Angabe von Wechselgründen im Vorstellungsgespräch

Fragen zum Vorstellungsgespräch: Welche Kleidung ist am besten? Welche Vorbereitung ist nötig? Welche Fangfragen werden gestellt? Wie bekomme ich meine Aufregung in Griff?
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Noonian
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Angabe von Wechselgründen im Vorstellungsgespräch

Beitrag von Noonian » 10.01.2013, 18:29

Hallo

Bin derzeit als Controller, AdG (Assisstent der Geschäftsleitung), QMB und Fuhrparkleiter in einem Unternehmensverbund beschäftigt, möchte mich aber anderweitig als reiner AdG bewerben. Als Wechselgrund möchte ich im Vorstellungsgespräch angeben, dass mir die Arbeit als Controller und QMB nicht liegt und ich mich daher auf den Kernbereich meiner Arbeit fokussieren will, welchen ich beherrsche und der mir Spaß macht, also AdG. Kann man das als Wechselgrund so rüberbringen?

Weiterhin bin ich durch die Vielzahl meiner momentanen Aufgaben hin und wieder „überfordert“, zumal mir einige der Tätigkeiten, wie QMB und Fuhrparkleiter, durch „handauflegen“ übertragen wurden und ich diese nicht wirklich gelernt habe, sondern mich per „learning by doing“ in die Themen einarbeiten musste (könnte ich ja als positive Eigenschaft „lernbereit“ formulieren). Wie bringt man das im Vorstellungsgespräch am besten rüber, ohne dem Ganzen einen negativen Beigeschmack zu geben? Sollte man es besser gar nicht erwähnen?

Als negative Eigenschaften habe ich mir Ungeduld und Penibilität (in Bezug auf das formulieren von Anschreiben) aufgeschrieben. Stellt man sich damit selbst ein Bein? Was sind so allgemeine negative Eigenschaften die "gut" rüberkommen?

Muss man sich noch auf etwas spezielles vorbereiten, außer das man seinen Lebenslauf kennen sollte? Gibt es irgendwelche NoGos oder Musts?

Romanum
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Beitrag von Romanum » 10.01.2013, 21:07

Als Wechselgrund möchte ich im Vorstellungsgespräch angeben, dass mir die Arbeit als Controller und QMB nicht liegt und ich mich daher auf den Kernbereich meiner Arbeit fokussieren will, welchen ich beherrsche und der mir Spaß macht, also AdG. Kann man das als Wechselgrund so rüberbringen?

Erstmal hierzu: Du solltest nicht angeben, dass dir bestimmte Fachgebiete nicht liegen. Damit machst du dich ja selbst schlecht. Du willst di jetzt eben in einem guten Unternehmen weiterentwickeln und mehr Führungsaufgaben in der Geschäftsführung übernehmen. Das ist für dich beruflich der logische Schritt. Deine bisher ausgeführten Aufgaben haben dich ja trotzdem weitergebracht, aber je weiter man aufsteigt, desto weniger muss man sich ja um die letzten Details kümmern.

Noonian
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Beitrag von Noonian » 11.01.2013, 17:12

Danke für die Rückmeldung.

Das "Problem" ist, dass ich studiert habe. Da ich nach dem Studium keine Arbeit fand und Controller gesucht wurden, habe ich noch ein Fernstudium im Controlling gemacht und daraufhin eine Stelle als Controller gefunden, die ich seit 5 Jahren ausführe (und überhaupt nicht mag). Daher wird sicher die Frage aufkommen, warum ich jetzt nur noch als AdG arbeiten will.

Da eigentlich Leute mit einer normalen Berufsausbildung im kfm. Bereich gesucht wurden, bin ich ohnehin überrascht, eingeladen worden zu sein. Dachte aufgrund des Studiums falle ich durch das Raster.

Aufgrund dieser Tatsache sollten meine Argumenten sicherlich gut durchdacht sein. Ich kann ja sagen, dass ich mich zwar als Controller bei meinem jetzigen Unternehmen beworben habe, aber das mir die letzten 5 Jahre gezeigt haben, dass meine Stärken in der Assisstenzarbeit liegen und ich mich daher zukünftig darauf fokussieren möchte. Klingt doch gut, oder?

Als weiteren Grund möchte ich natürlich auch die Nähe zum Wohnort angeben. Durch einen Jobwechsel würde sich mein Arbeitsweg von derzeit 100 auf maximal 10 Km pro Tag reduzieren.

Es ist aber tatsächlich so, dass ich schon seit einiger Zeit nach Wegen suche, in diesem Unternehmen Fuss zu fassen. Zum einen weil es nah gelegen ist, zum anderen weil mich die Branche interessiert und ich bisher nur Gutes über das Unternehmen gehört habe. Auch wenn die Branche etwas völlig anderes ist, als das was ich jetzt tue.

Noonian
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Beitrag von Noonian » 13.01.2013, 15:02

Wie bereits geschrieben, sucht der AG eigentlich nur jemanden mit einer normalen kaufmännischen Ausbildung. Ist es sinnvoll zu sagen, dass man eigentlich auch "nur" eine Ausbildung machen wollte, weil dies aber nicht geklappt hat, sich für ein Studium entschied? Ist tatsächlich bei mir der Fall.

Darf man erwähnen, dass man schon seit langer Zeit versucht, genau bei diesem AG Fuss zu fassen oder kommt das als "Arschkriecherei" rüber. Ist auch tatsächlich der Fall bei mir. Würde das so begründen, dass der AG in der Region allgemein sehr bekannt ist, dass mich die Branche interessiert und das man nur gutes in Bezig auf Arbeitsklima, Arbeitsbedingungen und über die wirtschaftliche Lage hört.

Wie Andreas schon in einem anderen Thread erwähnte, würde ich mich bei Stichwort "na dann erwählen Sie mal was über sich", nicht stur der Lebenslauf runterasseln, sondern m.M.n. unwichtige Abschnitte außen vor lassen. Hab ohnehin nicht viel zu sagen, Abi -> Studium -> Fernstudium -> 1. Job, das war's.

Zum Schluss hab ich noch 3 allgemeine Fragen:

Welche Vorbereitung ist nötig, außer seinen Lebenslauf und ein wenig über den AG zu kennen.

Welche Fangfragen werden gestellt? (Kann man vorher bestimmt nicht wissen).

Wie bekomme ich meine Aufregung in Griff?

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 21.01.2013, 16:18

Hallo Noonian,

auch das Vorstellungsgespräch ist ja ein Teil der Werbung; es geht also auch da immr wieder darum, den Gegenüber "zu umschmeicheln". sollte es tatsächlich zu der Frage kommen, warum Wechsel, solltest du mit der Antwort immer mehr darauf abzielen, das Positive, dasreizvolle an der neuen osition in der Vordergrund zu stellen und weniger zu erklären, warum das andere nicht. Letzteres bringt einen immer schnell in die Ecke der Rechtfertigung. Und müssen wir uns wirklich rechtfertigen?
Warum der Wechsel: weilö ich die beschriebenen Aufgaben toll / reizvoll finde; weil mich die Stellenanzeige, das dort bespriebene Aufgabengebiet angesprochen hat, ....
Das hört jeder Personalverantwortliche lieber.

In der Vorbereitung solltest du dir einmal ein paar gedanken über eigene Fragen haben (diese Frage kommt immer) machen und diese Dir aufschreiben. zum einen vergisst Du diese dann nicht in der Aufregung; zum anderen kannst du dann, sollten die Fragen bereits im Verlauf des Gespräches beantwortet werden, dann mit einem Blick auf den Zettel erklären, deine Fragen seien bereits beantwortet und momentan hättest du keine mehr.

Warum sollte ein vernünftiger Arbeitgeber Fangfragen stellen? Grundsätzlich ist er doch an dem Bewerber interessiert; überlegt sich, diesen einzustellen. Fangfragen werden nur dann ein thema, wenn sich im Verlauf des Gespräches Bedenken an dem Bewerber ergeben und man sein Bauchgefühl darüber nur bestätigen möchte.

Warum die Aufregung in den Griff bekommen? Aufregung belegt das Interesse an der Position; also die eigene Motivation. Ist damit ein Pluspunkt.

Viele Grüße aus Duisburg

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