Alte Arbeitszeugnisse noch mitschicken?

Fragen zu Zeugnissen und Nachweisen: Müssen alle bisherigen Zeugnisse mitgeschickt werden? Welche Nachweise sind wichtig? Wie müssen die Zeugnisse geordnet werden?
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Marc7
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Alte Arbeitszeugnisse noch mitschicken?

Beitrag von Marc7 » 14.01.2013, 19:49

Hallo zusammen,

ich bin gerade auf Arbeitssuche und meine primäre Frage ist, ob ich meine 2 Arbeitszeugnisse weiterhin mitverschicken soll.

Ich habe 2006 meine Ausbildung zum Bürokaufmann beendet und wurde wie meist alle Azubis noch 3 Monate befristet als kaufm. Angestellter weiterhin beschäftigt.
Herr xy, geb. am ... begann am 01.08.2004 in unserer Firma die Ausbildung zum Bürokaufmann. Die Ausbildung endete nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung am 12.07.2006

Während dieser Zeit arbeitete er hauptsächlich in der Buchhaltung und in der Fakturierung. Bis zum 31.10.06 war er als Kaufm.-Angestellter tätig. Er eignete sich ein umfangreiches Fachwissen im EDV-Bereich an.

Sehr interessiert und einsatzfreudig erledigte er alle ihm übertragenen Arbeiten zur vollsten Zufriedenheit seiner Vorgesetzten und Kollegen.

Das Verhältnis zu der Geschäftsleitung und seinen Arbeitskollegen war sehr gut. Herr xy war sehr fleißig, pünktlich und ehrlich.

Aus betrieblichen Gründen muss Herr xy uns zum 31.10.06 verlassen. Für die Zukunft wünschen wir ihm alles Gute und beruflichen Erfolg.
2007 habe ich dann eine Stelle als kaufm. Angestellter gefunden. Jedoch habe ich nach 11 Monaten und 14 Tagen gekündigt, weil ich mich mit der Junior-Chefin nicht so gut verstand (Tochter des Chefs und meinte, mir einen blöden Spitznamen zu geben, mich auch vor Kunden mit diesem Spitznamen vorzustellen und ständig blöde Kommentare und Witze über mich zu bringen vor Kollegen) und die Aufgaben waren auch nicht so anspruchsvoll. Der Chef wollte dann, dass ich sofort gehe und ich war auch damit einverstanden, weil ich total unglücklich da war. Problem ist, dass im Arbeitszeugnis eben der 14.04.2007 steht. Normalerweise kündigt man ja zum 15. oder zum 31.
Herr xy, geb. am ... in ..., war in der Zeit vom 01. Mai 2007 bis zum 14. April 2008 bei uns als kaufmännischer Angestellter beschäftigt.

Zu seinen Aufgabengebieten zählte:

- Einstellung von Daten und Fotos ins Internet
- Gestaltung des Internetauftritts der Firma
- Telefonzentrale der XYZ-Gruppe
- Kassenführung an der Tageskasse der Autoverwertung

Herr xy verfügt über fundierte Fachkenntnisse in seinem Aufgabengebiet.

Die ihm übertragenen Aufgaben hat er stets zu unserer vollsten Zufriedenheit mit äußerster Sorgfalt erledigt.

Das Verhalten zu Vorgesetzten und Kollegen war stets vorbildlich.

Herr xy verlässt auf eigenen Wunsch unsere Firma. Für seinen weiteren, beruflichen Werdegang wünschen wir ihm alles Gute und persönlichen Erfolg.
2007-2012 bin ich zur Fachoberschule und danach studieren gegangen. Leider hab ich im Studium versagt und bin seit September auf Arbeitssuche als Bürokaufmann/ kaufm. Angestellter. Ich will mich dann auch nebenberuflich weiterbilden. Bisher habe ich aber nur Absagen erhalten und wurde auch noch kein mal zum Vorstellungsgespräch eingeladen.

Da die Arbeitszeugnisse ja schon 5 und 6 Jahre alt sind, weiß ich nicht, ob diese überhaupt noch eine Aussagekraft haben (falls jemals eine bestand) und es vielleicht negativ gesehen wird, dass mein letztes Arbeitsverhältnis am 14. und nicht an einem 15. oder 31. endete.

Ich hoffe, ihr könnt mir weiter helfen.

Vielen Dank schon mal im Voraus!

Grüße
Marc7

GutOderSchlecht
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Beitrag von GutOderSchlecht » 14.01.2013, 22:07

14 ist mit auf eigenen Wunsch erklärt.

Der Schlußsatz in der Kombination mit den ganzen auslassungen lassen das ganze zeugnis aber eher zweifelhaft wirken.

Marc7
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Beitrag von Marc7 » 14.01.2013, 23:42

Danke für deine Antwort!

Welche Auslassungen meinst du denn konkret?

Ist mein Ausbildungszeugnis wenigstens okay, obwohl da echt nicht viel steht? (mein Arbeitskollege, mit dem ich zusammen die Ausbildung begann, hat haargenau das selbe Zeugnis erhalten)

GutOderSchlecht
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Beitrag von GutOderSchlecht » 15.01.2013, 02:15

Vermutlich hat der aussteller einfach keine Ahnung, wie das auszusehen hat.

Normal ist der Inhalt:

Fachwissen/können
(besondere Fähigkeiten)
(Weiterbildung)
Auffassungsgabe und problemlösung
Denk- und Urteilsvermögen
Leistungsbereitschaft
Belastbarkeit
Arbeitsweise
Zuverlässigkeit
Arbeitsergebnis
(besondere Arbeitserfolge)
(Führungsfähigkeit)
(Soft Skills)
Zusammenfassende Leistungsbeurteilung
Persönliche Führung
Beendigungsgrund
Schlussformulierung.


Zu jedem 1 bis mehrere Sätze.
In der Regel geht man davon aus, dass wenn etwas ausgelassen wird, das eher negativ ist. (Wobei da bei dir so viel fehlt, ich davon ausgehe, dass die Person das einfach nicht oft gemacht hat oder es nie gelernt hat).
Herr xy verfügt über fundierte Fachkenntnisse in seinem Aufgabengebiet.
Fachwissen: Ich würde so auf eine 3 schätzen. Exakt den Ausdruck habe ich nicht gefunden, vielleicht auch eine 2 mit gemeint.
Die ihm übertragenen Aufgaben hat er stets zu unserer vollsten Zufriedenheit mit äußerster Sorgfalt erledigt.
Zusammenfassende Leistungsbeurteilung: 1

Das Verhalten zu Vorgesetzten und Kollegen war stets vorbildlich.
Persönliche Führung 1
Herr xy verlässt auf eigenen Wunsch unsere Firma.
Kündigungsgrund ohen bewertung
Für seinen weiteren, beruflichen Werdegang wünschen wir ihm alles Gute und persönlichen Erfolg.
Hierbei ist so eine Sache. Viele Personaler wissen wohl nicht, dass man sich bedanken muss und das ausscheiden bedauert, um gute noten zu beurteilen. In diesem Fall (wenn man nach dem reinen System geht) wäre es eine 5.
Diese Abschließende 5 mit den vielen fehlenden Bewertungen KANN man interpretieren. Muss man aber nicht.
Wie gesagt, scheint das deinem Chef wohl einfach nicht bekannt gewesen zu sein, besonders da die anderen Noten recht gut sind. Ich vermute mal, dass auch das Fachwissen nur unglücklich ausgedrückt ist und in richtung 1 bis 2 gehen sollte.

Marc7
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Beitrag von Marc7 » 15.01.2013, 13:33

Puh, ich wusste ja nicht, dass so viel da rein muss. Da mein Arbeitszeugnis von der Ausbildung noch weniger Inhalte hatte, dachte ich es wäre so ok.

Beide Zeugnisse wurden von Buchhaltern geschrieben und wie ich annehme, ist das nicht ihr Spezialgebiet gewesen Zeugnisse zu schreiben.

Wäre es also ratsam, wenn ich beide Arbeitszeugnisse nicht mehr mitverschicke und nur noch das Zeugnis mit der Fachhochschulreife und das Prüfungszeugnis zum Bürokaufmann mitverschicke?

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Kroschka
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Beitrag von Kroschka » 15.01.2013, 20:53

Hallo Marc,
spätestens zum Vorstellungsgespräch muss du die beide Zeugnisse mitnehmen. Dann ist dein Erklärungsgeschick gefragt wieso ist beide Zeugnisse so schlecht sind. (da stimme ich GutOderSchlecht zu)

Was ist noch sehr schlimm finde dass bei dir sogenannte "Ehrlichkeitsvermerk" fehlt und weil du für die Tageskasse verantwortlich war muss den Vermerk auch rein.

Marc7
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Beitrag von Marc7 » 15.01.2013, 22:09

Wenn ich dann endlich zum Vorstellungsgespräch eingeladen werde, dann erkläre ich gerne die "schlechten" Zeugnisse. Bisher wurde ich ja noch kein mal eingeladen :(

Vielleicht habe ich mehr Chancen auf ein Vorstellungsgespräch beim Weglassen der Zeugnisse.

Das ist ja echt Mist, dass beide Zeugnisse nichts taugen, zumal das bestimmt keine Absicht von den Verfassern war. Wie gesagt, beide sind Buchhalter und Verfasser Nr.1 hat nur ein Standardzeugnis benutzt, weil mein Arbeitskollege exakt das selbe Zeugnis erhalten hat (nur eben mit seinem Namen und Geb.-Datum).

Das mit dem "Ehrlichkeitsvermerk" ist ja auch ein Ding. Wusste nicht, dass das wichtig ist, dass das da drin steht (so wie ich anscheinend vieles im Bezug auf Arbeitszeugnis nicht wusste). Also ich habe niemals Geld entwendet und es fehlte auch nie etwas! Ist ja blöd, dass durch das Fehlen des "Ehrlichkeitsvermerks", der Personaler denkt, ich sei eine diebische Elster.

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Beitrag von Kroschka » 15.01.2013, 22:25

Vielleicht habe ich mehr Chancen auf ein Vorstellungsgespräch beim Weglassen der Zeugnisse.
Ich denke schon dass ohne Zeugnisse du bessere Chance zum VG eingeladen zu werden hast. Aber mal eine andere Frage, denkst du ob die Möglichkeit besteht freundlich nach Zeugnisänderung zu fragen? Auch wenn ein Einspruch auf Zeugnisänderung schon lange „verwirkt“ ist, ein freundliche Gespräch mit ex Chef kann wunder bewirken. Es ist ungerecht deine Berufliche Zukunft dadurch zu zerstören.

Versuch mal, was hast du schon zu verlieren :wink:

GutOderSchlecht
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Beitrag von GutOderSchlecht » 16.01.2013, 10:03

Nicht nur das fehlen des ehrlichkeitsvermerkes. Dieses in Verbindung mit dem schlechten abschlussatz, lässt schon fast keine anderen schlüsse mehr zu, wenn man dahingehend interpretieren will.

Marc7
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Beitrag von Marc7 » 16.01.2013, 13:56

Danke für eure Antworten! Ich werde es erstmal ohne beilegen probieren und falls das trotzdem nichts bringt, bleibt mir ja nichts anderes übrig als höflich beim letzten Arbeitgeber nach Änderung des Zeugnisses zu fragen. Das alles so kompliziert sein muss! :?

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