Ambitionen zum Zeugnis-"Lesen"?

Fragen zu Zeugnissen und Nachweisen: Müssen alle bisherigen Zeugnisse mitgeschickt werden? Welche Nachweise sind wichtig? Wie müssen die Zeugnisse geordnet werden?
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Aktenordner
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Ambitionen zum Zeugnis-"Lesen"?

Beitrag von Aktenordner » 11.02.2011, 20:14

Hallo,

bin zwar gerade erst hier angemeldet und fühle mich ausbeuterisch, aber es muss sein:-) Mein Kopf gibt langsam auf.

Wenn jemand von euch da draussen einwenig ambitioniert ist und Kompetenz aufweist, freue ich mich riesig über eine Meinung auf dem was jetzt kommt...

-Herr Thomas....

Aufzählungen der Tätigkeiten.. (sind i.O.)

Herr (ich) überzeugte uns und unsere Kunden stets durch seine umfassenden und jederzeit abrufbaren guten Fachkenntnisse. Er bewältigte die Fülle der ihm übertragenden Aufgaben mit hohem Engagement und persönlicher Einsatzbereitschaft stets in guter Qualität. Er zeichnete sich dabei durch Zielorientierung, Sorgfalt, einer hohen Belastbarkeit sowie konsequentem Handel aus. Dabei setzte er sein Fachwissen lösungsorientiert ein, entwickelte stets eine hohe Eigeninitiative und handelte auch in schwierigen Situationen und bei großem Arbeitsanfall planvoll und umsichtig.

Sein stets überdurchschnittliches Engagement, sowie seine Fähigkeit, komplexe Sachverhalte in praxisgerechte Lösungen zu überführen, sind hervorzuheben.

Es gelang ihm jederzeit die Nachhaltigkeit aller wesentlichen Niederlassungsprozesse zu optimieren. Zudem war er den Belastungen und Anforderungen in seiner anspruchsvollen Position stets in vollem Umfang gewachsen.

Insgesamt hat Herr ... die ihm übertragenden Aufgaben stets zu unserer außerordentlichen Zufriedenheit erledigt.

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war jederzeit vorbildlich.
Er war stets ein loyaler und vertrauenswürdiger Mitarbeiter, der unser Unternehmen immer hervorragend repräsentiert hat. Mit seiner Teamorientierung. Kooperations- und Hilfsbereitschaft, hat er sich großen Respekt und Anerkennung erworben.

Das Arbeitsverhältnis mit Herrn ... endet aus betriebsbedingten Gründen mit dem heutigen Tag (datiert ist das Zeugnis fristgerecht = Erstellungsdatum). Wir bedauern diese Entwicklung außerordentlich, da wir mit Herrn ... einen hervorragenden Mitarbeiter verlieren.

Wir danken ausdrücklich für die erbrachten Leistungen und wünschen Herrn ... für seinen weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und viel Erfolg.

...

Nochmals Danke im voraus an den/die...

Best
thomas

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McDave
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Beitrag von McDave » 12.02.2011, 12:35

Herr (ich) überzeugte uns und unsere Kunden stets durch seine umfassenden und jederzeit abrufbaren guten Fachkenntnisse. Er bewältigte die Fülle der ihm übertragenden Aufgaben mit hohem Engagement und persönlicher Einsatzbereitschaft stets in sehr guter Qualität. Er zeichnete sich dabei durch Zielorientierung, Sorgfalt, einer hohen Belastbarkeit sowie konsequentem Handel aus. Dabei setzte er sein Fachwissen lösungsorientiert ein, entwickelte stets eine hohe Eigeninitiative und handelte auch in schwierigen Situationen und bei großem Arbeitsanfall planvoll und umsichtig.
Es ist ganz ok. Sicherlich könnte es "besser" geschrieben sein. Aber diese Formulierung ist ehrlich und bescheinigt Dir eine "gute Note"
Das einzige was man ein wenig negativ sehen könnte: Beim "großen Arbeitsanfall" fehlt m.E. ein Vermerk zur - ich nenne es mal Arbeitsgeschwindkeit. In einigen Zeugnissen kommt auch ab und zu die Formulierung, dass der Mitarbeiter beim hohen Arbeitsanfall planvoll UND schnell die anstehenden Aufgaben abgearbeitet hat.
Sein stets überdurchschnittliches Engagement, sowie seine Fähigkeit, komplexe Sachverhalte in praxisgerechte Lösungen zu überführen, sind hervorzuheben.
Wenn sowas extre erwähnt wird ist das immer positiv zu werten.

Es gelang ihm jederzeit die Nachhaltigkeit aller wesentlichen Niederlassungsprozesse zu optimieren. Zudem war er den Belastungen und Anforderungen in seiner anspruchsvollen Position stets in vollem Umfang gewachsen.
TOP!

Insgesamt hat Herr ... die ihm übertragenden Aufgaben stets zu unserer außerordentlichen Zufriedenheit erledigt.
TOP!
Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war jederzeit vorbildlich.
Er war stets ein loyaler und vertrauenswürdiger Mitarbeiter, der unser Unternehmen immer hervorragend repräsentiert hat. Mit seiner Teamorientierung. Kooperations- und Hilfsbereitschaft, hat er sich großen Respekt und Anerkennung erworben.
Granate -- besser geht es nicht!



Das Arbeitsverhältnis mit Herrn ... endet aus betriebsbedingten Gründen mit dem heutigen Tag (datiert ist das Zeugnis fristgerecht = Erstellungsdatum). Wir bedauern diese Entwicklung außerordentlich, da wir mit Herrn ... einen hervorragenden Mitarbeiter verlieren.

Wir danken ausdrücklich für die erbrachten Leistungen und wünschen Herrn ... für seinen weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und viel Erfolg.
Sehr guter Abschluss ... Vor allem wirkt die Formel "ehrlich"

---> sehr gute beurteilung

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Beitrag von derReisswolf » 12.02.2011, 16:10

... leider kann ich mich dieser positiven Beurteilung nicht anschließen Thomas, tatsächlich wirkt dieses Textfragment in sich unschlüssig. Es enthält Dopplungen und kryptisch anmutende Formulierungen, die als "sehr gut" einzuordnende allgemeine Leistungsbeurteilung findet in den sonstigen Wertungen keine wirkliche Grundlage und in der Schlussformulierung keine ausreichende Bestätigung.

Thomas, vielleicht möchtest du den Text ja doch einmal vollständig einstellen und um Informationen zu Unternehmensgröße, Unterzeichner und Verfasser ergänzen.

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McDave
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Beitrag von McDave » 12.02.2011, 17:14

@Thomas

der von Dir hier gepostete Teil ist m.E. ausreichend. Auch die teilweise vorhandenen Dopplungen lassen keine widersprüchlich anmutende Dualität erkennen.

Aus diesem Grund gehe ich nach wie vor von einer positiven Beurteilung aus.

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Beitrag von Aktenordner » 12.02.2011, 18:43

Ich Danke euch beiden schon einmal vielmals für eure Meinung.. ich befinde mich in eurer Mitte... mal links, dann wieder rechts und insbesondere sehe ich auch keine Grundlage für eine "stets ausserordentlichen Zufriedenheit" :-) und meinen Anwalt habe ich mittlerweile abgewählt *lach, naja.. unter der Hand lachend..

...
Zuletzt geändert von Aktenordner am 16.02.2011, 21:01, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Aktenordner » 13.02.2011, 10:21

Die Frage ist berechtigt :D hängt sicherlich von einem klitzekleinen Teil Zeugnis ab

Kann sie davon ab aber tatsächlich heute nicht beantworten.
Zuletzt geändert von Aktenordner am 16.02.2011, 21:02, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Aktenordner » 15.02.2011, 12:47

@derReisswolf, Hi, ich kann dich leider nicht via Kurznachricht anschreiben!

Kannst du mir bitte dringend sagen, ob mein Zeugnis sich liest, als wäre es auf Verlangen und dann durch die Dopplungen verändert erstellt worden: Mein Anwalt hat es formuliert und wie du bemerkt hast, findet keine Übereinstimmung in der Gesamtbewertung zum Inhalt der einzelnen Passagen statt.

Ich bin echt sichtlich verunsichert, auch wenn ich zu 70% davon ausgehe, dass dieser Prozentsatz ein Zeugnis nicht so zu lesen im Stande ist wie bsp. du.

Für mich ist es einfach ein Kostenfaktor einen zweiten Anwalt zu konsolidieren, auf gefahr hin, dass mein AG dann vollkommen dicht macht und ich mich mit nem Batzen Gerichts- und Anwaltskosten herumschlagen muss und schlimmstenfalls keine wesentliche Verbesserung im Zeugnis erhalte;

andererseits werden meine Leistungen insgesamt als sehr gut benotet: In wie weit habe ich hier hin einen rechtlichen Anspruch auf Korrektur? Vielleicht weiss das ja jemand?

Holla:-)

Ich Danke euch vielmals, von einem sichtlich entnervten Arbeitnehmer:o)

Der Aktenordner

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Beitrag von McDave » 15.02.2011, 15:37

interessant interessant.

Die Gesamtbewertung wird als von verschiedenen Lesern als "sehr gut" eingestuft. Die einzelnen Passagen aber rechtfertigen die ingesamte Leistungsbeurteilung also "sehr gut" nicht.

Bin mal gepsannt ....

Thomas .... du kannst ihn doch auch per Mail erreichen. Aber ich würde ich mich freuen, wenn ihr das hier öffentlich postet

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Beitrag von Aktenordner » 15.02.2011, 23:12

Ich gehe davon aus, dass du der Meinungsbildung nicht zustimmst und sie mit diesem Beitrag in Frage stellst. Ich hoffe du hast recht:-)

Ich belasse es jetzt auch dabei. -Can be closed- und nachmals Danke für eure Meinungen!

ronnypetters
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Beitrag von ronnypetters » 16.02.2011, 14:10

Das Zeugnis ist meines Erachtens in Ordnung. Im Gesamtkontext liest es sich gut.

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Beitrag von Aktenordner » 16.02.2011, 19:33

I.O. ist was? :-) Danke.

Abschliessend, denn das ist ja beinahe schon ein Roman:

Wenn jemand einen RA aufsucht und ihn nicht kennt, kann er ganz schön daneben greifen.

Ich möchte mich ganz besonders bei Herrn Reisswolf und McDave bedanken, man könnte meinen, sie hätten mir heute mein Zeugnis entschlüsselt, denn ein Ergebnis was ich über einen Dienstleister erhalten habe hat mir aufgezeigt, dass im Grunde genau beide sich bestätigt sehen.

Ergebnis:

Die Aufschlüsselung in Leistungs- und Verhaltensteil sowie Schlussabsatz sind zwischen 2, 2-3 und 1 zu benoten, obgleich einzelne Passagen in Bezug auf mein Tätigkeitsfeld gar nich beredet stehen und das war mir gar nicht bewusst!

- LEISTUNGSTEIL 3x2; 1x2-3 und Gesamtbeurteilung mit 1 und unvollständig was Auffassungsgabe/Analyse- und Urteilsvermögen anbelangt.

- VERHALTENSTEIL mit 2x1 und unvollständig meiner vertrieblichen Kompetenz gegenüber.

- Schlussabsatz mit 2x1-2.

Insgesamt, was ich seit heute verinnerlicht habe in etwa der Aussage "im Grossen und Ganzen, so lala, ca va" entspricht (ggf. Negativformulierung), entsteht, oder kann entstehen, eine Auffälligkeit, die die Abweichungen zur gesamten Leistungsnote -1- überwiegend zu reduziert, dazu stehen die Formulierungen zu sehr unpersönlich, pauschal und wie beschrieben lückenhaft.

Mein Fazit, es ist nicht nur optimal ein "lernendes" Unternehmen zu finden, sondern auch seine eigene Lernbereitschaft wieder und wieder neu zu motivieren:-)

Ich gehe jetzt ohne Anwalt ganz ALLEINE vor Gericht..

So dann, und nachmals vielen Dank an die beiden Herren!

Thomas

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