Anschreiben bei Jobwechsel (aber gleiche Branche)

Wenn ihr Berufsanfänger oder Berufspraktiker seid, dann könnt ihr eure Bewerbungsbeispiele in dieser Rubrik zur Diskussion stellen und die Musterbewerbungen anderer Bewerber bewerten. Auch für Bewerbungen um eine Neben- oder Teilzeitbeschäftigung.
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Pusteblume1895
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Registriert: 20.03.2012, 11:13

Anschreiben bei Jobwechsel (aber gleiche Branche)

Beitrag von Pusteblume1895 »

Hallo,

ich hoffe ich bin hier richtig, ansonsten bitte verschieben. ;)

Also, ich habe folgendes "problem":

Im Juni 2010 habe ich meine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten abgeschlossen und ca. ein Jahr halbtags in verschiedenen Praxen gearbeitet. In dieser Zeit habe ich mit dem Abendgymnasium angefangen. Damit bin ich im Juni fertig und habe mein Abi :D

Die Frage, was dann? Hat mich natürlich beschäftigt und ich kam zum Entschluss erst man wieder Geld zu verdienen. So, ich habe mich auf meinen alten Job (MFA) beworben, war auch zu Probearbeiten etc. eingeladen worden und mir kam der Gedanke, dass mich dieser Job eigentlich nicht erfüllt und viele potenzielle Arbeitgeber sind auch skeptisch, da ich mit dem Abi ja "überqualifiziert" sei....haben Angst, dass ich dann doch lieber studieren gehen will...

Ich würde gerne als Gesundheits-und Krankenpflegerin arbeiten, müsste dafür aber eine neue Ausbildung beginnen, die aber aufgrund des Abis verkürzt werden kann.
Für den diesjährigen Ausbildungsstart bin ich zu spät dran :(

Ich bin mir nicht sicher, wie ich diesen Wechsel gut in einem Anschreiben formulieren kann, da ich bis jetzt ja auch keine aktuelle Stelle als MFA habe, da ich dort erst nach dem ABI beginnen kann...
Meine Ideen klangen so

"Gerne würde ich eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin beginnen, da mir der intensive Patientenkontakt sehr zusagt und man ein gewisses Verhältnis zu einem Patienten aufbauen kann, was in einer Arztpraxis nicht der Fall ist."

Ich weiß nicht genau, wie man es sinnvoll ausformuliert, dass man die Arbeit im Krankenhaus interessanter findet.

"Zudem empfinde ich die Arbeit in einem Krankenhaus als sehr interessant und faszinierend, da man dort auf den verschiedene Stationen sehr viele unterschiedliche Krankheitsbilder vorfindet und man deren Verlauf und Behandlung erlernen kann"

Ich weiß nicht, das klingt alles sehr, wie gewollt und nicht gekonnt.

Vor zig Jahren habe ich einmal ein praktikum in einem KH gemacht, was mir sehr gefallen hat. Habe mich dann aber nicht beworben, weil ich zu jung war und für den Schichtdienst nicht in Frage kam... jetzt komme ich mir doch doof vor, nach ner abgeschlossenen Ausbildung in diesen Beruf wechseln zu wollen.

Ich hoffe ihr könnt mir helfen. :roll:
Romanum
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Beitrag von Romanum »

Wozu hast du denn das Abitur gemacht? Man muss ja nicht gleich Medizin studieren, aber es gibt auch andere Studienfächer im Gesundheitssektor. Vielleicht ist auch sowas etwas für dich. Hier z.B. kannst du zwei Ausbildungen zusammen machen: http://www.klinikum-fuerth.de/hn/beruf- ... nd-pflege/ Wäre das keine Herausforderung? Es gibt noch andere Studiengänge, die heißen z.B. Gesundheitsmanagement oder Pflegemanagement. Du müsstest dich informieren, ob es sowas in deiner näheren Umgebung gibt.
Rhodus
Bewerbungshelfer
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Beitrag von Rhodus »

Hallo Pusteblume1895,

für die diesjährige Ausbildung zu spät???? Mit nichten!!!! Erfahrungsgemäß gibt es sogar noch bis in den September hinein die Möglichkeit, mit der Ausbildung zu beginnen. Denn oft treten Azubis ihre Ausbildung am 01.08. gar nicht an, weil Sie woanders eine vermeintlich bessere Ausbildungsstelle bekommen haben, möglicherweise sogar in einem ancderen Berufszweig, es aber versäumt haben, den Ausbildungsbetrieb zu unterrichten. Manche Azubis brechen Ihre Ausbildung bereits nach einigem Wochen ab, weil sie schnell gemerkt haben, dass sie sich falsch entschieden haben.

Also eine aussagekräftige, individuelle bewerbung entworfen und ab auf den Weg gebracht. Deine erste ausbildung ist dabei auch kein Hindernis. Und erst recht kein Ärgernis. ohne diese wärst du nicht zu der Person geworden, die Du heute bist.

Bei dem Anschreiben geht es nur um zwei Punkte:
warzum möchte die Bewerberin gerade diesen Beruf erlernen? Was ist ihre Motivation?
Welche Kompetenzen bringt sie mit?

Im Lebenslauf wird dann präsentiert, was man bislang gemacht hat.

Die begründung für einen Berufswechsel gehört dann in das Vorstellungsgespräch. Denn erst dort können die Personalverantwortlichen über die Körpersprache und Nachfragen herausbekommen, ob die Antworten auch stimmig sind.

Ich bin mir sicheer, wenn die Botschaft deiner bewerbung lautet: Meine Welt ist die der Gesundheits- und Krankenpflegerin und nicht der Hörsaal, dann hast du gute chanchen; erst recht, wenn auch die weitere Präsentation aussagekräftig und überzeugend ist.

Und für die berufliche Zufriedenheit ist nur eines wichtig: das zu machen, wozu man sich "beruf"en fühlt. Die Frage, warum man ein Abi gemacht hat, ist da irrelevant. Denn das abi öffnet einem nur alle Möglichkeiten. Wenn man später dann seine wahre Berufung herausfindet, sollte man diesen Weg auch einschlagen.

Viele Grüße aus Duisburg
Pusteblume1895
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Registriert: 20.03.2012, 11:13

Beitrag von Pusteblume1895 »

Warum ich mein Abi gemacht habe?
Hmm... ich hatte die Idee Medizin zu studieren, mein Chef fand das gut, weil ich die ganzen medizinischen Sachen echt schnell gelernt habe, meine lehrer in der Berufsschule fanden das gut und die Eltern von meinen Ex-Freund haben mich ziemlich "gedrängt", da jemand ohne Abi nicht viel wert sei... Außerdem war ich damals schon nicht so ganz zufrieden bei dem Job...

Ich hatte einem Krankenhaus eine E-mail geschrieben und ich kann mich zum 01.10. noch bewerben :lol:

Werde eine Bewerbung fertig machen, wer nicht wagt...

Klingt das ok, wenn ich schreibe, dass ich im Krankenhaus eine neue Herausforderung suche und den intensieveren Kontakt von Patient zum Pflegepersonal sehr schätze?
Pusteblume1895
Beiträge: 4
Registriert: 20.03.2012, 11:13

Beitrag von Pusteblume1895 »

So, hier mein Bewerbungsentwurf :


Bewerbung um eine Ausbildungsstelle als Gesundheits- und Krankenpflegerin

Sehr geehrte Frau XX,

auf der Homepage des St. Irmgardis Krankenhauses habe ich erfahren, dass Sie zum 01.10.2012 zur Gesundheits- und Krankenpflegerin ausbilden. Per E-Mail habe ich mich bei Frau Thelen erkundigt, dass ich mich noch bewerben kann.

Im Jahr 2010 habe ich die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten abgeschlossen und ca. noch ein Jahr in meinem Ausbildungsberuf gearbeitet und das Studium am Abendgymnasium begonnen, welches ich im Juni mit dem Abitur verlassen werden.
Schon früher hat mich die Arbeit im Krankenhaus fasziniert, da man dort einen intensivieren Pfleger-Patientenkontakt aufbauen kann. Zudem sind die medizinischen – und pflegerischen Inhalte viel umfangreicher, als in einer Arztpraxis, weshalb ich weiß, dass dieser Beruf der richtige für mich ist und ich dort meine berufliche Zukunft sehe.

Ich kann mich gut in andere Menschen hinein versetzen, bin ein freundlicher und offener Mensch. Da ich meine Ausbildung in einer großen Praxis absolviert habe, kann ich sehr gut mit stressigen Situationen umgehen und dementsprechend agieren.. Zudem bin ich seit 2007 ehrenamtlich beim Malteser Hilfsdienst tätig, wo ich schon bei einigen Sanitätsdiensten im Einsatz war. So habe ich gelernt auch in Notfallsituationen einen kühlen Kopf zu bewahren und patientenorientiert zu handeln.


Sollten Ihnen meine Bewerbungsunterlagen zusagen, stehe ich Ihnen gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.



Mit freundlichen Grüßen


XXX



ich finde ich habe das WARUM jetzt Pflegeberuf nicht gut rübergebracht, weiß aber auch nicht, wie ich es besser formulieren soll...
:idea:
Rhodus
Bewerbungshelfer
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Registriert: 01.07.2011, 16:10

Beitrag von Rhodus »

Hallo Pusteblume1895,

was sind denn Deine fünf Gründe für diese eine Berufswahl?

Viele Grüße aus Duisburg
Pusteblume1895
Beiträge: 4
Registriert: 20.03.2012, 11:13

Beitrag von Pusteblume1895 »

1.) mich interessiert die Pflege und Pflegeprozesse
2.) man hat eine intensievere Bindung von Pfleger zu Patient.
3.) Es ist medizinisch umfangreicher und anspruchsvoller
4:) Man kann sich mehr Fortbilden, z.B Pflegeökonmie
5.) Man "sieht" und "macht" mehr als in einer Praxis
6.) Man empfindet sich mehr als Team, das Zugehörigkeitsgefühl ist anders
7.) Man kann Patienten im Pflegeprozess unterstützen und helfen
Rhodus
Bewerbungshelfer
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Registriert: 01.07.2011, 16:10

Beitrag von Rhodus »

Hallo Pusteblume1895,

na da hast du doch das, was im Rahmen deiner Motivation angeben kannst:

Ich mlöchte diesen Beruf erlernen, weil er medizinisch umfangreich und anspruchsvoll ist und die Fortbildungsmaßnahmen eine regelmäßige eigene Weiterentwicklung gewährt, .....

Viele Grüße aus Duisburg
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