zu haben? Die DAV-Zertifizierung ist doch eine wichtige Voraussetzung, oder?

Ist deine Gehaltsvorstellung realistisch?

Romanum
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Beitrag von Romanum » 14.09.2016, 13:30

Praktika sind bei Mathematik-Studium wohl weniger üblich. Das Alter ist auch nicht das größte Problem. Problem ist dann eher, dass dieses Anschreiben von jedem anderen x-beliebigen Mathematik-Absolventen stammen könnte. Zusätzlich eben noch der Minuspunkt mit der Unterbrechung des Studiums.

Die Nennung von Mathematik-Teilgebieten ist nun auch nicht gerade hilfreich, denn diese Vorlesungen hat jeder Mathematik-Student gehört, der Aktuar werden möchte.

Man erfährt eben keinen großen Pluspunkt, wie eine überdurchschnittliche Abschlussnote, perfektes Englisch, passendes Abschlussarbeits-Thema.

Lies dir auch noch mal andere Mathematiker-Bewerbungen durch, um die Anregungen zu holen:

https://www.bewerbung-forum.de/forum/ver ... 63422.html

https://www.bewerbung-forum.de/forum/mat ... 22626.html

https://www.bewerbung-forum.de/forum/mat ... 10579.html

https://www.bewerbung-forum.de/forum/mat ... 61536.html

https://www.bewerbung-forum.de/forum/ans ... 55373.html

https://www.bewerbung-forum.de/forum/ver ... 38553.html

https://www.bewerbung-forum.de/forum/tec ... 41432.html

https://www.bewerbung-forum.de/forum/mat ... 16923.html

https://www.bewerbung-forum.de/forum/mat ... 52244.html

Tjaundnun?
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Beitrag von Tjaundnun? » 16.01.2017, 22:18

Neueste Version, mit gleichbleibendem Ergebnis:
Mathematiker
Sehr geehrte Damen und Herren,
Wahrscheinlichkeitstheorie, Stochastische Prozesse, Finanzmathematik und mathematische Statistik sind Inhalt meines mit guter Leistung abgeschlossenen Diplomstudiums der Mathematik. Da mich sowohl die reine Theorie als auch die Anwendung der Mathematik interessieren, habe ich mich zudem für das Nebenfach BWL entschieden – eine perfekte Grundlage für die Ausbildung zum Aktuar.

Meine Stärken liegen in der intensiven Auseinandersetzung mit einer Sache und im dafür erforderlichen schnellen Durchdringen von Sachverhalten. Diese Fähigkeiten waren auch entscheidend für meinen Erfolg als selbständiger Pokerspieler, der es mir unter anderem ermöglichte mein Studium vollständig zu finanzieren. Die erfolgreiche Anwendung meiner analytischen Denkweise in einem herausfordernden und kompetitiven Umfeld, hat mir dabei große Freude bereitet.
Grundkenntnisse der Programmierung habe ich mir bereits während meines Mathematikstudiums angeeignet. Diese und meine allgemeinen IT-Fähigkeiten baue ich aktuell durch ein berufsbegleitend angelegtes Fernstudium der Informatik aus.

Ausschlaggebend für meine Entscheidung, mich bei der Cardif Lebensversicherung zu bewerben, ist die Aussicht auf herausfordernde Aufgaben, die Möglichkeit, von einem erfahrenen Praxisteam zu lernen und meine sehr guten Erfahrungen als Kunde der BNP Paribas. Die Chance, eine berufsbegleitende Ausbildung zum Aktuar zu absolvieren, macht einen Berufseinstieg in Ihrem Unternehmen für mich besonders attraktiv. Mein Ziel ist es, möglichst rasch einen echten Beitrag zum Erfolg Ihres Unternehmens zu leisten.

Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 45.000 € und der Einstieg wäre ab sofort möglich. Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch von meinen Kenntnissen und meiner Motivation.

Mit freundlichen Grüßen

Fragen:

1.Warum ich Aktuar werden will noch weiter ausbauen?

2. Gehaltsvorstellung niedriger ansetzen? Wenn ich 25.000€ reinschreibe denken die dann okay, er will es wirklich und ist bereit die Mängel im Lebenslauf durch ein niedrigeres Gehalt gegenüber Mitbewerbern wettzumachen oder denken die Arbeitgeber eher, dass da was faul sein muss und nehmen erst recht Abstand?

3. Ich habe keine Vorlesungen zur Versicherungsmathematik oder Versicherungswirtschaft besucht. Wie ist es wenn ich Bücher darüber gelesen habe. Schreibt man das in ein Anschreiben, oder ist das zu wenig?


@Romanum

Wenn die Fächer eh jeder gemacht hat, dann rausnehmen oder? Die gute Note auch raus? (Hat in Mathe auch fast jeder, der zu den 20% gehört, die den Abschluss schaffen).

e: Das hier war die Ausschreibung:

https://www.bnpparibascardif.de/files/j ... atiker.pdf

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 16.01.2017, 23:01

Tjaundnun? hat geschrieben:Mathematiker
Sehr geehrte Damen und Herren,
Wahrscheinlichkeitstheorie, Stochastische Prozesse, Finanzmathematik und mathematische Statistik sind Inhalt meines mit guter Leistung abgeschlossenen Diplomstudiums der Mathematik. Da mich sowohl die reine Theorie als auch die Anwendung der Mathematik interessieren, habe ich mich zudem für das Nebenfach BWL entschieden – eine perfekte Grundlage für die Ausbildung zum Aktuar.

Meine Stärken liegen in der intensiven Auseinandersetzung mit einer Sache und im dafür erforderlichen schnellen Durchdringen von Sachverhalten. Diese Fähigkeiten waren auch entscheidend für meinen Erfolg als selbständiger Pokerspieler, der es mir unter anderem ermöglichte mein Studium vollständig zu finanzieren. Die erfolgreiche Anwendung meiner analytischen Denkweise in einem herausfordernden und kompetitiven Umfeld, hat mir dabei große Freude bereitet.
Grundkenntnisse der Programmierung habe ich mir bereits während meines Mathematikstudiums angeeignet. Diese und meine allgemeinen IT-Fähigkeiten baue ich aktuell durch ein berufsbegleitend angelegtes Fernstudium der Informatik aus.

Ausschlaggebend für meine Entscheidung, mich bei der Cardif Lebensversicherung zu bewerben, ist die Aussicht auf herausfordernde Aufgaben, die Möglichkeit, von einem erfahrenen Praxisteam zu lernen und meine sehr guten Erfahrungen als Kunde der BNP Paribas. Die Chance, eine berufsbegleitende Ausbildung zum Aktuar zu absolvieren, macht einen Berufseinstieg in Ihrem Unternehmen für mich besonders attraktiv. Mein Ziel ist es, möglichst rasch einen echten Beitrag zum Erfolg Ihres Unternehmens zu leisten.

Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 45.000 € und der Einstieg wäre ab sofort möglich. Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch von meinen Kenntnissen und meiner Motivation.

Mit freundlichen Grüßen
Viel hat sich ja nicht geändert in den letzten vier Monaten. Oder sagen wir etwas weicher: Nicht genug. Das ist womöglich auch ein Kernproblem deiner Bewerbungen: Offenbar interessierst du dich gar nicht für die Ausschreibungen sondern ziehst deinen Stiefel durch.
Auch gegenüber Anmerkungen, die man dir gegeben hat; das gilt leider in Teilen immer noch:
TheGuide hat geschrieben:Es fällt auf - siehe mein Fragenkatalog - dass du zwar mit Fakten einsteigst, aber ohne erkennbare Motivation. Deine Motivation wäre idealerweise mit deinem wichtigsten Argument, warum man dich einstellen sollte verknüpft und stünde ziemlich weit oben im Anschreiben. Recherchiere mal nach dem AIDA-Prinzip.

Das zweite, was auffällt, ist die fehlende Struktur deines Anschreibens: [...]

Das dritte was mir auffällt ist der Raum, den deine Pokerspiele (deine Spielsucht?!) in dem Anschreiben einnehmen.
Die erste Frage ist ja sowieso, ob es geschickt ist, das Pokern überhaupt zu erwähnen (wenn man dir Geld anvertraut: verzockst du es?), ...
Was mich an der neuen Version des Anschreibens stört, sind die klaren Abschreiber aus Bewerbungsratgebern. Namentlich ist das dieser Absatz:
Ausschlaggebend für meine Entscheidung, mich bei der Cardif Lebensversicherung zu bewerben, ist die Aussicht auf herausfordernde Aufgaben, die Möglichkeit, von einem erfahrenen Praxisteam zu lernen und meine sehr guten Erfahrungen als Kunde der BNP Paribas. Die Chance, eine berufsbegleitende Ausbildung zum Aktuar zu absolvieren, macht einen Berufseinstieg in Ihrem Unternehmen für mich besonders attraktiv. Mein Ziel ist es, möglichst rasch einen echten Beitrag zum Erfolg Ihres Unternehmens zu leisten.
Hier hast du doch lediglich Platzhalter ersetzt.
1.Warum ich Aktuar werden will noch weiter ausbauen?
Ja.
2. Gehaltsvorstellung niedriger ansetzen? Wenn ich 25.000€ reinschreibe denken die dann okay, er will es wirklich und ist bereit die Mängel im Lebenslauf durch ein niedrigeres Gehalt gegenüber Mitbewerbern wettzumachen oder denken die Arbeitgeber eher, dass da was faul sein muss und nehmen erst recht Abstand?
Ja. Wenn du Zweifel an deinem Marktwert hast, warum sollten deine Adressaten dir dan Vertrauen schenken? Bewege dich in dem Rahmen, was du realistischerweise in dem Beruf, bei dem Ausbildungsstand und regional üblich erwarten darfst.
3. Ich habe keine Vorlesungen zur Versicherungsmathematik oder Versicherungswirtschaft besucht. Wie ist es wenn ich Bücher darüber gelesen habe. Schreibt man das in ein Anschreiben, oder ist das zu wenig?
Schreib doch in etwa: Während meines Studiums arbeitete ich in diesem und jenen Zusammenhang zur Versicherungsmathematik und -wirtschaft und beschäftigte mich dabei insbesondere mit der XYZ-Theorie. So umgehst du die Tatsache, dass du keine Veranstaltung in der Richtung belegt hast. Der Satz muss natürlich der Wahrheit entsprechen. Lügen ist no-go aber die Wahrheit so zu erzählen, dass sie dir nutzt, ist erlaubt.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 22.01.2017, 15:03

TheGuide hat geschrieben:Viel hat sich ja nicht geändert in den letzten vier Monaten.
Insbesondere gehst Du nach wie vor mit keinem Wort auf das konkrete Berufsbild ein. Immer noch nichts Inhaltliches zu Versicherungen und Artverwandtem, und sei es auch nur im allerweitesten Sinne...

Charlie Schmidt
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Beitrag von Charlie Schmidt » 23.01.2017, 14:07

Hallo Tjaundnun?,

in Deinem Fall ist es für Laien einfach sehr schwer, gute und konkrete Tipps zu geben. Das ist ja schon alles ziemlich speziell. Verstehe ich das denn richtig, dass es sich um eine Art Ausbildung/Traineeship handelt? Dann wäre Dein Gehaltswunsch vielleicht wirklich etwas hoch. Wie wäre es denn, wenn Du mal bei der Firma anrufen und vorsichtig nachfragen würdest? Oder vielleicht bei der DAV (https://aktuar.de/ueber-uns/kontakt/Seiten/default.aspx)? Sorry, falls Du die schon kennst, aber ich glaube, da könntest Du zumindest die Frage mit dem Gehalt klären und vielleicht noch ein paar weitere unterbringen.

Tjaundnun?
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Beitrag von Tjaundnun? » 23.01.2017, 22:39

Uncool, die nächste Absage kassiert.

Ja, es handelt sich dabei um eine berufsbegleitende Ausbildung.

Neuer Versuch, diese Stellenanzeige:

http://stellenanzeige.monster.de/getjob ... FInsurance


Mathematiker

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte unbedingt Aktuar werden.
Der stochastische Schwerpunkt meines Studiums, kombiniert mit dem Nebenfach Betriebswirtschaftslehre und der Wunsch jetzt richtig durchzustarten bilden dafür eine sehr solide Grundlage.

Meine Stärke, die im raschen Durchdringen von Sachverhalten und im Aneignen von Neuem liegt wird sich dabei in zweifacher Hinsicht positiv auswirken. Einerseits durch eine vergleichsweise kurze
Einarbeitungszeit und anderseits wenn es darum geht die Ausbildung zum Aktuar zügig und gut zu meistern.

Diese Fähigkeit war auch entscheidend für meinen Erfolg als selbständiger Pokerspieler, der es mir unter anderem ermöglichte mein Studium vollständig zu finanzieren.
Die erfolgreiche Anwendung meiner analytischen Denkweise in einem herausfordernden und kompetitiven Umfeld, hat mir dabei große Freude bereitet. Das gleiche Prinzip, nämlich mich mit einem stetig wachsenden
theoretischen Wissen, den täglich neuen Herausforderungen erfolgreich zu stellen erwarte ich vom Berufsalltag als angehender Aktuar.

Die geforderten Grundkenntnisse der Programmierung habe ich mir bereits während meines Mathematikstudiums angeeignet. Diese und meine allgemeinen IT-Fähigkeiten baue ich aktuell durch ein berufsbegleitend
angelegtes Fernstudium der Informatik aus.


Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 24.000 € und der Einstieg wäre ab 15.Februar möglich. Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch von meinen Kenntnissen und meiner Motivation.

Mit freundlichen Grüßen

Habe es noch nicht abgeschickt, wollte erst eure Meinung dazu hören.

Zusatzfragen:

1.Soll ich meine fehlende Praxiserfahrung selbst ansprechen?
2. Ist es noch zeitgemäß einfach persönlich alle Versicherungen abzuklappern und nach Arbeit zu fragen?

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Beitrag von TheGuide » 23.01.2017, 23:24

Tjaundnun? hat geschrieben:ich möchte unbedingt Aktuar werden.
Aber warum denn?!?!
Der stochastische Schwerpunkt meines Studiums, kombiniert mit dem Nebenfach Betriebswirtschaftslehre und der Wunsch jetzt richtig durchzustarten bilden dafür eine sehr solide Grundlage.
Inwiefern?
Meine Stärke, die im raschen Durchdringen von Sachverhalten und im Aneignen von Neuem liegtKOMMA wird sich dabei in zweifacher Hinsicht positiv auswirken. Einerseits durch eine vergleichsweise kurze Einarbeitungszeit und anderseits wenn es darum geht die Ausbildung zum Aktuar zügig und gut zu meistern.
Wann, wo, wie hast du diese Stärke belegt? Merkst du eigentlich, dass du im zweiten Satz teilweise dasselbe schreibst, wie im ersten?
Diese Fähigkeit war auch entscheidend für meinen Erfolg als selbständiger Pokerspieler, der es mir unter anderem ermöglichte mein Studium vollständig zu finanzieren.
Meine Auffassung zu deinem Pokerspiel habe ich dir wiederholt mitgeteilt.
Abgesehen davon ist die Wendung selbständiger Pokerspieler etwas albern. Man stelle sich einen "angestellten Pokerspieler" vor... Abgesehen von der Spielsucht, die man dir unterstellen könnte, ist natürlich im weiteren fraglich, ob die beim Pokerspiel gewünschten Eigenschaften auch die sind, die man sich bei einem Aktuar wünscht.
Die erfolgreiche Anwendung meiner analytischen Denkweise in einem herausfordernden und kompetitiven Umfeld, hat mir dabei große Freude bereitet.
Das Komma ist falsch.
Das gleiche Prinzip, nämlich mich mit einem stetig wachsenden
theoretischen Wissen, den täglich neuen Herausforderungen erfolgreich zu stellenKOMMA erwarte ich vom Berufsalltag als angehender Aktuar.
Das Komma nach Wissen ist falsch.
Die geforderten Grundkenntnisse der Programmierung habe ich mir bereits während meines Mathematikstudiums angeeignet. Diese und meine allgemeinen IT-Fähigkeiten baue ich aktuell durch ein berufsbegleitend
angelegtes Fernstudium der Informatik aus.
Auch hier: Glaubst du wirklich, dass jemand, der dich einstellt, sich wünscht, dass du noch ausbildungsbegleitend die Zusatzbelastung eines Studiums eingehst?
Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 24.000 € und der Einstieg wäre ab 15._Februar möglich. Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch von meinen Kenntnissen und meiner Motivation.
EIgentlich solltest du schon im Anschreiben weitgehend überzeugen und dies nicht erst auf das VG vertagen.
1.Soll ich meine fehlende Praxiserfahrung selbst ansprechen?
Die Bewerbung dient der Werbung. Sprich: Du führst Argument an, die FÜR dich sprechen, keine, die GEGEN dich sprechen.
2. Ist es noch zeitgemäß einfach persönlich alle Versicherungen abzuklappern und nach Arbeit zu fragen?
Klinken putzen? Warum nicht? Ist aber eine Typfrage. Also sowohl ob du das kannt als auch ob du überzeugst.

Charlie Schmidt
Bewerbungshelfer
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Registriert: 25.02.2016, 09:55

Beitrag von Charlie Schmidt » 24.01.2017, 10:49

Also, ich möchte Dir noch einmal raten, Dich von kompetenter Stelle (DAV) beraten zu lassen. Ich glaube wirklich, dass Dich das entscheidend voranbringen würde. Mir und ich nehme an, so geht es auch den anderen, ist zum Beispiel überhaupt nicht klar, welche Möglichkeiten es gibt, diese Ausbildung zu absolvieren.

M. E. lassen sich die beiden von Dir gebrachten Stellenausschreibungen in Bezug auf die Aktuarsausbildung komplett unterschiedlich lesen:
Bereitschaft, die Ausbildung zum/zur Aktuar/in (DAV) zu absolvieren (BNP)
versus
Idealerweise starten Sie kurzfristig mit Ihrer Ausbildung zum Aktuar (DAV) oder haben die Ausbildung sogar schon begonnen (Ergo)
Aus der ersten Beschreibung lese ich heraus, dass Du aktiv, ggf. auch finanziell bei der Ausbildung unterstützt wirst, aus der zweiten die Erwartung, dass Du die Ausbildung berufsbegleitend absolvierst und auch selbst finanzierst. Das ist aber nur eine Interpretation ohne genaue Kenntnis der tatsächlichen Möglichkeiten.

Ansonsten bin ich mal grob die Anforderungen durchgegangen:
Ihr (Wirtschafts-)Mathematikstudium haben Sie sehr gut oder gut abgeschlossen (okay)

Idealerweise starten Sie kurzfristig mit Ihrer Ausbildung zum Aktuar (DAV) oder haben die Ausbildung sogar schon begonnen (siehe oben)

Dank Ihrer schnellen Auffassungsgabe tauchen Sie tief in die mathematischen Grundlagen der privaten und betrieblichen Altersversorgung ein (fehlt oder wird jedenfalls (für mich) nicht ausreichend von Dir herausgearbeitet)

Sie sind Neuem gegenüber aufgeschlossen? Sie haben Spaß am Programmieren? Sie lieben Zahlenspiele und andere Herausforderungen? Sehr gut! (Das fehlt m. E., auch wenn Du es mit dem Pokerspiel eventuell streifst. (Wie wär`s übrigens mit "professioneller", statt "selbstständiger" Pokerspieler?) Auf jeden Fall wünschen die sich Begeisterung und Enthusiasmus, das kommt bei Dir leider nicht rüber.)

Persönlich überzeugen Sie mit Ihrer kreativen Art, komplexe, herausfordernde Zusammenhänge zu analysieren, innovative Ergebnisse zu erzielen und diese zu vermitteln (Fehlt auch: Ich lese daraus, dass Du in der Lage sein solltest, schwierige Sachverhalte zu erfassen, aufzuarbeiten und - vor allem - Deine Ergebnisse möglichst überzeugend und einfach zu vermitteln. Ist das etwas, das Dir liegt?)


Nicht zuletzt punkten Sie mit einer großen Portion Teamgeist (Fehlt komplett: Bist Du denn ein Teamplayer?)
Hinzu kommen noch die Infos aus der Aufgabenbeschreibung.

Romanum
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Beitrag von Romanum » 27.01.2017, 13:45

Uncool, die nächste Absage kassiert.

Wurdest du schon mal zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen?

1.Soll ich meine fehlende Praxiserfahrung selbst ansprechen?

Vielleicht kannst du dich in deiner Situation ja auch erst mal für ein Praktikum bewerben, welches nicht gerade bei großen Unternehmen stattfindet. Denn dort wirst du eben bestimmte Muss-Kriterien aufgrund der hohen Bewerberanzahl nicht erfüllen.

2. Ist es noch zeitgemäß einfach persönlich alle Versicherungen abzuklappern und nach Arbeit zu fragen?

Versicherungen sind doch sehr große Unternehmen und haben eine effiziente Personalplanung. Dort werden alle Stellen auch öffentlich ausgeschrieben. Du könntest auf Jobbörsen und Branchentreffs gehen, um mit Ansprechpartnern ins Gespräch zu kommen.

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