Anschreiben Arzthelferin so OK ?

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klausibs
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Anschreiben Arzthelferin so OK ?

Beitrag von klausibs » 02.08.2006, 22:47

Hallo,

meine Frau soll so schnell wie möglich ihre Bewerbung einreichen.Nun ist aber schon einige Zeit ( 10-12 Jahre) vergangen seit ihrer letzten Bewerbung. Könnt ihr mal einen Blick darauf werfen und ihren Entwurf beurteilen ? Hat sie irgendwelche gravierenden Fehler gemacht? Sie hat sich schon einige Anregungen -Formulierungen hier im Forum herausgesucht.


Bewerbung als Arzthelferin für die Liegendaufnahme


Sehr geehrter Herr xxxx ,

Ihre Mitarbeiterin Frau xxxx hat mir in zahlreichen Gesprächen von Ihrem erstklassigen Leistungsspektrum ihres Krankenhauses, den vielfältigen Anforderungen in der Liegendaufnahme und den Wunsch ihres Krankenhauses eine weitere Stelle in der Liegendaufnahme zu besetzen, berichtet. Ich möchte dies zum Anlass nehmen, mich bei Ihnen als Arzthelferin für die Liegendaufnahme zu bewerben.

Ich bin 36 Jahre alt, verheiratet und habe mit einer abgeschlossenen familiären Planung 2 Kinder. Seit der Geburt unseres 1. Kindes bin ich Hausfrau und habe dabei zuletzt meine Organisationsfähigkeit sowie meine Flexibilität unter Beweis gestellt. Nun möchte ich Ihnen meine Fähigkeiten und umfassenden Kenntnisse, die ich mir in meiner Ausbildung zur Arzthelferin und in den weiteren Berufsjahren aneignete, zur Verfügung stellen.

Neben der Annahme der Patienten gehörten sowohl das Schreiben eines EKG und das Durchführen von Laborarbeiten als auch die Entnahme von Blutproben und das Attestieren bei kleineren chirurgischen Eingriffen zu meinen Aufgaben.
Wie Sie meinen Arbeitszeugnissen entnehmen können hat sich in meiner beruflichen Praxis immer wieder gezeigt, dass ich schnell und flexibel auf die unterschiedlichsten Anforderungen reagieren kann. Auch in schwierigen Situationen habe ich stets große Belastbarkeit gezeigt.
Ich bin in der Lage, eigenverantwortlich zu handeln und Aufgaben selbstständig durchzuführen.

Mein persönliches Profil runde ich mit Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit, Engagement und der Bereitschaft sich weiterzubilden ab.

In einem Vorstellungsgespräch können Sie sich persönlich über meine Stärken einen Eindruck verschaffen. Über eine Einladung von Ihrem Klinikum freue ich mich daher ganz besonders.




Mit freundlichen Grüßen





xxxxx

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Caroline
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Re: Anschreiben Arzthelferin so OK ?

Beitrag von Caroline » 03.08.2006, 14:20

Ihre Mitarbeiterin Frau xxxx hat mir in zahlreichen Gesprächen von Ihrem erstklassigen Leistungsspektrum Ihres Krankenhauses, den vielfältigen Anforderungen in der Liegendaufnahme und den Wunsch Ihres Krankenhauses[Komma.] eine weitere Stelle in der Liegendaufnahme zu besetzen, berichtet.
Alternativ könnten die Absätze auch so gegliedert werden:
Neben der Annahme der Patienten gehörten sowohl das Schreiben eines EKG und das Durchführen von Laborarbeiten als auch die Entnahme von Blutproben und das Attestieren bei kleineren chirurgischen Eingriffen zu meinen Aufgaben. Wie Sie meinen Arbeitszeugnissen entnehmen können[Komma.] hat sich in meiner beruflichen Praxis immer wieder gezeigt, dass ich schnell und flexibel auf die unterschiedlichsten Anforderungen reagieren kann.

Auch in schwierigen Situationen habe ich stets große Belastbarkeit gezeigt. Ich bin in der Lage, eigenverantwortlich zu handeln und Aufgaben selbstständig durchzuführen. Mein persönliches Profil runde ich mit Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit, Engagement und der Bereitschaft sich weiterzubilden ab.
PS: Über Weiterbildung als Arzthelferin informieren

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 03.08.2006, 14:44

Hallo Klaus!

Inhaltlich finde ich das Anschreiben sehr gut. Vom rein stilistischen Standpunkt erscheint mir nur das Wort "Liegendannahme" im ersten Absatz ein wenig oft...

Ansonsten fällt mir höchstens auf, dass Deine Frau ihre medizinische Ausbildung erst relativ spät erwähnt... und das schon allein vom Satzbau her in einer Form, die sehr leicht untergeht - gerade angesichts der unmittelbar zuvor um ein Vielfaches stärker betonten "Hausfrauen"-Qualifikation... ;-)

Ich glaube, ich würde die Ausbildung schon im ersten Absatz unterbringen... vielleicht den letzten Satz ("Ich möchte dies zum Anlass nehmen...") dahingehend verändern, dass es ihr bei Ihrer Bewerbung um ein Fortsetzen/ Vertiefen/ Spezialisieren innerhalb ihrer Berufstätigkeit und -erfahrung geht?!?

Den Abgang würde ich, glaube ich, auch noch minimal abändern: Zum einen bieten sich die zuvor genannten Stärken nicht unbedingt zur Überprüfung im Gespräch an (wenn schon, dann eher im Probearbeiten... womit ich nicht sagen will, dass sie das anbieten soll). Im zweiten Schluss-Satz hängt das "daher" (weshalb genau?) ein bissken in der Luft...

Aber das sind alles Kleinigkeiten...

talmidah
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Beitrag von talmidah » 03.08.2006, 17:26

mal ne frage:
gibt es das wirklich? "Attestieren bei kleineren chirurgischen Eingriffen " oder soll das assistieren heißen?...weiß ich leider nicht

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Caroline
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Beitrag von Caroline » 03.08.2006, 17:29

Sehr aufmerksam. :D Das stimmt natürlich, es müsste "assistieren" heißen.

TEMproMens
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Beitrag von TEMproMens » 03.08.2006, 18:59

Falls noch irgendwo Platz sein sollte - guten Patientenumgang einbauen?

"Ich bin 36 Jahre alt, verheiratet und habe mit einer abgeschlossenen familiären Planung 2 Kinder. Seit der Geburt unseres 1. Kindes bin ich Hausfrau und habe dabei zuletzt meine Organisationsfähigkeit sowie meine Flexibilität unter Beweis gestellt. "

Das mit der abgeschlossenen Familienplanung, wäre mir übrigens zu persönlich... Die zwei Sätze würde ich radikal in einen kurzen Satz zusammenkürzen.
so in der Art, dass man die letzten Jahre in Elternzeit verbracht hat. "Hausfrau" und solche Worte mit einem gewissen G'schmäckle (ist ja leider so zwiespältig) würde ich im Anschreiben vermeiden - ist aber Geschmackssache und ich bin da oft etwas pingelig, glaube ich.

Außerdem würde ich lieber betonen, wie Flexibilität und Organisationstalent im Beruf eingesetzt werden. Was ja in dem einen Absatz über Berufserfahrung bereits geschehen ist.

Ansonsten gefällt mir das Anschreiben schon sehr gut. Vorbildlich! :)

lG

klausibs
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Beitrag von klausibs » 03.08.2006, 23:38

Ersteinmal vielen Dank für deinen Beitrag und deinen Anregungen
TEMproMens hat geschrieben:Falls noch irgendwo Platz sein sollte - guten Patientenumgang einbauen?

"Ich bin 36 Jahre alt, verheiratet und habe mit einer abgeschlossenen familiären Planung 2 Kinder. Seit der Geburt unseres 1. Kindes bin ich Hausfrau und habe dabei zuletzt meine Organisationsfähigkeit sowie meine Flexibilität unter Beweis gestellt. "

Wir dachten es wäre vielleicht eine gute Idee offensiv und mit ganzer Überzeugung mit dem Thema Erziehung der Kinder und die Führung des Haushaltes umzugehen ! So erklärt sich auch die längere Arbeitspause :aus Überzeugung.Der Hinweis auf die abgeschlossene familiäre Planung könnte doch wirklich interessant und wichtig für den zukünftigen AG sein oder?
Der Patientenumgang wird in all meinen Zeugnissen ganz besonders hervorgehoben,von daher wollte ich aus Platzgründen im Anschreiben darauf verzichten.

Das mit der abgeschlossenen Familienplanung, wäre mir übrigens zu persönlich... Die zwei Sätze würde ich radikal in einen kurzen Satz zusammenkürzen.
so in der Art, dass man die letzten Jahre in Elternzeit verbracht hat. "Hausfrau" und solche Worte mit einem gewissen G'schmäckle (ist ja leider so zwiespältig) würde ich im Anschreiben vermeiden - ist aber Geschmackssache und ich bin da oft etwas pingelig, glaube ich.


Außerdem würde ich lieber betonen, wie Flexibilität und Organisationstalent im Beruf eingesetzt werden. Was ja in dem einen Absatz über Berufserfahrung bereits geschehen ist.

Hier handelt es sich ebenfalls um recht gut ausgelegte und ausführlich beschriebene Punkte in meinen Arbeitszeugnissen.Kann man dann nicht auch darauf verzichten diese im Anschreiben zu sehr zu beanspruchen ?
Ansonsten gefällt mir das Anschreiben schon sehr gut. Vorbildlich! :)
DANKE !! :D
lG

klausibs
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DANKE,DANKE,DANKE !!!!

Beitrag von klausibs » 03.08.2006, 23:44

talmidah hat geschrieben:mal ne frage:
gibt es das wirklich? "Attestieren bei kleineren chirurgischen Eingriffen " oder soll das assistieren heißen?...weiß ich leider nicht
Trotz Korrekturlesens dreier Personen ist uns das nicht aufgefallen !!!! Das wäre ja was geworden,UNDENKBAR !!! Deshalb hier nochmals DANKE !! :shock: :oops:

klausibs
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Vielen Dank für deine Anregungen

Beitrag von klausibs » 03.08.2006, 23:57

FRAGEN hat geschrieben:Hallo Klaus!

Inhaltlich finde ich das Anschreiben sehr gut. Vom rein stilistischen Standpunkt erscheint mir nur das Wort "Liegendannahme" im ersten Absatz ein wenig oft...
Also hierbei handelt es sich um die korrekte Stellenbezeichnung.Hast du vielleicht einen Vorschlag inwieweit ich das umformulieren könnte ?

Ansonsten fällt mir höchstens auf, dass Deine Frau ihre medizinische Ausbildung erst relativ spät erwähnt... und das schon allein vom Satzbau her in einer Form, die sehr leicht untergeht - gerade angesichts der unmittelbar zuvor um ein Vielfaches stärker betonten "Hausfrauen"-Qualifikation... ;-)

siehe einmal meine Antwort an TEMproMens !?

Ich glaube, ich würde die Ausbildung schon im ersten Absatz unterbringen... vielleicht den letzten Satz ("Ich möchte dies zum Anlass nehmen...") dahingehend verändern, dass es ihr bei Ihrer Bewerbung um ein Fortsetzen/ Vertiefen/ Spezialisieren innerhalb ihrer Berufstätigkeit und -erfahrung geht?!?

Den Abgang würde ich, glaube ich, auch noch minimal abändern: Zum einen bieten sich die zuvor genannten Stärken nicht unbedingt zur Überprüfung im Gespräch an (wenn schon, dann eher im Probearbeiten... womit ich nicht sagen will, dass sie das anbieten soll). Im zweiten Schluss-Satz hängt das "daher" (weshalb genau?) ein bissken in der Luft...

siehe einmal meine Antwort an TEMproMens !?

Aber das sind alles Kleinigkeiten...

klausibs
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Vielen Dank für all eure Beiträge

Beitrag von klausibs » 04.08.2006, 00:12

Ich möchte mich recht herzlich bei euch allen bedanken.Ich bin sehr froh auf dieses Forum gestoßen zu sein.Es war wirklich sehr hilfreich :D
Bewerbung wird gleich Morgen abgegeben (sollte spätestens dann abgegeben worden sein).Sofern ich noch den einen oder anderen Vorschlag noch einbauen kann.Wenn diese Erfolgreich war,werde ich das hier natürlich bekannt geben!!

TEMproMens
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Beitrag von TEMproMens » 04.08.2006, 00:21

Ich finde Familienplanung ist intim und persönlich. Insoferne hätte es aus meiner Sicht in einem Anschreiben nichts verloren. Das kann aber jemand auch anders sehen.
Ich habe z.B. unter anderem Bewerbungstraining für Frauen gemacht und auch hier wurde zu Vorsicht geraten. Zu persönlich ist einfach unangebracht... (z.B. auch die Frage nach Krankheiten der Kinder etc. - solche Fragen sind nicht erlaubt! Auch nicht nach Schwangerschaft etc.! Hier darf man auch ungeniert lügen.)

Eine Garantie oder Beruhigung für einen Arbeitgeber kann so ein Sätzchen auch kaum sein. Es steht da, aber Deine Frau könnte dennoch frisch fröhlich schwanger werden. Entweder ein Arbeitgeber nimmt Frauen trotz "Risiko Schwangerschaft" auf, finde ich, oder ich will dort gar nicht arbeiten.
Aber wenn es zu Euch passt, dass ihr Fremden erzählt, wie es bei Euch mit Kindermachen bezw. Verhütung aussieht, dann passt es eben ;) Das müsst ihr schon selber wissen.
Ich kann eben nur sagen, dass ich meinem Arbeitgeber nicht über meine Familienplanung aufklären mag und auch nicht werde, weil ihn das nun mal aus meiner Sicht nichts angeht.

Ansonsten ist es ja nicht schlecht auch Muttersein zu erwähnen, nur es sollte doch die fachliche Kompetenz im Anschreiben den größeren Raum einnehmen.


Aber wie so oft, alles sehr persönlich und alles Geschmackssache. Das Anschreiben ist ja auch schon sehr gut.

lG

weg5st0
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Beitrag von weg5st0 » 04.08.2006, 16:42

Ich kann diesen Hinweis nachvollziehen. Immerhin war sie wegen der Kinder 12 Jahre zu Hause. Wenn da noch eins kommt wird sie das zumindest aus sicht des neuen aGs wieder tun.

Schon richtig: Solche Fragen sind tabu.

Aber: Viele halten sich nicht dran und man kann dann nur schwer nachweisen, daß man wegen einer zögerlichen Aussage auf eine unzulässige Frage nicht genommen wurde.

Ausserdem: Hilft es in jedem Falle solche Fragen vorher zu klären oder zumindest darauf eingestellt zu sein.

Ich wurde in einem AC mal gefragt ob ich täglich onaniere. Das hat den eigentlich gar nicht interessiert. Ist ja klar! Der wollte nur wissen wie ich mit einer "stressigen" Situation umgehe.

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