Anschreiben Auslandspraktikum Mexiko - Initiativbewerbung

Das Bewerbungsverfahren für Studienmöglichkeiten, Praktika und Jobs im Ausland unterscheidet sich von Land zu Land. Auf welche länderspezifischen Fallstricke besonders geachtet werden sollte, erfahrt ihr in dieser Rubrik.
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Chrisscho
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Anschreiben Auslandspraktikum Mexiko - Initiativbewerbung

Beitrag von Chrisscho » 29.08.2011, 23:41

Ich habe soeben dieses großartige Forum gefunden und auch schon einige Threads und Kritiken gelesen und diese waren sehr inspirierend für mich.

Ich würde auch bitten mein Anschreiben zu kritisieren.
Es geht um ein Praktikum als VWLer im Bereich Logistik und Unternehmensentwicklung in Mexiko. Es ist eine Initiativbewerbung!

Leider habe ich bisher nur mit einem Mitarbeiter in Gütersloh Kontakt gehabt der schon mal beruflich in Mexiko tätig war und er auch meine Unterlagen abgibt.



Sehr geehrte Damen und Herren der Personalabteilung XXXXX GmbH,

nach erstem Kontakt und Informationsgewinnung mit Herrn XXXXX möchte ich Ihnen hiermit meine Initiativbewerbung für ein 5-6 monatiges Praktikum am Standort Mexiko zukommen lassen. Die XXXXXXX GmbH ist mir als traditionsreiches deutsches Familienunternehmen seit Jahren ein Begriff und würde mich sehr freuen ihren Auslandsstandort für ein halbes Jahr zu verstärken.

Ich studiere seit vier Semestern an der Hochschule Bremen im Internationalen 
Studiengang Volkswirtschaftslehre und befinde mich zurzeit in meinem
 obligatorischen Auslandssemester an dem Instituto Tecnológico y de
Estudios Superior de Monterrey, Mexiko.

Nachdem ich mein Semester in Monterrey erfolgreich abgeschlossen habe, besteht mein
 Interesse darin weitere sechs Monate in Mexiko zu verbringen und ein
 Praktikum zu absolvieren(Satz gefällt mir nicht). Dieses Praktikum ist ein besonderer Bestand teil 
des Internationalen Studiengangs und wird durch Vor- sowie Nachbereitung 
in meinen Studienverlauf eingebunden.
Während meines Studiums an meiner Heimathochschule fokussierte ich mich
auf die Schwerpunkte Supply Chain Management und Regionalökonomie und
konnte durch mein Erststudium (hierzu ist zusagen, dass ich 2 Semester WiWi studiert habe an der Uni Bremen und danach an die HS gegangen bin, konnte aber nix anrechnen lassen, steht im Lebenslauf aber muss ich das hier anders schreiben??) sowie weitere außerhochschulischen 
Tätigkeiten meine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse erweitern. Aus
 diesem Grund interessiere ich mich insbesondere für die Arbeitsbereiche der
Logistik und der Unternehmensentwicklung in einem global agierenden Unternehmen. Als angehender Volkswirt sind insbesondere die unternehmensübergreifenden Aufgaben des Supply Chain Management, die Anwendung und die Methoden der Bedarfsprognose aber
natürlich auch die Standortplanung (sowohl logistisch als auch strategisch) überaus interessant.

Durch die vorherrschende und langjährige deutsch-mexikanische Wirtschaftskultur war mir früh bewusst, dass Ich gerne in einem deutschen Unternehmen vor Ort praktische Erfahrungen sammeln möchte.

Durch die praxisnahe und projektorientiere Ausbildung an der Hochschule Bremen, sowie durch meine ehrenamtliche Tätigkeiten bei der Turtle Entertainment GmbH und dem Ring Christlich Demokratischer Studenten konnte ich oftmals meine Teamfähigkeit und meine Belastbarkeit unter Beweis stellen und verfüge ebenfalls über eine gute Auffassungsgabe und problemlösendes Denken.

Weiterhin besitze Ich eine ausgeprägte Affinität zur EDV und habe somit weitreichende Kenntnisse im Bereich Hard- und Software und bin in der Lage mich schnell in neue Arbeitsumgebungen einzuarbeiten.



Danke für eure Kritik, Vorschläge und Formulierungen

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 30.08.2011, 10:43

Hallo Chrisscho,

erst einmal ein kleiner Denkanstoss. Personalverantwortliche lesen Tag für Tag dutzende von Bewerbungen jeglicher Art. Die Kunst einer erfolgreichen bewerbung ist es Aufmerksamkeit zu erwecken.

Und die einfachste Art, die Aufmerksamkeit zu bekommen, ist der Schreibstil. Lässt sich ein Text leicht und flüssig lesen, lacht das Herz des Verantwortlichen und er schaut genauer hin, was der Inhalt hergibt. Das Ziel ist erreicht.

Der Schreibstil sollte sich also nicht an Thomas Manns Buddenbrooks orientieren.

Findest du, dass sich Formulierungen wie:
"Nachdem ich mein Semester in Monterrey erfolgreich abgeschlossen habe, besteht mein
 Interesse darin weitere sechs Monate in Mexiko zu verbringen und ein
 Praktikum zu absolvieren."
leicht und flüssig lesen lassen?

Ein kluger Mensch hat mir einmal den Rat gegeben, so zu schreiben, wie man spricht. Beherzige den Spruch, und Du wirst die Aufmerksamkeit bekommen.

Jetzt noch ein paar sprachliche Tipps. Personalverantwortliche, die ja auch die "verklausulierten" Zeugnisse schreiben, gehen davon aus, dass auch Bewerbungen "verklausuliert" sind.

Deshalb übersetzen sie den Konjunktiv als Signal für eine Alibibewerbung. Also keine Formulierungen wie "würde", "könnte".

Und auch das Wort "möchte" kommt nicht gut. Wenn Du schreibst "möchte die Bewerbung zukommen lassen" folgt automatisch die Frage, warum tust Du es nicht.

Ich denke, wenn Du die Bewerbung umformulierst, und auch Deine gesamte Präsentation aussagekräftig ist, solltest du Erfolg haben.

Viele liebe Grüße aus Duisburg

Chrisscho
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Beitrag von Chrisscho » 30.08.2011, 16:47

vielen Dank für deine Antwort. Ich werde mich gleich ransetzen und versuchen die Vorschläge zu berücksichtigen.

Inhaltlich ist das ganze O.k.? Fehlt ggf. noch was genaueres zum Unternehmen oder zu meinen Sprachkenntnissen oder reicht das heutzutage die aus dem Lebenslauf zu fischen? Und sind die Belege meiner Kenntnisse ausreichend oder sollte ich da ggf. noch Präsentationsstärke und Organisationsgeschick hinzufügen oder wirkt das dann "too much"?


Ansonsten wie gesagt, vielen Dank für die Kritik, der zitierte Satz ist auch der Schandfleck bisher finde ich ja auch.


PS: Zum Thema Erststudium - kann ich das so schreiben (2 Semester, dann "abgebrochen" und auf die HS - aber im sehr artverwandten Fachgebiet (WiWi zu rein VWL) ? Oder gibt's da ne passende andere Formulierung?


Grüße aus dem warmen Monterrey

Chris

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 30.08.2011, 17:01

Also Chris,

das Anschreiben ist ja lediglich ein Appetitanreger, der den Personalverantwortlichen bewegen soll, Dich einzuladen. Deshalb ist es nicht erforderlich, alles zu wiederholen, was sich auch im Lebenslauf wiederfindet.

Ich persönlich finde, dass man nicht unbedingt Sachen erwähnen muss, die das nternehmen betreffen, wie etwa, dass es ein traditionsreiches, deutsches Familienunternehmen ist. Natürlich sollte die Bewerbung einen erkennbaren Bezug zu dem Unternehmen haben, schon alleine, um den Eindruck einer Exklusivität zu erwecken.

Ich finde es cleverer, auf den Homepages der Unternehmen zu stöbern. Doirt finden sich regelmäßig Firmenslogans, Geschäftsphilosophien. Diese empfehle ich zu verwenden, da man dadurch besser signalisieren kann, dass man sich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hat und für dieses arbeiten möchte. Ein grobes Beispiel bei VW könnte so etwa lauten: Mein Ziel ist es: zu laufen und zu laufen und zu laufen ....

Anstelle des Horrorsatzes würde ich direkt schreiben:
Nach dem erfolgreichen Abschluss meines semesters in Monterrey möchtze ich gerne ein sechsmonatiges Praktikum in Mexiko anschließen.

Da das WiWi-Stzudium im Lebenslauf aufgeführt ist, würde ich das Wort Erststudium nicht verwenden. Es irritiert. Verwende einfach nur das Wort Studium.

Saludo

Chrisscho
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Beitrag von Chrisscho » 30.08.2011, 17:18

Vielen Dank für deine schnelle Antwort,

den Satz werde ich denke ich so übernehmen, ggf. noch das "möchte" raus :)

Zum Thema Erststudium:
Ich möchte halt hervorheben, dass ich quasi schon 2 Semester BWL (is ja bei wiwi so) studiert habe und damit schon einiges an grundlagenwissen neben der bei VWL erlernten BWL-Kenntnisse mitbringe (Rechnungswesen, Personalwesen, Organisationslehre, Marketing und weitere)

Deswegen habe ich mich ja für das Wort "Erststudium" entschieden... is halt die Frage ob das Missverständlich ist in der Hinsicht dass ich schon ein Studium abgeschlossen habe.

Chrisscho
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Beitrag von Chrisscho » 31.08.2011, 17:32

keiner noch nen Kommentar zum Term "Erststudium"?

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 01.09.2011, 15:21

Hallo Chris,

sorry, dass ich erst jetzt zum Posten komme.

Das Anschreiben ist ja praktisch nichts anderes, wie ein Werbeschreiben, in dem man versucht, die "Kauf"argumente zu bringen, damit der Arbeitgeber bereit ist, in Dich zu investieren.

Die Frage, die Du besser beantworten kannst, ist, in wie weit das Grundlagenwissen aus dem einen Jahr BWL ein solches "Kauf"argument ist. Ich denke, in der Wirtschaft sind die praktischen Erfahrungen wichtig. Man möchte einen Mitarbeiter, der sofort loslegen kann.

Was nützt mir ein Mitarbeiter, der zwar von der Theorie her weiss, wie man ein Auto fährt, es aber noch nicht gefahren hat.

Ich persönlich empfinde das Wort Erststudium irritierend, wenn ich dann im Lebenslauf lese, dass Du vorher bereits etwas anderes studiert hast. was hälst du alternativ von dem begriff "Hauptstudium"?

Viele Grüße aus Duisburg

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