Anschreiben als Empfangsmitarbeiterin

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Danina
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Anschreiben als Empfangsmitarbeiterin

Beitrag von Danina » 11.06.2010, 21:38

Hallo!
Nach über 20 Jahren Konstruktion möchte ich einen Neustart wagen und etwas ganz anderes machen. Habe nun eine Fortbildung als Hotel und Empfangssekretärin erfolgreich absolviert und bin nun fleißig am bewerben. Bisher leider ohne Erfolg!
Könntet ihr mal bitte lesen ob mein Anschreiben so ok ist ?
Besten Dank!

Sehr geehrter Herr xxx,

in Ihrer Stellenanzeige beschreiben Sie einen Arbeitsbereich, der genau meinen zukünftigen beruflichen Zielsetzungen entspricht. Daher bewerbe ich mich mit großem Interesse um die von Ihnen ausgeschriebene Position als Empfangsdame.

Wenn Sie eine zuverlässige, flexible, freundliche und engagierte Mitarbeiterin für eine langfristige Tätigkeit suchen, die selbstständig und zielorientiert arbeitet und sich kooperativ in ein bestehendes Team einfügen kann, bin ich mit Sicherheit ein Gewinn für Ihr Unternehmen.

Zu meinem bisherigen Aufgabenbereich gehörte die Bearbeitung des in- und externen Schriftverkehrs, die Pflege des telefonischen Kontakts zu Kunden und Lieferanten, sowie
das Erstellen technischer Zeichnungen und Unterlagen.
Bei weiteren administrativen Tätigkeiten, wie z.B. dem Empfangen und Betreuen externer Besucher, kann ich mit meiner Freundlichkeit und meinen höflichen Umgangsformen zum Erfolg in Ihrer Praxis beitragen.
Erfahrung in der Gästebetreuung habe ich auch nebenberuflich gesammelt, ich habe über 10 Jahre in der Gastronomie im Service gearbeitet.
Darüber hinaus konnte ich mir in den letzten 6 Monaten ein solides Fachwissen als Rezeptionsmitarbeiterin aneignen.

Durch meine nebenberuflichen Beschäftigungen habe ich festgestellt, dass mir der direkte Kontakt mit Kunden sehr viel Spaß bereitet. Deshalb möchte ich nicht nur durch einen neuen Arbeitsplatz, sondern vor allem durch einen Berufswechsel meiner Zukunft eine Wende geben und einen Beruf ausüben, der meinen kommunikativen Fähigkeiten, sowie meiner ausgeprägten Kundenorientierung entspricht.

Am xx.xx.xxxx habe ich eine Fortbildung an der Hotelfachschule xxx zur Hotel- und Empfangssekretärin erfolgreich abgeschlossen.
Ich könnte Ihr Team ab sofort verstärken.

Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich auf ein persönliches Gespräch mit Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen

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FRAGEN
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Re: Anschreiben als Empfangsmitarbeiterin

Beitrag von FRAGEN » 12.06.2010, 19:43

Grüss Dich, Danina!
Danina hat geschrieben:Nach über 20 Jahren Konstruktion möchte ich einen Neustart wagen und etwas ganz anderes machen. Habe nun eine Fortbildung als Hotel und Empfangssekretärin erfolgreich absolviert
Was hast Du denn in diesen 20 Jahren in der "Konstruktion" gemacht und wie kommt der "Neustart" nun zustande? Du schreibst das (sowohl "hier" als auch im Anschreiben) so, als wäre solch ein Wechsel gar nichts Besonderes... bzw. die Empfangsdame sogar so etwas wie eine "Weiterentwicklung" der Konstruktionstätigkeit. So ist es ja nun ganz bestimmt nicht. Spontan hat man sogar den Eindruck, dass Du ohne Not einen deutlichen Schritt "nach unten" zu tun im Begriff bist. Da wird der Leser natürlich hellhörig...

Danina
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beruflicher Neustart

Beitrag von Danina » 13.06.2010, 11:43

Ich habe kein Problem auch mal einen Schritt nach unten zu tun. Bin eben nicht die „Karrierefrau“!
Doch hier kommt jetzt die Erklärung in Kurzfassung!
Ich habe den Beruf der Technischen Zeichnerin gelernt und diesen auch 24 Jahre mal mehr, mal weniger gerne ausgeübt. Was mir immer gefehlt hat, war der Kontakt zu Menschen. Nebenberuflich habe ich viele Jahre im Service gearbeitet und gemerkt, dass mir der Umgang mit Menschen einfach viel Spaß bereitet. Als mir und 74 anderen Mitarbeitern letztes Jahr aus betriebsbedingten Gründen gekündigt wurde, war mir klar, dass das meine Chance für einen beruflichen Neustart ist. Habe mich dann auf diverse Stellen in der Tourismusbranche und bei Firmen auf Empfangsstellen beworben. Bisher leider ohne Erfolg. Deshalb auch die Weiterbildung zur Hotel und Empfangssekretärin. Ich hatte zwar schon einige Vorstellungsgespräche, doch ich habe das Gefühl, dass die Verantwortlichen mir nicht glauben, dass ich wirklich dauerhaft von der Konstruktion, z.B. in die Hotelerie wechseln möchte.
Ich hatte eine sehr lange Kündigungsfrist und dann war ich auch noch in einer Transfergesellschaft, somit bin ich erst seit dem 01.06.2010 arbeitslos, doch laut der Agentur für Arbeit, muss ich mich jetzt wieder auf Stellenangebote für Technische Zeichner bewerben, ansonsten werden Sie mir mein Arbeitslosengeld kürzen.
Zerplatzt nun der Traum von einem beruflichen Neustart???

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FRAGEN
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Re: beruflicher Neustart

Beitrag von FRAGEN » 13.06.2010, 12:17

Danina hat geschrieben:Ich habe kein Problem auch mal einen Schritt nach unten zu tun. Bin eben nicht die „Karrierefrau“!
Das finde ich persönlich völlig in Ordnung... und denke, dass dies auch die meisten anderen Menschen tun würden, die Deine Person und Motivation in dieser Hinsicht klar erkennen. Der Haken an Deinem ersten Bewerbungsanlauf war nur, dass dies gerade NICHT zu erkennen war: Der Einstieg klang so, als würdest Du Dein Vorhaben für einen "Karrierefrauen-Schritt" halten... und alles, was dann folgte, ging halt in die andere Richtung. Da sieht der Leser nur zwei logische Alternativen: Entweder die Verfasserin ist blöd... oder sie hält IHN für blöd... falls er diesen offensichtlichen Bruch für bare Münze nimmt. Ganz anders Deine Erklärung hier:
Danina hat geschrieben:Ich habe den Beruf der Technischen Zeichnerin gelernt und diesen auch 24 Jahre mal mehr, mal weniger gerne ausgeübt. Was mir immer gefehlt hat, war der Kontakt zu Menschen. Nebenberuflich habe ich viele Jahre im Service gearbeitet und gemerkt, dass mir der Umgang mit Menschen einfach viel Spaß bereitet. Als mir und 74 anderen Mitarbeitern letztes Jahr aus betriebsbedingten Gründen gekündigt wurde, war mir klar, dass das meine Chance für einen beruflichen Neustart ist.
Da bleiben keine Fragen offen. Das klingt für mich offen, plausibel und sympathisch... und vor allem auch nicht so, als würdest Du der Konstruktionskarriere im Stillen hinterher trauern. Zusammen mit den persönlichen Stärken (die der gute Teil Deines ersten Anlaufs waren) finde ich das schon gar nicht verkehrt... wenn man vielleicht noch hier und da an einzelnen Formulierungen feilt...
Danina hat geschrieben:Transfergesellschaft, somit bin ich erst seit dem 01.06.2010 arbeitslos, doch laut der Agentur für Arbeit, muss ich mich jetzt wieder auf Stellenangebote für Technische Zeichner bewerben, ansonsten werden Sie mir mein Arbeitslosengeld kürzen.
Kannst Du ja tun. Aber wer will Dich hindern, Dich parallel dazu "dem Herzen nach" zu bewerben?
Danina hat geschrieben:Zerplatzt nun der Traum von einem beruflichen Neustart???
Ach komm, Du... nicht so pathetisch... ;-)

Danina
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Beitrag von Danina » 13.06.2010, 12:45

Hallo Bewerbungshelfer!
Danke für Dein schnelles Feedback!
Nur wie kann ich jetzt mein Anschreiben besser formulieren? Was genau gefällt Dir nicht an meinem Einstieg?
Lieber Gruß, Danina

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Re: Anschreiben als Empfangsmitarbeiterin

Beitrag von FRAGEN » 13.06.2010, 13:04

Dass mir der Einstieg als solcher "nicht gefiele" kann man noch nicht einmal so sagen. Er würde zwar unter keinen Umständen der Welt positiv auffallen (weil er quasi den Standard des Standards repräsentiert)... aber das Problem liegt woanders...
Danina hat geschrieben:Sehr geehrter Herr xxx,

in Ihrer Stellenanzeige beschreiben Sie einen Arbeitsbereich, der genau meinen zukünftigen beruflichen Zielsetzungen entspricht. Daher bewerbe ich mich mit großem Interesse um die von Ihnen ausgeschriebene Position als Empfangsdame.

Wenn Sie eine zuverlässige, flexible, freundliche und engagierte Mitarbeiterin für eine langfristige Tätigkeit suchen, die selbstständig und zielorientiert arbeitet und sich kooperativ in ein bestehendes Team einfügen kann, bin ich mit Sicherheit ein Gewinn für Ihr Unternehmen.

Zu meinem bisherigen Aufgabenbereich gehörte die Bearbeitung des in- und externen Schriftverkehrs, die Pflege des telefonischen Kontakts zu Kunden und Lieferanten
Bis hierhin klingt es lückenlos auf seine Art. Man ist sich sicher, eine erfahrene Rezeptionistin vor sich zu haben...
Danina hat geschrieben:sowie das Erstellen technischer Zeichnungen und Unterlagen.
... und hier wird es mit einem Schlag ganz seltsam. Die "technischen Zeichnungen und Unterlagen" sind nicht nur unerwartet (und ein offensichtlicher Fremdkörper)... sie sind vor allem ein Fremdkörper, dem man auf den ersten Blick anmerkt, dass sie die eigentliche Hauptsache sind. Ein bisschen "Konstruieren" ist ja weiss Gott nicht das, was eine freundliche Rezeptionsdame mal eben so wie Kaffeekochen nebenbei macht. Man hält diese Arbeit sofort für um Klassen qualifizierter und ist irritiert, dass sie so beiläufig auftaucht... und von diesem Punkt an wirkt alles, was man davor gelesen hat (und alles was folgt) rein gefühlsmässig sofort unehrlich. Man denkt einfach: "Da stimmt was nicht!"... und scheint vom Lebenlauf in dieser Einschätzung bestätigt zu werden. Da steht dann plötzlich "24 Jahre als technische Zeichnerin"... was ja einerseits ein prima Job ist... aber halt ein extrem fernliegender Hintergrund für jemanden, der sich mit einem "n Ihrer Stellenanzeige beschreiben Sie einen Arbeitsbereich, der genau meinen zukünftigen beruflichen Zielsetzungen entspricht" vorstellt... ;-)

Danina
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Beitrag von Danina » 13.06.2010, 13:17

Ich habe schon verstanden was Dir nicht gefällt!
Soll ich nun das Technische Zeichnen aus dem Anschreiben komplett weglassen, oder muß ich mir einen ganz neuen Anfang überlegen?
Die Arbeit einer Empfangsdame entspricht nun mal meiner zukünftigen, beruflichen Zielsetzungen. :oops:

Nach über 20 Jahren, sind das meine ersten Bewerbungen und das Ganze fällt mir alles andere als leicht.

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Beitrag von FRAGEN » 13.06.2010, 13:26

Danina hat geschrieben:Soll ich nun das Technische Zeichnen aus dem Anschreiben komplett weglassen, oder muß ich mir einen ganz neuen Anfang überlegen?
Das würde das Anschreiben zwar runder machen... aber dann eine umso grössere Irritation beim Lebenslauf provozieren... wo dann die "Konstruktion" erst recht wie der Teufel aus der Kiste auftaucht. Ich hatte ja schon einmal gesagt, dass ich Deine "inoffizielle" Erklärung hier im Forum von der Richtung her ganz gut fand:
Danina hat geschrieben:Ich habe den Beruf der Technischen Zeichnerin gelernt und diesen auch 24 Jahre mal mehr, mal weniger gerne ausgeübt. Was mir immer gefehlt hat, war der Kontakt zu Menschen. Nebenberuflich habe ich viele Jahre im Service gearbeitet und gemerkt, dass mir der Umgang mit Menschen einfach viel Spaß bereitet. Als mir und 74 anderen Mitarbeitern letztes Jahr aus betriebsbedingten Gründen gekündigt wurde, war mir klar, dass das meine Chance für einen beruflichen Neustart ist.
Und Rom ist nicht an einem Tag erbaut worden. Das, was Du vorhast, ist schon sehr speziell... so einem Thema muss man sich mit Ruhe und Geduld nähern...

Danina
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Beitrag von Danina » 13.06.2010, 13:42

Ich danke Dir!

Da werde ich noch etwas grübeln müßen.

Schönen Tag noch und viele Grüße...

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