Anschreiben als Human Resources Assistant

Wenn ihr Berufsanfänger oder Berufspraktiker seid, dann könnt ihr eure Bewerbungsbeispiele in dieser Rubrik zur Diskussion stellen und die Musterbewerbungen anderer Bewerber bewerten. Auch für Bewerbungen um eine Neben- oder Teilzeitbeschäftigung.
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london1979
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Anschreiben als Human Resources Assistant

Beitrag von london1979 » 17.03.2013, 09:58

Hallo ihr Lieben,

ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr mein Anschreiben mal anschauen könntet. Kurze Vorgeschichte: ich habe Psychologie studiert, arbeite zurzeit aber leider nicht in diesem Bereich (sondern als Sachbearbeiterin bei einem Finanzdienstleister) und möchte v.a. in den Human Resources Bereich einsteigen...leider habe ich wenig praktische erfahrung (ausser ein kurzes praktikum bei einem personalbereitsteller, aber das ist auch schon jahre her) und eben das studium.

also, das wär das anschreiben:


Bewerbung als Human Resources Assistant

Sehr geehrte Frau .......!

Auf der Suche nach einer abwechslungsreichen und interessanten Tätigkeit im Personalbereich, bin ich auf Ihr Inserat gestoßen, in welchem Sie eine HR-Assistentin suchen. Durch mein abgeschlossenes Studium der Psychologie, mit dem Schwerpunkt Wirtschaftspsychologie, entspreche ich Ihren Anforderungen. Da ich mich beruflich im Bereich “Human Resources” weiterentwickeln möchte, bewerbe ich mich hiermit um die ausgeschriebene Stelle.

Praktische Erfahrungen im Personalbereich habe ich bereits bei der Firma xxxxx gesammelt. Mein Tätigkeitsbereich umfasste die Unterstützung des Geschäftsführers bei sämtlichen Recruitingaufgaben. Nach einer kurzen Einschulungsphase führte ich bereits selbständig Bewerbungsgespräche. Dabei konnte ich vor allem meine Kommunikationsfähigkeit und meine soziale Kompetenz unter Beweis stellen. Ebenso zeigte sich mein Organisationstalent beim Aktualisieren der Bewerberdatenbank, den Terminvereinbarungen und der Führung des Sekretariats.

Bei meiner derzeitigen beruflichen Tätigkeit als Sachbearbeiterin beim xxxxx, kommt mir vor allem mein selbständiger Arbeitsstil, sowie meine Genauigkeit, welche ich u.a. bei der täglichen Führung der Insolvenzstatistik und der Erfassung von Gläubigerdaten in die abteilungsintere Datenbank benötige, sehr zugute. Besonders zeichne ich mich durch meine Verlässlichkeit und meine Hilfsbereitschaft aus, welche von Kollegen und Vorgesetzten sehr geschätzt wird.

Ich freue mich über eine neue berufliche Herausforderung und stehe Ihnen gerne zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch zur Verfügung!

mfg.....


Was meint ihr? Was kann man verbessern?

Danke schon mal im voraus :-) !

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 19.03.2013, 07:27

Hallo london1979,

da kann man noch einiges verbessern; angefangen mit der Einleitung. Abgesehen davon, dass es unglücklich ist, Wörter in einem Satz zu wiederholen ("suche"), enthält diese nur Selbstverständlichkeiten. Denn wer sich bewirbt, ist zweifelsohne genau so auf der Suche, wie der, der eine Anzeige geschaltet hat. Und dass Du Dich hiermit bewirbst, ergibt sich bereits aus den Unterlagen als solches; spätestens aus der Betreffzeile "Bewerbung als ...."
Aus diesem Grunde kommt gerade die Formulierung "hiermit bewerbe ich mich" bei Personalverantwortlichen ganz schlecht an, signalisiert diese eine eher eingeschränkte Motivation. Nicht wenige lesen danach schon gar nicht mehr weiter, snden legen die Bewerbung genervt weg.

Bei Deinem Können und Deinen Kompetenzen beschränkst du Dich auf die rein sachlich-nüchterne Präsentation. Das Problem hier: Du dürftest kaum über ein einzigartiges Können oder über exklsuive Stärken verfügen. Mithin präsentierst Du das, was alle anderen auch präsentieren. Warum sollte dann der Personalverantwortliche sich ausgerechnet für Deine Bewerbung interessieren?
Am leichtesten kann man sich deshalb über die "Gefühlsebene" von den Mitbewerbern abheben: über die Motivation. Die Werbebotschaft, die kein Personalverantwortlicher ignorieren kann lautet: Ich habe Lust auf die ausgeschrieben Position UND die Mitarbeit in Ihrem Unternehmen!
Und gerade diese Botschaft fehlt in dem Anschreiben.

Und das letzte, wqas hier noch fehlt, ist Dynamik, Power. Beim Lesen hat man einfach nicht das Gefühl, da kommt ein dynamischer Bewerber, der jetzt "anpacken möchte".

Viele Grüße aus Duisburg

london1979
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Beitrag von london1979 » 19.03.2013, 08:01

danke für deine antwort!

Ups, das wär mir alles gar nicht aufgefallen, dabei hab ich es zig mal durchgelesen :-(

ich tu mich echt schwer mit formulierungen, wie könnte man das konkret formulieren?

exilant
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Beitrag von exilant » 19.03.2013, 14:10

hallo london1979,

ich fände es interessant, warum du dich im HR bereich bewirbst. schließlich muss der wechsel begründet werden, außerdem gibt es dir die chance dich als motivierte und interessierte zukünftige mitarbeiterin darzustellen.

du bist psychologin (so wie ich :D ) darauf kannst du aufbauen, dein interesse für menschen, deren weiterentwicklung im persönlichen und beruflichen rahmen herausstellen.

konkret würde ich den esten absatz rausnehmen. direkt mit deinen stärken beginnen, diese mit den job-anforderungen verbinden.

"Als Dipl.-Psychologin, mit Schwerpunkt Wirtschaftspsychologie, Berufserfahrung im Personalrecruitment und umfassenden Kenntnissen in der Datenpflege [sagt man das so???] bin ich die ideale Kandidatin für die Position als Human Ressource Assistant in Ihrem Unternehmen.

Bei xxxx, einer Firma für [???], unterstützte ich den Geschäftsführer bei sämtlichen Recruitingaufgaben und war für die Durchführung und Nachbereitung von Bewerbungsgesprächen verantwortlich. In meinen Verantwortungsbereich fiel auch die Führung des Sekretariats, die Aktualisierung der Bewerberdatenbank sowie das Monitoring von Terminvereinbarungen."

so würde ich zumindest anfangen. dann den teil was du gerade machst. dann deine konkrete motivation in den HR bereich zu gehen, gerne verbunden mit deinen soft skills (besonders die soziale kompetenz) und warum du dich gerade für dieses unternehmen interessierst.

grüße

p.s.: rechtschreibung und kommasetzung muss bei mir IMMER gegengeprüft werden :shock: bin da eher suboptimal drin!

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 19.03.2013, 18:26

Hallo london1979,

die Motivation kann man vor allem dadurch ausdrücken, dass man ausführt, die Aufgaben mit großer Freude zu übernehmen; oder dass man das, was man macht, gerne macht.

Die Formulierungen sind dabei auch vom Typen abhängig. Ein extrovertierter Bewerber darf von Begeisterung und Faszinität schreiben; ein eher introvertierter Bewerber kann es bei Formulierungen wie "gerne" belassen.

Viele Grüße aus Duisburg

exilant
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Beitrag von exilant » 19.03.2013, 19:22

Du hast natürlich absolut recht, Andreas.

Bei meiner letzten Bewerbung im Personalbereich habe ich Verben wie "begeistert", "beeindruckt", "neugierig gemacht" benutzt. Aber das passt auch zu mir und ich fand (finde) den Ansatz der Firma auch echt klasse!

Bei einem anderen Bewerbungsschreiben habe ich auch davon gesprochen, dass ich meine Aufgaben "liebe"...

london1979
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Beitrag von london1979 » 23.03.2013, 10:28

zunächst einmal vielen dank für eure antworten!

Das Problem neben der richtigen Formulierung des Anschreibens ist, das ein Psychologiestudium in den meisten Fällen gar nicht gefordert ist. Soll ich es trotzdem betonen??

Das nächste ist, das ich im HR Bereich erst einsteige (deshalb will ich auch mal "nur" als HR Assistentin starten) und bis auf ein 2 monatiges Praktikum bei einer Personalbereitstellungsfirma (siehe anschreiben) keinerlei Erfahrungen habe. Gleich nach dem Studium hat sich nämlich ein Job im Finanzbereich ergeben (als Sachbearbeiterin von konkursfällen) indem ich jetzt seit ca. 3 jahren arbeite und dort aber nicht die Möglichkeit besteht, mich im HR bereich weiterzuentwickeln.....

was aber bei diesen hr-assistant jobs immer wieder gefordert wird, sind administrative Tätigkeiten etc., da kann ich wieder punkten, denn das mache ich auch jetzt bzw. bei meinen jobs die ich während des Studiums hatte...

im grossen und ganzen sehen die inserate so aus:

- abgeschlossene kaufmännische Ausbildung
• 3-5 jahre Berufserfahrung und Kenntnisse im Human Resources Bereich
• Sehr gute MS-Office und Englisch Kenntnisse
• Analytisches, unternehmerisches Denken sowie selbständige und
eigenverantwortliche Arbeitsweise
• Schnelle Auffassungsgabe, Genauigkeit und ausgeprägte Dienstleistungshaltung
• Kollegialität, Diskretion und Hilfsbereitschaft


ich hab jetzt schon einige absagen bekommen und weiss echt nicht worans liegt, wo ich doch jobs vorweisen kann in denen ich diese anforderungen erfüllte, aber halt nix mit dem hr-bereich zu tun haben... :-(

vielleicht könnt ihr mir noch konkrete formulierungstipps bzw. tipps für die bewerbung geben?? ich bin schon so betriebsblind, das ich gar nicht mehr weiss auf was es ankommt :-(

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 23.03.2013, 14:10

Hallo london1979,

nachdem ich Dein Anschreiben gelesen habe, wundern mich die Absagen überhaupt nicht. Bedenke doch einmal, dass auf eine Anzeige leicht bis zu 100 und mehr Bewerbungen eingehen, von denen aber nur maximal 10 % zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden.

Bietet da Dein Anschreiben irgendetwas, was Dich von den Mitbewerbern abhebt? Nicht wirklich. Es liest sich wie dutzend anderer auch. Oder gehst du davon aus, dass Dein Können / Wissen einzigartig ist oder Deine Kompetenzen exklusiv?
Selbst die Noten verlieren heute immer mehr an Bedeutung, weil die Personalverantwortlichen mittlerweile erkannt haben, dass auch bei Akademikern die Motivation die entscheidende Messlatte ist. Je höher diese, um so höher auch die Einsatzbereitschaft.

Bringe die Botschaft "Ich habe Lust auf diese Position UND die Mitarbeit in Ihrem Umternehmen" in das Anschreiben und die Anzahl der Einladungen wird steigen. Denn dieser verlockenden Message kann kaum ein Personalverantwortlicher widerstehen.

Viele Grüße aus Duisburg

exilant
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Beitrag von exilant » 23.03.2013, 15:48

Hallo london79,

ich bin in einer ähnlichen Situation wie Du. Ich bin Psychologin mit dem Schwerpunkt ABO und Kulturpsychologie. Meine praktische Arbeitserfahrung habe ich allerdings ausschließlich in Indien gemacht. Nun bin ich wieder in Deutschland und auf der Suche nach einem HR Job.

Indien ist natürlich für die Bewerbung auf dem deutschen Markt extrem exotisch und ich habe auch nur wenig Vertrauen in die Personaler in diesem Lande eine "bewegte Vergangenheit" [habe in noch ein paar anderen Ländern gelebt und gearbeitet, v.a. im sozialen Bereich] als asset zu sehen.

Was ich in aller Länge sagen möchte: Andreas hat Recht. Du musst zeigen, dass Du an dem Job Spaß hast und das Unternehmen Dir zusagt. Das ist natürlich manchmal etwas schwierig aber Dein Schreiben sollte eine persönliche Note haben und positiv auffallen.

Beispielsweise habe ich bei einer Bewerbung für eine Schiffahrtgesellschaft Methaphern wie "den Anker werfen" und "mich an Bord holen" benutzt. Bei einem Hersteller von Solarenergie "sonnige" Grüße hinterlassen. Keine Ahnung ob das Früchte trägt, aber ich weiß dass es nicht an den Bewerbungsschreiben liegt wenn ich raussortiert werde.

Vielleicht setzt Du Dich einfach mal hin und schreibst auf was Dich an HR interessiert? Und dann versuchst Du die Verben in dem Anschreiben einzubringen. Evt. fällt Dir ja auch ein Motto ein was für Deine Arbeit mit Menschen steht und was Du als Einstieg benutzen kannst.

Das waren jetzt keine konkreten Formulierungsvorschläge aber vielleicht hat es ein wenig geholfen.

Grüße

london1979
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Beitrag von london1979 » 01.02.2014, 12:20

hallo :-)

ich möchte diesen Thread nochmals aktievieren, da ich mich wieder im Human Resources Bereich bewerben möchte. Mein aktueller Job macht mir überhaupt keinen Spass mehr. Habe eigentlich Psychologie studiert, bin aber jetzt seit mittlerweile 5 Jahren (also seit abschluss des studiums) als sachbearbeiterin (bearbeitung von Konkursen) tätig und das wird mir jetzt schon zu langweilig und ich möchte endlich in einem Bereich arbeiten, der zumindest annähernd etwas mit meinem Studium zu tun hat.

Das Problem neben der richtigen Formulierung des Anschreibens ist, dass ein Psychologiestudium in den meisten Fällen gar nicht gefordert ist. Soll ich es trotzdem betonen?? bzw. im Lebenslauf muss ich es ja angeben, oder?

Das nächste ist, dass ich in den HR Bereich erst einsteige (deshalb will ich auch mal "nur" als HR Assistentin starten) und bis auf ein 2 monatiges Praktikum bei einer Personalbereitstellungsfirma (siehe anschreiben) keinerlei Erfahrungen habe. Gleich nach dem Studium hat sich nämlich ein Job im Finanzbereich ergeben (als Sachbearbeiterin von konkursfällen) indem ich jetzt seit ca. 5 jahren arbeite und dort aber nicht die Möglichkeit besteht, mich im HR bereich weiterzuentwickeln.....

was aber bei diesen hr-assistant jobs immer wieder gefordert wird, sind administrative Tätigkeiten etc., da kann ich wieder punkten, denn das mache ich auch jetzt bzw. bei meinen jobs die ich während des Studiums hatte...

im grossen und ganzen sehen die inserate so aus:

- abgeschlossene kaufmännische Ausbildung
• 3-5 jahre Berufserfahrung und Kenntnisse im Human Resources Bereich
• Sehr gute MS-Office und Englisch Kenntnisse
• Analytisches, unternehmerisches Denken sowie selbständige und
eigenverantwortliche Arbeitsweise
• Schnelle Auffassungsgabe, Genauigkeit und ausgeprägte Dienstleistungshaltung
• Kollegialität, Diskretion und Hilfsbereitschaft


Die nächste Frage die ich mir stelle ist, ob ich im Anschreiben erwähnen soll dass ich mich derzeit noch in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis befinde und ich aus Gründen wie zb. monotone Aufgaben, keine aufstiegsmöglichkeiten, wenig kontakt mit menschen...den Job wechseln will?


Ich würde mich sehr freuen wenn mir hier jemand weiterhelfen könnte
:lol:

Bedanke mich schon im voraus!

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 01.02.2014, 13:51

london1979 hat geschrieben:Das Problem neben der richtigen Formulierung des Anschreibens ist, dass ein Psychologiestudium in den meisten Fällen gar nicht gefordert ist. Soll ich es trotzdem betonen?? bzw. im Lebenslauf muss ich es ja angeben, oder?
Ehrlich gesagt verstehe ich die Frage nicht. Das Studium ist doch Dein stärkstes Argument - GERADE wenn es über die Minimalanforderungen hinaus geht! Aus diesem Studium heraus müsstest Du m. E. auch Deinen spezifischen Beitrag zu den kommenden Bewerbungsverfahren argumentieren! Die Frage ist wohl eher, was Du im Lebenslauf mit den 5 Jahren danach machst... ;-)
london1979 hat geschrieben:Das nächste ist, dass ich in den HR Bereich erst einsteige (deshalb will ich auch mal "nur" als HR Assistentin starten) und bis auf ein 2 monatiges Praktikum bei einer Personalbereitstellungsfirma (siehe anschreiben) keinerlei Erfahrungen habe.
Überlass doch denen Deinen Einsatz! Wenn ich an Deiner Stelle wäre, würde ich denen in leuchtendsten Farben meinen potentiellen Beitrag aus der Wirtschaftspsychologie zur Personalentwicklung erläutern... und dann können DIE sich überlegen, wie sie den passenden Job dazu nennen. Sicher ist doch, dass man Dich im Grundsatz brauchen kann. Das Problem ist nur, dass Du Dich teils über, teils unter Standardanforderungen für die üblichen Ausschreibungen befindest: Für eine reine "Assistentin" ist Dein Horizont viel zu weit, für eine "Leiterin" ist die Erfahrung zu klein. Mir kommt es am Erfolgversprechendsten vor, die Leute quasi neugierig auf die "allgemeine" Zusammenarbeit mit Dir im HR-Bereich zu machen... und die Details dabei offen zu halten.
london1979 hat geschrieben:was aber bei diesen hr-assistant jobs immer wieder gefordert wird, sind administrative Tätigkeiten etc., da kann ich wieder punkten, denn das mache ich auch jetzt bzw. bei meinen jobs die ich während des Studiums hatte...
Ich würde es damit nicht übertreiben... denn selbst wenn Du diese Schiene wunderbar bedienen könntest: Ständest Du am Ende des Tages leicht wieder mit einem Job da, der Dich genau so langweilt wie der momentane... ;-)

Das, was Du an geforderten Eigenschaften aus den Inseraten nennst, ist ja letztendlich ziemlich unspezifisch... sogar ganz erstaunlich unspezifisch, wenn man die inhaltliche Komplexität des Themas bedenkt. Wer so jemanden sucht, hat wirklich keinen Bedarf an Deinem Wissen und Deiner Interessenlage. Von daher würde ich es wohl eher mit Initiativbewerbungen im o. g. Sinne versuchen... um quasi aktiv nach einem adäquaten Umfeld zu suchen...
london1979 hat geschrieben:Die nächste Frage die ich mir stelle ist, ob ich im Anschreiben erwähnen soll dass ich mich derzeit noch in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis befinde
Ich wüsste nicht, was damit zu gewinnen wäre, ganz im Gegenteil. Der aktuelle Job ist m. E. Dein grösster Schwachpunkt. Dass Du es überhaupt 5 Jahre da ausgehalten hast, ist vom Gesichtspunkt der Motivation für Dein eigentliches Fach allein im Lebenslauf schon schlimm genug. Das Beste wäre m. E., wenn man das Thema im Anschreiben komplett umgehen könnte.
london1979 hat geschrieben:und ich aus Gründen wie zb. monotone Aufgaben, keine aufstiegsmöglichkeiten, wenig kontakt mit menschen...den Job wechseln will?
Das klänge für mich so, als würdest Du gern bei den Konkursfällen bleiben, wenn es da Karrieremöglichkeiten gäbe? Ich würde auf jeden Fall bei der positiven Argumentation FÜR die PSYCHOLOGIE bleiben...

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Beitrag von london1979 » 01.02.2014, 16:02

Zunächst danke für deine ausführliche Antwort :-)

naja, ich meinte mit meiner Frage, ob eine firma die ein inserat schaltet in dem kein Studium gefordert ist, jemanden einstellt der ein Studium hat. Auch wenn ich einiges dadurch einbringen kann, aber wenns nicht gefordert ist?? da werden dann wohl eher bewerber ausgewählt, die kein studium haben?! aber vielleicht ist das auch nur meine (einseitige) Meinung...

mich verunsichert jetzt auch deine Anmerkung über die 5 Jahre im anderen Job: ja ich weiss dass das nicht gerade toll ist, aber der job wurde mir damals gleich nach dem studium angeboten, ich wollte eigentlich nicht lange bleiben, doch wie es so ist, wenn man einmal wo arbeitet (v.a. ist es ein krisensicherer job,...) geht man nicht mehr so leicht (ich zumindest). Habe auch Angst vor Veränderungen bzw. das ich woanders beginne und dort werde ich gekündigt und bin dann arbeitslos. aber mittlerweile bin ich schon nahe einem "bore-out"- ich kann und mag nicht mehr und ich ärgere mich dermassen über mich selber, dass ich nicht längst schon im HR Bereich arbeite!


@ Ich würde es damit nicht übertreiben... denn selbst wenn Du diese Schiene wunderbar bedienen könntest: Ständest Du am Ende des Tages leicht wieder mit einem Job da, der Dich genau so langweilt wie der momentane... - mir hat mal jemand aus einer Personalleasing Firma gesagt, ich solle mal als Assistentin im HR Bereich beginnen, so quasi um einen Fuss in die Tür zu bekommen. und diese aufgaben sind teil eines HR Jobs und zumindest könnte ich dann schon Erfahrungen aufweisen, dass ich im HR Bereich gearbeitet habe, das würde mir schon viel bringen. ausserdem bekomme ich dann einen Einblick in die Branche..


@Das klänge für mich so, als würdest Du gern bei den Konkursfällen bleiben, wenn es da Karrieremöglichkeiten gäbe? Ich würde auf jeden Fall bei der positiven Argumentation FÜR die PSYCHOLOGIE bleiben...- nein möchte ich nicht, war wohl unglücklich forumuliert.

Wie kann ich das jetzt am besten begründen, mit den 5 Jahren?? Ach, ich bin grad etwas verzweifelt, ich will einfach nur weg von dem Job und endlich einen abwechslungsreichen, herausfordernden HR Job :-(

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 01.02.2014, 17:55

london1979 hat geschrieben:mich verunsichert jetzt auch deine Anmerkung über die 5 Jahre im anderen Job: ja ich weiss dass das nicht gerade toll ist, aber der job wurde mir damals gleich nach dem studium angeboten, ich wollte eigentlich nicht lange bleiben, doch wie es so ist, wenn man einmal wo arbeitet (v.a. ist es ein krisensicherer job,...) geht man nicht mehr so leicht (ich zumindest).
"Nichts ist so dauerhaft wie ein Provisorium."
Habe auch Angst vor Veränderungen bzw. das ich woanders beginne und dort werde ich gekündigt und bin dann arbeitslos. aber mittlerweile bin ich schon nahe einem "bore-out"- ich kann und mag nicht mehr und ich ärgere mich dermassen über mich selber, dass ich nicht längst schon im HR Bereich arbeite!
Dann ran, schreib eine motivierte Bewerbung! Du verlierst nichts dadurch. Du wirst dich nur immer ärgern, es nicht versucht zu haben und zu versauern.
Wie kann ich das jetzt am besten begründen, mit den 5 Jahren?? Ach, ich bin grad etwas verzweifelt, ich will einfach nur weg von dem Job und endlich einen abwechslungsreichen, herausfordernden HR Job :-(
Warum willst du denn eine vergangenheitsgerichtete Bewerbung schreiben? Bewerbungen sollen zukunftsgerichtet sein!

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Beitrag von london1979 » 01.02.2014, 18:17

Wie kann ich das jetzt am besten begründen, mit den 5 Jahren?? Ach, ich bin grad etwas verzweifelt, ich will einfach nur weg von dem Job und endlich einen abwechslungsreichen, herausfordernden HR Job :-(
Warum willst du denn eine vergangenheitsgerichtete Bewerbung schreiben? Bewerbungen sollen zukunftsgerichtet sein![/quote]

ich meinte, wenn ich zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen werde und es wird danach gefragt, warum ich solange in einem job gearbeitet habe der nichts mit meinem Studium zu tun hat....

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Beitrag von FRAGEN » 01.02.2014, 18:27

london1979 hat geschrieben:naja, ich meinte mit meiner Frage, ob eine firma die ein inserat schaltet in dem kein Studium gefordert ist, jemanden einstellt der ein Studium hat.
Ich gebe zu, dass meine Antwort relativ spontan... und nur sehr am Rande auf dieses konkrete Inserat hin bezogen war (was in Deinem Posting ja auch erst lange nach besagter Frage auftauchte). Ich meinte einfach generell, dass für das Thema "HR" im Allgemeinen Dein Studium viel wertvoller als die Konkurs-Erfahrung ist.
london1979 hat geschrieben:Auch wenn ich einiges dadurch einbringen kann, aber wenns nicht gefordert ist?? da werden dann wohl eher bewerber ausgewählt, die kein studium haben?! aber vielleicht ist das auch nur meine (einseitige) Meinung...
In Bezug auf das gepostete Inserat bin ich ganz Deiner Meinung: Die suchen sicher keine Psychologin. Andererseits hätte ich aber auch nicht den Eindruck gehabt, dass Dir mit solch einem Job sonderlich geholfen wäre, wenn Dein Primärproblem die Langeweile ist. Ich denke wirklich, dass DIESER Job Deinem jetzigen extrem ähnlich wäre... dass Deine konkreten Aufgaben sich letztlich kaum unterscheiden würden... auch wenn sie im einen Fall unter der Überschrift "HR" und im anderen unter der Überschrift "Konkurs" liefen. Wenn Du das wirklich wolltest, wäre tatsächlich Dein Studium der Fremdkörper im Spiel. Ich hingegen hatte gefühlsmässig vorausgesetzt, dass Du Dich wieder in Studienrichtung ausrichten wolltest... und DANN wäre dieser "HR-Assistenz"-Job halt eher Seitwärts- als Aufwärtsbewegung.
london1979 hat geschrieben:mich verunsichert jetzt auch deine Anmerkung über die 5 Jahre im anderen Job
Wenn das beleidigend klang, tut es mir leid. Ich hatte mich nur so dermassen gewundert, dass ausgerechnet das fachlich passende Studium das Problem an Deinem Traumjob sein sollte.
london1979 hat geschrieben:mir hat mal jemand aus einer Personalleasing Firma gesagt, ich solle mal als Assistentin im HR Bereich beginnen, so quasi um einen Fuss in die Tür zu bekommen. und diese aufgaben sind teil eines HR Jobs und zumindest könnte ich dann schon Erfahrungen aufweisen, dass ich im HR Bereich gearbeitet habe, das würde mir schon viel bringen. ausserdem bekomme ich dann einen Einblick in die Branche..
Im Endeffekt ist das wohl eine Frage des Charakters und des Anspruchs... und was das angeht, kann ich Dich natürlich ganz schlecht einschätzen. Grundsätzlich ist der Gedanke sicher nicht falsch... nur halt sehr, sehr defensiv... gewissermassen nicht "von oben", sondern "von unten" her gedacht. Insofern passt er auch irgendwo zu Deinem bisherigen Werdegang, einschliesslich des Zögerns bzgl. der aktuellen Wechselüberlegungen. Aber genau da sehe ich auch (gerade bei Dir) die Gefahr: Nimm das bitte nicht persönlich... aber ich könnte mir so gut vorstellen, dass dies das zweite "unendliche Provisiorium" in Folge wird... dass Du eines schönen Morgens aufwachst und bemerkst, dass Du seit 15 Jahren Sekretärin (im weitesten Sinne) bist und das ganze schöne Studium vergessen hast. Gerade wenn Du diese charakterliche Tendenz hast, wäre es m. E. ratsam, Dir einmal ein Herz zu fassen und es hier mit einer echten Wende zu versuchen.
london1979 hat geschrieben:Wie kann ich das jetzt am besten begründen, mit den 5 Jahren?
Letztendlich hängt das von Deiner Entscheidung (bzgl. "grosser" oder "kleiner" Lösung) ab: Für die kleine brauchst Du es gar nicht zu begründen. Dann wechselst Du einfach die "Sacharbeits"-Sparte unter Bezug auf Dein früheres Praktikum.

Im Falle der grossen (die mir bei meiner Spontantwort irgendwie intuitiv vor Augen stand) würde ich die 5 Jahre inhaltlich möglichst weit herunter spielen: In der Bewerbung weitestgehend aus Deinem psychologischen Horizont argumentieren... und ggf. irgendwo einen Satz unterbringen, der sinngemäss besagt, dass Dein "Überbrückungs"-Job nach dem Studium zwar zeitlich etwas aus dem Ruder gelaufen ist, Dir aber immerhin eine souveräne Administrationsroutine verschafft hat.

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Beitrag von TheGuide » 02.02.2014, 12:07

london1979 hat geschrieben:ich meinte, wenn ich zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen werde und es wird danach gefragt, warum ich solange in einem job gearbeitet habe der nichts mit meinem Studium zu tun hat....
Wenn du eingeladen wirst, dann haben die auch grundsätzlich Interesse an dir. Auch wenn du eine von fünf oder zehn Kandidaten auf eine Stelle bist und die Stelle damit längst nicht sicher hast. Aber wenn die dich einladen, dann sind denen die fünf Jahre vermutlich egal oder einfach nicht so wichtig. Wenn du also danach gefragt wirst, dann im Rahmen eines Stressinterviews. Da ist dann die Reaktion auf die Frage wichtiger als der Inhalt der Antwort selbst.

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