Allgemeine Frage zu Praktika-Möglichkeiten

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NeLL*
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Allgemeine Frage zu Praktika-Möglichkeiten

Beitrag von NeLL* » 30.11.2007, 12:59

Hallo zusammen,

ich habe gerade eine Email von meinem 'zukünftigen EQJ-qualifizier-Arbeitgeber' bekommen und bin sowas von gefrustet ... Mann muss dazu sagen, dass ich mich initiativ beworben hatte, weil dieser Betrieb quasi meine einzige Chance hier gewesen wäre und ist (Veranstaltungskaufleute haben - zumindest als Ausbildungsberuf - hier keine Möglichkeit) ... Und nun war auch Mitte September gleich das Vorstellungsgespräch, es war alles prima und wir wollten gerne miteinander arbeiten. Nun hatte er in den letzten zwei Monaten ganz besonders viel Stress, weil er eine sehr große Veranstaltung (WM) organisiert hat.

Er ist bisher eben alleine und hatte noch nie so etwas wie Praktikanten, etc. ... Der Berufsberater meinte zu mir aber immer, dass einer EQJ an sich nichts im Wege stehen würde. Nun heute wie gesagt die Mail von dem netten Agentur-Mann ... Hier ein Teil der Mail:

" ... nach langem hin und her mit dem Arbeitsamt und der IHK in München wurde mir Seitens der IHK mitgeteilt, das man mindestens 3 Mitarbeiter braucht um einen Lehrling bzw. einen EQJ Bewerber aufnehmen zu dürfen" - für sowas hab' ich also 2 1/2 Monate gewartet. Aber gut ...

Daher möchte ich euch fragen, welche anderen Chancen es gibt, bzw. ob es überhaupt welche gibt, damit ich für z. B. 3 oder meinetwegen auch nur einen Monat ein 'normales' Praktikum bei ihm machen kann ... !?

Bitte verzeiht, ich schreib' grad echt so laschig daher ... aber ich bin mit Gedanken jetzt überall und nirgends ...

derWolf
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Beitrag von derWolf » 30.11.2007, 13:33

Hallo Nell,

...ich kann mir nicht vorstellen dass seitens unser aller Lieblingsagentur irgendetwas dagegen spricht dass du in besagter Firma ein Praktikum machst... und die IHK wird das kaum interessieren.

Bezüglich einer Ausbildung, oder wie sich der Herr vom Amt ausdrücken würde der Lehre, habe ich hier etwas zu lesen für dich... evtl. hilft dir das weiter.
Welche Anforderungen muss mein Betrieb erfüllen?

Die betriebliche Ausbildung richtet sich nach den Vorschriften des Berufsbildungsgesetzes (BBIG). Nach § 1 dieses Gesetzes hat die Berufsbildung "eine breit angelegte berufliche Grundbildung und die für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit notwendigen fachlichen Fertigkeiten und Kenntnisse in einem geordneten Ausbildungsgang zu vermitteln. Sie hat ferner den Erwerb der erforderlichen Berufserfahrungen zu ermöglichen".

Um die Erfüllung dieses Ziels sicherzustellen, wird im BBIG festgelegt, welche Personen ausbilden dürfen und welche Voraussetzungen die ausbildenden Betriebe erfüllen müssen. Nach § 23 des BBIG werden die jeweils zuständigen Stellen (Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Landwirtschaftskammern oder die Kammern der freien Berufe) damit beauftragt, die persönliche und fachliche Eignung der Ausbilder sowie die Eignung der Ausbildungsstätte zu prüfen. Werden Mängel festgestellt, erhalten Betriebe die Möglichkeit, diese innerhalb einer festgelegten Frist zu beseitigen. Kann der Mangel der Eignung nicht fristgerecht behoben werden, erfolgt eine Meldung an die nach Landesrecht zuständige Behörde.

Viele kleine und mittlere Betriebe, insbesondere aus den neuen und innovativen Dienstleistungsbranchen, haben Probleme, den vollen Umfang der Rahmenlehrpläne abzudecken. Über das Zusammenwirken verschiedener Betriebe und Bildungseinrichtungen in einem Verbund bzw. die Nutzung einer überbetrieblichen Ausbildungsstätte oder eines anderen Ausbildungsbetriebes können auch diese Unternehmen ausbilden.

Zur Abklärung offener Fragen können Betriebe Kontakt zu den Ausbildungsberater(innen) der zuständigen Kammern aufnehmen. Dort erhalten sie Beratung beispielsweise darüber, welche der anerkannten Ausbildungsberufe im jeweiligen Unternehmen ausgebildet werden können, ob die Voraussetzungen hierfür vollständig erfüllt sind, ob mit anderen Betrieben während der Ausbildung kooperiert werden kann, welche finanziellen Förderungen möglich sind, usw.

Die Checkliste "Eignung für Ausbildung" sicherstellen hilft Ihnen dabei, die Erfüllung der geforderten Voraussetzungen zu prüfen:
http://tinyurl.com/39nw6c


Gruß und Kopf hoch,
Wolf

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NeLL*
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Beitrag von NeLL* » 30.11.2007, 16:55

Danke dir lieber Wolf ...

Um's Thema Lehre geht es in dem Fall aber wie gesagt eigentlich nicht. Für Praktikas gibt es nicht zufällig auch irgendwelche Bedingungen, die der Betrieb erfüllen MUSS!? Denn wie gesagt ist der Inhaber ja alleine (schon damals im Vorstellungsgespräch meinte er, er wollte sich demnächst eh jemanden suchen). Kann also sein, dass er dadurch z. B. keine Praktikanten beschäftigen DARF, etc.!? Ich google mir 'nen Wolf (haha ;)), aber irgendwie werd' ich null fündig ...

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NeLL*
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Beitrag von NeLL* » 03.12.2007, 16:48

Sagt mal, ... stimmt das denn auch überhaupt?

"[...] nach langem hin und her mit dem Arbeitsamt und der IHK in München wurde mir Seitens der IHK mitgeteilt, das man mindestens 3 Mitarbeiter braucht um einen Lehrling bzw. einen EQJ Bewerber aufnehmen zu dürfen."

Ich hab' mir beim ersten Lesen der Mail schon gleich irgendwie gedacht, wieso mir das z. B. der Herr von der IHK damals nicht schon am Telefon gesagt hat, da ich mich vorher selbst mal ein bisschen schlau gemacht und dort angerufen hatte ... Ich sagte ja auch, dass es bisher nur den Inhaber an sich gibt.

Ist das vll. auch branchenabhängig!?

(Nochmals als Betonung und gegen Missverständisse: Es geht hier nicht um eine Ausbildung - sondern ein EQJ-Praktikum)

derWolf
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Beitrag von derWolf » 04.12.2007, 10:59

NeLL* hat geschrieben: Ich google mir 'nen Wolf (haha ;)), aber irgendwie werd' ich null fündig ...
...na dann solltest du das eben auch einem Wolf überlassen... ;)



Hallo Nele,

...ich glaube du hast bzgl. der Eigenschaft eines EQJ-Praktikum etwas falsch verstanden. Die Einstiegsqualifizierung orientiert sich eher an einer regulären Berufsausbildung, selbst im Gesetzestext ist von Auszubildenden die Rede. Ich stelle das hier mal ein, lies dir den §235b in Ruhe durch.
http://www.dihk.de/pakt/downloads/EQ_Ge ... ndlage.pdf


Grundlage des ganzen bietet die §§ 68-70 BBiG.
§ 68 Personenkreis und Anforderungen

(1)
Die Berufsausbildungsvorbereitung richtet sich an lernbeeinträchtigte oder sozial benachteiligte Personen, deren Entwicklungsstand eine erfolgreiche Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf noch nicht erwarten lässt. Sie muss nach Inhalt, Art, Ziel und Dauer den besonderen Erfordernissen des in Satz 1 genannten Personenkreises entsprechen und durch umfassende sozialpädagogische Betreuung und Unterstützung begleitet werden.
Trifft das auf dich zu? Wenn nicht dann wohl eher dies:
(2) Für die Berufsausbildungsvorbereitung, die nicht im Rahmen des Dritten Buches Sozialgesetzbuch oder anderer vergleichbarer, öffentlich geförderter Maßnahmen durchgeführt wird, gelten die §§ 27 bis 33 entsprechend.
...und die §§ 27 bis 33 beziehen sich nun wieder auf eine stinknormale Berufsausbildung.

Ergo benötigt dein Beinahe-EQJ-Praktikum-Geber in diesem Fall das, was man gemeinhin als Aubildereignung kennt.

Der Vollständigkeit halber:

http://www.gesetze-im-internet.de/bbig_ ... 10005.html


...alles klar? ;)

Wolf


...das ist natürlich keine Rechtsberatung, kann ja garnicht. Aufgrund der beiden Links wäre es auch wohl eher eine Linksberatung, wenn überhaupt...

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